U20-WM: Abdumalik baut Führung aus

von André Schulz
21.11.2017 – Aryan Tari verteidigte mit einem Remis seine Führung bei der Junioren-Weltmeisterschaft. In der Mädchen-WM baute Zhansaya Abdumalik ihre Führung mit einem Sieg aus. Die Deutschen holten, nach einer Bergwanderung am Ruhetag, 50%. (Foto: Bernd Vökler)

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Tari verteidigt Führung

Drei Remis lautet die Bilanz in den gestrigen Spitzenkämpfen der Junioren-Weltmeisterschaft. Aryan Tari verteidigte damit erst einmal seine alleinige Führung. Vor der Runde wies er als einziger Spieler 5,5 Punkt, hatte bislang erst ein einziges Remis zugelassen und alle anderen Partien gewonnen. Gestern traf der Norweger auf den 14-jährigen Awonder Liang. Dem US-Amerikaner gelang es dann als zweitem Spieler Tari einen halben Punkt wegzunehmen.

Am zweiten Tisch kam es zum Verfolgerduell zwischen Kirill Alekseenko und Praggnanandhaa R. Alekseenko führt bereits den Titel eines Großmeister und ist mit 2563 Elo Elfter der Setzliste. Der junge Russe stammt ursprünglich aus Wyborg, einer Stadt in Karelien, gleich an der heutigen russisch-finnischen Grenze gelegen. Ursprünglich war Wyborg einmal eine schwedische Gründung, fiel dann in den Kriegen um die Vorherrschaft im Osteesraum an Russland und war schließlich bis zur Zeit des Zweiten Weltkrieges finnisch. Nach dem russisch-finnischen "Fortsetzungskrieg" wurde die Stadt russisch.

Die Familie von Alekseenko zog 2006 nach St. Petersburg und Kiril Alekseenkos Schachkarriere nahm hier einen steilen Aufstieg. 2007 wurde er U10-Jugendeuropameister, 2011 U14-Jugendweltmeister, 2003 U16-Europameister. Außerdem gewann er 2015 Silber bei der U18-Weltmeisterschaft Bronze bei der U16-Weltmeisterschaft im Jahr 2013.

Die Aufsehen erregenden Ergebnisse des indischen Nachwuchsstars Praggnanandhaa R dürften sind inzwischen allgemein bekannt. Der 12-jährige hat bereits 2013 die U8-Weltmeisterschaften gewonnen und 2015 die U10-Weltmeisterschaften. Biologisch ist er den Kinderschuhen noch nicht entwachsen, schachlich schon. So ist es logisch, dass er hier auch schon an den U12-Weltmeisterschaften teilnimmt. Mit seinen Ergebnissen gehört er auch schon zum erweiterten Favoritenkreis. Mit Sicherheit wird Praggnanandhaa R die U20-Weltmeisterschaften gewinnen, wenn nicht in diesem Jahr, dann in einem der folgenden Jahren. Er hat ja noch einige Jahre Zeit, an diesem Turnier teilzunehmen. Vielleicht wird er später als derjenige Spieler in die Schachgeschichte eingehen, der die Junioren-Weltmeisterschaft gleich mehrfach gewann. Praggnanandhaa R kommt aus Chennai. Gibt es da nicht noch einen anderen berühmten Schachspieler? Richtig: Chennai ist die Heimatstadt von Anand. 

Die Partie zwischen Kirill Alekseenko und Praggnanandhaa R endete mit der Punkteteilung. Wahrscheinlich war für Praggnannandhaa mehr drin:

 

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Auch die Begegnung am nächsten Tisch zwischen dem Chinesen Xu Xiangyu und dem Österreicher Valentin Dragnev endete ohne Sieger. Der in Wien geborene Dragnev hatte sich in den vorherigen Runden als Stolperstein für Rasmus Svane und Alexander Donchenko erwiesen. Die beiden jungen deutschen Großmeister mussten in den Runden vier und sechs ihre Punkte an den österreichischen IM abtreten. Dragnev war mit einem Remis gegen Doluweera Minul Sanjula aus Sri Lanka gestartet (Sri Lanka ist ebenso wie Deutschland mit drei Spielern am Start), und hatte dann fünf Partien en suite gewonnen, unter anderem gegen die beiden jungen deutschen Großmeister.

Die Remisen in den Spitzenpartien gab Spielern aus der zweiten Verfolgergruppe Gelegenheit, nach oben aufzurücken. Dies gelang Grigoriy Oparin, nach seinem Sieg über den Franzosen Bilel Bellahcene und einem zweiten russischen Spieler, Semen Lomasov. So umfasst die unmittelbare Verfolgergruppe hinter Tari nun neun Spieler. Die Gruppe der Spieler mit 5 Punkten reicht bis Platz 22.

Was macht das deutsche Trio? Hier gab es gestern alle drei Ergebnisse. Rasmus Svane kam zu einem vollen Punkt gegen den mazedonischen FM Nikola Nikolovski und rückte mit 4,5 Punkten auf Platz 30 vor. Alexander Donchenko spielte remis und Vincent Keymer kassierte gegen den dritten Großmeister die dritte Niederlage.

 

Am Ruhetag unternahmen die Deutschen einen Wanderausflug in die Berge und trafen dort auf Zeugnisse mitteleuropäischer Geschichte in Gestalt eines Denkmals aus dem Jahr 1909, aufgetsellt in Gedenken an die napoleonischen Kriege, in denen das Habsburger Österreich sich gegen ein französisch-italienisches Heer verteidigte.

Kriegerdenkmal (Foto: Bernd Vökler)

Die Geschichte zum Denkmal:

Foto: Bernd Vökler

 

Ergebnisse der 7. Runde

Name Pkt. Ergebnis Pkt. Name
Liang Awonder 5 ½ - ½ Tari Aryan
Alekseenko Kirill 5 ½ - ½ 5 Praggnanandhaa R
Xu Xiangyu 5 ½ - ½ 5 Dragnev Valentin
Bellahcene Bilel 0 - 1 Oparin Grigoriy
Gholami Aryan ½ - ½ Karthikeyan Murali
Aravindh Chithambaram Vr. ½ - ½ Liu Yan
Lomasov Semen 1 - 0 Martirosyan Haik M.
Gagare Shardul ½ - ½ Petrosyan Manuel
Zanan Evgeny ½ - ½ Shevchenko Kirill
Christiansen Johan-Sebastian 0 - 1 Tran Tuan Minh
Yuffa Daniil 0 - 1 Sorokin Aleksey

Partien bis Runde sechs

 

Stand

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Tari Aryan 6,0 0,0
2 Oparin Grigoriy 5,5 0,0
3 Alekseenko Kirill 5,5 0,0
4 Lomasov Semen 5,5 0,0
5 Xu Xiangyu 5,5 0,0
6 Praggnanandhaa R 5,5 0,0
7 Liang Awonder 5,5 0,0
8 Dragnev Valentin 5,5 0,0
9 Sorokin Aleksey 5,5 0,0
10 Tran Tuan Minh 5,5 0,0
11 Karthikeyan Murali 5,0 0,0
12 Liu Yan 5,0 0,0
13 Bai Jinshi 5,0 0,0
14 Petrosyan Manuel 5,0 0,0
15 Shevchenko Kirill 5,0 0,0
16 Aravindh Chithambaram Vr. 5,0 0,0
17 Gholami Aryan 5,0 0,0
18 Moroni Luca Jr 5,0 0,0
19 Zanan Evgeny 5,0 0,0
20 Triapishko Alexandr 5,0 0,0
21 Gagare Shardul 5,0 0,0
22 Salomon Johan 5,0 0,0
23 Begmuratov Alisher 4,5 0,0

147 Spieler

Mädchen-Weltmeisterschaft

In der Mädchen-Weltmeisterschaft steuerte Zhansaya Abdumalik wohl auf einen Titelgewinn zu. Gestern räumte sie mit einem Sieg über die Georgierin Nino Komeriki eine weitere Verfolgerin aus dem Weg und baute ihren Vorsprung auf einen ganzen Punkt aus, da das Duell der Tabellennachbarinnen zwischen Iulija Osmak und Jennifer Yu remis endete.

Die 13-jährige Bibisara Assaubayeva hat ihre Niederlage gegen Abdumalik schon hinter sich, holte gestern gegen die Ungarin Julianne Terbe wieder einen vollen Punkte und führt nun die Gruppe der Spielerinnen mit 5 Punkten an. Bibisara Assaubayeva stammt ebenfalls aus Kasachstan, ist aber in den russischen Verband gewechselt. Bei der letzten U14-Mädchenweltmeisterschaft in Montevideo gewann sie Silber. Neben dem Schach pflegt Bibisara Assaubayeva ein zweites sportliches Hobby, die rythmische Sportgymnastik, und gewann hier in ihrer Altersklasse zweimal die Meisterschaft von Astana. Im Juni 2017 erregte sie einige Aufmerksamkeit, als sie bei der Offenen Europameisterschaft in Minsk gegen starke Großmeister standhielt, unter anderem auch gegen Rasmus Svane, dem sie einen halben Punkt abnahm.

Josefine Heinemann hielt gestern ihre Partie gegen die Weirussin Olga Badelka remis und liegt jetzt auf Platz 15.

Ergebnisse der 7. Runde

Name Pkt. Ergebnis Pkt. Name
Abdumalik Zhansaya 1 - 0 5 Khomeriki Nino
Yu Jennifer 5 ½ - ½ 5 Osmak Iulija
Tsolakidou Stavroula 1 - 0 Nomin-Erdene Davaademberel
Aakanksha Hagawane ½ - ½ Vaishali R
Mammadzada Gunay 4 0 - 1 Paramzina Anastasya
Dordzhieva Dinara 4 1 - 0 4 Khademalsharieh Sarasadat
Assaubayeva Bibisara 4 1 - 0 4 Terbe Julianna
Heinemann Josefine 4 ½ - ½ 4 Badelka Olga
Nie Xin 4 0 - 1 4 Zhu Jiner
Obolentseva Alexandra 4 1 - 0 4 Uuriintuya Uurtsaikh

...

Partien bis Runde 6

 

Stand nach 7 Runde

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Abdumalik Zhansaya 6,5 0,0
2 Osmak Iulija 5,5 0,0
3 Yu Jennifer 5,5 0,0
4 Paramzina Anastasya 5,5 0,0
5 Tsolakidou Stavroula 5,5 0,0
6 Assaubayeva Bibisara 5,0 0,0
7 Khomeriki Nino 5,0 0,0
8 Vaishali R 5,0 0,0
9 Zhu Jiner 5,0 0,0
10 Aakanksha Hagawane 5,0 0,0
11 Obolentseva Alexandra 5,0 0,0
12 Dordzhieva Dinara 5,0 0,0
13 Tokhirjonova Gulrukhbegim 5,0 0,0
14 Nomin-Erdene Davaademberel 4,5 0,0
15 Heinemann Josefine 4,5 0,0

89 Spielerinnen

Links:

Turnierseite...

Ergebnisse bei Chess-results...



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Silvio Z Silvio Z 22.11.2017 09:11
Hallo Peter Leko, nimm mal bitte die Mütze ab. Tust du es nicht, wissen wir, daß du nicht Peter Leko bist.
Mazel_tov Mazel_tov 22.11.2017 02:36
Das ist nicht Leko :-D
Clemens_Allwermann Clemens_Allwermann 22.11.2017 02:19
Ich habe gerade via meine Brille eine Morse-Signal erhalten, dass es Peter Leko ist...

Gruss und Matt in 8.
Euer Clemens A.
FramiS FramiS 22.11.2017 11:24
Ich verwette all mein Geld (zugegebenermaßen nicht allzu viel), dass dies Peter Leko ist, da für jeden mit ein wenig Sinn für Gesichtszüge diese unverkennbar sind. Nur so zum Spaß wird er nicht dort sein, sondern in das Training eines Teils der deutschen Mannschaft involviert sein.
Silvio Z Silvio Z 21.11.2017 08:52
"Ich trainiere ja seit einigen Jahren mit Sergey Ovsejevitsch und habe damit einen Trainer, der mich schon sehr lange kennt." (V. Keymer)

Seit Vincent Keymer nicht mehr mit Artur Jussupow trainiert, ist Sergey Ovsejevitsch der "neue" Trainer, der eigentlich auch der alte Trainer ist.

PS: Peter Leko wird die linke Person nicht sein. Sieht eher wie der Papa von Josefine Heinemann aus.
FramiS FramiS 21.11.2017 02:13
Die Person links neben Rasmus Svane scheint Peter Leko zu sein. Hat er das Training von Keymer übernommen?
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