16.02.2022 – Hikaru Nakamura und Levon Aronian bestreiten das Finale zum Abschluss des ersten Grand Prix Turniers in Berlin. Die erste von zwei Partien mit langer Bedenkzeit endete am Dienstag nach interessanten Verlauf Remis. Aronian hatte mit den schwarzen Steinen einen Bauern gewonnen, konnte ihn aber nicht verwerten. | Fotos: Worldchess
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Hikaru Nakamura und Levon Aronian bestreiten seit Dienstag das Finale des ersten Grand Prix in Berlin. Die FIDE und World Chess haben für diesen Zyklus auch die Grand Prix Serie reformiert, nachdem ja schon an anderer Stelle Neuerungen für die Qualifikation zum Kandidatenturnier eingeführt, beispielsweise die Qualifikation über das Grand Swiss.
Die Grand Prix Serie war ein wenig auch das Sorgenkind der verschiedenen Qualifikationswege. Ursprünglich wurden die Turniere über das Jahr verteilt als Rundenturnier statt, dann als Turniere im Schweizer System. Die Remisquote war hoch, es wurde viel taktiert. Im Laufe der Serie stiegen Spieler aus, wenn sie keine Chance mehr auf die ersten beiden Plätze hatten, die zur Teilnahme am Kandidatenturnier berechtigten.
Nun wird die Serie in drei Turnieren kurz hintereinander gespielt, in einem Format, wie man es von den Fußballweltmeisterschaften kennt - im Fußball heißt es auch "WM-Format". Zuerst wird in Gruppen mit vier Spielern gespielt, dann folgt eine K.o.-Phase.
Mit dem Gruppenformat in der Vorrunde wollten die Organisatoren die Quote der kampflosen Remisen reduzieren, und das hat auch gut geklappt. So gut wie alle Partien waren ausgekämpft.
Nach der Gruppenphase haben sich mit Hikaru Nakamura und Levon Aronian zwei der Favoriten für das Finale qualifiziert. Die beiden Spieler haben mit ihrer Finalteilnahme im Hinblick auf die Punktvergabe schon einmal ordentlich vorgelegt.
So sieht die Punktvergabe bei den Grand Prix Turnieren aus.
13 Pkt.: Turniersieger 10 Pkt.: Finalist 7 Pkt.: Halbfinalist 4 Pkt.: Platz 2 in Gruppenphase 2 Pkt.: Platz 3 in Gruppenphase 0 Pkt.: Platz 4 in Gruppenphase
Nakamura und Aronian kennen sich bestens. In den zurückliegenden Jahren haben sie nicht weniger als 188 mal gegeneinander gespielt, zum größten Teil aber Schnellschach-und Blitzpartien in den unzähligen Online-Turniere, deren Angebote in den beiden Pandemie-Jahren explodierte sind. Mit 103,5:84,5 liegt Nakamura hier vorne.
Hikaru Nakamura
Bei den 45 Partien mit klassischer Turnierbedenkzeit führt Aronian hingegen mit 27:18.
Levon Aronian
Kann man den Gegner bei einer solchen Vielzahl noch überraschen? Kaum. Aronian bot in der Spanischen Partie den Marshall Angriff an, Nakamura ging nicht darauf ein. Nach seinem Zug 8.h3 statt 8.c3 ist das Marshall Gambit nicht mehr so effektiv. Aroninan war mit dem Verlauf der Eröffnung sehr zufrieden und hielt Nakamuras Plan mit Sh2-g4 für verfehlt.
Im 22. Zug griff Nakamura mit 22. Lh6 einen Turm auf f8, doch Aronian hatte darauf eine giftige Antwort vorbereitet. Nakamura sah dies noch rechtzeitig, verlor aber bei der Operation einen Bauern.
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Interviev von Miachel Rahal mit Aronian und Nakamura
In der zweiten Finalpartie am Mittwoch liegt der Anzugsvorteil nun bei Aronian. Sollte auch diese Partie remis ausgehen, fällt die Entscheidung morgen im Stichkampf.
Für das kommende zweite Turnier in Grand Prix Belgrad musste Ding Liren erneut passen. Die Nummer drei der Welt sollte schon im ersten Grand Prix in Berlin spielen. Doch der chinesische Großmeister erhielt von den chinesischen Behörden erst sehr spät eine Ausreisegenehmigung nach Deutschland, das im Ausland in Bezug auf Corona als Hochsicherheitsgebiet angesehen wird, zu spät für die rechtzeitige Erteilung eines Visums. Für das Turnier in Belgrad musste Ding erneut wegen Reisebeschränkungen passen. Dmitry Andreikin wird dort spielen, nachdem er inzwischen von seiner Corona-Infektion genesen ist.
Durch die anhaltende Corona-Pandemie sind die Möglichkeiten für Zuschauer und auch für Journalisten beim Grand Prix-Turnier stark eingeschränkt. World Chess möchte in Berlin ja in den Kaiserhöfen zwischen Unter den Linden 26-30 und Mittelstraße einen "World Chess Club" etablieren. Bei der Realisierung gibt es noch einiges zu tun. Die Bedingungen für die Zuschauer vor Ort und auch für Journalisten sind zumindest jetzt beim ersten Grand Prix in Berlin noch nicht optimal.
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