Moskau Grand Prix: drei unter Zugzwang

von Klaus Besenthal
18.05.2019 – Beim FIDE Grand Prix in Moskau sind gestern die ersten Partien gespielt worden. Für drei prominente Spieler begann das Turnier mit einer Schwarzniederlage: Wesley So verlor gegen Jan-Krzysztof Duda, Levon Aronian unterlag Ian Nepomniachtchi und Shakhriyar Mamedyarov zog gegen Radoslaw Wojtaszek den Kürzeren. Weil das Turnier im K.o.-Modus gespielt wird, benötigen Duda, Aronian und Mamedyarov heute in den Rückspielen unbedingt einen Sieg, um nicht frühzeitig auszuscheiden. Foto: World Chess

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Moskau Grand Prix 2019

Moskau bildet den Auftakt einer Serie von vier Turnieren, nach deren Ende sich die beiden besten Spieler für das nächste Kandidatenturnier zur Weltmeisterschaft qualifiziert haben werden. Die weiteren Veranstaltungen finden im Juli in Riga, im November in Hamburg und im Dezember in Tel Aviv statt.

Insgesamt sind 22 Großmeister an der Serie beteiligt, die hauptsächlich aufgrund ihrer Elozahlen ausgewählt wurden - jeder Spieler nimmt an drei der vier Turniere teil. Die jeweiligen Veranstalter konnten aber auch einen Teilnehmer benennen, wobei sich drei für denselben Mann entschieden haben: den russischen Rapidweltmeister Daniil Dubov. 

Ein Grand-Prix-Turnier hat jeweils 16 Teilnehmer, die im K.o.-Modus den schließlichen Sieger ermitteln. In der ersten Runde werden zwei Partien klassisches Schach mit vertauschten Farben gespielt; ergibt sich danach Gleichstand, dann muss der Gewinner über Rapid- bzw. Blitzpartien im Rahmen eines Tiebreaks bestimmt werden. Im Fall eines dann immer noch unentschiedenen Stechens würde die Entscheidung mit Hilfe einer sog. Armageddonpartie erzwungen.

Abhängig davon, wie weit man im jeweiligen Turnier gekommen ist, kann man Punkte für die Grand-Prix-Gesamtwertung erwerben. Die beiden in diesem Sinne besten Spieler erhalten dann am Ende die Teilnahmeberechtigung für das Kandidatenturnier.

Einige Spieler, die aufgrund ihrer Elozahl an der Grand-Prix-Serie hätten teilnehmen dürfen, haben aus unterschiedlichen Gründen abgesagt. Fabiano Caruana ist beispielsweise als Verlierer des letzten Weltmeisterschaftskampfes bereits für das nächste Kandidatenturnier vorberechtigt. Vladimir Kramnik hat bekanntlich seine Karriere beendet. Bei dem Chinesen Ding Liren ist anzunehmen, dass er aufgrund seiner Elozahl oberhalb von 2800 Punkten ins Kandidatenturnier gelangen wird.

Drei entschiedene Partien zum Auftakt

In ungewohnt schlechter Verfassung präsentierte sich Wesley So gegen Jan-Krzysztof Duda. Nach nur 25 Zügen hatte der polnische Großmeister nicht nur einen Bauern mehr, sondern herrschte mit seinen Figuren über das gesamte Brett, so dass So sich zur frühzeitigen Aufgabe genötigt sah:

 

Jan-Krzysztof Duda (Foto: World Chess)

Shakhriyar Mamedyarov verlor gegen Radoslaw Wojtaszek in einer schwierigen Stellung innerhalb von nur zwei Zügen komplett den Überblick:

 

Radoslaw Wojtaszek neben seiner Ehefrau Alina Kashlinskaya, die auch Schachspielerin ist (Foto: World Chess)

In der Partie zwischen Ian Nepomniachtchi und Levon Aronian konnte "Nepo" eine Figur erobern und ging mit großem Vorteil in ein Endspiel mit D+S gegen D. Schließlich verlor er seinen Springer aber wieder und hätte die Partie wohl nicht mehr gewinnen können - dann zog Aronian aber seine Dame auf ein schlechtes Feld und verlor forciert.

Anish Giri hatte bei seinem Weißremis gegen Daniil Dubov Glück: Der niederländische Großmeister war zwar mit einem Mehrbauern aus der Eröffnung gekommen, stand aber mit seinem in der Mitte festsitzenden König zeitweilig ziemlich schlecht.  

Von den übrigen vier Partien dauerten drei keine zwanzig Züge. Die vierte war nach 23 Zügen beendet.

Ergebnisse Runde 1 / Partie 1

 

Partien

 

Turnierseite




Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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