Fat Fritz: Welche Grafikkarte braucht man?

von Albert Silver
15.11.2019 – Das neue Fritz 17, das mit Fat Fritz geliefert wird, stellt vielleicht einen zusätzlichen Anreiz dar, den eigenen Computer (endlich) teilweise oder auch ganz aufzurüsten, um das Beste aus den Programmen herauszuholen. Der folgende kleine Ratgeber beschäftigt sich mit dem kleinsten möglichen Upgrade: einer schnelleren Grafikkarte für Ihren Computer und liefert eine kurze Übersicht aller wichtigen Grafikkarten, ihrem Preis und ihrer Leistung.

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Ein wichtiger Hinweis vorab: Bevor es losgeht, möchte ich darauf hinweisen, dass meine Maschine zwar über die feinsten Spezifikationen verfügt, die man sich nur wünschen kann, aber dass ich Fat Fritz dennoch regelmäßig auf meinem drei Jahre alten Laptop laufen lasse, wo das Programm sehr nützliche und unterhaltsame Analysen liefert. Wer ein Upgrade für den eigenen Rechner sucht, dem hilft der folgende Guide vielleicht, aber man braucht nicht unbedingt ein Upgrade, um sich mit Fat Fritz zu amüsieren und sein Schach zu verbessern.

Der technologische Fortschritt ist rasant und immer auf dem Laufenden zu bleiben ist nicht einfach. Aus diesem Grund finden viele Leute Computer von der Stange, wie sie von Dell und anderen geliefert werden, so reizvoll, aber tatsächlich kann man mit sorgfältig selbst ausgewählten Komponenten oft die gleiche Leistung für weniger Geld bekommen.

Ein Upgrade für Fat Fritz (oder Leela)

Die gute Nachricht für alle, die Ihren Rechner fit machen wollen, um alle Vorzüge von Fat Fritz (oder Leela) genießen zu können, ist die, dass man dazu meistens eigentlich nur eine gute Nvidia Grafikkarte installieren (oder aufrüsten) muss. An Nvidia führt allerdings kein Weg vorbei, denn nur Nvidia ist kompatibel zur Codebasis, die als CUDA bekannt ist und die bei Neuronalen Netzen zu so großer Leistung führt. AMD holt in diesem Bereich in Zukunft vielleicht einmal auf, aber im Moment ist Nvidia das Maß aller Dinge.

Ein ganz neues System braucht man allerdings nicht, und auch ein recht bescheidener Computer braucht nicht mehr. Denken Sie an die leistungsstarke Maschine, die für Fat Fritz in der Cloud zur Verfügung steht. Tatsächlich ist der Kern dieser Maschine ein sehr unauffälliger, vier Jahre alter 4-Quad-Prozessor. Aber die Maschine verfügt auch über zwei leistungsstarke Grafikkarten, die den Großteil der Arbeit leisten.

Anders gesagt, selbst wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Computer keine Leistungsrekorde bricht, dann brauchen Sie einfach nur eine gute Videokarte, damit Fat Fritz und Leela so schnell sind wie auf den besten anderen Computern. Und natürlich hat eine hübsche Grafikkarte noch viel mehr andere Vorteile.

Ein Beispiel für Vorteile einer guten Grafikkarte

Die folgende Tabelle bietet eine grobe Übersicht über die verschiedenen Grafikkarten, der NPS-Performance der jeweiligen Grafikkarte und die augenblicklichen Preise, für die man die Karten beim Online-Händler NewEgg in den USA erhält:

Grafikkarte NPS Preis in US$
RTX2080ti
37000
$1100
RTX2080 Super
32000
$700
RTX2080
29500
$600
RTX2070 Super
28000
$500
RTX2070
24500
$400
RTX2060 Super
22500
$400
RTX2060
18500
$320
GTX1080ti
9000
$450
GTX1660ti
8500
$260
GTX1660 Super
7700
$230
GTX1650
3800
$150
GTX1060
3000
$170
GTX1050ti
2500
$150
GTX1050
1700
$150

Wie man sieht erhöht sich die Performance deutlich, wenn man sich für die neue RTX-Generation entscheidet, und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis wirkt hhier überzeugend. An der Spitze liefert die 2080ti die beste Performance, aber wenn man nur eine Karte kaufen will, dann könnte man auch überlegen, ob es nicht eine sinnvolle Alternative ist, zwei Mal 2070 Super oder zwei Mal 2080 zu kaufen. Damit bekommt man eine bessere Performance für den gleichen Preis, obwohl hier natürlich auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Die werden im nächsten Guide, der sich mit vollkommen neuen Systemen beschäftigt, behandelt.




Albert Silver ist Redakteur und Autor. Er lebt in Rio de Janeiro in Brasilien.
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KarmaKlaus KarmaKlaus 27.11.2019 12:51
Hab ich einen Denkfehler....

Mein Ryzen 3900x macht ca 24000 kN/s mit 24Threads (Komodo 13.2.5)

Nutz ich jetzt meine RTX 2060 Super OC (2025 MhZ) werden mir ca 30 kN/s angezeigt (Fat Fritz LCo RTX)
Reimund Lutzenberger Reimund Lutzenberger 18.11.2019 11:07
Wie wären 2 RTX TITAN mit je 24 GB als Dual Lösung ? Wieviele nps?
JochenSchoof JochenSchoof 18.11.2019 10:28
@Krennwurzn: Es stimmt natürlich, dass moderne Grafikkarten auch andere Features in Fritz 17 unterstützen. Das klingt ja auch kurz im Artikel an ("Und natürlich hat eine hübsche Grafikkarte noch viel mehr andere Vorteile."), ist aber nicht das zentrale Thema.
Leider versäumt es Albert Silver, deutlich zu sagen, dass die neue Grafikkarten (oder sogar mehrere) in erster Linie für die neuronalen Netze benötigt werden. Meinem Eindruck nach war das einigen Kommentatoren nicht bewusst.

@Oliver29: Du kannst Fat Fritz auch ohne nVidia-Karte nutzen, aber er wird seine Leistungsfähigkeit dann bei weitem nicht ausschöpfen können. Das ist es, was Albert Silver mit "nützliche und unterhaltsame Analysen" meint.
HoJoKo HoJoKo 17.11.2019 05:01
Vermutlich sind noch eine ganze Reihe Mittelklasse-Notebooks aus der Kategorie i5/i7 + Nvidia GeForce 9xx MX in Verwendung. Ich habe nun fix einmal ein Mini-Blitz-Match auf einem i7-7500U mit GF MX920 zwischen Komodo 11 und LCZero 0.22.0 CUDA veranstaltet (mit der F16-GUI). Ergebnis: Der Waran hat bei dieser Konfiguration Leela mit +8, =4, -0 an die Wand gespielt. Obwohl die Leistung der GPU immer bis zum Anschlag gefordert worden ist, reichte es nicht aus. Aber die 920 ist ja nun wirklich nicht gerade der Hammer. Ich habe davon abgesehen, das Match noch mit Leela blas oder Leela opencl, die Nvidia/CUDA ja nicht verwenden, zu wiederholen, denn dann wäre die Angelegenheit vermutlich noch einseitiger geworden. Meine Einschätzung nach diesem Kurztest: Wenn man nicht gerade ein (dann aber auch entsprechend teures) Gamer-Notebook mit Super-Nvidia-GraKa sein Eigen nennt und stattdessen eines aus dem oben angesprochenen Leistungsbereich verwendet, fährt man mit einem der Top-„Normal“-Programme (Stockfish, Komodo, Houdini, Deep Shredder etc.) und einer schnellen CPU (Intel/AMD) weitaus besser als mit Lc0 oder FF (FF ist, wenn ich das richtig sehe, Leela mit lediglich von ChessBase erstellten Networks (weights), dürfte unter diesen Umständen also nicht sonderlich besser abschneiden). Aber vielleicht hat da jemand andere Erfahrungen gemacht?!

Was ist eigentlich mit Fritz 17? Da Frank Schneider nun dafür verantwortlich zeichnet, ist Fritz.eng jetzt nicht mehr ein Rybka-Derivat, sondern eine Gingko-Variante?
miban miban 17.11.2019 10:40
Hallo, meine Grafikkarte machte bei der Installation von Fat Fritz "BreakDance".
Musste die Installation abbrechen.

Welche der Karten in der Tabelle ist die günstigste, die auf jeden Fall mit Fat Fritz lauffähig ist?
Je nachdem muss ja auch noch ein stärkeres Netzteil her?
Oliver29 Oliver29 17.11.2019 02:27
frage
Ich habe mir das neue fritz 17 bestellt.
Stimmt es das wenn ich fat Fritz nutzen will eine NVIDIA Grafikkarte brauche?
Wenn ich die Engine nicht nutzen kann, kann ich dann wohl bei Fritz 16 bleiben.
Oder ??
Habe jetzt einen zwei Jahre alten i5 Laptop mit einer Intel Grafikkarte
Rainbow66 Rainbow66 17.11.2019 12:41
@Cardinalem:
Ich habe Fritz 17 noch nicht getestet. Wenn sich nichts geändert hat, müssten die Engines hier zu finden sein:
c:\Program Files (x86)\Common Files\ChessBase\Engines.uci\
Im gestarteten Programm sollten sich die Engines auch unter 'Engine > Engine laden' zeigen.
Existiert nur eine exe, so kann man diese mittels 'Engine < UCI Engine erstellen' umwandeln.
Krennwurzn Krennwurzn 16.11.2019 12:23
@JochenSchoof

Grundsätzlich richtig: die Graka wird für die neuralen Netze benötigt!

ABER die Graka mit Echtzeitraytracing kann seit F17 auch für die Anzeige verwendet werden (eine sehr schöne Spielerei) aber man kann schöne Videos der eigenen Partien erstellen ;-)

https://schach-welt.de/BLOG/blog/diese-wuellenwebers-folge-17-fat-rocky
JochenSchoof JochenSchoof 16.11.2019 10:22
Bei einigen Kommentatoren scheint ein Missverständnis vorzuliegen: Eine leistungsfähige Grafikkarte wird bei Fritz 17 nicht für die grafische Darstellung benötigt, sondern für die exterm rechenintensive Aufbereitung der neuronalen Netze, die Fat Fritz nutzt. Für die Darstellung auf dem Monitor reicht natürlich weiterhin die Grafikkarte, die ihr bisher nutzt. Mehr dazu, wie Fat Fritz funktioniert gab es z.B. hier: https://de.chessbase.com/post/neu-fritz-17-mit-neuronaler-fat-fritz-engine
Juergen Evers Juergen Evers 16.11.2019 05:55
"Das neue Fritz 17, das mit Fat Fritz geliefert wird, stellt vielleicht einen zusätzlichen Anreiz dar, den eigenen Computer (endlich) teilweise oder auch ganz aufzurüsten, um das Beste aus den Programmen herauszuholen."

Sorry, aber DAS erhellt sich mir mir nicht - GANZ UND GAR NICHT!

Ich nutze "Fritz" seit Anfang der 1990er-Jahre (anfangs noch unter DOS 3.3) zu Analysezwecken und das i.d.R. 24/7/365. Möglicherweise (auch) dadurch hatte ich zuvorderst in den 1990-ern mehrere "headcrash"s zu beklagen.

Aktuell sind mir eher die ständigen Zwangsupdates per WIN10 das Problem, die gerne 'mal 72 Stunden oder mehr Rechenarbeit vernichten, wenn man nicht die "Nutzungszeiten" aller PC's und Laptops ständig im Blick behält und fortschreibt.
Was das Ergebnis der Analysen betrifft, wäre ich auch mit einer Ausgabe im Btx-Format zufrieden. Selbst Grafikkarte mit 1 MB on board sollte dafür doch wohl (nach wie vor) ausreichen, oder?

By the way:
Dieser Kommentar erfolgt über einen völlig veralteten Laptop mit mit i3-Prozessor (2.00 GHz) und "on board" Intel (R) HD Graphics 5500, der im Hintergrund an einer eröffnungstheoretisch nicht ganz uninteressanten Stellung rechnet (unter der Benutzeroberfläche Fritz 15 mit einer aktuellen "Open Source Chess Engine"). Ich werde heute Abend (d.h. nach mehr als 12 Stunden Rechenzeit) 'mal einen ersten genaueren Blick auf die vorläufigen Zwischenergebnisse werfen.

Einen besseren Grafikchip bzw. eine schnellere Grafikkarte benötige ich dafür ganz sicher nicht. Schnellere Grafikkarten haben bei mir immer nur die Kinder jährlich benötigt (solange sie noch im Hause waren), wegen ihrer albernen online-Spiele. Die bei ihnen jeweils ausgemusterte Graphik-Hardware war immer noch dazu geeignet, die Performance von "Papas alten Computern" zu steigern ...
Phantasy Phantasy 15.11.2019 06:10
Sorry Albert,

Der Artikel ist sehr verwirrend. Welche Karte wird als Mindestvoraussetzung empfohlen?

Jeder Anwender von Chessbase, der mir ueber den Weg gelaufen ist, hat die 2D - Internetoberflaeche benutzt, die eher anspruchslos ist. Brauchen die jetzt alle eine neue Grafikkarte?
Elektrosmog Elektrosmog 15.11.2019 05:33
Für die NN-Engines ist es wichtig zu wissen, daß die Option fp=16 die Geschwindikeit (mehr als) verdoppelt. Das gibt es mit den 16..-Karten und den 20..-Karten. Das ist ganz entscheidend für die Performance, und ein Armutszeugnis für die Artikel die das nicht erwähnen.
Cardinalem Cardinalem 15.11.2019 03:55
Ich frag mich, wo die Fritz 17 und die "Fat Fritz" Engines sind??? Ich hab heute Fritz 17 erhalten und installiert.....aber die beiden Engines sind nicht lokalisierbar..... :-(
ichsehnix ichsehnix 15.11.2019 01:54
man darf keinesfalls vergessen, dass man für eine sagen wir RTX 2060 auch ein passendes Mainboard benötigt. Eines aus der 300 er Reihe sollte das schon sein !
MFG
Ramumbi Ramumbi 15.11.2019 01:42
und was ist mit einem Notebook, z.B. mit der Intel (HD) Graphics 5500? Da macht der Kauf von Fritz 17 wohl überhaupt keinen Sinn ...
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