Jugendeuropameisterschaften in Fermo

01.09.2009 – Mit 16 Jugendlichen ist der Deutsche Schachbund bei den Jugendeuropameisterschaften vertreten, die gestern im alterehrwürdigen Fermo im Osten Italiens begannen. Die Eröffnungsfeier wurde im atemberaubenden Teatro dell'Aquila durchgeführt, das seinerzeit von Giuseppe Piermarini, dem Archtekten, der auch die Mailänder Scala entworfen hatte, erbaut wurde. Die Zeremonie selbst, mit vielen nichtssagenden Reden, größtenteils nur in italienischer Sprache, war allerdings kaum dem Anlass einer Jugendschachmeisterschaft angemessen, meint Bernd Rosen in seinem ersten Bericht. Die Turnierwebseite macht allerdings einen recht guten Eindruck, 50 Partien werden täglich live übertragen.Statistiken bei chess-results...Turnierseite...Bericht und Bilder...

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Bilder: Organisation, Wikipedia, Bernd Rosen


Fermo: etwas nördlicher als Rom, im Osten Italiens


Der Bürgermeister von Fermo, Di Ruscio (re.) und der Präsident der Provinz Cesetti, bei der Rundeneröffnung


Der erste Zug von Di Ruscio am Brett der früheren italienischen Meisterin Roberta Brunello


Der Präsident der Provinz Fermo, Cesetti, macht seinen ersten Zug


 

Viva Italia!
1. Bericht von der Europameisterschaft in Fermo / Italien
Von Bernd Rosen (Bericht und Bilder)

Das wichtigste vorweg: Alle deutschen Teilnehmer sind ohne Zwischenfälle vor Ort angekommen, wir haben unsere Zimmer bezogen, und während gerade die erste Runde nahezu pünktlich angepfiffen wurde, haben wir auch herausgefunden, wie die Anmeldung beim W-Lan funktioniert, so dass ich eine erste Nachricht nach Hause absetzen kann.

"Mach bitte schöne Fotos von Rom!" hatte meine Tochter mir noch vor dem Abflug mit auf den Weg gegeben. Leider liegt der Flughafen "Leonardo da Vinci" jedoch weit vor den Toren der ewigen Stadt (die es vermutlich auch schon lange nicht mehr gibt), so dass wir keine antiken Bauwerke bewundern und knipsen konnten. Nach dreistündiger Busfahrt quer über den Apennin kamen wir an unserem Hotel an, das leider direkt an der Autobahnausfahrt in wenig malerischer Umgebung liegt. Doch die Zimmer sind akzeptabel, das Meer in fünf Gehminuten erreichbar, und das Essen entschädigt für diese äußeren Mängel. Allerdings ist die italienische Lebensart für unsere Fast-Food-Kids etwas gewöhnungsbedürftig. Am ersten Abend gab es Salat vom Buffett und verschiedene Sorten Nudeln. Als die meisten von uns schon beim Nachtisch (Eis in Selbstbedienung) angekommen waren, wurde dann erst der Hauptgang (Kotelett und Pommes) serviert...

Bei der Eröffnungsfeier, die erst um 22 Uhr beginnen sollte, waren wir mit einer Minidelegation vertreten – die Nachtruhe hatte bei den Jüngeren Vorrang. Der Bus brachte uns in die Altstadt von Fermo, die Feier selbst fand dort im Theater statt. Etwas ungewöhnlich war, dass wir am Eingang von einem Boten in Empfang genommen wurde, der uns mehrere Etagen aufwärts zu unseren Plätzen führte.

Überrascht und überwältigt fanden wir uns in einer Loge wieder mit Blick in einen klassischen Opernsaal, wie ich ihn bislang nur vom Film her kenne: Um eine Bühne gruppieren sich die Logen im Rund über sechs Etagen, der ganze Raum ist üppig bemalt, die Decke mit Fresken verziert und auch der obligatorische Kronleuchter fehlte nicht. Heute erfuhr ich, dass dieses Theater von dem gleichen Archtikten wie die Mailänder Scala erbaut wurde.








In diesem Ambiente ließen sich auch die in herrlich anzuhörendem Italienisch vorgetragenen Politikerreden (gefühlte acht Präsidenten wechselten sich am Rednerpult ab) recht gut ertragen – in der italienischen Oper verstehe ich ja auch kein Wort! Für die Kinder und Jugendlichen allerdings war es grenzwertig. Eine der Reden wurde holperig genug auf Englisch übersetzt und ließen erahnen, dass auch hier die Worte gesprochen wurden, die von Politikern bei solchen Veranstaltungen halt gesprochen werden. Die einen halten sich kurz und bündig (bravo!), die anderen meinen, den Schachspielern den Segen des Schachspiels erklären zu sollen (peinlich). Dennoch war es ein schwaches Bild, dass für dieses europäische Ereignis kein Dolmetscher zur Verfügung stand, auch die Moderatorin parlierte ausschließlich á la Italiano.

Beim anschließenden "Einmarsch der Nationen" fehlten nicht überraschend zahlreiche Länder, ein kleines Mädchen im roten Kleid, die ursprünglich die Aserbeidschanische Fahne getragen hatte, lief am Ende noch mit sechs weiteren Flaggen ein.

Unsere Fahnenträger Maximilian Berchtenbreiter und Jens Kotainy hatten wie die anderen über eine geschlagene Stunde hinter den Kulissen auf ihren Einsatz warten müssen und brachten die Prozedur dann so schnell hinter sich, dass ich sie nur noch beim Abstellen der Fahne vor die Linse bekam.


Maximilian Berchtenbreiter und Jens Kotainy beim Abstellen der Fahne


Jens Kotainy


Filiz Osmanodja


Svenja van Orsouw


Felix Graf


Ekaterina Jussupow


Theresa Pohl


Matthias Blübaum


Sonja Maria Bluhm


Bernd Rosen beim Verfassen dieses Berichts

 

 

 

 

 

 



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