Heute Abend: Training mit Paul Morphy

04.07.2002 – Paul Morphy war einer der begnadetsten Angriffsspieler der Schachgeschichte. Zum Schach kam er eigentlich mehr zufällig. Mit 20 Jahren erwarb er das Anwaltsdiplom, war aber noch zu jung für die Tätigkeit am Gericht. In den fünf Jahren zwischen 1857 und 1964 begründete er durch Wettkampfsiege über Loewenthal, Harrwitz und Anderssen seinen Ruhm. Staunton trat lieber gar nicht erst an. Der Amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865) und seine depressive Veranlagung beendeten Morphys Schachkarriere. Dorian Rogozenko zeigt und erklärt heute Abend (21.00 Uhr) auf schach.de Paul Morphys Schachkunst. Shredder6, Fritz7 oder Hiarcs8 mit Zugang zu schach.de im Shop kaufen... Testversion von schach.de downloaden (10 Tage-Test)...Mehr über Paul Morphy...

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Paul Morphy
22.6.1837-10.7.1884

Eine "Kombination à la Morphy" ist ein geflügeltes Wort in der internationalen Schachsprache! Dabei erstreckte sich das praktische Wirken dieses Mannes nur auf einen Zeitraum von drei Jahren, und er spielte dabei nicht einmal hundert ernste Partien!

Der Nachfahre spanischer Einwanderer wurde in New Orleans geboren. Bereits mit 13 Jahren besiegte er den auf der Durchreise befindlichen britischen Meisterspieler Johann Loewenthal. Das Studium der Rechtswissenschaften schloss er 1857 mit dem Anwaltsdiplom ab. Da er das vorgeschriebene Alter für eine Tätigkeit an Gerichtshöfen noch nicht besaß, beschloss er, seine schachlichen Fähigkeiten in einem ernsthaften Wettbewerb zu erproben. Beim Kongress in New York, einem Match-Turnier nach dem Vorbild von London 1851, zeigte sich Morphy allen Teilnehmern überlegen. Nun wollte er sich auch mit den stärksten Meistern der alten Welt messen und begab sich im Sommer 1858 auf eine ausgedehnte Europareise. Doch Howard Staunton, damals der führende Meister Englands, mochte nach dem niederschmetternden Eindruck von zwei Beratungspartien nicht gegen ihn antreten, ein offizielles Match kam nur gegen den altbekannten Rivalen Loewenthal zustande, der 9:3=3 besiegt wurde. Also begab sich Morphy in die andere Schachhochburg jener Jahre, nach Paris, wo er tatsächlich große Triumphe in Zweikämpfen feierte.

Zunächst schlug er den aus Deutschland stammenden Daniel Harrwitz, der im Schachcafé de la Régence das Zepter führte, mit 5:2=1. Dann kam es zum Zusammentreffen mit Anderssen, der die Einladung in die französische Hauptstadt annahm und sich nach anderthalbjähriger Spielpause mit Morphy maß. Auch diesmal setzte sich der Amerikaner mit erstaunlicher Leichtigkeit durch: +7-2=2. Bei seiner Rückkehr in die Heimat wurde Morphy wie ein Nationalheld empfangen. Damit war allerdings seine schachliche Laufbahn so gut wie beendet. Morphy versuchte in der Folge sein Glück als Anwalt, ohne jedoch auch nur annähernde Erfolge wie im Schach zu erreichen. Dazu kam, dass der amerikanische Sezessionskrieg (1861-65) die Verhältnisse gerade in seiner Heimatstadt arg erschütterte und seine Beziehungen zu Familienmitgliedern und Freunden in Mitleidenschaft zog.

1863/64 kehrte er noch einmal nach Paris zurück, ohne sich jedoch auf ernsthafte Schachkämpfe einzulassen. Er verfiel zunehmend in Depressionen. Von seiner Familie weitgehend vor der Außenwelt abgeschirmt, starb er 1894. Morphys Überlegenheit über seine Zeitgenossen fußt vor allem auf seinem tiefen Verständnis vom Wesen der offenen Stellung. Die Leichtigkeit und Eleganz seiner Siege prägten sich der Schachwelt so nachhaltig ein, dass dieser Eindruck bis in unsere Tage nachwirkt.
(Albin Pötzsch, Quelle: "100 Jahre Schach")

 

 


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