06.08.2014 – Die fünfte Runde der Schacholympiade lief nicht gut für die deutschen Mannschaften. Die Herren kamen gegen die nominell schwächeren Kataris nur zu einem Unentschieden und die deutschen Damen verloren 1:3 gegen Frankreich. Ein Highlight der Runde war Vladimir Kramniks spektakulärer Sieg gegen Veselin Topalov. Bericht, Tabellen, Partien...
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Runde 5
Deutschland gegen Katar (Herren)
Georg Meier verfolgt interessiert, was sich bei Arkadij Naiditsch in der Eröffnung tut.
Gegen Katar hatten die deutschen Herren an allen vier Brettern Elo-Vorteile, aber am Ende hieß es zum dritten Mal in Folge 2:2 Unentschieden. Dabei hatte der Kampf gut begonnen. So bekam Arkadij Naiditsch gegen die extravagant wirkende Eröffnungsbehandlung seines Gegners Al-Modiakhi schnell vielversprechenden Angriff, den er mit einem hübschen taktischen Trick erfolgreich abschließen konnte. Dafür konnte Dieter Liviu-Nisipeanu gegen Zhu Chen froh sein, sich mit einem Minusbauern in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufer ins Remis retten zu können.
Georg Meier spielte mit Schwarz gegen Mohammed Al-Sayed und nach einem komplizierten Mittelspiel, in dem Al-Sayed die Möglichkeit zu einem Dauerschach ausgeschlagen hatte, stand schließlich ein Turmendspiel auf dem Brett, in dem Schwarz besser stand, aber nicht gewinnen konnte.
Da David Baramidze mit Schwarz gegen Husein Aziz Nesad bei taktischen Komplikationen einen Bauern eingebüßt hatte und die Partie nach dem Übergang ins Damenendspiel nicht halten konnte, kam es schließlich zum 2:2.
Partien
Deutschland gegen Frankreich (Damen)
Nach der Niederlage gegen Russland in Runde vier trafen die deutschen Damen in Runde fünf auf Frankreich, Nummer 9 der Setzliste, und definitiv kein Aufbaugegner. Entsprechend schwer tat sich die deutsche Mannschaft und verlor am Ende 1:3.
Elisabeth Pähtz
Marie Sebag
An Brett eins hatte Elisabeth Pähtz mit Schwarz gegen Marie Sebag lange Zeit deutlichen Vorteil, den sie jedoch nicht in einen ganzen Punkt verwandeln konnte. So begnügte sie sich am Ende mit einem Remis.
Melanie Ohme
Noch schlechter erging es Melanie Ohme. Sie geriet mit Weiß gegen die Philidor-Verteidigung ihrer Gegnerin bald nach der Eröffnung erst in die Defensive und später in ein schlechteres Endspiel, das sie schließlich verlor.
Tatjana Melamed
Tatjana Melamed musste mit Schwarz in einem Königsinder gegen Pauline Guichard bald nach der Eröffnung mit der deutlich schlechteren Bauernstruktur vorlieb nehmen. Weiß tauschte den strukturellen Vorteil alsbald in das bessere Figurenspiel um. Mit knapper werdender Zeit fand Melamed nicht das richtige Rezept gegen die vielen weißen Möglichkeiten und landete so kurz vor der Zeitkontrolle in einer Verluststellung. Wenig später gab sie auf.
Sophie Milliet
Zoya Schleining
Sophie Milliet und Zoya Schleining trennten sich hingegen in einer Manövrierpartie in verschachtelter Stellung Remis.
Partien
Wo Carlsen spielt, sind die Fotografen und Zuschauer. Um so mehr, wenn der Gegner Aronian heißt.
Die Spitzenbegegnung der fünften Runde war die Partie Levon Aronian gegen Magnus Carlsen beim Kampf Armenien gegen Norwegen. Aronian hatte gegen Carlsen Weiß und stand aus der Eröffnung heraus besser. Doch bevor die Situation zu brenzlig wurde, rettete sich Carlsen mit Hilfe eines Bauernopfers in ein Damenendspiel mit ungleichfarbigen Läufern, das Weiß nicht gewinnen konnte.
Da Gabriel Sargissian gegen Simen Agdestein gewann und die beiden anderen Partien des Kampfes Remis endeten, entschied Armenien das Match mit 2,5:1,5 knapp für sich.
Levon Aronian
Eine weitere Spitzenbegegnung war die Partie zwischen Vladimir Kramnik und Veselin Topalov. Seit ihrem skandalumwitterten WM-Match in Elista 2006 sind die Partien zwischen Kramnik und Topalov nicht nur sportlich brisant. In Tromsø hatte Kramnik das bessere Ende für sich. Er besiegte den Bulgaren in einer taktisch umkämpften einfallsreich geführten Partie.
Mit diesem Sieg rettete Kramnik Russland auch das 2:2, denn Sergey Karjakin hatte mit Weiß überraschend gegen Valentin Iotov verloren, während Peter Svidler gegen Ivan Cheparinov und Ian Nepomniachtchi gegen Krasimir Rusev nicht über ein Remis hinausgekommen waren.
TV ChessBase wird im gesamten Verlauf der Schacholympiade von den Ereignissen live berichten. Im "Studio Tromsø" werden Daniel King und André Schulz viele internationale und deutsche Gäste begrüßen.
Daniel King
André Schulz
Parallel zu den Interviews werden die Toppartien im Server wie gewohnt live per Audio kommentiert, wobei Klaus Bischoff den Löwenanteil der deutschen Kommentierung übernimmt.,
Klaus Bischoff kommentiert auf deutsch
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Johannes FischerJohannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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Der Hyper-Accelerated Dragon ist schnell und scharf. Schwarz entwickelt seinen Läufer sofort nach g7 und kann oftmals d5 in einem Zug spielen und ein Tempo sparen.
Der Hyper-Accelerated Dragon ist schnell und scharf. Schwarz entwickelt seinen Läufer sofort nach g7 und dessen Stärke auf der langen Diagonale a1-h8 kommt gerade gegen die Anti-Sizilianer zur Geltung.
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