Drei Turniere beim LGA Cup

06.09.2013 – Zum letzten Mal ist die LGA in Nürnberg Gastgeber des LGA Schach-Cups. In der letzten Auflage wird der Cup in Form dreier Rundenturniere ausgetragen. Viele Stammgäste der vergangenen Jahre sind am Start. Gestern wurde die erste Runde gespielt. Heute folgen folgen zwei weitere Runden. Schach ist hier also besonders harte Arbeit. Einige Überraschungen blieben nicht aus.  Alles zur 1. Runde...

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LGA Premium Schach Cup mit krönendem Abschluss

Vom 05. bis 09. September findet der 10. LGA Premium Schach Cup in Nürnberg statt. Es ist gleichzeitig die letzte Auflage eines der erfolgreichsten und beliebtesten Turniere in Deutschland.




Das Organisationsteam um Turnierleiter Michael Bezold hat sich zum Abschluss etwas besonderes einfallen lassen. In drei geschlossenen Gruppen kämpfen jeweils acht Spieler um einen Preisfond von 12.000 Euro. Während die A-Gruppe hauptsächlich aus ehemaligen Siegern des LGA Cups besteht, dürfen in der B- und C-Gruppe Akteure ran, die durch ihre regelmäßige Teilnahme in der Vergangenheit die Veranstaltung aufgewertet haben. Der Auftakt war sehr verheißungsvoll, denn von den zwölf Partien endeten gleich elf mit einer Entscheidung. Das dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass bei der diesjährigen Auflage ein Remisverbot vor dem 30. Zug herrscht.

Schwarz trumpft auf

In der A-Gruppe - einem GM-Turnier der Kategorie 13 - dominierten in der 1. Runde die Schwarzspieler. Der Elo-Favorit, Evgeny Romanov, setzte sich gegen Lubomir Ftacnik durch.



Ftacnik gegen Romanov

Der Slowake zeigte sich als fairer Verlierer: "Mein Gegner hat diese Stellung aus der englischen Partie einfach besser verstanden. Ich habe an mehreren Stellen zu passiv gespielt und konnte der Aktivität meines Gegners am Ende nichts entgegensetzen."

Einen Start nach Maß erwischte David Baramidze. Der stärkste deutsche Spieler im Feld besiegte, ebenfalls als Nachziehender, Vitaly Kunin. "Er überraschte mich zwar mit 1.e4, doch ich wählte entgegen meiner sonstigen Gewohnheit die Sizilianische Verteidigung, um seiner Vorbereitung aus dem Wege zu gehen."



David Baramidze

Dieses Vorgehen zeigte Wirkung. Kunin spielte eine harmlose Variante und geriet in ein unangenehmes Endspiel. "Ich ließ meinem Gegner im Finale zu viele Freiheiten, anstatt seinen aktiven Turm zu tauschen. Danach ist die Stellung verloren", fasste Kunin das Geschehen zusammen.

Den dritten Schwarzsieg landete Tornike Sanikidze. Der georgische Großmeister bezwang den Lokalmatador Michael Prusikin. "Ich wählte in der Eröffnung den falschen Plan und geriet bald mit meinen Figuren am Damenflügel auf Abwegen", meinte der deutsche Großmeister. " Ja, das war wohl ein falscher Plan und ich konnte seinen Königsflügel sehr schön angreifen", pflichtete ihm Sanikidze nach der Partie bei.

Friedlich endete die Partie Berelowitsch-Hector, aber nicht ohne Zwischenfälle.



Berelowitsch gegen Hector

Ausgangs der Eröffnung opferte der deutsche Großmeister in einem Endspiel eine Figur für zwei Bauern, von denen einer sich gefährlich der gegnerischen Grundreihe näherte. Der Schwede musste all seine Verteidigungskunst anwenden, um größeren Schaden zu verhindern. "Die Partie war zwar kompliziert, aber ich denke, dass die Remisbreite nie verlassen wurde", äußerte sich Berelowitsch nach der Partie.



Arik Braun mit taktischem Feuerwerk

In der B-Gruppe - einem GM-Turnier der Kategorie 9 - gab es vier Entscheidungen. Der Favorit auf den Sieg in dieser Gruppe, Arik Braun, setzte sich gegen Raj Tischbierek durch.



Arik Braun

In einer Mittelspiel-Struktur aus der Philidor-Verteidigung führte Tischbierek den Zentrumsvorstoß ...d5 im richtigen Moment durch, doch Braun komplizierte die Stellung mit taktischen Schlägen maximal und pochte außerdem auf die bessere Zeit. Der Herausgeber der Zeitschrift "Schach" verirrte sich in der Folge im taktischen Dickicht und fand nicht die beste Verteidigung. Sein junger Kontrahent zwang ihn mit einer schönen Schlusskombination zur Aufgabe. "Das war alles sehr verwickelt und ich muss zugeben, dass ich auch ein wenig auf seine Zeitnot gespielt habe", zeigte sich Braun im Anschluss gar nicht so sicher über die Qualität seines Spiels.

Jens-Uwe Maiwald besiegte zum Auftakt Lev Gutman. Der Dresdner zeigte sich aber selbstkritisch: "Eigentlich stand ich nach Eröffnung besser, doch dann spielte ich lethargisch und ließ ihn wieder ins Spiel kommen. Völlig unvermittelt geriet ich aber nach der Zeitkontrolle in ein besseres Endspiel, das ich gewann." Den Dresdner, der kaum noch Turnierschach spielt, scheint schon die erste Partie viel Kraft gekostet zu haben: "Ich bin jetzt schon total kaputt", meinte er, allerdings nicht ganz ernst, im Anschluss.



Lev Gutman

Einen "Big Point" landete Ilja Zaragatski, der Christian Gabriel mit Schwarz besiegte. Mit seinem geliebten Wolga-Gambit erhielt er hervorragende Kompensation im Mittelspiel. Im geeigneten Moment holte sich der in Köln lebende Zaragatski den in der Eröffnung geopferten Bauern zurück und wickelte gleichzeitig in ein besseres Endspiel ab. "Das Turmendspiel ist wahrscheinlich nicht zu verteidigen, auch wenn ich zwischendurch meine Zweifel hatte", gab Zaragatski zu Protokoll.

Für Leon Mons hätte das Turnier auch besser kaum starten können.



Leon Mons gegen Christoph Renner

Der 17-jährige Forchheimer zeigte sich gegen Christoph Renner bestens präpariert und erspielte sich aus der Eröffnung heraus einen klaren Vorteil gegen eine fragwürdige Variante der Französischen Verteidigung. "Das hatte ich bis zum 8. Zug alles vorbereitet. Im Prinzip musste ich die gute Stellung danach nur nach Hause fahren", zeigte sich der junge Lokalmatador im Anschluss mit dem Verlauf der Dinge zufrieden.



Überraschung zum Auftakt


In der C-Gruppe - einem IM-Turnier der Kategorie 2 - gab es zum Auftakt eine faustdicke Überraschung. Die Nr. 8 der Setzliste, Hubert Seibold, gewann gegen den topgesetzten IM Erik Zude.




Hubert Seibold



Erik Zude

"Eigentlich stand ich nicht besonders gut, doch mein Gegner stellte einfach einen Springer ein", versuchte Seibold, neben Gutman einer der Turniersenioren, im Anschluss nichts zu beschönigen.

Hanna Marie Klek besiegte Oskar Hirn. Die deutsche Meisterin nutzte in einem Damengambit eine Ungenauigkeit ihres Gegners, um ein gutes Mittelspiel zu erlangen.





Oskar Hirn

In Zeitnot begang Hirn einen Fehler, den die Erlangerin gekonnt ausnutzte: "Ich opferte meine Dame, um aber direkt im Anschluss mit Materialgewinn durch eine Bauernumwandlung eine neue zu holen", erklärte Klek das Ende der Partie.



Die zweite junge Dame im Feld, Filiz Osmanodja, hatte nicht so viel Glück. Ein gewagter Bauernvorstoß führte direkt zu Materialverlust, den Christian Troyke gekonnt ausnutzte: "Nach dem Bauerngewinn stehe ich einfach auf Gewinn und musste nur aufpassen, keinen Fehler zu machen", äußerte sich der Erfurter nach dem Kampf.

Sein Mannschaftskollege Olaf Heinzel besiegte mit den schwarzen Steinen Yochanan Afek.



Olaf Heinzel

Der israelische Meister griff im Turmendspiel zu einem Bauernvorstoß, nach dem beide Spieler glaubten, dass er wegen einer taktischen Abwicklung ein Fehler war, der zu einer verlorenen Stellung führt. Die Analyse mit dem Computer zeigt etwas anderes, doch letztendlich entschied das Geschehen am Brett. "Ich hatte eine stabile Stellung mit Remischarakter, zeigte aber meine Stärken im Finale", gab sich Heinzel selbstbewusst und fügte hinzu: "Am Ende wird die Ente fett."

Am Freitag, den 06. September, geht es um 9.00 mit der 2. Runde weiter, bevor um 15.00 die 3. Runde absolviert wird.


Partien der 1. Runde



Bericht und Fotos: Georgios Souleidis (Presseteam 10. LGA Premium Schach Cup)


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Themen: LGA Schach Cup
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