Frauen-Weltmeisterschaft: Kosteniuk und M. Muzychuk im Halbfinale

von André Schulz
14.11.2018 – In den beiden Stichkämpfen der Runde vier bei der Frauenweltmeisterschaft konnte sich Alexandra Kosteniuk im Schnellschach gegen Anna Muzychuk durchsetzen. Mariya Muzychuk gewann gegen Zhansaya Abdumalik erst in der Blitzrunde. | Fotos: Eteri Kublashili (Turnierseite)

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Die Frauen-Weltmeisterschaft 2018 neigt sich ihrem Ende zu. Eins ist sicher: Hier gibt es weit mehr entschiedene Gewinnpartien als bei der Offenen Weltmeisterschaft, die gerade parallel in London gespielt wird, aber es sind ja auch viel mehr Spielerinnen involviert. Die besseren Spielerinnen sind allerdings froh, dass das bisherige System der Weltmeisterschaften, mit jährlich alternierenden Titelkämpfen als Wettkampf und in einem K.o.-Turnier, nun bald Geschichte ist und von einem System abgelöst wird, das dem System der offenen Weltmeisterschaften ähnelt. In diesem Sinne äußerte sich jedenfalls in Khanty-Mansiysk Alexandra Kosteniuk.

Alexandra Kosteniuk

Im Viertelfinale konnten sich Ju Wenjun und Kateryna Lagno glatt durchsetzen und hatten heute einen Ruhetag. In die Verlängerung mussten die beiden Muzychuk-Schwestern. Mariya Muzychuk war ja schon einmal Weltmeisterin. Ihre Schwester Anna hätte es als eine der besten Spielerinnen endlich auch einmal verdient. Doch in Khanty-Mansiysk 2018 wird wieder nichts draus. Anna Muzychuk schied im Stichkampf gegen Alexandra Kosteniuk aus. Die Ukrainerin verlor die erste Schnellschachpartie und konnte die zweite nicht gewinnen.

 

A. Muzychuk spielte hier 39...Le7. Nach 40.Dxe7 hätte 40... Tfxf2 zum Remis durch Dauerschach gereicht (41. Txf2 Txf2 42.Tg3 Db1!). Sie spielte jedoch 40... Tcf2 und stand nach 41.Dxf8 Txf8 42. Txf8 auf Verlust

A. Muzychuk gegen Alexandra Kosteniuk

Im zweiten Stichkampf des Tages hatte Mariya Muzychuk gegen die junge Kasachin Zhansaya Abdumalik ein schweres Stück Arbeit zu verrichten. M. Muzychuk gewann die erste Schnellschachpartie, verlor aber die zweite nach 90 Zügen. In der nächsten Runde mit weiter verkürzter Bedenkzeit gewann Muzychuk die erste Partie nach 135 Zügen, unterlag aber in der zweiten. Im Blitzen konnte Muzychuk mit einem 1,5:0,5 das Match für sich entscheiden. 

M. Muzychuk gegen Zhansaya Abdumalik

Ergebnisse der 4. Runde

Ju Wenjun (CHN) 1½-½ Tokhirjonova Gulrukhbegim (UZB)
Muzychuk Mariya (UKR) 4½-3½ Abdumalik Zhansaya (KAZ)
Lagno Kateryna (RUS) 2-0 Lei Tingjie (CHN)
Kosteniuk Alexandra (RUS) 2½-1½ Muzychuk Anna (UKR)

Partien

 

Paarungen des Halbfinales

Kosteniuk Alexandra (RUS) Ju Wenjun (CHN)
Muzychuk Mariya (UKR) Lagno Kateryna (RUS)

Turnierseite...

 




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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FramiS FramiS 15.11.2018 03:44
@wok
Nein, Der 136 . Zug wäre der 50. Zug nach dem letzten Schlagzug. Deshalb wäre Te8 + , der noch nicht matt setzt wegen 136... Tf8, der 50. Zug. Schwarz könnte also nach Te8 + remis reklamieren
wok wok 15.11.2018 02:01
Interessante Situation. Der 136. Zug von Weiß ist der 49. Zug nach dem letzten Schlagzug. Das bedeutet, dass erst 137. Txf8# der 50. Zug ist. Matt beendet aber die Partie, d.h. Weiß kann kein Remis mehr reklamieren.
FramiS FramiS 14.11.2018 09:53
@Pemoe6 '..soweit ich weiß, kommt doch einfach der Schiri an, stellt die Uhr ab und verkündet das Remis..'

Nein, die Spielerin muss die 50 Züge reklamieren.

Der Schiedsrichter schreitet erst bei 75 Zügen ohne Schlag- oder Bauernzug bzw. 5-maliger Stellungswiederholung ein und erklärt das Remis.

9.6 If one or both of the following occur(s) then the game is drawn:
9.6.1 the same position has appeared, as in 9.2.2 at least five times.
9.6.2 any series of at least 75 moves have been made by each player without the
movement of any pawn and without any capture. If the last move resulted in checkmate,
that shall take precedence.
In both 9.6.1 and 9.6.2 cases the Arbiter must intervene and stop the game, declaring
it as a draw.
'http://arbiters.fide.com/images/stories/downloads/2018/Arbiters-Manual-2018-v1.pdf'
Pemoe6 Pemoe6 14.11.2018 09:03
Ich verstehe nicht so recht, was am Ende der Tiebreakrunde 4.5 in Muzychuk-Abduomalik passiert ist. Im sechsundachzigsten war der letzte Schlagzug, das heißt, der 136. Zug macht remis. Und statt noch 135.Tf1 136.Te8+ Tf8 mit remis zu ziehen, gibt Schwarz auf?? Okay, knappe Zeit, aber es geht ja gar nicht ums Mitzählen der Züge oder ums Reklamieren - soweit ich weiß, kommt doch einfach der Schiri an, stellt die Uhr ab und verkündet das Remis... !?! Und das entscheidet womöglich über den Titel! Abdumalik gewann schließlich die nächste Partie und wäre einfach durch gewesen.
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