Vor vier Jahren sorgte der Bulgare Borislav Ivanov aus Blagoevgrad für internationale Aufmerksamkeit, als er bei einer Reihe von Turnieren weit über seinen früheren Möglichkeiten abschnitt und Preisgelder einstrich. Turnierteilnehmer und Organisatoren vermuteten bald Betrug mit der Unterstützung elektronischer Hilfsmittel. Dem Versuch von Organisatoren, nach Protesten zahlreicher Spieler, dies durch eine Leibesvisitation nachzuweisen, entzog Ivanov sich durch Flucht. Es wurde vermutet, dass der Spieler in seinem Schuh ein Mobiltelefon oder Ähnliches untergebracht hatte. Ivanov stritt die Vorwürfe ab und ging auch gegen den Versuch seines bulgarischen Verbandes, die Sache aufzuklären, juristisch vor. Nach einer Pause tauchte Ivanov erneut bei einem Turnier in Caceres, Spanien, auf. Wieder gab es Proteste von anderen Spielern. Nach der Androhung einer Leibesvisitation zog sich Ivanov vom Turnier zurück. Schließlich sperrte ihn der Bulgarische Verband dauerhaft.
Die Angelegenheit war damit aber noch nicht ausgestanden, denn ein Freund von Borislav Ivanov, der ebenfalls aus Blagoevgrad stammte, Ivan Tetimov (Elo 2158), fiel bei Turnieren ebenfalls durch seltsames Verhalten und ausgesprochen starkes und fehlerfreies Spiel auf und wurde deshalb von den Organisatoren des Benidorm Opens Ende 2014 wegen Verdachts des elektronischen Dopings ausgeschlossen.
Die FIDE Ethikkommission wollte den Fall untersuchen und bat den Bulgarischen Schachverband um Unterstützung. Diese wurde aber vom Präsidenten des Bulgarischen Verbandes Silvio Danailov mit dem Hinweise verweigert, das FIDE-Präsidium sei "inkompetent" und "unprofessionell". Die FIDE ließ dem Bulgarischen Verband daraufhin ein Schreiben durch ihre Anwälte zuschicken, stellte dem Bulgarischen Verband ein Ultimatum (die Frist ist inzwischen schon verstrichen) und drohte mit Ausschluss aus der FIDE.
Brief der FIDE-Anwälte an den bulgarischen Schachverband...
Meldung bei FIDE...