Corsica Match
Mit Leo Battesti besitzt das französische Schach eine besonders illustre und aktive Galionsfigur. Battesti, 1953 in Bastia geboren, war ursprünglich Rechtsanwalt und war als korsischer Nationalist aktiv. 1978 wurde er deshalb von der französischen Regierung zu Gefängnis verurteilt, 1981 von Mitterand begnadigt. Später arbeitete er als Journalist und war Chefredakteur einer korsischen Wochenzeitschrift. Er engagierte sich in Sport und Kultur, vor allem auch im Schach.

Leo Battesti
Mit dem "Corsican Circuit" organisierte Battesti ein bedeutendes Schnellschachturnier und in seiner "Ligue Corse des Échecs" sind über 4000 der 260.000 Einwohner der Insel angemeldet. Schach wird in so gut wie jeder Schule der Insel unterrichtet.


Beim Schülerturnier


Schachbegeisterung pur
Die heute als "Sofia-Regel" bekannte Vorschrift, die Remisvereinbarungen zwischen Spielern verbietet, geht ursprünglich auf Battesti zurück, der sie als "Corsica-Rule" schon vor Sofia praktizierte.

Battesti mit Susan Polgar 2007
Zur Aufwertung seines Schulschachturniers lädt Batesti, seit 2005 auch Vizepräsident des französischen Verbandes, zwei Stars zu einem Blitzmatch ein. Im letzten Jahr bezwang Teimour Radjabov Magnus Carlsen. Siedmal waren die beiden französischen Spitzenspieler Vladislav TKachiev und Etienne Bacrot zu Gast auf Korsika. Von den Teilnehmern des Schülerturniers wurden sie wie Pop- oder Fußballstars gefeiert.

Bacrot

Tkachiev nimmt ein Bad in der Menge




Tkachiev gewann das schön in Szene gesetzte Match mit 2:0
André Schulz
Fotos: Ligue
Corse des Échecs