Favoriten-Sieg in Dresden, Deutschland Vize

10.07.2006 – Um einen Platz übertraf Elisabeth Pähtz beim Women's Chess Cup die Leistungen der deutschen Fußballspieler. Nach Siegen über u.a. Pia Cramling, Ketino Kachiani-Gersinska und Marie Sebag konnt die Erfurterin im Deutschland-Trikot erst im Finale von Susan Polgar (USA) gestoppt werden. Im Spiel um Platz drei unterlag unterlag Carolina Lujan Marie Sebag im Blitzstechen, nachdem die regulären Partien remis ausgegangen waren. Die Tschechin Jana Jackova siegt im Blitzturnier. Während des Turniers erhielt Susan Polgar die schöne Nachricht, dass ihre Schwester Judit mit ihrer Tochter Hanna ihr zweites Kind zur Welt gebracht hatte. Dagobert Kohlmeyer berichtet und hat die wichtigsten Szenen im Bild fest gehalten. Mehr...

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Elisabeth die Zweite noch besser als unsere Fußballer!
Von Dagobert Kohlmeyer

Mit einem zweiten Platz beim Women Chess Cup in Dresden war Deutschlands Schachlady Elisabeth Pähtz im Grunde erfolgreicher als unsere Kicker. Bei dem originellen Turnier mit 32 Spielerinnen aus den Teilnehmerländern der Fußball-WM, das Schach und Torwandschießen kombinierte, kam die Juniorenweltmeisterin am Samstag bis ins Finale. Dort unterlag sie Exweltmeisterin Susan Polgar (USA) knapp mit 0,5:1,5.

Das erste Spiel ging remis aus, im zweiten musste sich Elisabeth mit Schwarz ihrer großen Gegnerin beugen. "Die Stellung in der letzten Partie war eigentlich remis, aber mit sehr wenig Zeit auf der Uhr und einem Bauern weniger, konnte ich sie am Schluss nicht mehr verteidigen", sagte Elisabeth nach dem Finale.

Dennoch waren die Erfurterin und ihr mitgereister Vater Thomas sehr zufrieden mit ihrem Ergebnis. Der zweite Platz brachte ihr 3 000 Euro Preisgeld ein, Susan Polgar nimmt 5 000 Euro Siegprämie mit nach New York. Die Wahlamerikanerin verlor als einzige Spielerin in Dresden keine Partie. Den Grundstein für ihren Erfolg legte sie mit fünf Weißsiegen, ihre Schwarzpartien endeten meist remis.


Im Halbfinale gewann Elisabeth Pähtz gegen Marie Sebag


Susan Polgar besiegte im zweiten Halbfinal Carolina Lujan

Elisabeth fuhr am Sonntagvormittag schnell mit ihrem Vater nach Hause. Zur Erholung ist wenig Zeit, denn schon ab nächste Woche gibt es daheim ein Trainingslager mit dem Hamburger Großmeister Karsten Müller, in dem vor alle Turmendspiele gepaukt werden sollen. Als ihre weiteren Pläne nannte uns Elisabeth ein Schnellturnier in Biel (Schweiz), und Ende Juli/Anfang August spielt Elli im Rahmenprogramm der Dortmunder Schachtage auf der Bühne des Schauspielhauses neben den Cracks wie Kramnik, Leko und Aronian ein Match gegen Irina Krush (USA).

Das Spiel um Platz Drei gewann Marie Sebag im Blitz-Tiebreak gegen Carolina Lujan.


Sebag gegen Lujan

 

Der Women Chess Cup 2006 hatte stilvoll auf Schloss Albrechtsberg, dem früheren Pionierpalast Dresdens, begonnen und fand mit der Siegerehrung an Dresdens berühmtester Brücke, dem Blauen Wunder, seinen stimmungsvollen Abschluss. In einem Gartenlokal erfolgte nach Spanferkelessen, Bier und Wein in der Halbzeitpause des WM-Spiels Deutschland – Portugal die Überreichung der Pokale durch Dirk Jordan, Chairman der Schacholympiade 2008.

Die Schachspielerinnen aus aller Welt stellten sich dann nachts am Elbufer noch zum Gruppenfoto, wobei Elli Pähtz einmal mehr die lockerste Figur abgab.

(siehe Foto) Die Bundesligaspielerin vom SC Dresden hatte ihre Fans zuvor auch im Spiel nicht enttäuscht. Mehr oder weniger problemlos marschierte Elisabeth bis ins Finale, wo sie erst der Routine von Susan Polgar unterlag. Schade, dass es schon im Viertelfinale zwischen Elisabeth und Ketino Kachiani-Gersinska, die für die Elfenbeinküste antrat, zum Duell der beiden stärksten deutschen Spielerinnen kam, das Elisabeth glatt 2:0 für sich entschied.

Für Aufsehen sorgte im Turnierverlauf auch die 15jährige Judith Fuchs aus Leipzig, die es (für Tunesien startend) immerhin bis ins Achtelfinale schaffte.


Judith Fuchs

Das beste Fußball-Feeling bewies an beiden Tagen Carolina Lujan aus Argentinien. Die Großmeisterin kam im schönsten Sport-Outfit und schoss – neben Irina Sedina - auch am besten auf die Torwand, wovon die folgenden Bilder, von Paul Truong, Susan Polgars Coach aus New York, geschossen. zeugen.

Danke Paul, der dann mit uns im Auto nach Berlin mitfuhr und viel über seine Arbeit mit der Ex-Ungarin in der Susan Polgar Foundation erzählte. Am Abschlussabend hatten beide sehr viel Spaß an der Fußball-Übertragung und sahen Klinsmann, Kahn, Schweinsteiger & Co erstmals via TV.

„Klinsmann kennt in den USA kein Mensch. Er könnte in New York unentdeckt auf der Straße laufen“, sagte Paul. Selbst David Beckham wäre es dort bereits so ergangen. Man müsse schon Michael Jordan oder Lance Armstrong heißen, um in Big Apple von den Leuten wahrgenommen zu werden.

In Dresden wurden die Schachspielerinnen aus aller Welt sehr wohl von den Menschen wahrgenommen, die auf der Einkaufsmeile in der Prager Straße flanierten, sich vor dem Karstadt-Kaufhaus schachlich betätigen konnten oder den Damen bei ihrem Turnier in Etage 5 bzw. unter freiem Himmel beim Blitzschach zusahen. Das Blitzturnier gewann Jana Jackova aus der Tschechischen Republik.


Jana Jackova

Hier die wichtigsten Ergebnisse des Women Chess Cups:

 

Viertelfinale
Deutschland – Elfenbeinküste 2:0
Brasilien – Frankreich 0:2
Polen – Argentinien 0:2
USA – Ukraine  2:0

Halbfinale
Deutschland– Frankreich 1,5:0,5
USA – Argentinien 1,5:0,5

Um Platz 3
Sebag – Lujan 2:1 (Nach 1:1 Torwandschießen für Lujan. Sie wählte Schwarz im Blitz, wo Sebag 1:0 gewann)

Finale
USA – Deutschland 1,5:0,5

Die Topp-Partien...

Der Women Chess Cup war eine einmalige, sehr originelle Werbung für das Schach, die von vielen Schachfans, den Printmedien nicht nur in Sachsen sowie dem MDR-Fernsehen mit großem Interesse verfolgt wurde. Danke an Dirk Jordan sowie Bernd Salewski und Katja Breuer vom Dresdner Olympiadebüro für ihre Ideen und immense organisatorische Arbeit.

 


Alisa Maric aus Serbien&Montenegro


Marta Fierro war aus Equador angereist

Und die glückliche Siegerin Susan Polgar erhielt mitten im Turnier noch eine wunderbare Nachricht aus Budapest: Ihre Schwester Judit hat am Freitag eine gesunde Tochter geboren, die den Namen Hanna erhielt. Damit hat jeder der Polgar-Schwestern jetzt zwei Kinder: Susan und Sofia haben je zwei Söhne, aber Judit hat mit Oliver und Hanna nun ein Pärchen!


Text und Fotos: Dagobert Kohlmeyer

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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