Schach auf der Berlinale

15.02.2013 – In der Geschichte des Films hat Schach immer eine große Rolle gespielt. Man denkt an große Schachfilme wie "Schachfieber" (1924), "Die Schachnovelle" (1960) und, na ja, "Knightmoves" (1992) war nicht so schlecht, wie manche sagen. Das Thema "Schach und Computer" im Film war allerdings immer gruselig. Wer weiß, was intelligente Computer alles anstellen...? Nun wird auf der Berlinale der Film "Computer Chess" gezeigt. Das Grauen nimmt menschliche Gestalt an. HAL und Konsorten...

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In Stanley Kubricks Film "2001" besiegt der Bordcomputer HAL die Astronauten mit Leichtigkeit im Schach. Leider macht er aber anderswo Fehler, nämlich bei der Fehleranalyse des Antennenmoduls AE-35.

Das wird von den Astronauten bemerkt. HAL, der mitbekommen hat, dass schlecht über ihn geredet wurde, pustet deshalb den Astronauten Frank Poole bei passender Gelegenheit kurzerhand in den Weltraum und tötet die anderen im Schlaf. So sind sie, die Computer - völlig humorlos.

Zum Glück setzt sein Schachpartner Dave Bowman den Computer am Ende doch noch Matt - indem er den Stecker zieht. Noch schlimmer kommt es in der James Camerons Terminator-Reihe. Dort werden die Maschinen in der Zukunft die Macht übernehmen. Ein paar Rebellen wehren sich noch, was den Maschinen lästig ist. Sie schicken einen Terminator in die Vergangenheit, um das Problem an der Wurzel zu packen und die Mutter des Rebellenführers, Sarah Conner, umzubringen. In der später realisierten TV-Serien "The Sarah Connor Chronicles" wird erzählt, wie das alles beherrschende Computer-Netzwerk "Skynet" überhaupt entstehen konnte.

Und richtig, am Anfang stand eine Schachprogramm!

Auf der Berlinale wird derzeit der Film "Computer Chess" gezeigt. Er blickt hinter die Kulissen und zeigt die Sorte Menschen, die sich solche fiesen Sachen wie Skynet, HAL, bzw. Schachprogramme ausdenken. Die Geschichte von Andrew Bujalski spielt in den frühen 1980er Jahren. Hier hat alles seinen Anfang genommen. In einem Provinzhotel sitzen Schachcomputerprogrammierer mit ihren Geräten und lassen ihre Programme gegeneinander Schach spielen. Das nennen sie Erforschung der "künstlichen Intelligenz".


"Was hat er gezogen?"


Der Tablett-PC ist noch nicht erfunden

Der Film ist mit viel Liebe zum Detail im Look der 1980er Jahre mit einer alten Sony Schwarz-Weiß Kamera aufgenommen. Die Computer-Nerds tragen Schnurbärte und komische Hemden. Der Film nimmt Fahrt auf, als die Programmierer mit den sexuell aufgeschlossenen Vertretern einer Selbsterfahrungsgruppe konfrontiert werden. Eine Katzenplage, die das Hotel befallen hat, sorgt für weitere skurrile Momente. Ein überaus witziger Film, auch wenn die Darstellung der Computerschachszene an der Realität völlig vorbei geht, wie nachfolgende Fotos aus unserem Archiv eindeutig belegen.


Völlig anders als im Film


Na bitte, keiner hat einen Schnurbart


Moderne Monitore

Link:

Computer Chess auf der Berlinale...


"Der Pfad zum Wahnsinn ist betreten" - Artikel in der taz...



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