WM-Pressekonferenz: Ansichten und Einsichten

31.05.2012 – Vishy Anand bleibt Weltmeister. Im gestrigen dramatischen Tie-Break-Match gegen Boris Gelfand verhalfen ihm seine Schnelligkeit, sein Kampfgeist und seine nicht zuletzt als Seriensieger der Mainzer Chess Classic gewonnene große Erfahrung in Schnellschach-Wettkämpfen zu einem knappen Sieg. In der anschließenden Pressekonferenz wirkten beide Spieler noch von der Nervenanspannung des Tie-Breaks gezeichnet, verrieten aber trotz großer Unruhe im Saal geduldig, was sie über den Tie-Break und den Wettkampf insgesamt dachten.Turnierseite...Bericht über die Pressekonferenz...

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Bilder: Videostream Turnierseite



Anand wirkte in der Pressekonferenz erleichtert, aber keineswegs überschwänglich. Zum Schnellschach-Match erklärte er, "Man spielt den Tie-Break einfach. Am Ende hängt es von den Nerven ab. Man kann einfach nur versuchen, sein Bestes zu tun. Man kann nur sagen, dass die Dinge gut für mich gelaufen sind", erklärte Anand in der Pressekonferenz. "Ich glaube, ich kann eigentlich nur sagen, ich habe gewonnen, weil ich gewonnen habe."

Boris Gelfand verwies noch einmal darauf, wie viele Chancen er im Tie-Break ausgelassen hatte. Den Grund sah er in der fehlenden Bedenkzeit. "Wahrscheinlich war mein größtes Problem im Wettkampf, dass ich mehr Zeit verbraucht habe, und wenn man weniger Zeit hat, dann ist es schwer, immer gleich den besten Zug zu finden. Das war bei meinen Fehlern in der zweiten und der dritten Partie so und auch in der vierten Partie hatte ich Vorteile, die ich aber wegen der knappen Bedenkzeit nicht nutzen konnte."

Allerdings sah Gelfand keinen Grund, seine Zeiteinteilung zu ändern: "Tatsächlich habe ich immer so gespielt und damit 90% meiner bisherigen Tie-Break-Partien gewonnen. Ich glaube nicht, dass es gut ist, wegen eines Fehlers alles anders zu machen. Das war meine Vorgehensweise, meine Strategie und deshalb habe ich so gespielt."



Über den Weltmeisterschaftskampf insgesamt meinte Anand, er sei sehr hart gewesen und keiner der beiden hätte dem anderen viel Chancen gegeben, und dass bei einem so kurzen Wettkampf jeder Fehler viel stärker ins Gewicht falle. Deswegen sei die Niederlage in der 7. Partie auch so hart gewesen. "An einen schwärzeren Tag meines Lebens kann ich mich nicht erinnern. Ich konnte nachts einfach nicht schlafen und habe gedacht, ich hätte den Wettkampf weggeworfen. Deshalb bin ich stolz, wie ich in die achte Partie gegangen bin. Ich weiß, das war nicht Boris' allerbeste Partie, aber ich habe einfach mein Bestes gegeben. Die achte Partie war einfach sehr, sehr wichtig für meine Moral."

Zugleich lobte Anand das starke Spiel und die Entschlossenheit Gelfands und meinte: "Ich weiß, dass dieses Match einfach auch anders hätte ausgehen können."



Auf die Frage, ob Gelfand im Laufe des Wettkampfs erfahren hätte, wie viel Aufmerksamkeit das Match in Israel bekommt und wie viele Fans ihn dort unterstützten, meinte Gelfand, diese Unterstützung hätte ihm geholfen und meinte dann, er hoffe, der Wettkampf würde dem Schach in Israel zu mehr Ansehen verhelfen.



Nach seinen Plänen und der Zukunft der Weltmeisterschaften befragt, meinte Anand: "Dieser Wettkampf ist gerade vorbei und schon fragen Sie mich nach dem nächsten. ... Im Moment bin ich einfach nur erleichtert."


Videostream der Pressekonferenz (englisch und russisch)...


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