Tragische Zeitnot

24.08.2009 – Beim Akropolis-Turnier in Chalkida werden Frauen mit vielen Sonderpreise bevorzugt behandelt und nehmen deshalb dort sehr gerne teil. In diesem Jahr waren aus den Top Ten der Frauenweltrangliste mit Humpy Koneru, Anna Muzichuk, Nana Dzagnidze, Antoaneta Stefanova und Elina Danielian gleich fünf Spielerinnen am Start und machten den Herren das Leben schwer. Die Spitzenplätze blieben ihnen am Ende aber doch verwehrt. Borki Predojevic gewann vor Hristos Banikas und Ioannis Papaioannou. In der ersten Runde kam es zu einem tragischen Zwischenfall. Der bekannte griechische Spieler und Trainer Nikolaos Karapanos erlitt während seiner Partie gegen Dan Zoler in Zeitnot einen Herzanfall. Sein Gegner, zufällig von Beruf Arzt, bemühte sich um das Leben des 43-Jährigen, leider jedoch vergeblich. Das Turnier stand vor dem Abbruch, wurde dann aber nach einem Tag Pause fortgesetzt. Anastasiya Karlovich berichtet ais Chalkida. Mehr...

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Eindrücke vom Akropolis-Turnier 2009
Von Anastasiya Karlovich

Der 22 Jahre alte bosnische Großmeister Borki Predojevic gewann das 24. Akropolis-Turnier 2009, das vom 10. bis 18. August ausgetragen wurde. Dieses Jahr zog “Akropolis” nach Chalkida um, was 70 km von Athen entfernt liegt und Verwaltungshauptstadt von Evia, der zweitgrößten griechischen Insel, ist. Das Turnier war mit 100 Teilnehmern aus 24 Ländern, davon 77 Titelträger, extrem stark besetzt.


Eine der zwei Brücken, die Evia mit dem Festland verbinden.


Die Promenade von Chalkida, wo sich auch das Hotel, in dem gespielt wurde, befand.


Blick von den Festungsanlagen.


Das Meer in der Nähe des Hotels, wo gespielt wurde.

Chalkida ist berühmt, weil man sehen kann, wie die Meeresströmung beim Gezeitenwechsel, der etwa alle sechs Stunden erfolgt, die Richtung ändert.



Leider kam es zu Beginn des Turniers zu einem tragischen Zwischenfall. Am Ende der ersten Runde erlitt der griechische Spieler und Trainer Nikolaos Karapanos am Brett einen tödlichen Herzanfall. Sein Gegner, der Israeli Dan Zoler, zufällig ein Arzt, versuchte vergeblich ihn zu retten. Nikos Karapanos hatte drei Jahre kaum noch gespielt und stattdessen als Trainer gearbeitet. Nach diesem Zwischenfall erwogen die Organisatoren, das Turnier abzusagen. Aber schließlich entschied man, einen Ruhetag einzulegen und zwei Tage später eine Doppelrunde zu spielen. Die Anmerkungen zur letzten Partie von Karapanos stammen von seinem Freund GM Efstratios Grivas http://acropolis-en.skakistikiakadimia.gr/Uploads/media/Acropolis_2009_PR_round1_en.pdf.

Dan Zoler gab die Partie auf und zog sich vom Turnier zurück. Die Organisatoren des 3. Fokika Open 2009, das Anfang September stattfindet, beschlossen dieses Open dem Gedenken an Nikos Karapanos zu widmen.


Ex-Weltmeisterin Antoaneta Stefanova während der Eröffnungsfeier. Im Hintergrund sieht man ihren Trainer Vladko Georgiev.


Ilya Smirin, der Sieger der beiden vorherigen Akropolis-Turniere, tat sich gegen die Damen schwer und landete am Ende auf dem 19. Platz.


Mikhail Gurevich aus der Türkei, 5,5 aus 9, 22. Platz.


Sergei Azarov aus Weißrussland holte 6 aus 9, verlor keine einzige Partie und landete auf dem 5. Platz.


Eduardas Rozentalis aus Litauen, 6 aus 9, 9. Platz. In der letzten Runde spielte er Remis gegen Sergey Azarov und blieb so ebenfalls ohne Niederlage.


Nidjat Mamedov aus Aserbaidschan holte 6 Punkte und beendete das Turnier auf dem 12. Platz.


Vladimir Belov aus Russland spielte in der letzten Runde Remis gegen Oleg Romanishin und wurde mit einer Performance von 2645 Sechster.


Der 15-Jährige Firat Burak aus der Türkei erzielte mit 5 aus 9 eine IM-Norm und spielte dabei eine Performance von 2471.


Anastasios Pavlidis aus Griechenland, 3,5 aus 9.


Der bekannte serbische Journalist und FM Asik Josip holte 5 aus 9 und kam auf eine Performance von 2389.


GM Ioannis Papaioannou kämpfte weiter, während sich Hristos Banikas und Borki Predojevic am ersten Brett schnell auf Remis einigten.
 


17 .Ioannis Papaioannou analysiert mit Freunden.


Nana Dzagnidze und Robert Ris analysieren ihre Partie, während Borki Predojevic kibitzt.


Vladko Georgiev und Dimitris Mastrovasilis analysieren ihre Partie.

Das Akropolis-Open ist eines der wenigen Turniere der Welt, bei dem man auf das Phänomen der Männerdiskriminierung stößt. “Gewinnt eine Frau mehr als einen Preis, dann erhält sie beide“, heißt es in den Turnierregeln. Außerdem gibt es wohl kaum ein Open mit so vielen Sonderpreisen für Frauen. Dieses Jahr nahmen fünf der Top Ten der Frauenweltrangliste am Akropolis-Turnier teil: Humpy Koneru, Anna Muzichuk, Nana Dzagnidze, Antoaneta Stefanova und Elina Danielian.


Die bestplatzierte Frau: Elina Danielian aus Armenien, 5,5 aus 9, sie erzielte eine Performance von 2535.


Humpy Koneru verlor in der letzten Runde gegen Vladko Georgiev und landete mit 5 aus 9 auf dem 32. Platz.
 


Alisa Maric aus Serbien, 4.5 Punkte, 48. Platz.


Eine lächelnde Turkan Mamedjarova aus Aserbaidschan, 3 aus 9.


Mitglieder des griechischen Nationalteams: Anna Maria Botsari und Alexandra Stiri.


Eine Blume von der Organisation für Maria. Der 15. August ist der Tag der heiligen Maria, ein offizieller Feiertag.


Die türkische Delegation wird von Ozgur Salakoglu angeführt.


Pressechef GM Efstratios Grivas sorgte dafür, dass alle Teilnehmer ein schönes Bulletin bekamen und veröffentlichte Turnierberichte auf der Webseite.
 


Die Abschlussfeier fand auf dem eigens geschaffenen Schachbrett in Nähe des Meeres statt.


Ein kleines Mädchen in der Nähe der Vasen.


Die handgefertigte Kopie der Originalvase, die aus dem 5. Jahrhundert vor Christus stammt und sich im Vatikanmuseum befindet. Das Bild auf der Vase diente als Turnierbanner.


Junge Zuschauer bei der Abschlussfeier.


Georgios Makropoulos, Vizepräsident der FIDE und Präsident des Griechischen Schachverbands bei seiner Ansprache.


32. Der Turniersieger Borki Predojevic aus Serbien.


33. Die Gewinnerinnen der Frauenpreise: Elina Danielian, Nana Dzagnidze und Antoaneta Stefanova.


Harika Dronavalli, Anna Muzichuk und Maria Ikonomopoulou gewannen die Preise für das beste Ergebnis bei den Mädchen U-20.
 

 

 


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