Hamburger SK Nummer Eins im Norden

25.05.2012 – Sportlicher Höhepunkte der Schachsaison ist ohne Zweifel das Schachfußball-Turnier des SV Werder Bremen. Wo sonst kann man Schachspieler so rennen sehen? Im letzten Jahre wurde es von Werder Bremen ins Leben gerufen und vom Gastgeber auch gleich selber gewonnen. Der Hamburger SK konnte damals zwar die Schachdisziplin für sich entscheiden, schnitt aber im Fußball zu schlecht ab, um auch in der Gesamtwertung zu siegen. Für die zweite Auflage am vergangenen Sonntag mobilisierten die Hamburger deshalb ihre besten Schach-Fußball-Könner - darunter GM Niclas Huschenbeth - und konnten darüber hinaus mit Loek van Wely den wohl besten niederländischen Schachfußballer verpflichten. Das reichte, um in der Werderhalle am Ende beide Disziplinen und damit auch die Gesamtwertung zu gewinnen. Als zweitbeste Fußballmannschaft erwiesen sich die "fuß brothers" Jena, am Ende Dritter der Gesamtwertung. Die Schachaktivisten "Deep Chess" aus dem Ruhrgebiet brachten mit Sarah Hoolt die amtierende deutsche Meisterin an den Start und belegten in der Gesamtwertung Platz zwei. Evi Zickelbein berichtet. Bericht, Bilder, Tabellen...

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2. Schach-Fußball-Turnier des SV Werder Bremen

oder : Wer ist die Nummer 1 im Norden ;-)


Text: Eva Maria Zickelbein
Fotos: Eva Maria Zickelbein, Sven Mühlenhaus, Andree Schondorf
 

Am 20. Mai fand das 2. Schach-Fußball-Turnier des SV Werder Bremen in der vereinseigenen Werder-Halle statt, lang erwarteten wir Hamburger diesen Sonntag im Mai...

Die Massen strömen in die Werder-Halle: unten eine Handballhalle mit Tribüne und angeschlossener Gastronomie, oben die Schachräume, andere Trainings- und Verwaltungsräume und eine Einliegerwohnung für den Hausmeister, genial! So etwas hätten wir in Hamburg auch gern!

Die Kunst an der Hallenwand zeugt von den Erfolgen des SV Werder Bremen, da darf Otto Rehhagel nicht fehlen!

Im Vorjahr konnten die Gastgeber das Turnier souverän vor dem Team von Deep Chess aus dem Ruhrgebiet und dem Hamburger Schachklub gewinnen. Dabei gewannen die Bremer überlegen das Fußballturnier, sie konnten sich im Schachturnier sogar einen vierten Platz leisten – in der Gesamtwertung waren sie immer noch vorn. Wir Hamburger gewannen im Schach knapp vor Deep Chess, mussten im Fußball aber Federn lassen und wurden dort nur Vierter. Das ließ uns natürlich das ganze Jahr über keine Ruhe und so wurde sofort nach Eintreffen der Werderaner Einladung zur zweiten Auflage des sympathischen Turniers nach HSK’lern gesucht, die sowohl kicken als auch Schach spielen können.

HSK-Coach Merijn van Delft begann deshalb schon frühzeitig mit der Spielerauswahl und -verpflichtung: Prominentester Zugang war auf jeden Fall GM Loek van Wely, der als Gastspieler sowohl auf dem Fußballplatz als natürlich auch am Schachbrett eine Verstärkung war! Mit Niclas Huschenbeth konnte er einen weiteren Großmeister verpflichten, der auch regelmäßig in der Hamburger Hallenfußballrunde in Björn Lengwenus Schulhalle in der Fraenkelstraße kickt. Vor allem fußballerisch baute er zudem auf Benjamin Zickelbein, der als Spielertrainer des SC Sternschanze II aktiv ist. Die Deutschen U20-Meister Felix Meißner und Paul Doberitz sind sowohl fußballerisch als auch schachlich eine Macht und last but not least hatten wir mit Raimund Klein sogar einen echten Wederaner im Tor, der aber schon seit vielen Jahren im Hamburg wohnt und beim HSK aktiv ist.

Das Fußballturnier begann pünktlich um 9 Uhr 30 und die Gastgeber von Werder Bremen taten sich schon im ersten Spiel gegen Delmenhorst schwer, das 0:0 endete. Schmerzlich wurden einige Stammspieler vermisst, die entweder Urlaub hatten oder verletzt waren.

Danach folgte der erste Auftritt der HSK gegen Bremen-West, eine klare Angelegenheit.  Benjamin Zickelbein mit einem Hattrick zum 3:0 und Niclas Huschenbeth Entstand, 4:0.


Niclas Huschenbeth mit Zug zum Tor.


Loek van Wely behauptet den Ball gegen seinen Bremer Gegenspieler.

In den Spielpausen wurde natürlich fleißig gefachsimpelt:



Benjamin Zickelbein, Felix Meißner, Loek van Wely und Niclas Huschbeth beobachten die anderen Teams und besprechen die Taktik.


Die Werderaner Bank mit Werder-TV im Hintergrund!


Das Team aus Jena, die fuß brothers mit der weitesten Anreise!


Franz Bräuer aus Jena mit guter Schusstechnik gegen Delmenhorst. Das Spiel gewannen die Thüringer auch mit 1:0.

Das nächste Spiel erwarten wir mit Spannung: Die fuß brothers aus Jena machten in ihrer gelben Kluft einen sehr professionellen Eindruck und das Team von Deep Chess kannten wir natürlich vom starken Auftritt aus dem letzten Jahr.  Doch dieses Spiel endete genau wie das Auftaktspiel 0:0, die fuß brothers mit einer disziplinierten Abwehrleistung und Deep Chess verzweifelt dagegen anrennend. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war uns klar, dass wir beste Chancen haben würden, das Fußballturnier zu unseren Gunsten zu entscheiden.

Mit Respekt gingen wir dennoch in unser zweites Spiel gegen Deep Chess und wirklich: In den ersten Minuten schwammen wir gewaltig und hätten locker mit 0:2 hinten liegen könnten. Doch die Deep Chesser verwandelten ihre ausgezeichneten Chancen nicht, ein Manko, das sie durch das ganze Turnier begleitete, und wir konnten durch Tore von Felix Meißner, Loek van Wely und Niclas Huschenbeth mit 3:0 gewinnen.

Nach einem klaren 5:1 Sieg gegen Delmenhorst (Paul Doberitz und Niclas Huschenbeth je zwei Treffer und Benjamin Zickelbein ein Tor) folgte das Spiel gegen die fuß brothers Jena. Schon früh war die Taktik zu erkennen: Tore verhindern!


Die Hamburger suchten  verzweifelt eine Lücke in der kompakten Abwehrreihe der fuß brothers .


Die Ecke von Niclas Huschenbeth ist eine sichere Beute des Jenaer Torwarts.

Die Partie entwickelte sich zu einem Spiel auf ein Tor, aber der Ball ging nicht rein! Und fairerweise muss natürlich auch erwähnt werden, dass die fuß brothers auch noch einen Konter an die Latte setzten. Mit dem 0:0 waren also beide Teams gut bedient und so gingen wir als Tabellenführer ins letzte Spiel gegen unsere Werderaner Freunde:


Merijn van Delft schießt, aber die Werderaner Abwehr steht!


Es wurde um jeden Ball gekämpft: Joachim Asendorf und Benjamin Zickelbein. Links im Hintergrund: Gennadij Fisch.
Rechts startet Loek van Wely schon einmal Richtung Abwehr.


Technisch wie immer eine Augenweide: Felix Meißer (gegen Per Mertesacker!?) im Dribbling.
Felix war übrigens auch im Schach nicht zu schlagen: 10 aus 10!


Paul Doberitz Schuss‘ ist eine sichere Beute des Bremer Torwarts.


Aber auch die Hamburger spielten mit – gutem – Torwart: Raimund Klein sicher vor Gennadij Fisch.
Abwehrchef Loek van Wely war eigentlich  schon geschlagen ;-) 


Für die Entscheidung in diesem umkämpften aber immer fairen Spiel sorgte schließlich Benjamin Zickelbein mit einem satten Schuss ins Lattenkreuz!

 

Endstand des Fußballturniers:

 

Mannschaft

Punkte

Tore

1.

Hamburger SK

9 : 1

13 : 1

2.

fuß brothers Jena

7 : 3

2 : 0

3.

Deep Chess

4 : 6

3 : 5

4.

Werder Bremen

4 : 6

2 : 4

5.

Delmenhorster SK

4 : 6

3 : 6

6.

SK Bremen-West

2 : 8

2 : 9

Nach dem Fußball und einer wohltuenden Dusche stärkten sich die Spieler in der vereinseigenen Gaststätte und dann ging es in den Räumen der Schachabteilung weiter mit dem doppelrundigen Blitzturnier an sechs Brettern.

Die Teams hatten die Trikots gewechselt und dann spielte in der gleichen Reihenfolge wie beim Fußball jedes Team mit Hin- und Rückspiel gegeneinander.

Auch hier wurde schnell klar, dass der HSK nicht zu schlagen sein würde: Mit Loek van Wely und Niclas Huschenbeth an den Spitzenbrettern und Merijn van Delft am dritten Brett, gefolgt von den Deutschen U-20 Meistern Felix Meißner und Paul Doberitz war das Team einfach durchgehend zu stark besetzt. Allein gegen Deep Chess wurde es mit 3,5:2,5 einmal knapp, weil Eva Maria Zickelbein ziemlich schwächelte. Erwähnenswert hier noch das Remis von Sarah Hoolt gegen Niclas Huschenbeth!

 
Sarah Hoolt von Deep Chess wird von Werder TV interviewt.


Loek van Wely als Gastspieler im HSK-Dress.


Merijn van Delft hat Spaß.



Delmenhorst gegen den HSK: An fünften Brett Raimund Klein und am sechsten Brett, ein leider viel zu seltener Anblick: Benjamin – Mink – Zickelbein.



Letzte Runde: Werder Bremen gegen den HSK. Vorne: Niclas Huschenbeth gegen Joachim Asendorf – hier glücklos, denn wie zu hören war, stand er gegen den jungen Hamburger Großmeister auf Gewinn.

Großmeister  unter sich: Gennadij Fish nahm Loek van Wely den einzigen Punkt ab.

Beim Kampf um die Plätze wurde es aber noch einmal richtig spannend: Die Deep Chesser mussten darauf bauen, dass der HSK in den letzten Runden Werder schlägt und die Ruhrpöttler mussten gleichzeitig gegen die gefährlichen Delmenhorster gewinnen. Dies gelang auch zwei Mal denkbar knapp mit 3,5:2,3 und so eroberte Deep Chess wie im letzten Jahr den zweiten Platz –sowohl im Schach als auch beim Fußball, Gratulation! Die fuß brothers Jena landeten zwar hinter Werder Bremen auf dem 4. Platz, schoben sich aber in der Gesamtwertung dank des besseren Fußball-Ergebnisses noch an den Bremern vorbei.

 

Endstand des Schachturniers:

 

 

Mannschaft

Punkte

Brettpunkte

1.

Hamburger SK

10 : 0

52 : 8

2.

Deep Chess

7 : 3

36 : 24

3.

Werder Bremen

6 : 4

34 : 26

4.

fuß brothers Jena

4 : 6

29,5 : 30,5

5.

Delmenhorster SK

3 : 7

24,5 : 35,5

6.

SK Bremen-West

0 : 10

4 : 56

 

Gesamtwertung:

 

Mannschaft

Punkte

Brettpunkte + Tore *2

1.

Hamburger SK

19 : 1

78

2.

Deep Chess

11 : 9

42

3.

fuß brothers Jena

11 : 9

33.5

4.

Werder Bremen

10 : 10

38

5.

Delmenhorster SK

7 : 13

30.5

6.

SK Bremen-West

2 : 18

8

 

Der dritte Platz ging an die fuß brothers aus Jena, die sich mit effektivem Spiel in italienischem Stil, einige sprachen von Catenaccio-Taktik, beim Fußball mit nur zwei geschossenen Toren und keinem Gegentor den zweiten Platz  erreichten.

Zweiter Platz für unsere Freunde von Deep Chess: Kapitän Sven Mühlenhaus nimmt den Pokal entgegen.

And the winner is: Eva Maria Zickelbein bedankt sich im Namen des HSK bei den Ausrichtern, Organisationschef Andree Schondorf und Abteilungsleiter Dr. Oliver Höpfner, für das hervorragend organisierte Turnier und kündigt die Möglichkeit für Werder Bremen an, vielleicht im nächsten Jahr bei einem in Hamburg ausgerichteten Turnier, Revanche nehmen zu können.

Das Siegerteam des HSK: Benjamin Zickelbein, Niclas Huschenbeth, Felix Meißner, Merijn van Delft, Paul Doberitz, Loek van Wely – vorn: Raimund Klein und Eva Maria Zickelbein

Vielen Dank an den SV Werder Bremen für die Ausrichtung des Turniers!

Die Teams:


Bremen-West


Deep Chess


Delmenhorst


Fuß Brothers Jena


Hamburger SK


Werder Bremen



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