Hagen Pötsch gewinnt Faschingsopen in Baden-Baden

von Bettina Trabert
23.02.2026 – Fasching wird gefeiert und Schachspieler feiern gerne am Brett. So kam das Faschingsopen in Baden-Baden auf fast 300 Teilnehmer. Nach neun Runden teilten sich sechs Spieler mit je 7 Punkten aus 9 Partien die Spitze. Turniersieger nach Wertung wurde Hagen Poetsch, der in diesem Turnier bis zum Schluss das Glück auf seiner Seite hatte. Bettina Trabert berichtet aus Baden-Baden. | Fotos: Bettina Trabert

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Baden-Baden und Schach – da denkt man zunächst an das Bundesliga-Team, das viele Jahre lang die höchste deutsche Liga dominiert hat. Aber die alte Kurstadt hat schachlich sehr viel mehr zu bieten. Einerseits kümmert sich der Verein auch intensiv um den eigenen Nachwuchs: Unter Anleitung von IM Rolf Schlindwein und GM Philipp Schlosser gibt es regelmäßige Trainingsgruppen für die Talente, von denen die stärksten dann wiederum Chancen haben, in der Bundesliga zum Einsatz zu kommen. Daneben gibt es diverse Turniere verschiedener Art, unter denen sich inzwischen zwei größere Open pro Jahr etabliert haben: Das Herbstopen sowie das Faschingsopen – beide in den hiesigen Schulferien, so dass Kinder und Jugendliche ohne Probleme teilnehmen können.

Entsprechend groß war der Andrang auch wieder beim diesjährigen Faschingsopen. Da aber in diesem Jahr weniger Räume zur Verfügung standen, sollte eigentlich bei 250 Teilnehmern Schluss sein. Kurzfristig wurde dann doch noch ein weiterer Raum angemietet, so dass schließlich alle ca. 300 Teilnehmer mitspielen konnten.

In den schönen Sälen des Kulturhauses LA8, zentral und direkt am Kurpark gelegen, finden sowohl Mannschaftskämpfe als auch Turniere statt.

Im Kristallsaal, wo der größte Teil des A-Opens und die ersten Bretter des B-Opens platziert waren, ging es diesmal etwas enger zu, dennoch an allen Brettern (incl. C-Open) gediegen mit Holzbrettern und Holzfiguren.

Die besten und ruhigsten Spielbedingungen hatten allerdings die letzten 20 Bretter des A-Opens, die in das ca. 10 Gehminuten entfernte Hotel zum Hirsch ausgelagert waren. Das ist übrigens auch der Ort, wo die Topspieler des BL-Teams nächtigen, wenn sie in Baden-Baden zu Gast sind.

Auf Platz 1 der Startrangliste gesetzt war Philipp Schlosser, der seit mehr als 20 Jahren in Baden-Baden lebt und spielt.

Auf Platz 2 der Startrangliste war mit Bacrot ein weiterer bekannter Name zu finden: Allerdings nicht Etienne (seinerzeit der jüngste Großmeister der Welt und vor rund 20 Jahren unter den Top Ten der Weltrangliste), sondern sein Sohn Alexandre: Der 21-Jährige Franzose weist zwar keinen Titel, aber eine beachtliche Spielstärke von 2457 Elo auf.

Alexandre Bacrot

Mit dabei war auch der Vorjahressieger IM Jonathan Carlstedt, dessen schachliche Energie immer wieder staunen lässt: Als Spieler, Trainer und Autor, inzwischen auch als Hauptverantwortlicher für die Zeitschrift Schach, ist er äußerst vielseitig aktiv. In Baden-Baden betreute er den Bücherstand, während er gleichzeitig an einigen der längsten Partien des Turniers beteiligt war. 

Während ringsum alles eingeräumt wurde, analysierte Jonny noch weiter mit seinem holländischen Gegner Sascha Kurt die letzte Partie des Turniers. Im Hintergrund Aaron Köllner, der in der letzten Runde gegen Hagen Pötsch eine großartige Siegchance verpasste… 

Neben Können braucht es meist auch ein wenig Glück, um ein Turnier zu gewinnen: Das gelang GM Hagen Pötsch mit 7/9 und der besten Buchholzwertung.

Zwei der Spezialpreise gingen an Familie Skembris: Der Seniorenpreis an Spyridon, der Jugendpreis an Max, der mit 6,5/9 diesmal einen halben Punkt vor seinem Vater ins Ziel kam.

Die Hauptpreisträger des A-Opens, flankiert von Hanna Marie Klek, Michael Rütten (3.v. rechts) und Sven Noppes (ganz rechts), die als Schiedsrichter und Organisatoren das Turnier in dieser Form möglich machten.

Das Turnier zählte übrigens als erstes zur neuen Chess Tigers Gold Tour, deren Gewinner zum Jahresende ermittelt werden. Aus dem beschaulichen Kurort Baden-Baden geht es bald weiter zum zweiten, noch viel größeren Event: Dem Grenke-Open an Ostern in Karlsruhe (mit Freestyle und „echtem“ Schach), wo Spitzenspieler wie Carlsen und Co. erwartet werden und jetzt schon mehr als 2000 Teilnehmer angemeldet sind.

Endstand nach 9 Runden

Rg. Snr Name Land Elo EloI EloN Verein/Ort Pkt.  Wtg1  Rp
1 3 GM Poetsch, Hagen GER 2433 2433 2417 SC Heusenstamm 7 54,5 2451
2 6 IM Petrovskiy, Vadym GER 2424 2424 2444 Sfr. Wolfhagen e. V. 7 53,5 2500
3 5 IM Carlstedt, Jonathan Adrian GER 2428 2428 2446 SK Marmstorf GW Harburg 7 52,5 2470
4 1 GM Schlosser, Philipp GER 2459 2459 2451 OSG Baden-Baden 7 52,5 2467
5 9 FM Hinrichs, Paul GER 2351 2351 2362 Sfr.Heidesheim 7 49 2360
6 14 FM Chassard, Cedric GER 2235 2235 2305 TSV Schott Mainz 7 48,5 2335
7 4 IM Barp, Alberto ITA 2432 2432 0 6,5 54 2428
8 7 FM Paltrinieri, Nicholas ITA 2374 2374 2374 SK Freiburg-Wiehre 2000 e.V. 6,5 53 2385
9 17 CM Skembris, Simon Max GER 2189 2189 2130 SK Freiburg-Zähringen 1887 e.V. 6,5 49 2284
10 12 FM Vyval, Volodymyr UKR 2298 2298 2281 SK 1926 Ettlingen 6,5 48 2236
11 20 WGM Doluhanova, Evgeniya UKR 2171 2171 2290 SVG Eppstein 1932 6,5 48 2277
12 15 Doll, Alexander GER 2226 2226 2240 SC Untergrombach 46 6,5 47 2270
13 10 Hoppstaedter, Daniel GER 2348 2348 2238 SV 1926 Riegelsberg 6 53,5 2277
14 13 FM Kurt, Sascha NED 2275 2275 2231 WLC Eindhoven 6 51,5 2347
15 2 Bacrot, Alexandre FRA 2457 2457 0 6 51,5 2334
16 16 CM Koellner, Aaron Noah GER 2199 2199 2187 SF Deizisau 6 50,5 2262
17 55 Eberhart, Erik GER 2044 2044 2053 SSV Bruchsal 6 50 2214
18 31 Stephanblome, Felix GER 2134 2134 2137 SV 1934 Ffm-Griesheim 6 48,5 2194
19 30 Foerster, Erik GER 2134 2134 2154 Sfr.Heidesheim 6 48 2209
20 22 CM Bocquenet-Drouode, Hugo FRA 2169 2169 0 Vincennes 6 46 2178
21 8 FM Ehmann, Thilo GER 2362 2362 2388 SG Rochade Kuppenheim 6 45 2193
22 11 GM Skembris, Spyridon GRE 2307 2307 2309 SC Grunbach e.V. 6 44,5 2104
79 Roth, Jonas GER 1952 1952 2020 SK Landau 6 44,5 2161
24 61 Mierzwa, Robert GER 2012 2012 2050 OSG Baden-Baden 6 44 2116
25 24 Windmueller, Simon GER 2152 2152 2118 SV 1926 Riegelsberg 6 44 2107
26 65 Shanawaz Thabrez, Shahzaib GER 1980 1980 1959 SK Langen 5,5 51,5 2214

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Bettina Trabert, seit 2000 WGM, nahm an mehreren Jugendweltmeisterschaften teil und spielte an fünf Schacholympiaden und zwei Mannschaftseuropameisterschaften für Deutschland. Für die ChessBase Nachrichtenseite hat sie bereits eine Vielzahl von Turnierberichten verfasst.
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