Personalie beim Schachbund: DSJ-Geschäftsführer vom DSB "freigestellt"

von ChessBase
14.11.2019 – Die Führung des Deutschen Schachbundes hat den Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend "freigestellt". Jörg Schulz hat das Amt knapp 30 Jahre lang ausgefüllt. Malte Ibs, Vorsitzender der Deutschen Schachjugend, hat zu diesem Vorgang in einem offenen Brief Stellung genommen.

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Liebe Landesvorsitzende der Landesschachverbände, Liebe Landesvorsitzende der Landesschachjugenden,

heute Mittag erhielt ich in meiner Funktion als Vorsitzender der
Deutschen Schachjugend einen Anruf von Ullrich Krause, unserem DSB Präsidenten.
Er eröffnete mir, dass der Geschäftsführer des DSB Marcus Fenner mit unserem DSJ Geschäftsführer Jörg Schulz ein Gespräch führen werde, in dem er ihm mitteile, mit sofortiger Wirkung freigestellt zu werden. An diesem Freitag findet eine Präsidiumssitzung statt, auf der Ullrich Krause dann beantragen wird, Jörg Schulz zu entlassen. Auf meine Frage
nach der Begründung erhielt ich die Antwort, dass es keinen konkreten Vorfall oder triftigen Grund geben würde. Ullrich Krause sei nach intensivem Nachdenken zu dem Entschluss gekommen, dass dies für den DSB das Beste sei.

Obwohl wir vor knapp einem Monat ein Gespräch zwischen dem gewählten Geschäftsführenden Vorstand der DSJ und den gewählten Präsidiumsvertretern des DSB hatten und uns auf eine wertschätzende und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einer offenen Kommunikation geeinigt hatten, wurde ich als Fachvorgesetzter und gleichberechtigtes Präsidiumsmitglied in diesen Prozess nicht eingebunden.

Wir, der Vorstand der Deutschen Schachjugend, solidarisieren uns mit Jörg Schulz. Wir kämpfen um die ordnungsgemäße Weiterbeschäftigung unseres verdienten DSJ Geschäftsführers. Wir bitten euch hierfür um eure Unterstützung. Wir sind als Deutsche Schachjugend nicht bereit, den Versuch der Kündigung hinzunehmen. Wir sehen dies nicht nur als einen Angriff auf den Menschen Jörg Schulz, dem man damit versucht, seine finanzielle Existenz zu entziehen, sondern auch als einen Angriff auf die Deutsche Schachjugend, ihre Eigenständigkeit und ihre kommenden Aufgaben und Projekte. Die Vorstandsarbeit der Deutschen Schachjugend wird mit diesem Eingriff stark beschädigt und in Fällen zerstört.

Jörg Schulz | Foto: Deutsche Schachjugend

a) Der 15.11.2019 ist alljährlich der wichtigste Tag in den Finanzen des deutschen Jugendschachs. Bis zum 15.11. eines Jahres müssen alle finanziellen Unterstützungsanträge für das Folgejahr und Abechnungen für laufende Jahr bei der Deutschen Sportjugend eingereicht sein. Wir reden
hier von einem Volumen von knapp 100.000 EUR. Nach der Bekanntgabe der Freistellung hat Jörg, immer noch DSJ pflichtbewusst, darum gebeten, diese Anträge noch zu Ende schreiben zu dürfen, um einen hohen finanziellen Schaden abzuwenden. Dies wurde ihm untersagt. Er hatte die Büroräume sofort zu verlassen. Für uns als Vorstand der Deutschen Schachjugend ist damit völlig unklar, zu welchen Schaden dies in der Etatplanung 2019 und 2020 führen wird, und welche Veranstaltungen wir aufgrund Dessen nicht durchführen können.

b) Im Jahr 2020 steht das 50jährige Jubiläum der Deutschen Schachjugend auf dem Programm. Wir planen in dem Jahr einige Projekte, wie eine verlängerte Schachtour, die internationale DLM, einen Festakt, einen großen Jugendkongress, Vereinsveranstaltungen (50 Jahre - 50 Orte), Landesveranstaltungen (50 Ehrungen) oder auch die Herausgabe eines Jubiläumsbuches. Für ein erfolgreiches Jubiläum ist ein eingespieltes Führungsteam zwingend notwendig. Mit Jörg Schulz haben wir eine hauptamtliche Geschäftsführung, der wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern Astrid Hohl und Kevin Högy vollends Vertrauen, dieses Mammutjahr erfolgreich zu unterstützen. Sogar die Ausweitung mit einer BFD Stelle steht in der Diskussion. Die Freistellung von Jörg Schulz mit der ggf. geplanten Kündigung macht eine Durchführung des Jubiläumsjahres unmöglich. Wir haben heute alle Projekte auf Eis legen müssen.

c) Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass unsere Geschäftsstelle durch die Freistellung von Jörg Schulz führungslos ist. Die fachliche Führung obliegt jetzt mir, als ehrenamtlichen Vorsitzenden. Da ich mich, dem DSB Präsidium frühzeitig bekannt, ab dem 14.11. für eine Woche auf Zypern befinde, kann ich in dieser Zeit keine Unterschriften leisten und keine Aufträge vergeben oder Rechnungen anweisen.

d) Die sofortige Freistellung von Jörg Schulz hinterlässt eine große Wissenslücke in der Arbeit der Deutschen Schachjugend, für die eine Übergangszeit dringend notwendig gewesen wäre. Von thematischen Hintergründen über die richtigen Abrechnungen gegenüber den Förderstellen (Deutsche Sportjugend) bis hin zu den konkreten Ständen der derzeitigen Projekten ist es nun nicht mehr möglich, dieses Wissen weiterzugeben, um den reibungslosen weiteren Ablauf nicht zu gefährden. Themen wie die Verhandlungen von Hotelverträgen (z.B. DJEM ab 2021), können nicht fortgeführt werden.

Der Vorstand der Deutschen Schachjugend verurteilt das Vorgehen gegenüber dem Menschen Jörg Schulz. Seit 29 Jahren arbeitet Jörg erfolgreich für das Jugendschach in Deutschland. Dass die Deutsche Schachjugend mit ihren Innovationen, ihren Projekten, ihrem Netzwerk und ihren Events wie der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft da steht, wie sie heute steht, ist ein großer Verdienst von Jörg. Auch heute ist er nicht nur ein große, sondern auch eine wichtige Stütze unseres Vorstands. Er ist das Zahnrad, dass dafür sorgt, dass sich die weiteren Räder bewegen. Wenn dieses Zahnrad herausgerissen wird, entsteht ein
Vakuum, dass nicht aufgefangen werden kann. Einen Mitarbeiter, der seit 29 Jahren so eine erfolgreiche Arbeit für die Deutsche Schachjugend geleistet hat, kann man nicht ohne triftige verhaltensbedingte, personenbedingte oder betriebsbedingte Gründe einfach kündigen.

In eigener Sache ist für mich das Vertrauensverhältnis zum jetzigen Präsidium des Deutschen Schachbund zerstört. Sollte die Kündigung von Jörg Schulz rechtskräftig und vollstreckt werden, bin ich nicht bereit, für den Neuaufbau der Deutschen Schachjugend zur Verfügung zu stehen. Ich bin nicht das einzige Vorstandsmitglied, dass in diesem Fall sein Amt niederlegen würde.

Zum Abschluss ist mir wichtig, dass der Deutsche Schachbund kein Arbeitgeber werden darf, bei der Willkür in Bezug auf Kündigungen auf der Tagesordnung steht und auch die weiteren Mitarbeiter Angst haben müssen, die nächste Person zu sein, die ohne triftigen Grund die Kündigung erhalten. Lasst uns gemeinsam für den Menschen Jörg Schulz und die weiteren Arbeitnehmer der Geschäftsstelle und für die Zukunft und ein erfolgreiches 2020 der Deutschen Schachjugend kämpfen. Wir hoffen und freuen uns über eure Unterstützung.

Gerne dürft ihr diese Mail an eure Vorstandskollegen weiterleiten.

Für den Vorstand der DSJ

Malte Ibs




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Wabfi Wabfi 15.11.2019 09:07
Man kann nur hoffen, dass die Freistellung nix mit den heute online gestellten Vorwürfen gegen Herrn Jordan zutun hat.
https://perlenvombodensee.de/2019/11/15/durchsuchung-bei-jordan/
Entenfan Entenfan 15.11.2019 02:37
Die Beziehung zwischen DSB und DSJ gleicht inzwischen der GroKo. Keiner will sie, es wird aber stets so getan als hätten sich alle lieb. Nach fast 50 Jahren wird es nun endlich Zeit, dass die Deutsche Schachjugend als e.V. wirklich juristisch eigenständig wird. Das funktioniert in Bayern seit Jahren hervorragend und es wird auch auf Bundesebene funktionieren, wenn die Landesverbände hier über ihren Schatten springen und ihre Jugendbeiträge (gerne auch mehr) der Institution zur Verfügung stellen würde, die diese wirklich sinnvoll in die Zukunft des Schachs (dazu zählt nicht unbedingt der Spielbetrieb!) investiert. Ohne junge Menschen die vielfältigen Aufgaben, die in einem Verein und Verband anfallen, nahezubringen und sie dafür zu schulen und zu begeistern ein Ehrenamt zu übernehmen, werden wir in den nächsten 10 Jahren ein grosses Vereinssterben erleben – nicht nur im Schach. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem DSB ist sachlich jedenfalls nach dieser Aktion nicht mehr möglich, da es der DSB völlig verlernt hat, worum es bei einem Spitzensportverband wirklich geht und weswegen er eigentlich (noch?) Mitgliedsbeiträge erhält.

Die Landesverbände und Landesschachjugenden sollten intensiv darüber nachdenken, ob ihre Mitgliedsbeiträge (die von jedem einzelnen organisierten Schachspieler/in stammen) beim DSB noch sinn – und satzungsgemäss verwendet werden und ob man einem solchen Dachverband als Landesverband überhaupt noch angehören möchte.

Markus Semmel-Michl
Entenfan Entenfan 15.11.2019 02:35
Die Art und Weise, wie Ullrich Krause und der DSB-Geschäftsführer hier gegen Jörg Schulz in den Krieg ziehen, ohne dem 1. Vorsitzenden der DSJ, Malte Ibs, auch nur ansatzweise darzulegen, welche Anschuldigungen konkret gegen den DSJ-Geschäftsführer vorliegen, zeigt einmal mehr, dass der Deutsche Schachbund nicht mehr in der Lage ist die Interessen und Belange der Vereine und Verbände transparent zu vertreten. Egon Ditt war der letzte DSB-Präsident, der diesen Titel noch verdient hatte und vor dem ich bis heute höchste Achtung habe. Seitdem scheint es den Nachfolgern nur noch darum zu gehen, sich selbst in ein gutes Licht rücken zu wollen, mit kläglichem Erfolg!

Eine offene Transparenz vermisse ich beim DSB schon lange. Anstatt sich um die wirklichen Probleme des deutschen Schachs und den Problemen der Vereine und Landesverbände zu widmen und Lösungen zu erarbeiten, entledigt man sich lieber Mitarbeiter, die zum Wohle des deutschen Schachs wirklich alles geben und ab und zu dann auch mal kritische Töne gegenüber dem DSB anschlagen. Dass während der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften plötzlich "dringende" Wartungsarbeiten am DSB-Server durchgeführt wurden, obwohl allen daran Beteiligten bekannt war, das in dieser Zeit das grösste Jugendschachevent in Deutschland stattfand, zeigt einmal mehr, wie ungern sich der DSB von seinem in der Sacharbeit sehr erfolgreichen Jugendverband in den Schatten stellen lässt. Bei der DSJ wird moderne und zukunftsorientierte Jugend- und Verbandsarbeit jeden Tag gelebt. Der Grossteil des DSB und seiner Funktionäre kann diese Worte nicht einmal buchstabieren geschweige denn ansatzweise verstehen.
Walter Rädler Walter Rädler 15.11.2019 01:25
Niedersachsen zeigt Flagge: http://nsv-online.de/2019/11/offener-brief-der-nsj-und-des-nsv-an-den-deutschen-schachbund/
Baden ist auch nicht gerade amused: https://www.badischer-schachverband.de/
monkdermagier monkdermagier 15.11.2019 01:19
Herrje, so viel juristisches Halbwissen...
1. Wir wissen nicht, ob Jörg Schulz einen Geschäftsführer-Dienstvertrag hat oder die Geschäfte führt und Arbeitnehmer ist.
2. Wir wissen auch nicht, ob beim offiziellen Arbeitgeber - falls Jörg Schulz Arbeitnehmer ist - überhaupt mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt sind und ob damit das Kündigungsschutzgesetz überhaupt Anwendung findet.
3. Abfindungen gibt es nicht automatisch, sondern nur unter den besonderen Voraussetzungen der §§ 9, 10 KSchG.
4. Die Begründung vom Präsidenten "Ich halte es für richtig, ihn freizustellen." ist ja derart lächerlich, dass man es gar nicht glauben kann. So dumm ist der Präsident des Schachbundes nicht. Er wollte offensichtlich den wahren Grund nicht nennen. Für eine Freistellung braucht man erst mal keinen Grund, schon gar nicht, wenn JS einen Geschäftsführer-Dienstvertrag hat.
5. Von einer außerordentlichen Kündigung ist im Text nicht die Rede.
6. Die Gründe kann man selbstverständlich nennen, wenn man den gute Gründe hätte und den Schneid, transparent zu sein.
7. Nicht mehr juristisch: Ebenfalls offensichtlich ist, dass Ehrlichkeit und Sachlichkeit bei obersten Schachfunktionären auch in Deutschland keine vorhandenen Tugenden mehr sind. Da ist Deutschland ja nicht alleine in der Welt. Tragisch wird es, wenn bei der nächsten Sitzung dieser Vorstand entlastet und damit aus der Haftung genommen wird - oder noch schlimmer: Wiedergewählt wird.
8. Wirklich schlimm ist, dass es den Akteuren noch nicht mal peinlich ist.
9. Ich möchte nur einmal mit Profis beim Schachbund-Vorstand zusammenarbeiten.
InSorge64 InSorge64 15.11.2019 09:48
@ Wabfi
Ja, aber es geht auch noch um

3. Die zwischenmenschliche Umgangsart von Marcus Fenner. Wie von den verschiedensten Personen zu vernehmen war, soll er sich gegenüber verdienten und engagierten Mitgliedern unseres Verbands wiederholt zynisch und link verhalten haben. Wie sollen positive Werte wie Respekt und Achtung des Gegenübers an Jugendliche weitergegeben und vorgelebt werden, wenn der Geschäfstführer des DSB diese mit Füssen tritt und der Präsident ihn dabei deckt?

@ WtHair

Volle Zustimmung. Fenner und Krause können und wollen nicht wirklich einen. Sie wollen nach ihrem Gusto durchregieren und Andersdenkende platt machen. War Krause nicht mal mit dem Motto angetreten:"Wir reden wieder mehr miteinander, als übereinander?". Genau das Gegenteil hat er bewirkt. Und mit dem von ihm eingesetzten Geschäftsführer wird die Atmosphäre immer giftiger.
Wabfi Wabfi 15.11.2019 09:06
Im Prinzip geht es um 2 Dinge
1. Gibt es ausreichende Gründe für die Freistellung und
2. Wurde die Eigenständigkeit der DSJ „angegriffen“
Zu 1 kann man nur mutmaßen und solange nichts anderes bekannt ist gilt was bei allen gilt, die Unschuldsvermutung.
Zu 2 ist der Sachverhalt schon klarer. Der Vorgang und die Art und Weise der Freistellung ist ein Angriff auf die Eigenständigkeit und suggeriert der DSJ, dass man sich gern in deren Erfolgen badet (verschiedene Grußworte zu DJEMs usw), aber ansonsten hat sich die DSJ unterzuordnen.
Übrigens ist es so, dass man bei 29 Jahren Amtszeit eines Funktionärs auch Dinge aufführen kann, die vielleicht nicht so optimal gelaufen sind. DAS findet sich bei jedem von uns, auch bei mir. Somit wird bei einer Demontage eines Funktionärs wie Jörg Schulz natürlich nicht über die vielen positiven Dinge geschrieben von den Kritikern, sondern möglichst viel Müll gesucht und ausgeschüttet.
kumagoro kumagoro 15.11.2019 09:04
Mai 2019: „Für uns gelten die Grundsätze einer transparenten und offenen Verbandsführung“.... *lach*
Das ist die charakterliche Bankrotterklärung des aktuellen und zukünftig abzuwählenden DSB-Vorstands. Ein Rücktritt wäre jetzt nahe liegend.

Danke für Nichts.
WetHair WetHair 14.11.2019 11:48
Beispiel für die Größenordnung: "Die Abfindung eines 54-jährigen Arbeitnehmers, der zuletzt 3.500 € monatlich (brutto) verdiente und eine Betriebszugehörigkeit von 20 Jahre hat (beim Eintritt war er 34), würde sich nach dieser Faustformel so berechnen: ...
Insgesamt ergeben sich 15 Monatsgehälter, was bei 3.500 € einer Abfindung von 52.500 € entspricht."
https://kuendigungsanwalt.de/abfindung.html
Und diese 52.500,-- zahlen die deutschen Vereinsspieler ohne gefragt zu werden über ihre Mitgl.-Beiträge, weil sich ein daher gelaufener Geschf. Fenner nicht mit Opa Schulz versteht. Dazu kommt noch die Jordan - Nitsche Klamotte.
Schulz soll mit Jordan befreundet sein , was im DSB wohl das "Existenz-Matt" in wenigen Zügen nach sich zieht. Frau Nitsche soll aus der Geschäftsstelle dem unter Fatwa stehenden Ehepaar Jordan administrativ geholfen haben, woraufhin sie natürlich fennergekündigt werden musste.
Der jetzige DSB-Vorstand hat sich anscheinend vorgenommen, den gesamten DSB auf links zu drehen; warum auch nicht? Das fiele eigentlich in das äußerst unauffällig tätige Ressort "Verbandsentwicklung" ... das wurde aber, wohl eher flankiert als initiiert von "Präsident" Kraus, ebenso wie das kaum noch erinnerte Ressort "Breitenschach" und so wie das vor vielen Jahren einmal existente Ressort "Öffentlichkeitsarbeit" gefennert, also faktisch abgeschafft.
In dieser "hire and fire" Manier mag man in einem wenig zivilisierten Land wie den USA verfahren können. Der DSB-Geschf. verweist immer wieder stolz auf seine Erfahrung aus irgendeinem New Yorker Dorfverein - wirklich Nachprüfbares ist ja nicht zu lesen - und ist sich in seinem halbseidenen Auftreten doch nur allzu ähnlich mit dem von ihm bekämpften Dr.Jordan. Insgesamt dürfte der Weg des DSB ins Selbstmatt führen.
Vielleicht müssen sich die Vereine (nicht die Verbände) bald in einen neu zu schaffendem Verband organisieren, um den die Selbstherrlichkeit neuester Zeit abschütteln zu können.
ir77 ir77 14.11.2019 10:45
nur zur Info

Die arbeitsrechtliche Stellung des Verbandsgeschäftsführers
https://www.verbaende.com/wissenspool/pdfs/586.pdf

Gruß Ilja Rosmann
Speedfinger2 Speedfinger2 14.11.2019 09:49
Hallo Walter,
es ehrt Dich wenn Du Dich für Deinen Freund Jörg Schulz so einsetzt. Da wir alle keine Hellseher sind, kannst auch Du nicht wissen was der wahre Grund der Kündigung ist. Du kannst das glauben was man Dir herangetragen hat oder auch nicht. Und selbstverständlich wird der Arbeitgeber, also der DSB, diese Gründe schon aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlichen.
Was machst Du eigentlich, wenn sich herausstellen sollte, das Jörg Schulz doch den berühmten "goldenen Löffel" geklaut hat?
Und was machst Du dann mit der Petition?
schachkauf schachkauf 14.11.2019 09:47
Ach Walter, nur weil ein anderer für die Stelle bezahlt, bedeutet das nicht, dass die Stelle nichts kostet. Die Deutsche Sportjugend hat keine Gelddruckmaschine im Keller.
Walter Rädler Walter Rädler 14.11.2019 09:30
900 Unterschriften bei der Petition, das Volk stimmt mit den Füßen ab. Scheinbar hat Jörg bei vielen Leuten ein Stein im Brett. Es werden aber noch viel, viel mehr!
Meine Frage an alle. Meines Wissens wurden Jörg Schulz Personalkosten von der Deutschen Sportjugend getragen, d.h. man feuert einen Mitarbeiter, der nichts kostet und tolle Arbeit leistet. Ist dem so??
Lt Marseille Lt Marseille 14.11.2019 08:53
Hallo, Herr Becker,

die Zukunft wird uns zeigen, ob die Kündigung ordentlich oder außerordentlich war. Aber selbst wenn Sie Recht haben (Annahme: einer ordentlichen Kündigung): Wie unsinnig ist es denn, jemanden, der noch weiterarbeiten will, des Feldes zu verweisen, um ihm dann (was von der Frist her tatsächlich so ist wg seiner langen Dienstzeit)
7 Monate Gehalt zu zahlen ohne Arbeitsleistung (oder eine dementsprechende Abfindung bei eventuell erfolgeriecher Kündigungsschutzklage)?
Das darf alles irgendwie nicht wahr sein...
Marcel Becker Marcel Becker 14.11.2019 08:24
Meinen letzten Post möchte ich dahingehend ergänzen, daß mir meine Frage an anderer Stelle beantwortet wurde - die DSJ war laut dieser Antwort personell unterbesetzt, so dass die Bearbeitung der Anträge darunter litt.

Nochmal zum Thema Kündigung: es geht aus dem Brief nirgends hervor, dass Jörg Schulz fristlos/außerordentlich gekündigt wurde. Einige Personen verwechseln offenbar Freistellung mit Fristlosigkeit - tatsächlich sind das verschiedene Sachen. Eine sofortige Freistellung findet auch bei ordentlichen Kündigungen statt und bedeutet lediglich, daß man seine berufliche Tätigkeit am Arbeitsplatz einzustellen hat und diesen aber auch gar nicht mehr nachgehen muss. Das tatsächliche Ende des Arbeitsverhältnisses bleibt davon erst einmal unberührt. Auf den aktuellen Fall gemünzt - unter der Annahme, daß es sich um eine ordentliche Kündigung handelt - bedeutet dies, dass Jörg Schulz laut § 622 BGB dann mindestens sieben volle Monate lang weiterhin Lohn oder Gehalt bezieht.
tcbull tcbull 14.11.2019 06:59
Das ist ein erneutes Desaster. Falls der Vorstand des DSB meint, er könne Jörg Schulz, offenbar fristlos, kündigen, ohne den Grund der DSJ und der Schachöffentlichkeit bekannt zu machen, irrt man sich gewaltig beim DSB. Eine unglaubliche Geschichte von außen betrachtet. Die Petition macht leider keinen Sinn. Meine Sympathie hat sie trotzdem. Jetzt sind erstmal die Anwälte zu konsultieren. Falls die Kündigung und das Drumherum zu Schädigungen bei der DSJ führt, sollten die DSB-Präsidiumsmitglieder privat eine gute Rechtschutzversicherung und vor allem gute Gründe haben.

Spekulationen verbieten sich allerdings, nicht zuletzt aus Respekt für Jörg Schulz, der die Deutsche Schachjugend entscheidend aufgebaut hat.

Zudem sollte die DSJ den aktuellen Fall für eine ohnehin längst notwendige Diskussion nutzen: Die DSJ sollte selbstständig werden. Die Konstruktion im DSB ist seit Jahrzehnten aus Sicht der Schachjugend inakzeptabel. Und die Konstruktion mit einem kleinen allmächtigen Präsidium offenkundig auch.
RevTiberius RevTiberius 14.11.2019 05:52
Ein Trauerspiel bei dem es wieder mal nur Verlierer geben wird… Es ist allerdings richtig, dass Mitarbeiter, denen aus welchem Grund auch immer gekuendigt wurde, in der Regel sofort des Hauses verwiesen werden. Das ist sehr bitter und demuetigend fuer die jeweils betroffenen Personen, aber trotzdem richtig, um Kurzschlussreaktionen und falschen Vorwuerfen vorzubeugen.
Marcel Becker Marcel Becker 14.11.2019 05:43
Die Petition zu unterschreiben, darüber sollte man sich klar sein, hat lediglich symbolischen Solidaritätscharakter - man kann den DSB damit nicht an der Kündigung hindern.

Und nein, es handelt sich auch nicht zwingend um eine außerordentliche Kündigung - eine Freistellung mit dem Gebot des sofortigen Verlassens der Büro-/Geschäftsräume ist auch bei ordentlichen Kündigungen üblich. Nur um etwaigen Spekulationen zu Lasten von Jörg Schulz vorzubeugen.

Wobei es natürlich schon Fragen aufwirft, wie es um eine Organisation bestellt sein muss, wenn tatsächlich ohne die geschäftsführende Person der komplette Laden zusammenbricht, weil es keine adäquate Stellvertretung gibt. Sollte das tatsächlich so sein, dann ist intern beim DSJ etwas über längere Zeit falsch gelaufen.

Warum waren die Unterstützungsanträge so kurz vor Ablauf der Frist noch nicht fertig gestellt?
schachkauf schachkauf 14.11.2019 05:32
Gab es nicht vor Kurzem eine polizeiliche Hausdurchsuchung bei dem Wirtschaftsdienstgeschäftsführer? Mir ist da was zu Ohren gekommen. Zusammenhang?
Lt Marseille Lt Marseille 14.11.2019 04:36
Hallo, Schachfreunde,

so, wie SF Ibs die Dinge dargestellt hat, handelt es sich bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses von DSB und SF Schulz um eine sogenannte "fristlose" Kündigung. Juristisch korrekt wäre "außerordentliche Kündigung". Die Weisung, die Geschäftsstelle zu verlassen, kommt einem Hausverbot gleich. Diese Dinge entnehme ich dem obigen Bericht. Gestattet mir dazu 2 Anmerkungen:

1. Langfährige Berufspraxis hat mich gelehrt, dass ein Arbeitgeber soetwas nur durchzieht, wenn massive Gründe vorliegen. Irgendwas muss da vorgefallen sein - aber das ist nur meine Empfindung, man könnte sogar sagen: Spekulation.

2. Viel relevanter scheint mir, dass der Gesetzgeber solchen außerordentlichen Kündigungen enge Grenzen gesetzt hat. Aus gutem Grund und zur Verhinderung von Willkürakten der Arbeitgeberschaft ist dieses eine hohe Errungenschaft unserer Gesellschaftsordnung. Diese a.o. Kündigung ist nur zulässig bei Vorliegen eines wichtigen Grundes, Wahrung einer Zwei-Wochenfrist des AG nach Kenntnis des wichtigen Grundes, vorheriger Abmahnung (kann in besonderen Härtefällen im AN - Verhalten nicht erforderlich sein) und wenn es kein milderes Mittel gab. Über all diese Aspekte gibt es meterweise (nein, eher kilometerweise!) Rechtsprechungen, Kommentarliteratur usw.. Es bleibt zu hoffen, dass der DSB hier nicht in einen unerwarteten juristischen und damit teuren Boomerang hineinläuft. Ohne Grund, einfach so, oder weil "es das Beste" ist, kann man dem SF Schulz auf jeden Fall nicht kündigen.

Mit schachlichen Grüßen, Lothar Karwatt
Hinterbrettler Hinterbrettler 14.11.2019 04:24
@ Krennwurzn: Es ist ein Unterschied ob Jemand sein Fahrzeug nicht beherrscht oder ein Anderer die Bremsen manipuliert.
binnun binnun 14.11.2019 02:36
Die katastrophale Personalpolitik des DSB und die (gefühlt) ständigen Querelen des Präsidiums (egal unter welchem Vorsitz) sind ganz bestimmt kein Ruhmesblatt, aber vielleicht typisch für Sportfunktionäre. Auf die Begründung des DSB bin ich gespannt, denn ist ganz offenkundig, dass die Leidtragenden die Kinder und Jugendlichen sind. Die schachliche Nachwuchsarbeit wird zu diesem Zeitpunkt sicherlich geschädigt.
Walter Rädler Walter Rädler 14.11.2019 02:07
Knapp 500 Leute haben die Petition unterschrieben, obwohl es keine systematische Struktur für den Protest gibt. Diese Zahl, und sie wird weiter ansteigen spricht dafür, dass viele Leute die Arbeit von Jörg Schulz sehr schätzen. Ich bedanke mich für diesen famosen Protest und bitte alle weiterhin, dieses Instrument der Demokratie wahrzunehmen und mit Zahlen zu dokumentieren, auf wessen Seite man ist.
schachkauf schachkauf 14.11.2019 01:29
Krause muss der Öffentlichkeit keine Begründung liefern und wird dies auch nicht machen. Pikant ist, dass erst durch das gute Netzwerk von Jörg Schulz eine durch Förderung bezahlte zusätzliche Halbtagsstelle möglich wurde.
KleinmeisterK KleinmeisterK 14.11.2019 01:15
Wenn das stimmt dass es keinen konkreten Grund gibt - ist eine fristlose Kündigung unter diesen Umständen überhaupt rechtens? Herr Krause wird der deutschen Schach-Öffentlichkeit schon eine sehr gute und vor allem konkrete Begründung liefern müssen, um dieses Vorgehen zu rechtfertigen. Wer Jörg Schulz erlebt hat weiß dass er mit Leib und Seele bei der Sache ist. Von außen völlig unverständlich was da abläuft. @krennwurzn - ja die Kritik kann man äußern. Die DSJ hätte aber sicher selbst gern mehr hauptamtliche Mitarbeiter gehabt - gescheitert ist es am "Diridari" (Geld), so sagt man doch in Österreich?
Krennwurzn Krennwurzn 14.11.2019 11:44
Unabhängig vom Politikum - wenn eine Organisation so von einer Person abhängig ist, dann hat die Organisation etwas falsch gemacht. Eine Person kann aus unterschiedlichen Gründen von einer Sekunde auf die andere nicht mehr da sein - das gehört zu den Risken des Lebens und darauf sollte eine gute Organisation vorbereitet sein!
Martin Rieger Martin Rieger 14.11.2019 11:25
Bitte diese Petition unterschreiben! So gehts wirklich nicht und so geht man auch nicht mit verdienten Mitarbeitern um!
Martin Rieger Martin Rieger 14.11.2019 11:24
https://secure.avaaz.org/de/community_petitions/Deutscher_Schachbund_Keine_Kuendigung_des_Geschaeftsfuehrers_der_DSJ_Joerg_Schulz/details/?fbclid=IwAR0j-T_J0pt6ztcKt2ak2m2SnQYBPIInK3-00H8rnldYJrZiGry_46gSfLQ
Walter Rädler Walter Rädler 14.11.2019 11:08
Wer der Meinung ist, dass Jörg Schulz in drei Jahrzehnten sehr gute Arbeit geleistet hat und dies nicht verdient hat, kann hier die Petition unterschreiben: https://secure.avaaz.org/de/community_petitions/Deutscher_Schachbund_Keine_Kuendigung_des_Geschaeftsfuehrers_der_DSJ_Joerg_Schulz
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