Schachbundesliga, Runde 1: SV Werder setzt Zeichen gegen den Krieg

von Klaus Besenthal
05.03.2022 – An den vier Standorten Kiel, Bremen, Viernheim und München hat am Samstag die Saison 2022 der Schachbundesliga mit den Mannschaftskämpfen der 1. Runde begonnen. Wegen der Corona-Pandemie konnte die neue Spielzeit erst mit erheblichem zeitlichem Verzug gestartet werden. Es gab nahezu ausschließlich Favoritensiege; warum der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine dafür verantwortlich war, dass Baden-Baden gegen Bremen mit dem ungewöhnlichen Ergebnis von 4:2 gewann, lesen Sie in unserem Beitrag.

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Schachbundesliga 2022

Tabelle

  Mannschaft Sp MP BP BW
1. SC Viernheim 1 2 7 30
2. SK Doppelbauer Turm Kiel 1 2 7 29½
3. Münchener Schachclub 1836 1 2 28½
4. Schachfreunde Deizisau 1 2 26½
5. FC Bayern München 1 2 26½
6. SG Solingen 1 2 5 21½
7. Hamburger SK 1 2 5 20
8. OSG Baden-Baden 1 2 4 14½
9. Düsseldorfer SK 1 0 3 16
10. USV TU Dresden 1 0 3 14½
11. SF Berlin 1 0   9½
12. SV Werder Bremen 1 0 2   8½
13. SV Mülheim Nord 1 0   9½
14. SK König Tegel 1 0   7½
15. Aachener SV 1 0 1   6½
16. BCA Augsburg 1 0 1   6

Bremen

Beim SV Werder ist man in großer Sorge um die in der Ukraine festsitzenden Spieler Alexander Areshchenko, Zahar Efimenko und Kirill Shevchenko. Zwei Bretter, die eigentlich mit Werders Ukrainern hätten besetzt werden sollen, blieben heute frei. Der Gegner, die OSG Baden-Baden, solidarisierte sich mit diesem Zeichen der Bremer gegen den Krieg und ließ die entsprechenden Bretter ebenfalls frei. 

Die Ergebnisse:

SV Werder Bremen 2 - 4 OSG Baden-Baden

1 GM McShane ½ : ½ GM Adams

2 GM Areshchenko * : * GM Wojtaszek

3 GM Efimenko * : * GM Kasimdzhanov

4 GM Edouard 0 : 1 GM Naiditsch

5 GM Babula ½ : ½ GM Gustafsson

6 GM Pruijssers ½ : ½ GM Meier

7 IM Grigorian ½ : ½ GM Movsesian

8 IM Markgraf 0 : 1 GM Döttling 

Allzu viele Vereine gibt es in dieser Liga nicht, die der OSG Baden-Baden im Verlauf der Saison in irgendeiner Art und Weise gefährlich werden könnten. Dass die Schachfreunde Deizisau zu diesem kleinen Kreis ernsthafter Konkurrenten des deutschen Serienmeisters gehören, stellten sie heute bei ihrem deutlichen Sieg gegen Mülheim gleich schon einmal unter Beweis.

SV Mülheim Nord 1½ - 6½ Schachfreunde Deizisau

1 GM Nguyen ½ : ½ GM Keymer

2 IM Vrolijk ½ : ½ GM Blübaum

3 IM Zelbel 0 : 1 GM Kamsky

4 IM Buckels 0 : 1 GM Kollars

5 FM Lenaerts ½ : ½ GM Kozul

6 FM van Osch 0 : 1 GM Heimann

7 FM Rezazadeh 0 : 1 GM Dautov

8 Hönig 0 : 1 IM Köllner

Viernheim

Die Augsburger Mannschaft war dem SC Viernheim heute schon vor dem Kampf elomäßig deutlich unterlegen, was das Ergebnis von 1:7 dann auch bestätigen sollte. In Bestbesetzung waren beide Mannschaften nicht angetreten. 

SC Viernheim 7 - 1 BCA Augsburg

1 GM Amin ½ : ½ IM Bräuer

2 GM Fedorchuk 1 : 0 GM Schmittdiel

3 GM Braun 1 : 0 FM Costa

4 GM Wagner 1 : 0 IM Rupprecht

5 GM Maze ½ : ½ FM Lipok

6 GM Libiszewski 1 : 0 Fauth

7 IM Beikert 1 : 0 FM Mueller

8 WGM Heinemann 1 : 0 Pitl

Die erst von der Pandemie und nun offenbar auch von der furchtbaren russischen Kriegsmaschinerie in Mitleidenschaft gezogene Schachbundesliga scheint derzeit nicht mehr ganz so stark zu sein, wie sie es noch vor zwei oder drei Jahren war. So gab es heute nur einen einzigen Spieler aus dem elitären Elobereich oberhalb von 2700 Punkten: den in Solinger Diensten stehenden Niederländer Jorden van Foreest.

SG Solingen 5 - 3 USV TU Dresden

1 GM van Foreest ½ : ½ GM Bartel

2 GM Ragger ½ : ½ GM Pechac

3 GM L'Ami 1 : 0 IM Vogel

4 GM Warmerdam 0 : 1 IM Druska

5 GM Andersen 1 : 0 IM Neef

6 GM Van Wely 1 : 0 GM Maiwald

7 GM Handke 0 : 1 FM Möhn

8 GM Naumann 1 : 0 Richter

München

Für die elomäßig mit den Berlinern absolut auf Augenhöhe befindlichen Bayern begann die neue Saison mit einem klaren Sieg.

FC Bayern München 5½ - 2½ SF Berlin

1 GM Santos Latasa Jaime 1 : 0 GM Piorun

2 GM Bogner ½ : ½ GM Schröder

3 GM Alonso Rosell ½ : ½ GM Krämer

4 GM Georgiadis 1 : 0 GM Gumularz

5 GM Dragnev 1 : 0 GM Baldauf

6 IM Johansson ½ : ½ GM Jakubowski

7 IM Lokander ½ : ½ FM Hess

8 IM Fedorovsky ½ : ½ IM Seyb

Auch im anderen Mannschaftskampf am Standort München hieß es München gegen Berlin, und auch hier gab es für die Gäste aus der Bundeshauptstadt nichts zu gewinnen.

Münchener Schachclub 1836 6½ - 1½ SK König Tegel

1 GM Jones ½ : ½ GM Stern

2 GM Saric 1 : 0 GM Rabiega

3 GM Martinovic 1 : 0 GM Richter

4 IM Horvath ½ : ½ IM Brüdigam

5 IM Berchtenbreiter 1 : 0 IM Frübing

6 IM Yankelevich 1 : 0 FM Rietze

7 IM Fröwis ½ : ½ CM Dimitrijeski

8 FM Ciolek 1 : 0 Acikel

Kiel

Gastgeber in Kiel ist der durch die Fusion von Doppelbauer und Turm entstandene neue Verein. Für den Aachener SV gab es heute gegen den schleswig-holsteinischen Verein kaum einen Blumentopf zu gewinnen:

SK Doppelbauer Turm Kiel 7 - 1 Aachener SV

1 GM Lupulescu 1 : 0 IM Koch

2 GM Salgado Lopez ½ : ½ IM Piceu

3 GM Khenkin ½ : ½ IM Lemmers

4 GM Bjerre 1 : 0 FM Klein

5 GM Dziuba 1 : 0 FM Begnis

6 IM Gavrilescu 1 : 0 IM Coenen

7 GM Meshkovs 1 : 0 FM Meessen

8 IM Barseghyan 1 : 0 Lamby

Etwas mehr Mühe hatte der Hamburger SK mit dem Verein gleichen Namens aus Düsseldorf, doch auch hier wurde es letztlich deutlich. Die Düsseldorfer hatten mit Andrey Orlov den einzigen Russen in ihren Reihen, der sich heute in der Bundesliga ans Brett gesetzt hat. Er wurde in den offiziellen Listen mit der Nationalität "FID" anstelle von "RUS" gekennzeichnet.

Hamburger SK 5 - 3 Düsseldorfer SK

1 GM Svane ½ : ½ GM Bánusz

2 GM Papp ½ : ½ GM Tan

3 GM Engel ½ : ½ GM Orlov

4 GM Kempinski 0 : 1 GM Berelowitsch

5 GM Ernst 1 : 0 GM Levin

6 IM Svane 1 : 0 IM Sorensen

7 GM Heinemann 1 : 0 IM Stark

8 GM Rogozenco ½ : ½ FM Harff

Partien

 

Homepage der Schachbundesliga

Ergebnisdienst des DSB


Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.

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