Schachbund: Erklärung des DSB-Präsidiums

13.03.2017 – In der letzten Woche wurde der schon lange schwelende Kompetenzstreit im Referat Leistungssport öffentlich. Zunächst informierte der Bundestrainer mit einem Offenen Brief die Landesverbände. Dann nahmen eine Reihe von Kaderspielern Stellung. Nun hat das DSB-Präsidium eine offizielle Erklärung veröffentlicht und eine Reihe von Maßnahmen beschlossen.

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13.3.2017

Erklärung des DSB-Präsidiums

Der derzeitige Konflikt zwischen dem Referenten für Leistungssport und dem Bundestrainer stellt sich als Gemenge emotionaler, persönlicher und sachlicher Vorbehalte dar.

Das Präsidium des Deutschen Schachbundes stellt ein Fehlverhalten des Bundestrainers mit Verletzung des Arbeitsvertrages und das Verletzen grundlegender Umgangsformen und Werte des respektvollen Umgangs miteinander fest.

Darin spiegeln sich auch generelle Probleme im vorgegebenen Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlich beschäftigten Funktionsträgern des Deutschen Schachbundes wider.

Entgegen Verlautbarungen und Erwartungen in Medien und Öffentlichkeit bevorzugt der Deutsche Schachbund eine differenzierte und konstruktive Herangehensweise, um als Verband der Fairness im Umgang miteinander gerecht zu werden.

Beschluss

(1) Das DSB-Präsidium beschließt eine förmliche Abmahnung für den Bundestrainer mit der Maßgabe, dass bei weiteren Verstößen gegenüber der im Arbeitsvertrag geregelten Loyalitätspflicht eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses angestrebt wird.

(2) Das DSB-Präsidium rügt bei beiden Konfliktparteien die Ehrverletzungen und den mangelnden Respekt im Miteinander von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Funktionsträgern des DSB.

(3) Das Präsidium empfiehlt dem Referenten für Leistungssport, sein Amt bis zum Bundeskongress am 27. Mai in Linstow ruhen zu lassen. Der momentane öffentliche Druck lässt eine objektive und sachgerechte Ausübung des Amtes nach Einschätzung des Präsidiums derzeit nicht zu.

(4) Das DSB-Präsidium legt fest, dass

(a) das Präsidium mit genügendem Vorlauf über die Nominierungsvorschläge für die Nationalmannschaften und Anmeldungen für internationale Meisterschaften einschließlich der beabsichtigten Trainer und Begleitpersonen zu informieren ist;

(b) bei strittigen Punkten die Vizepräsidenten Sport und Finanzen als Moderatoren und Vermittler mit Entscheidungskompetenz eingesetzt werden;

(c) der Bundestrainer auf Grund seiner illoyalen Aktivitäten von freiwilligen Lohnleistungen im Jahr 2017 ausgeschlossen wird;

(d) der Bundestrainer verpflichtet wird, bei Anfragen von Medien und Öffentlichkeit den Vizepräsidenten Verbandsentwicklung zu informieren, einzubeziehen und Aktivitäten mit ihm abzustimmen.

(5) Das Präsidium rügt, dass die Kaderspieler unter Ausschluss der zuständigen Gremien an die Öffentlichkeit gegangen sind. Der Deutsche Schachbund bietet für die vielfältigen Meinungen genügend interne Möglichkeiten zur Klärung, die zunächst zu Rate zu ziehen sind.

Das Präsidium erstellt mit allen zukünftig Beteiligten ein Konzept für die weitere Ausrichtung, Arbeitsteilung und Teamorientierung im Bereich Leistungssport mit einer verbesserten Aufteilung der Aufgaben. Das Präsidium erwartet von allen Beteiligten Respekt im Umgang miteinander und konstruktive Beiträge zu diesem Konzept.

Herbert Bastian, Präsident

Erklärung des Präsidiums beim Schachbund...

 


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acepoint acepoint 17.03.2017 11:00
»Vielleicht ist er ja grausam schlecht als Trainer«

Lies dazu einfach die Stellungnahmen der Kaderspieler (findest auch hier bei Chessbase). Die sind ziemlich eindeutig.
NihonKikaku NihonKikaku 16.03.2017 09:42
Auch erkannt man ein Schachspieler daran das er schon eine vorher festgelegte Meinung hat, diese Intoleranz gegenüber jeden noch zu analysierenden Sachverhalt, daran merkt man das ihr wirklich Schachspieler seid.

Wenn ihr schon sagt wir sind alle Schachspieler, dann kommt es mir fast schon wie eine Drohung oder eine Beleidigung vor.

Abgesehen davon war doch der Hauptpunkt das man sagte das der Trainer schwach war, meinte er als Traineer oder als Spieler. Ich meine hat sich mal jemand damit auseinander gesetzt?? Vielleicht ist er ja grausam schlecht als Trainer, ich weiß nicht wie sich alle schon so eine Meinung bilden konnten.

Haben hier überhaupt alle ein fundiertes Wissen darüber?

Falls ja dann Bitte meinen Post löschen.
Anton46 Anton46 15.03.2017 05:57
Ehrenbeamte haben vom Schach meistens keinerlei Ahnung, es tut mir weh----
flachspieler flachspieler 15.03.2017 04:59
Das ist eine insgesamt unschöne Sache. Und so wie es aussieht, werden am Ende auf allen Seiten Verlierer übrig bleiben. Schade.

So sehr wie ich unseren Präsidenten, Herrn Bastian, schätze: er ist nicht der geborene Mediator. Für die demnächst anstehenden Neu-/Wiederwahlen im Präsidium gibt es für das Amt des Präsidenten einen kompetenten neuen Kandidaten aus Schleswig-Holstein (aus dem Lübecker Verein, der die DEM 2016 ausrichtete). Dieser hat im Märzheft des SchachMagazins 64, was derzeit noch im Bahnhofs-Buchhandel erhältlich ist, in einem langen Interview seine Sicht vieler Dinge in der deutschen Schachwelt dargestellt. Das Interview ist unbedingt lesenswert, und der Kandidat in meinen Augen für das Präsidentenamt durchaus geeignet.
DoktorM DoktorM 15.03.2017 04:51
Schachkauf, wenn Sie weniger posten, hätten Sie mehr Zeit für die Recherche. Die nehme ich Ihnen nicht ab.
schachkauf schachkauf 15.03.2017 02:57
@rschwak66
und um welche angeblichen Leichen es sich im Keller handelt, schreibst du natürlich nicht. Typischer Fall von Dampfplauderei.
rschwak66 rschwak66 15.03.2017 12:15
Also der Herr Rogozenco ist auch nicht so integer, wie manche meinen bzw. schreiben! Er hat auch einige "Leichen" im Keller ;-)
Alles in allem ist dieser ganze Vorfall (offene Briefe,Stellungnahmen,...) nicht grade förderlich für unseren Schachsport!
schachkauf schachkauf 15.03.2017 09:42
@DoktorM
Haben die "Einige" auch einen Namen?
Anton46 Anton46 15.03.2017 09:03
Ehrenamtliche sind besondere Leute und haben die goldene Nadel verdient, das steht aber den wahren Schachprogatinisten keinesfalls zu --
DoktorM DoktorM 14.03.2017 08:53
Einige Spitzenspieler benötigen keinen Bundestrainer bzw. nicht diesen Bundestrainer. Das Amt des Bundestrainers ist wie in vielen Indivudualsportarten (z.B. Schwimmen, Turnen, Leichtathletik) eines, das bei einigen Spitzensportlern deutlich hinter den eigenen Trainern rangiert. In vielen Sportarten könnte man auf einen Bundestrainer verzichten. Beim Schach sicher auch.

Spieler mit ELO > 2600 benötigen sicher andere Trainer als Spieler(innen), die vermutlich niemals über 2400 ELO kommen werden. Ein Bundestrainer für alle diese Spieler(innen) kann nicht funktionieren.
schachkauf schachkauf 14.03.2017 07:27
@Wabfi
Was Du schreibst geht komplett an der Sache vorbei und ist einfach nur Quatsch. Auf einen offenen Brief kann man keine Gegendarstellung verlangen. Deine Ausführung "im kleinen Verein" stellt auch die Tatsachen falsch dar, denn was Dorian Rogozenco schreibt, wurde von vielen Seiten bestätigt. Es ist auch nicht so, dass Dorian Rogozenco einfach mal so irgendwas ins Blaue geschrieben hat. Es wurde von ihm mehrfach intern auf das "Mobbing" hingewiesen und niemand hat sich ernsthaft mit der Sache befasst. Der offene Brief war einfach das letzte Mittel, um endlich Gehör zu bekommen und hat auch zu einer, wenn auch idiotischen, Reaktion geführt.

Und du hast recht. Wenn man von dem Sachverhalt keinerlei Ahnung hat, kann man natürlich immer mit Binsenweisheiten um die Ecke kommen. Ein Schlichter kommt übrigens beim DSB-Regime nicht in Frage. Internes muss schließlich intern bleiben und Dritte sind grundsätzlich unerwünscht.
Wabfi Wabfi 14.03.2017 06:14
Der "Offene Brief" unseres Bundestrainers hat den Vorstand unseres Verbandes ungemein in Zugzwang gebracht, was ja wohl auch das Ziel der Aktion war. Unabhängig davon, ob die Vorwürfe zu Recht erhoben wurden, musste man im Präsidium handeln. Ich würde empfehlen, dass man das ganze Szenarium mal auf Vereinsebene zurück setzen würde. Wie würde also ein kleiner Vereinsvorstand handeln, wenn in der regionalen Presse ihre "Führung" bzw Teile des Vorstandes an den öffentlichen Pranger gestellt werden würden? Wahrscheinlich würde es eine Gegendarstellung geben um den Vorstand zu schützen und wenn es dann kein Einlenken einer Seite gäbe, würde man sich trennen. Natürlich wäre in beiden Fällen eine interne Aufarbeitung mit ev. einem Neutralen "Schlichter" ein guter Weg gewesen. Allerdings schreibt sich das so leicht und aus meiner Sicht wurde vorerst diese Chance vergeben, als die Problematik öffentlich wurde.
ulricus ulricus 14.03.2017 05:04
ich kann mich nur den vielen Schachfreunden anschließen, die in dem Gebaren des DSB-Präsidiums, wie es in der Stellungnahme des Präsidenten verkörpert ist, ein schier unglaubliches Armutszeugnis der DSB-Führungselite sehen. So kann man weder mit einem GM Bundestrainer noch mit einem GM mLeistungssportreferent umgehen, und schon gar nicht coram publico. So etwas regelt man doch mit einem unparteiischen GM Mediator, der beiden Seiten rechtliches Gehör gewährt, und zwar zunächst ohne Publikum. Wer sich so verhält wie der DSB-Präsident, erweist sich vor dem interessierten Publikum doch schlicht als unfähig und des Amtes unwürdig.
Krennwurzn Krennwurzn 14.03.2017 04:51
Übrig bleiben in der ganzen Affäre nur Verlierer!!

Das Krisenmanagement hätte besser laufen müssen und heutzutage muss man einfach offener kommunizieren, denn die Unterdrückung von Diskussionen durch Schweigen, Löschungen, ... etc läuft nicht nur ins Leere, sondern verschlechtert die Lage noch mehr...
schachkauf schachkauf 14.03.2017 02:02
@Martin Rieger
Echt jetzt? Du denkst wirklich, dass ein Aufstand des Pöbel den DSB interessiert? Erinnert mich an das kleine syrische Mädchen, dass per Twitter Assad aufforderte den Krieg zu beenden.

Wer sich nach Gerechtigkeit sehnt und ein Happy-End wünscht, soll sich Hollywood-Filme anschauen. Das Einzige was wir machen können, ist unseren Unmut veröffentlichen. In 2 Wochen interessiert sich kein Mensch mehr für das Thema und ändern wird sich nichts.
Martin Rieger Martin Rieger 14.03.2017 01:38
Nein aber wenn wir viele sind und das sind wir, dann hat auch unsere Stimme gewicht!
schachkauf schachkauf 14.03.2017 12:34
@Martin Rieger
Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass einer beim DSB freiwillig des Sessel räumt und zurück in sein unwichtiges Dasein zurückkehrt.
Martin Rieger Martin Rieger 14.03.2017 12:13
Ich kann hier nur soviel sagen: Ich als Schachspieler bezeuge hiermit meine Solidarität mit Dorian Rogozenco und fordere die DSB-Führungsriege dazu auf, sofort zurückzutreten!
Silvio Z Silvio Z 14.03.2017 12:58
Diese „Erklärung des DSB-Präsidiums“ ist Stalinismus pur (schon die Wortwahl dieser "Erklärung" offenbart eine zutiefst verknöcherte Struktur des DSB und des Präsidenten). So werden Menschen gebrochen und zu kleinlauten Duckmäusern gemacht. Das wird nichts mehr mit dem deutschen Schach, schon gar nicht auf internationalen Parkett. Ich war zwar nie ein Anhänger von Naiditsch, kann aber inzwischen nachvollziehen, warum er „ausgewandert“ ist und auf die Frage, ob er irgendwann wieder für Deutschland spielen wird, antwortete: „Mir ist es auch sehr schwer gefallen den Verband zu wechseln. Ich habe immer sehr gerne für Deutschland gespielt, leider ging es nicht mehr anders. Ich denke im deutschen Schach wird nie etwas passieren, so lange Leute wie Herbert Bastian, Bernd Vökler, Michael Langer, Klaus Deventer, Uwe Bönsch etc. im DSB sitzen.“ ( http://www.chess-international.de/Archive/68232 )
Smartie1999 Smartie1999 13.03.2017 11:25
Eine Frage, die sich hier stellt, war ein externes Whistleblowing (Weitergabe interner Informationen an die Öffentlichkeit)gerechtfertigt, oder hätte ein internes Whistleblowing (Mitteilung der Missstände an den Arbeitgeber) ausgereicht. In Fällen, in denen es dem Whistleblower nicht ausschließlich um eigene Interessen geht, sondern auch um die Behebung von Missständen, die für die Allgemeinheit von Bedeutung sind, kann die Allgemeinheit ein berechtigtes Interesse daran haben, über diese Missstände informiert zu werden. Die Berücksichtigung des öffentlichen Informationsinteresses bei der Beurteilung externen Whistleblowings macht den Arbeitgeber nicht schutzlos. Denn die Pflicht des Arbeitnehmers zu Loyalität, Zurückhaltung und Wahrung der Vertraulichkeit lässt externes Whistleblowing grundsätzlich nur zu, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Die Informationen müssen fundiert sein und hätte auch ein internes WB gereicht?! Da zwar ein offener Brief des BT vorliegt, und selbstredend die Kaderspieler öffentlich zu Ihren Trainer stehen ( so soll es doch auch sein, sonst wär doch alles "aus") bedeutet doch nicht, dass interne Gespräche mit dem Präsidium nicht auch zum Erfolg geführt hätten. Welche Entscheidungen nun das Präsidium gefällt hat, steht auf einen ganz anderen Blatt. Eine öffentliche zur Schau Stellung der" Stärke", indem arbeitsrechtliche Maßnahmen und Streichung von Bonuszahlungen genannt werden, ist in Teilen vergleichbar mit den Tweets von Donald Trump. Und noch ein Vergleich kommt mir in den Sinn: Wer lauter schreit....hat Recht!!
schachkauf schachkauf 13.03.2017 11:07
@alexm76

Mir persönlich sind einige kompetente Menschen aus dem Bereich Management bekannt, die das Berufsleben hinter sich haben und sich ehrenamtlich gerne beim DSB engagieren würden. Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit weiß ich im einige Fälle, die der DSB schlicht ignoriert hat. Es ist einfach so, dass bei DSB die Ämter nicht nach Fachkompetenz besetzt werden, sondern nach dem Motto "Wie gut kenne ich die Person persönlich und wie gut passt die Person in das Regime".

Als Dorian Rogozenco zum Bundestrainer ernannt wurde, habe ich an die Veränderung im Denken des DSB-Clans geglaubt. Aber wie sich nun herausgestellt hat, passt jemand wie Dorian Rogozenco, der das Schachspiel und die Förderung des Leistungssports über alles liebt und mit Herzblut an Fortschritten arbeitet, nicht in die Gedankenwelt der DSB-Clique.

Würde alles ordentlich und professionell laufen, müsste man beim DSB nicht mit Abmahnungen, Rügen und Maulkörben verzweifelt um sich schmeißen. Sehr gut ist mir ein Kommentar von einem DSB-Funktionär in Erinnerung, der mal in einer privaten Unterhaltung mit mir zugab, dass früher alles einfacher war und durch die Transparenz des Internets vieles schwieriger geworden ist.

Die Transparenz des Internets bedeutet, dass jeder die Möglichkeit hat, den privaten Furz unter der Bettdecke eines jeden DSB-Funktionärs zu riechen. Und das ist gut so!
Lt Marseille Lt Marseille 13.03.2017 10:51
@alexm76: Kleine Korrektur:
Ich war in NDs. nicht Staffelleiter, sondern 20 Jahre Referent für Ausbildung, also Vorstandsmitglied. Was man unter "Klüngel" versteht, ist eigentlich allgemeiner Wortschatz, stammt aber aus dem Kölschen, das stimmt schon. Indessen: Wenn Sie wüssten, wie Ämter hinter den Kulissen besetzt oder nicht besetzt würden (und im Gegensatz zu den von mir geschätzten 80% fähigen und fleißigen Ehrenämtern leider mit totalen, profilneurotischen Flaschen), da bliebe Ihnen die Spucke weg! Nichts für ungut, aber hier spricht jemand, der über 20 Jahre hinter die Kulissen schauen durfte... Nichts für ungut - und 10 € p.a. sind nun echt nicht zu viel.

MfG


Lothar
Koyaanisqatsi Koyaanisqatsi 13.03.2017 10:47
Als es vor kurzer Zeit darum ging, ob Spielerinnen mit Hijab an der Frauen-WM in Theran teilnehmen, tat der Präsident so, als sei die Teilnahme an der WM eine reine private Angelegenheit, etwa so wie die Teilnahme an einen beliebigen Open. Wenn Kaderspieler ihre Meinung zum Bundestrainer äußern, ist das keine Privatangelegenheit mehr und werden öffentich gerügt und so - auf welcher Rechtsgrundlage? - in ihrem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt.

Selbst wenn die öffentliche Bekanntgabe der Abmahnung des Bundestrainers rechtlich gerchtfertig sein mag - so verstehe ich Thomas Pitt -, und selbst wenn die öffentiche Zurechtweisung des Leistungsreferenten juristisch gerechtfertigt sein sollte und auch wenn das Veröffentlichen personenbezogener und arbeitsrechtlicher Daten in diesem Kontext ebenfalls juristisch gerechtfertigt sein sollte, ist dieses Verhalten des Präsidenten Herbert Bastian in der Geschichte des Deutschen Schachbundes singulär und unglaublich. So etwas macht man nicht. Herr Bastian sollte die Konsequenzen aus seinem Verhalten ziehen und nicht mehr als Präsident des DSB.s kandidieren. - Es gab vor geraumer Zeit einen Artikel über das Verhalten von Herrn Bastian als autoritären und ungeschickten Vorgesetzten im DSB. Dem mag ich nun Glauben schenken.
Krennwurzn Krennwurzn 13.03.2017 08:57
@Lothar Karwatt
P.S.: Und nochwas, liebe Blogger: Wir sind alle Schachfreunde und wollen dasselbe Gute: Zeigt 'mal ruhig Eure Gesichter und unterschreibt die Blogs mit Eurem Klarnamen!

UND WAS ÄNDERT DAS AN UNSEREN MEINUNGEN???
Karwatt, Gigawatt, Megawatt ... alles Schall und Rauch

@DSB
da sind bestimmt die Gäule durchgegangen ... Vernunft und Denksport(arbeit) dürfte es nicht gegeben haben!
alexm76 alexm76 13.03.2017 08:36
@Lt Marseille:

- Fraglich, was Sie unter »Klüngel« verstehen. Die Ehrenamtler sind allesamt demokratisch gewählt. Es ist ein leichtes für jeden vernünftigen Kopf, selbst ein Ehrenamt zu übernehmen. Oft gibt es nicht genügend Kandidaten, Ämter bleiben unbesetzt.Die Interessen gerade des DSB-Präsidiums lagen oft über Kreuz. Das war auch Gegenstand der Berichterstattung.

- Wie wollen Sie aus 10 Euro Mitgliedsbeitrag im DSB (Kinder und Jugendliche bezahlen weniger) zusätzliche gutbezahlte Profis finanzieren? Gerade wurde erst eine Stelle weggespart.

- Davon abgesehen, macht ein sehr großer Teil der Ehrenamtlichen gute bis sehr gute Arbeit. Wer organisiert wohl die zahlreichen Aktivitäten, die von Meisterschaften über die Ligen bis hin zu Schachfreizeiten für Kinder und vieles mehr reichen? Sie wissen das doch selbst, ich meine, Sie waren in Niedersachsen Staffelleiter.
schachkauf schachkauf 13.03.2017 04:47
Noch ein Zusatz. Meine Worte und auch die einiger Mitschreiber können für die Verantwortlichen im DSB Regime verletzend wirken. Hierauf gibt es zwei Möglichkeiten der Reaktion. Man kann, wie bisher beim DSB üblich, mit Rügen und Verboten reagieren, oder aber einfach den Kritikern keinen Grund zur Kritik geben. Letzteres ist natürlich aufwendiger und erfordert ein Umdenken.
schachkauf schachkauf 13.03.2017 04:09
@Lothar Karwatt

Profis würden wir beim DSB gerne sehen, jedoch ist dem DSB wohl die Gefahr zu groß, dass die Inkompetenz von einigen Amtsträgern dadurch nur noch mehr bewiesen wird. Auch würde das Gemauschel untereinander nicht mehr funktionieren.

Die vom DSB geforderte Loyalität bedeutet nichts weiter, als den Mund zu halten über die zwielichtigen Dinge die beim DSB passieren.

Wer ein Problem mit den Machenschaften der DSB-Clique hat, ist unerwünscht.

Die Führung des DSB hat schon lange den Blick auf unseren Schachsport verloren und interessiert sich nur für die eigene Person im Amt. Wenn es für den DSB illoyal ist, sich gegen diese clanähnlichen Strukturen beim DSB aufzubäumen, dann bin ich gerne illoyal.

Dorian Rogozenco wird vorgeworfen, illoyal gehandelt zu haben! Ich kann jedoch nicht feststellen, dass Dorian Rogozenco sich unserem Schachsport gegenüber illoyal verhalten hat!

Die Führung des DSB hat sich hingegen über Jahre hinweg illoyal gegenüber unserem Schachsport verhalten! Die Loyalität zu unserem Schachsport ist das Einzige was zählt!

Solange die DSB-Führung meint, dass sie als Regime wichtiger sind als das was sie präsentieren sollen, wird der DSB immer mit einem Haufen unfähiger selbstverliebter Dilettanten gleichzusetzen sein.
Lt Marseille Lt Marseille 13.03.2017 03:26
Au weia: Bei denen geht es ja zu wie in einer Bananenrepublik. Es muss endlich unter den ganzen Klüngel der ehrenamtlichen Funktionäre ein Schlussstrich gezogen werden. Soll das organisierte Schach in Deutschland gerettet werden, muss in den Spitzenorganisationen (Bund und Land) die Anzahl der Funktionärsposten drastisch gesenkt werden, und das Ganze muss in die Hände von gutbezahlten Profis, die ihren Job 'mal richtig gelernt = mit einem erfolgreichen Studium abgeschlossen haben (Nicht nur 'mal 2-3 Semester in die Uni geguckt und dann als Halbprofi gezockt!)werden. Also: Keine Tanzlehrer und keine abgehalfterten Schachprofis, sondern in die Hände von Wirtschafts-und Organisationsexperten, Juristen und ausgesprochenem Fachpersonal, das dann auch adäquat bezahlt wird (ich rede von TVLD bzw. ähnlich- Bezahlungen im durchweg zweistelligen Bereich). Das könnten auch ältere Herrschaften am Ende ihres eigentlichen Berufslebens sein - mit einem soliden schachlichen Hintergrund.
Und: Was genau sind diese freiwilligen Lohnleistungen? Wo sind diese efiniert und juristisch festgelegt? Klingt nach Gemauschel! Es muss ein Ruck durch den Schachbund gehen - jetzt!

Viele Grüße aus Niedersachsen

Lothar Karwatt

P.S.: Und nochwas, liebe Blogger: Wir sind alle Schachfreunde und wollen dasselbe Gute: Zeigt 'mal ruhig Eure Gesichter und unterschreibt die Blogs mit Eurem Klarnamen!
Thomas Pitt Thomas Pitt 13.03.2017 02:18
Die öffentliche Bekanntmachung einer Abmahnung ist dann erlaubt, wenn der Arbeitnehmer, wie hier, mit der Pflichtverletzung bewusst die Öffentlichkeit gesucht hat. Da gilt, etwas vereinfacht ausgedrückt, der Grundsatz, dass derjenige, der die Öffentlichkeit für eine Auseinandersetzung gesucht hat, auch damit leben muss, dass eventuelle Gegenreaktionen, sofern sie angemessen sind, öffentlich erfolgen.

Wesentlich problematischer erscheinen die folgenden Ziffern, insbesondere die öffentliche Zurechtweisung des Leistungssportreferenten. Es ist allein seine Entscheidung, zu entscheiden, ob er zurücktritt, sein Amt ruhen lässt und ggf. auch zu beurteilen, ob er zu einer sachlichen Auseinandersetzung in der Lage ist. Ihm dies Fähigkeit abzusprechen, wie es der Beschlusstext, wenn auch nicht wörtlich, so doch faktisch tut, ist eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts des Leistungssportreferenten.

Zweifelhaft erscheint auch der Beschluss zu den freiwilligen Leistungen. Zunächst einmal ist zweifelhaft, ob diese wirklich freiwillig sind oder ob nicht, z.B. durch eine betriebliche Übung, diese zu verpflichtenden Leistungen geworden sind. Dann stünde dem Bundestrainer ein entsprechender Anspruch zu.

Zweifel habe ich auch an den weiteren Beschlüssen des Vorstandes. Denn die dort beschriebenen Entscheidungen betreffen im Wesentlichen Kernkompetenzen eines Bundestrainers und dürften Teil der Arbeitsplatzbeschreibung und somit auch des Arbeitsvertrages geworden sein. Dann ist eine einseitige Änderung aber nicht möglich, ist ja schließlich ein zweiseitiger Vertrag.

Sollte Dorian Rogozenko am Erhalt seines Arbeitsplatzes gelegen sein, dann ist dieser Beschluss ein Geschenk an ihn. Er hat ein wesentliches Ziel erreicht, denn der Leistungssportreferent ist faktisch demontiert. Durch die Abmahnung ist der offene Brief arbeitsrechtlich im Wesentlichen verbraucht und bestehende Ansprüche werden dadurch nicht tangiert. Und wenn die Leistungen für 2017 wirklich vollkommen freiwillig waren, dann hat er nichts verloren, weil eine Entscheidung über diese Zuwendungen ohnehin erst später gefallen wäre.

Selbstverständlich kann der DSB die Kaderspieler rügen, solange eine solche Rüge ohne rechtliche Folgen bleibt. Schließlich darf auch der DSB eine Meinung dazu haben, was seine Kaderspieler dürfen und was nicht und wie gut oder schlecht seine interne "Mediation" ist. Allerdings hat die Meinung keinen höheren Anspruch auf Richtigkeit als die der Kaderspieler etc. .
schachkauf schachkauf 13.03.2017 02:02
Dieser Beschluss ist eine Farce. Mal davon abgesehen, dass eine Veröffentlichung einer Abmahnung vom Arbeitgeber unrechtmäßig ist und das Rügen der Kaderspieler für das Äußern von sachlichen Meinungen in der Öffentlichkeit untragbar ist, sollten sich nun der Bundestrainer und alle Kaderspieler gemeinschaftlich vom DSB abwenden und nicht mehr zur Verfügung stehen.

Für jeden Kaderspieler und den Bundestrainer ist eine solche Führung nicht zumutbar.
ruhrpott ruhrpott 13.03.2017 01:59
Das eine Abmahnung auf einer öffentlichen Seite kund gegeben wird ist schon ein Hammer. Das verstösst gegen jeden Datenschutz. Freiwillige Lohnleitungen sind gegebenenfalls Bonus, Sonderzahlung usw. Das hier ist echt eine Lachnummer!
Seekadettenpatt Seekadettenpatt 13.03.2017 01:50
Freiwillige Lohnleistungen?!?! Wird beim DSB hin und wieder (ohne Rechtsgrund) Geld an die Mitarbeiter verteilt oder was soll man sich darunter vorstellen? Für den Bundestrainer soll die Streichung anscheinend eine Geldstrafe sein.
Larissa-K Larissa-K 13.03.2017 01:40
Die öffentliche Bekanntgabe einer Abmahnung, beispielsweise im Internet ist nicht erlaubt.
Verstößt gegen die Menschenwürde!
Armseliger DSB! (Meinungsfreiheit)
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