Lebendiger Jungfernstieg

02.07.2003 – Der Verein "Lebendiger Jungfernstieg" in Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, die einstige Hamburger Flaniermeile wieder zu dem Prachtboulevard zu machen, der er einst war. Für dieses Ziel wird es in der Zukunft einige Umbauten geben, doch schon jetzt bringt man erst ein mal mehr "Leben in die Bude". Wie? Zum Beispiel durch Schach. Auf einem 100 Meter langen Laufsteg traten beim Jungfernstiegfest Hamburger Bundesligaspieler zum Simultan an. Und dann hieß es: Tandem, Kondi-blitz und Blitz-Battle. Evi Zickelbein berichtet. Bericht und Fotos...

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Marathon-Simultan auf dem Jungfernstieg

Schach auf dem längsten Laufsteg Hamburgs
Der Hamburger Schachklub auf dem Jungfernstiegfest

Der Hamburger Jungfernstieg liegt traumhaft im Herzen Hamburgs zwischen Rathaus und Gänsemarkt direkt an der Binnenalster und war in der Vergangenheit der Prachtboulevard Hamburgs. Weil die hübschen Hanseatinnen so gerne an der Alster flanierten, nannte man die Promenade ab 1648 offiziell Jungfernstieg.

Der vor einem Jahr gegründete Verein „Lebendiger Jungfernstieg“ hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, den ehemaligen Prachtboulevard wieder zur ersten Adresse Hamburgs und zur schönsten Flaniermeile Deutschlands zu machen. Die Kosten dafür schätzt die Hamburger Baubehörde auf 14 bis 16 Millionen Euro – allein 10 Millionen Euro sind durch private Spenden bisher zusammengekommen! Mit den Umbauarbeiten soll bald begonnen werden und im Sommer 2005 wird der Jungfernstieg in neuem Glanz erstrahlen. Und so schließt sich der Kreis, denn der Hamburger Schachklub von 1830 e.V., von ehrwürdigen Hamburger Kaufleuten im Hotel
zum Kronprinzen am Jungfernstieg gegründet, wird im Sommer 2005 sein 175jähriges Jubiläum feiern! Und wir hoffen natürlich sehr, dass wir in Kooperation mit dem Verein „Lebendiger Jungfernstieg“ und den ECE-Managern dann wieder die Gelegenheit haben werden, das Hamburger Schach in einem so tollen Rahmen präsentieren zu können:

Denn kulturelle Aktionen und Veranstaltungen sollen den Jungfernstieg schon jetzt wieder lebendiger machen und deshalb
wurde vom 27. bis 29. Juni 2003 ein großes Sommerfest veranstaltet. Mittelpunkt der Veranstaltung war ein 100 Meter langer Laufsteg mit großer Bühne, auf dem neben einem Modell-Contest, diversen Musikveranstaltungen und Podiumsdiskussionen am Sonntag der Hamburger Schachklub die Chance hatte, Schach dem großen Publikum zu präsentieren. um zu zeigen, dass Schach eben nicht nur stundenlanges Brüten in verrauchten Hinterzimmern ist, sondern eben viel mehr: Die 100 Meter Laufsteg and der Ecke Neuer und Alter Jungfernstieg wurden von vielen HSK-Helfern am Sonntag Morgen ab 10 Uhr mit Biertischen und –bänken bestückt und kaum standen die ersten Bretter, ließen sich auch gleich die ersten Spieler nieder...

Neben den HSK-Bannern waren vor allem die weißen und schwarzen „Chess is fun“-Luftballons“ Blickfang und Dekoration – vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Artur Hofmeier, der die Ballons produziert hat!


"Chess is fun"

NDR 90,3-Moderator Bernd Seguin begrüßte um kurz nach 11 Uhr die Moderatoren Björn Lengwenus und Eva Maria Zickelbein, die vielen Helfer und Spieler des Hamburger Schachklubs sowie die trotz der frühen Stunde schon zahlreichen Zuschauer.

Nach einer kurzen Einführung und Vorstellung, begann das Marathon-Simultan für unsere Spieler der 1. Bundesliga: Die Internationalen Meister Jan Gustafsson und Oliver Reeh stellten sich nicht nur der Herausforderung, gegen jeweils mehr als 30 Gegner gleichzeitig zu spielen, sie legten unter der heißen Hamburger Sommersonne auch mehrere Kilometer auf dem Laufsteg zurück... Schon nach wenigen Runden musste Oliver seinen Wasserhaushalt regulieren, während Jan zu diesem Zeitpunkt noch die Nikotinversorgung ausreichend erschien – später dann jedoch ließ er sich auch zu einer Apfelschorle überreden und nach etwa 1,5 Stunden erklomm Dirk Sebastian die Bühne, um den beiden Simultanspieler zu helfen.


Oliver Reeh



Wasser...!


Jan Gustafsson

Und schaffte es einer der ca. 120 Herausforderer – die frei werdenden Bretter wurden selbst-verständlich sofort wieder besetzt – einem der Meister ein Remis abzutrotzen oder gar zu gewinnen? Ja, neben einigen Unentschieden konnten zwei Hamburger Schachfreunde Siege feiern: Manfred Mumme gewann eine schöne Angriffspartie gegen Jan Gustafsson und Gerd Putzbach konnte sich über seinen Sieg gegen Oliver Reeh freuen. Das (geschätzte) Endergebnis des Simultanwettkampfes „Hamburger Jungfernstieg gegen HSK-Meister“ lautet übrigens 4,5 zu 105,5 – für die Meister aus der 1. Bundesliga.

Während des Marathon-Simultans sorgte während der ersten Stunde ein Jazz-Quartett für die musikalische Untermalung. In den Pausen zwischen den Stücken präsentierte Björn Lengwenus in seiner unnachahmlichen Art den bis zu 150 Zuschauern rund um die Bühne, dass Schach auch laut, schnell und witzig sein kann: Den 1. Jungfernstieg-Bullet-Battle gewann Stefan Schnock 2:1 gegen Robin Stellwagen und Björn be-wies, dass er in zwei Minuten mehr Sätze formulieren konnte, als Stefan und Robin Züge machten! Eine Tandempartie sowie ein Konditionsblitzmatch rundeten diesen Ausflug in die amüsanten Schachabarten ab, bis in der zweiten Stunde Björn Lengwenus sein in Zusammenarbeit mit den Firmen ChessBase und Terzio entwickeltes Programm „Firtz&Fertig“ auf der großen HEW-Leinwand vorstellen konnte. Im Kloschüsselnzerdeppern und im Schlagschach versuchten sich die HSK-Jugendtrainer Jens P. und Andreas Albers – den einsamen Rekord von 81 Treffern in der Minute beim Schlagschach von Jan Gustafsson konnte aber niemand einstellen.


Björn Lengwenus

Der Dank des Hamburger Schachklubs geht abschließend an den Verein „Lebendiger Jungfernstieg“, der uns diese großartige Möglichkeit bot, Schach in wirklich großem Rahmen zu präsentieren, an die Simultanspieler aus der 1. und 2. Bundesligamannschaft, an Björn Lengwenus für seine mitreißende Moderation und an die vielen Helfer aus dem Klub, die sich vorbildlich engagierten!

Eva Maria Zickelbein
Fotos:
Hans Christian Stejskal/Rainer Woisin



Björn Lengwenus, Co-Autor von Fritz&Fertig wirbelt am Demobrett



Fritz&Fertig auf dem Notebook...



... und auf der Bühne.

 


Backstage



Evi Zickelbein moderiert.

Kondi-Blitz:

Beim Konditionsblitz muss man fix denken und schnell laufen.

 

Tandem-Blitz:

Beim Tandem spielen Zwei gegen Zwei. Geschlagene Figuren gelten als Gefangene und werden beim Partner wieder eingesetzt.


Blitz-Battle:

Marathon-Simultan:

Oliver Reeh ist immer noch nicht fertig.



Rot! Ob die Ampeln auch auf dem Laufsteg gelten?

 

 



Einfach nur Schach.

 

 

 

 


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