Gillette Berlin gewinnt die Deutsche Betriebsschachmeisterschaft 2009

26.10.2009 – Der P&G SK Gillette (Bild) gewann am Wochenende die Deutsche Betriebsschachmeisterschaft 2009, die mit 56 Mannschaften im Schöneberger Rathaus in Berlin ausgetragen wurde. Die Berliner lösten Titelverteidiger Post Bonn ab, diesmal Elfter. Silber ging an das Patentamt München, Bronze an BA Berlin-Tempelhof. Mit über 400 Schachspielern am Veranstaltungsort war die Meisterschaft ein schönes Schachspektakel. Inwieweit die DBMM allerdings noch dem Geist des Betriebsschachs verbunden ist, bleibt angesichts der vielen betriebsfremden Spieler in den Teilnehmermannschaften im Dunkel. So sind die Spieler des neuen Meisters ja allenfalls über ihren Rasierapparat mit "ihrem" Betrieb verbunden. Vielleicht wäre auch einmal eine Zweitauswertung nach echten Betriebsangehörigen interessant. Dagobert Kohlmeyer berichtet vom Verlauf der Deutschen Schachmeisterschaft der Betriebe. Turnierseite... Bericht beim Berliner Schachverband... Fotogalerie...Bericht, Bilder, Tabelle, Partien...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Gillette Berlin holt Meistertitel im Betriebsschach
Von Dagobert Kohlmeyer
 





Das Rathaus Schöneberg hat schon so manchen Schachwettkampf der Extraklasse erlebt, vor allem in der Bundesliga. Vom vergangenen Donnerstag bis zum gestrigen Sonntag war es Schauplatz der Deutschen Betriebsschach-Mannschaftsmeisterschaft. 56 Teams aus der gesamten Republik waren angetreten, in ihren Reihen zum Teil namhafte Großmeister. Das bedeute fast Teilnehmerrekord. 1999 in Baden-Baden hatte es sogar 60 Mannschaften bei der nationalen Meisterschaft gegeben.

Die besten Teams setzten ihre Figuren im berühmten Willy-Brandt-Saal des historischen Rathauses. Aufgrund der vielen Teilnehmer wurden noch in zwei anderen Sälen der zweiten Etage gespielt.

Turnierleiter Bernhard Riess und sein eifriges Team hatten im Vorfeld eine gewaltige Arbeit geleistet, um allen gute Spielbedingungen zu schaffen.


Turnierleiter Bernhard Riess

Bernhard erklärte uns, warum die Hauptstadt als Spielort gewählt wurde: „Die Berliner Fachvereinigung Schach begeht in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Deshalb ist die deutsche Meisterschaft in die Hauptstadt vergeben worden. Es war uns eine Ehre und Freude, den Mannschaften ein tolles Turnier zu bieten.“

Ein Höhepunkt war das Buffet am Samstagabend, das die Fachvereinigung Schach für alle Teilnehmer gab. Der stimmungsvolle Abend fand in der Brandenburg-Halle, dem Vorraum der drei Turnierräume, statt.


Arik Braun ist ein Berliner

Als Favorit ging der SK Gillette Berlin ins Rennen. Die Mannschaft um Großmeister Robert Rabiega hatte sich mit dem amtierenden deutschen Meister Arik Braun verstärkt.

Der 21-jährige Großmeister, sonst in Diensten des Bundesligisten SC Eppingen, studiert seit ein paar Wochen an der TU Berlin Naturwissenschaften. Da lag es nahe, ihn zu fragen, ob er nicht auch in dem genannten Betriebsschach-Team mitspielen wollte. Arik setzte sich ans erste Brett, wodurch die Titelchancen von SK Gillette natürlich enorm stiegen.


Braun und Rabiega

Allerdings kam auch er wie mancher GM-Kollege nicht ungeschoren über die sieben Runden. Schon im zweiten Durchgang erwischte es den früheren Juniorenweltmeister gegen Alexander Braslawskij  vom SK Präsident, als Arik mit Weiß seine Stellung überzog.


Braun gegen Braslawskij

Der Berliner Robert Rabiega spielte neben Arik Braun an Brett 2.

Er kassierte im Turnierverlauf sogar drei Nullen, aber Jungstar Georg Kachibadze am vierten Brett holte 6,0 Punkte aus sieben Partien und bügelte als sicherste Bank des Gillette-Quartetts diese Scharte wieder aus.


Topscorer Georg Kachibadze


Am Spitzenbrett von RASI 06 Hamburg saß Schachlegende Wolfgang Uhlmann, neben ihm Alexander Bangiev.


Bangiev, Uhlmann


Schachlegende Wolfgang Uhlmann

Der 74-jährige Dresdner erzählte uns, er habe die Hanseaten unterstützt, weil er nach Hamburg freundschaftliche Beziehungen unterhält. Uhlmann holte 5,0 Punkte (4 Siege, 2 Remis, eine Niederlage). In der Schlussrunde traf er auf Arik Braun.

Man trennte sich - wie auch an den übrigen Brettern - schon nach wenigen Zügen friedlich, weil Gillette nur noch einen Mannschaftspunkt brauchte, um deutscher Meister zu werden. Deshalb nahmen die Berliner das Remis-Angebot der Hamburger auch ohne großes Zögern an.


Gillette gewinnt


Patentamt München ist Zweiter


Schönheitspreis für Mladen Muse

Den zweiten Rang belegte das Europäische Patentamt München vor BA Berlin-Tempelhof. Titelverteidiger Deutsche Post Bonn belegte diesmal nur den 11. Platz.
Die schönste Partie spielte GM Mladen Muse von Deutsche Bahn/BSW Berlin gegen Ronny Gaerths (siehe Partieauswahl).

Das Turnier ging harmonisch über die Bühne, es gab kaum Zwischenfälle. Einmal klingelte ein Handy, so dass dessen Besitzer genullt werden musste. Ansonsten hatten die Schiedsrichter Matthias Möller, Martin Sebastian, Robert Radke und Lothar Oettel ein leichtes Amtieren. Mit der erfolgreichen DBMM 2009 in Berlin haben Bernhard Riess und seine Mitstreiter Maßstäbe gesetzt. Die nächste Meisterschaft findet in Neustadt an der Weinstraße statt.

Damit nicht genug des Schachs in Berlin. Am vergangenen Wochenende fand auch das traditionelle Open „Lichtenrader Herbst“ seinen Abschluss. Dort spielten 169 Teilnehmer. Großmeister Alexander Graf erzielte 8,0 Punkte aus 9 Partien und konnte somit seinen Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen.


Paul Werner Wagner


Professor Wilmar Lukas, "Präsident"


Endstand...

Endstand mit Spielern...


 

 

 

 



Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren