Gyimesi gewinnt Schnellschach-Europameisterschaft

22.12.2005 – Am vergangenen Wochenende fand in Warschau die Europaschnellschachmeisterschaft statt. Veranstalter waren der Schachklub Polonia Warschau und die Foundation for Chess Development. Als Sponsor fungierte Amplico AIG Life, die bereits im letzten Jahr in Warschau ein großes Schnellschachturnier finanziert hatte. Dieses hatte Alexander Aleksandrov (Foto)gewonnen. Diesmal nahm er im Blitzturnier den Siegerpokal mit nach Hause, aber nur, weil die Verkaufsverhandlungen mit einem örtlichen Schachartikelhändler nach dem Turnier gescheitert waren. Erste Eindrücke aus Warschau hatten Natalia und Carsten Straub bereits geliefert. Hier folgt ihr Abschlussbericht. Mehr...

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Spannung bis zum Schluss und doch noch Sonne in Warschau
Die Amplico AIG Life Schnellschach-Europameisterschaft
Von Natalia und Carsten Straub

Turnierseite...
Ergebnisse...
Abschlusstabelle des Opens...

Nachdem wir wieder wohl behalten im Ruhrgebiet angekommen sind möchte ich Euch noch den weiteren Turnierverlauf sowie Eindrücke vom abschließenden Stadtrundgang durchs winterliche Warschau schildern.

Die 16 fürs Finale qualifizierten Spieler ermittelten in spannenden Matches in Vierergruppen die Halbfinalisten.


Dicht gedrängt beobachten die Zuschauer die Finalpartien

In Gruppe 1 konnte sich Alexander Zubov in Runde 1 gegen den am Vortag stark aufspielenden Bartosz Socko in schwieriger Stellung in eine Zugwiederholung flüchten und mit dem abschließenden einzigen Sieg dieser Gruppe gegen Malus Manik den Einzug ins Halbfinale sicherstellen.


Finalgruppe 1 mit Bartosz Socko gegen Malus Manik und Alexander Zubov gegen Bartlomiej Macieja



Malus Manik hatte mit dem Einzug in die Finalrunde sein Pulver verschossen



Nach überragendem Spiel am ersten Tag reichte es nur zu Platz 6 für Bartosz Socko



IM Alexander Zubov aus der Ukraine schlug sich wacker im Kreis der GM's und scheiterte erst im Tiebreak des Halbfinals an Vladimir Malaniuk

In Finalgruppe 2 konnten drei Spieler jeweils zwei Punkte erzielen, da Tomasz Markowski alle seine Partien verlor. Zoltan Gyimesi qualifizierte sich schließlich durch seine bessere Platzierung vom Vortag fürs Halbfinale, da weder die Anzahl der gewonnen Partien noch die Sonneborn-Berger-Wertung als Kriterium ausreichte.


Finalgruppe 2 mit Zoltan Gyimesi gegen Tomasz Markowski und Robert Ruck gegen Radoslaw Wojtaszek



Zoltan Gyimesi ruhig und konzentriert zum EM-Titel



Der junge Radoslaw Wojtaszek konnte 2005 die polnische Meisterschaft gewinnen

Die Finalgruppe 3 wurde von der Schachlegende Wiktor Korchnoi dominiert, er erreichte mit 2,5/3 die Halbfinalrunde.


Finalgruppe 3 mit Miroslaw Grabarczyk gegen Alexander Rustemov und Pawel Jaracz (verdeckt) gegen Wiktor Korchnoi



Alexander Rustemov musste sich in seiner Finalgruppe Wiktor Korchnoi geschlagen geben und so reichte es nur noch zu Platz 5



Miroslaw Grabarczyk belegte Platz 10



Wiktor Korchnoi musste sich trotz starkem Spiel im Halbfinale dem späteren Turniersieger beugen



Pawel Jaracz konnte am Finaltag keine Partie gewinnen


Vladimir Malaniuk konnte etwas überraschend die Gruppe 4 für sich entscheiden und verwies Sergei Movsesian auf Platz 2.


Finalgruppe 4 mit Andrei Deviatkin gegen Artur Jussupov und Vladimir Malaniuk gegen Sergei Movsesian



Bei Sergei Movsesian war in den Platzierungsspielen die Luft raus



Für Vladimir Malaniuk reichte es nach seinem Tiebreak-Sieg gegen Alexander Zubov im Halbfinale im Finale nicht ganz, die Enttäuschung war im anzusehen



Artur Jussupov glücklos am Finaltag


Im Halbfinale reichte Zoltan Gyimesi nach seinem Auftaktsieg in Partie 1 in der folgenden Partie ein Remis gegen Wiktor Korchnoi für den Einzug ins Finale. Spannender ging es im anderen Halbfinale zu, wo sich nach zwei Remis Vladimir Malaniuk erst im Tiebreak gegen Alexander Zubov durchsetzen konnte.


Im Halbfinale siegte Zoltan Gyimesi gegen Wiktor Korchnoi



Im anderen Halbfinale behielt Vladimir Malaniuk gegen Alexander Zubov die Oberhand


Versteckt in den großen Menschentrauben fanden im Anschluss die entscheidenen Finalpartien statt. Dabei zeigte Zoltan Gyimesi bessere Nerven und dufte sich nach seinem Sieg in Partie 2 bereits über den Titelgewinn freuen. Das Spiel um Platz 3 entschied Alexander Zubov für sich. Nachdem er in der ersten Partie gegen Wiktor Korchnoi gewonnen hatte musste dieser in der zweiten alles riskieren, konnte aber nicht mehr als ein Remis erreichen.


Finale und Spiel um Platz 3


Parallel zu diesen Finalpartien spielten die übrigen 395 Teilnehmer in weiteren 5 Runden Schweizer System die Sieger im Open aus. Mit 5 Siegen aus 5 Partien am zweiten Tag sicherte sich Arkadij Naiditsch verdient den ersten Platz, gefolgt von Bartlomiej Heberla, der in der vorletzten Runde gegen Kiril Georgiev das Glück hatte, dass sein Gegner in absoluter Remisstellung auf der verzweifelten Suche nach einer Gewinnmöglichkeit die Zeit überschritt, statt ins Remis einzuwilligen.


Vorentscheidung im Open in Runde 12, Arkadij Naiditsch gewinnt gegen Evgeny Sveshnikov und Bartlomiej Heberla gewinnt durch Zeitüberschreitung von Kiril Georgiev



Viktor Bologan, es war nicht sein Turnier

Evgeny Sveshnikov verspielte mit zwei Niederlagen in Runde 11 und 12 eine bessere Platzierung



Kiril Georgiev "schlief" in Runde 12 gegen Heberla, Bartlomiej in Totremis-Stellung ein und verlor auf Zeit



Für Sarunas Sulskis reichte es trotz starkem Finish nur zu Platz 4

Sehr spannend ging es im Kampf um die Frauenpreise zu, wo Jolanta Zawadzka, Iweta Radziewicz und Joanna Dworakowska auf jeweils hervorragende 9 Punkte kamen. Allein die Feinwertung entschied über die Plätze 20-22.


Joanna Dworakowska belegte trotz 9 / 13 nur Platz 3 bei den Frauen



Jolanta Zawadzka hat allen Grund zu Strahlen, gewann sie doch dank besserer Feinwertung den Frauenpreis



Beata Kadziolka spielte auch am zweiten Tag erfolgreich


Dass sich die intensive Nachwuchsarbeit in Polen langsam auszeichnet, sieht man auch an der Teilnahme vieler junger Talente. Dies unterstrich auch der Turnierdirektor Macieja bei der Siegerehrung in seiner Ansprache. Er machte sich dafür stark, möglichst allen die Teilnahme an einer EM zu ermöglichen, und lug daher alle auch fürs nächste Jahr wieder zur Schnellschach-EM nach Waschau ein.


Siegerehrung durch Turnierdirektor Macieja



Aleksej Aleksandrov konnte zum dritten Mal in Folge den Blitztitel gewinnen, der am Freitag ausgespielt wurde



Die Sieger mit Schecks bzw. Pokal



Beata Kadziolka bekam für ihre erfolgreiche Teilnahme an der Jugendweltmeisterschaft vom Sponsor einen Laptop geschenkt



Szymon Socko spielt noch lieber mit Autos als mit Schachfiguren, mal sehen wie lange noch bei den berühmten Eltern

Eine kuriose Szene beobachtete ich noch nach Abschluss der Siegerehrung, die ich mit einem Schmunzeln kommentieren möchte. Nachdem Aleksej Aleksandrov zum dritten Mal in Folge den Blitztitel holen konnte und bei der Siegerehrung dafür den großen Pokal in Empfang nehmen durfte, wollte er dieses schwere extra Gepäckstück nicht nach Hause schleppen müssen und verhandelte mit einem Schachhändler, der in der Eingangshalle des Olympia Zentrums seinen Stand aufgebaut hatte, über einen guten Kurs. Nach einigem hin und her konnten sich beide Seiten aber nicht auf einen Verkaufspreis einigen und Aleksandrov nahm den Pokal doch mit nach Hause.

Da unser Flieger erst am Montag Nachmittag Richtung Dortmund abhob nutzen wir den Vormittag noch zu einem Spaziergang durch die Altstadt von Warschau. Da es das Wetter zum ersten Mal in den Tagen gut mit uns meinte, haben wir noch ein paar Impressionen mit der Kamera festhalten können.

Impressionen aus Warschau:
































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Bis zum nächsten Mal,
Natalia und Carsten Straub


Natalia Straub beim Spaziergang durch Warschau



Carsten Straub beim Stadtrundgang

 

 

 

 



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