London: Carlsen zieht die "1"

08.12.2009 – Heute beginnt in London mit den "London Chess Classic" das stärkste Schachturnier in der englischen Hauptstadt. Neben den englischen Top-Spielern Nigel Short, Michael Adams, David Howell und Luke McShane  treten mit Magnus Carlen, Vladimir Karmnik, Hikaru Nakamura und Ni Hua vier weitere Topspieler von drei Kontinenten an. In der gestrigen Auslosung zog Magnus Carslen zielsicher, wie schon beim Tal-Turnier in Moskau die "1" und hat damit wie die drei nachfolgenden Spieler einmal mehr das Vorrecht, mit Weiß spielen zu dürfen. Heute ist die erste Runde, Beginn 15 Uhr. Die Partien werden live im Fritzserver übertragen und live kommentiert. Turnierseite...Bericht und Bilder...

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London Chess Classic: Auslosung und Pressekonferenz
Von John Saunders

Auf der gestrigen Pressekonferenz zum heute beginnenden London Chess Classic, dem best besetzten Turnier in London seit 25 Jahren, überraschte Turnierdirektor Malcom Pein die Journalisten mit einem visionären Ausblick auf die mögliche Zukunft des Londoner Turniers. So wie es in diesem Jahre stattfindet, mit dem repräsentativen Olympia Konferenz Center als Austragungsort, ist man in England von der Inszenierung durchaus schon angetan, aber laut Pein soll es in Zukunft sogar noch spektakuläreres Schach in London geben.


Malcolm Pein stellt Spieler und Turnier vor

Möglicherweise findet hier auch der WM-Kampf  2012 statt - die FIDE hat den Organisatoren für das Olympiajahr eine entsprechende Option gegeben. Zahlreiche englische Schulschachveranstaltungen haben in jüngster Vergangenheit das Interesse am Schach zu vermehren versucht.

Auch die acht Teilnehmer am Turnier waren an PR-Aktionen beteiligt. Luke McShane und Nigel Short spielten blind am Riesenrad London Eye. Magnus Carlsen stellte sich dem Guardian-Journalisten Stephen Moss in einer Partie. Trotz 1100 Elopunkte Unterschied hielt der Vertreter der schreibenden Zunft bei der Partie im Hilton-Hotel lange mit.



Die Auslosung vor der Pressekonferenz wurde mit Hilfe von übergroßen Holzschachfiguren vorgenommen, unter deren Fuß jeweils eine Nummer geklebt war. Jeder der Spieler kam auf die Bühne - in der Reihenfolge der Elozahlen - und wählte eine Figur und damit seinen Platz auf der Setzliste. Magnus Carlsen kam als Erster und nahm sich zielsicher einen Bauern, der die Nummer Eins trug, wie sich beim Umdrehen der Figur heraus stellte.


Die Nummer eins für den Ersten der Rangliste


Ni Hua repräsentiert China und Asien

Kramnik schüttelte den Kopf:" Das geleiche wie in Moskau!" Dann kam der 14. Weltmeister auf die Bühne und zog die "Acht". Kenner der Auslosungstabelle wussten sofort, das diese bedeutete, dass Kramnik in Runde Eins mit Schwarz auf Carlsen treffen wird.

Die Auslosung ergab insgesamt folgendes:  1 Carlsen, 2 McShane, 3 David Howell, 4 Hikaru Nakamura, 5 Ni Hua, 6 Michael Adams, 7 Nigel Short, 8 Vladimir Kramnik. Die vier Erstgenannten Spieler werden in diesem Turnier einmal mehr die weißen Steine führen, sicher ein Vorteil.



Nach der Auslosung verkündete Schiedsrichter Albert Vasse die Paarungen der ersten Runde und rief den Fototermin aus. Die unterschiedliche Größe zwischen Vladimir Kramnik und den übrigen Spielern sorgte bei den Fotografen für Schwierigkeiten bei der Motivwahl. Ob er sich nicht vielleicht hinknien könnte, um auf gleiche Höhe wie die anderen zu kommen, wurde der Großmeister gefragt.


Kramnik ist zu groß!

Das wollte er aber nicht. Den letzten Fototermin dieser Art in London hatte Kramnik im Jahr 2000 vor dem WM-Kampf gegen Kasparov absolviert. Da wurde er aufgefordert zu lachen. "Russische Großmeister lachen nicht," war damals sein Antwort. Nach einer kurzen Pause: "Vielleicht nach dem Titelgewinn."

 


Stephen Moss gegen Magnus Carlsen zum Nachspielen

 

 

 

 

 


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