Fakten zur berühmtesten Schulschachgruppe Deutschlands

16.11.2004 – Durch die geplante Schließung des Hamburger Gymnasiums Uhlenhorst Barmbek droht die wohl berühmteste Schulschachgruppe Deutschlands heimatlos zu werden. Christian Zickelbein, heute Vorsitzender des Hamburger Schachklubs und Sprecher der Bundesliga, sowie Jörg Schulz, Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend und ebenfalls früherer Hamburger "Schachschüler", steuerten eine Reihe Details zur Geschichte und Entstehung dieser deutschen Schachinstitution bei. Mehr...

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Als Christian Zickelbein 1956 die wohl erste Schulschachgruppe in Deutschland gründete, war er sogar noch Schüler am Heinrich Hertz Gymnasium und nicht Referendar, wie wir in unserer Meldung vom Montag zur geplanten Schließung des Gymnasiums Uhlenhorst Barmbek meldeten. Zwei Monate später machte er sein Abitur.

Bald darauf gründeten sich weitere Schachschachgruppen in Hamburg, z.B. am Matthias Claudius Gymnasium, wo der heutige Vorsitzende der Deutschen Schachjugend, Jörg Schulz Schach lernte. 1964 wurde die Schulschachgruppe des Heinrich Hertz Gymnasiums zur Schachgemeinschaft Heinrich Hertz und Uhlenhorst Barmbek ( SGHHUB) erweitert. Die GUB-Schüler waren zunächst Gäste am Heinrich Hertz Gymnasium. Später wechselte die Gruppe in das Gymnasium Uhlenhorst Barmbek mit zur Zeit ca. 100 aktiven Mitgliedern (=20% der Gesamtschülerzahl).

Auf die Initiative der Hamburger Schachschachgruppen wurde 1958 schließlich der Hamburger Schulschachbund gegründet. "Der Motor der Schulschachbewegung" (Jörg Schulz), die im Jahr 1970 zur Gründung der Deutschen Schachjugend führte, war Christian Zickelbein, natürlich mit vielen Helfern.


Christian Zickelbein


Wie eng das Schach besonders in Hamburg mit seiner Förderung an den Schulen und die Bildung zahlreicher Schulschachgruppen verbunden ist, zeigt das von den Hamburger Schulen bzw. deren Lehrern organisierte Schachturnier "Rechtes gegen linkes Alsterufer", das größte regelmäßige Schachturnier der Welt.


Rechtes gegen linkes Alsterufer


Heute ist die Deutsche Schachjugend mit dem Schulschach ein wertvoller Teil des Ausbildung an den Schulen. Viele Politiker, jüngst der NRW- Kultus- und Sportminister Michael Vesper und nicht zuletzt Innenminister Otto Schily loben zum Beispiel die integrative Kraft des Schachs.


Minister Michael Vesper beim Simultan


Innenminister Otto Schily im Interview bei TV ChessBase

Die positive Auswirkung auf die Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen durch das Schach ist allgemein anerkannt. Umso bedauerlicher wäre es, wenn durch eine Schließung des Gymnasiums Uhlenhorst- Barmbek die älteste kontinuierlich bestehende Schulschachgruppe Deutschlands und Keimzelle der Deutschen Schachjugend und der Schulschachbewegung heimatlos werden würde und sich am Ende vielleicht auflöste. Schüler und Eltern protestieren heftig gegen die geplante Schließung.


Protest am GUB

 

 



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