Juri Rasuwajew (1945-2012)

23.03.2012 – Vergangenen Mittwoch verstarb in Moskau Juri Rasuwajew. Der russische Großmeister und Schachtrainer war viele Jahre Assistent von Michail Botvinnik in dessen Schachschule, später Leiter derTrainerkommission der FIDE. Seine größten Erfolge feierte er in den 1980er Jahren, wo er auch an einer Reihe von Turnieren in Deutschland teilnahm und in der Schach-Bundesliga spielte. 1984 spielte er in London im Match UdSSR gegen den Rest der Welt 2:2 gegen Robert Hübner (vier Remis). Razuvajev war auch als Autor tätig und hat zahlreiche Schachbücher, u.a. als Co-Autor eine Monografie zu Akiba Rubinstein. Rasuwajew wurde nur 66 Jahre alt. Die russischen Schachfreunde nahmen heute Vormittag in einer Trauerfeier im Zentralschachklub Abschied von Rasuwajew. Nachruf von Dagobert Kohlmeyer...

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Juri Rasuwajew (1945-2012)
Von Dagobert Kohlmeyer

Am Mittwoch starb in Moskau der bekannte russische Großmeister Juri Rasuwajew. Er wurde nur 66 Jahre alt. Rasuwajew war Assistent von Michail Botwinnik in dessen legendärer Schule sowie ein geachteter Großmeister, Eröffnungstheoretiker, Trainer und Sekundant. Viele Jahre leitete er die Trainerkommission der FIDE. Mit einer Trauerfeier im Zentralen Schachklub von Moskau nahm der Russische Schachverband heute am Vormittag Abschied von Juri Rasuwajew.

In Deutschland war Juri gut bekannt. Er spielte u.a. bei internationalen Turnieren 1983 in Leipzig, 1985 in Dortmund, 1987, 1988, 1989 und 1990 in Berlin, danach viele Jahre in der Schach-Bundesliga. Oft kam er zu Veranstaltungen der FIDE-Akademie, die ihren Sitz ebenfalls in Berlin hat.



Rasuwajew gehörte zwar nicht zur ersten Reihe der sowjetischen Schachspieler, dennoch erzielte er beachtliche Erfolge im In- und Ausland. So gewann er Turniere in Dubna und Polanica Zdroj 1979, Zalaegerszeg 1981, London 1983, Dortmund 1985 und Jurmala 1987.

Von Beruf Journalist und Historiker, trug Juri den Großmeistertitel seit 1976. Er war Trainer der UdSSR-Mannschaft zur Schacholympiade 1980 und des russischen Teams bei der Olympiade 1992 in Manila. Im Jahre 1984 spielte Rasuwajew in London als Mitglied der UdSSR-Auswahl im Match gegen den Rest der Welt. Dort trennte er sich am achten Brett von Robert Hübner 2:2. (vier Remispartien). Rasuwajew verfasste etliche Schachbücher, darunter als Co-Autor die großartige Monografie über Akiba Rubinstein und gemeinsam mit Anatoli Marzukewitsch den Titel „Gambite – richtig gespielt“ (Beyer Verlag).



Rasuwajew arbeitete viele Jahre als Sekundant von Weltmeister Anatoli Karpow und anderen Koryphäen, und er führte viele russische Schachtalente zur Weltspitze, darunter auch Jewgeni Tomaschewski sowie die spätere Weltmeisterin Alexandra Kostenjuk. Auch der jetzige Weltranglisten-Erste Magnus Carlsen hat im Frühjahr 2007 in Moskau Trainingseinheiten mit Rasuwajew absolviert. (siehe Interview)
In den letzten Lebensjahren widmete sich Juri verstärkt der pädagogischen Arbeit. So tat er an verantwortlicher Stelle sehr viel für die Entwicklung des Schulschachs in Russland.

Nicht nur die russische Schachszene trauert um Großmeister Juri Rasuwajew, weltweit war er anerkannt, da er in vielen Ländern als Trainer und Förderer des Schachnachwuchses seine Spuren hinterlassen hat.

Siehe auch mein Interview mit Rasuwajew bei ChessBase vom 8.8.2007.



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