Was Schlaues gegen die Kleinen

29.04.2016 – Als Vereinsspieler mit 1.e4-Repertoire beschäftigt man sich nur selten mit den "kleinen" Eröffnungen wie Skandinavisch, Aljechin oder Pirc. Andererseits bekommt man die immer häufiger vorgesetzt. Das ist oft unangenehm. Machen Sie etwas dagegen! GM Bojkov zeigt Ihnen in nur einer Stunde viele trickreiche Spielpläne gegen den populären Dd6-Skandinavier. Für Premium-Mitglieder kostenlos! Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...


Dejan Bojkov: No need to fear the Qd6 Scandinavian

Rezension von Holger Blauhut (Rostock)

Mit diesem 60-Minuten-Video möchte Großmeister Bojkov dem Weißspieler die Angst vor Skandinavisch mit Dd6 nehmen, indem er einen gesunden Aufbau gegen die vier Hauptvarianten nach 1.e4 d5 2.exd5 Dxd5 3.Sc3 Dd6 4.d4 Sf6 5.Sf3 zeigt. Bei diesen vier Varianten handelt es sich um die Züge 5…g6, 5…Lg4, 5…a6 und 5…c6. Bei den Bauernzügen a6 und c6, die das Feld b5 unter Kontrolle nehmen, handelt es sich um die Schlüsselvarianten dieser Eröffnung, und sie werden ausführlich behandelt. Bojkov erklärt, wie man den Hauptvarianten begegnet und zeigt Möglichkeiten, wie Weiß um Vorteil kämpfen kann.

Bojkovs erste Analyse befasst sich mit dem Zug 5…Lg4. Schwarz möchte mit der Fesselung des Springers Druck auf d4 ausüben und sich mit Sc6 und 0-0-0 zügig entwickeln. Um dieses zu verhindern, muss Weiß seinerseits Drohungen aufstellen und sehr konkret spielen. Nach 6.h3 Lh5 7.g4 Lg6 8.Se5 Sbd7 9.Sxg6 hxg6 10.Lg2 c6 ist es wichtig, 11.g5 zu spielen. Dieser Zug stört die Koordination der schwarzen Figuren.

Im Video zeigt Bojkov, dass nun weder 10…Sd5 noch 10…Sh5 allzu erfreulich für Schwarz sind. Sollte Schwarz nach 6.h3 den Springer auf f3 schlagen, kann Weiß mit 7.Dxf3 antworten, da Schwarz den Bauern auf d4 wegen der Schwäche auf b7 nicht schlagen kann.

Der Zug 5…g6 zählt, wie auch 5…Lg4, nicht zu den populärsten Varianten. Er erlaubt Weiß, Sb5 zu spielen. Wenn dieser Zug, bei schwarzer Dame auf d6, möglich ist, so sollte man ihn wohlwollend prüfen. Weiß wird dann c4 folgen lassen und den Springer nach c3 zurückziehen. Schwarz muss sich nach Sb5 zwischen Dd8 und Db6 entscheiden, wobei Db6 Weiß einige zusätzliche Angriffsmöglichkeiten einräumt (c4-c5). Ein typisches Motiv steht nach folgenden Zügen auf dem Brett: 5…g6 6.Sb5 Db6 7.c4 c6 8.Sc3 Lg4 9.c5 Dc7 10.Lc4

Die weiße Drohung 11.Lxf7+ funktioniert wegen 11…Kxf7 12.Se5+ Dxe5+ noch nicht.
Aber nach 11.Db3 muss Schwarz e6 spielen und erhält eine
schlechte Bauernstruktur, bei der das Feld d6 schwach ist.

Eine kritische Stellung in der Variante mit 5…g6 entsteht nach 6.Sb5 Db6 7.c4 c6 8.Sc3 Lg7 9.Le2 0-0 10.0-0 Td8 11.h3 Lf5 12.Sa4 Dc7 13.Le3 Sbd7

Wenn Schwarz es schafft, e5 zu spielen und den weißen d-Bauern zu tauschen,
hat er keine Probleme mehr und steht wegen der guten Läufer sogar etwas besser.
Deshalb muss Weiß mit 14.Tc1 fortsetzen, um e5 mit d5 beantworten zu können.

Der Variante 5…c6, die Bojkov „Tiviakov-Skandinavisch“ nennt, widmet der Großmeister zwei Videoclips. Versuche, auf 5…c6 mit Lc4 oder Se5 zu reagieren, ließen Schwarz bisher recht problemlos überleben. Bojkovs Empfehlung ist der Zug 6…g3, welcher die Läuferentwicklung nach g2 und f4 vorbereitet. Es kann dann so weitergehen: 6…Lg4 7.Lg2 e6 8.0-0 Le7 9.Lf4 Dd8 (9…Db4 ist eine andere Möglichkeit) 10.h3 Lh5. 11.g4 Lg6 12.Se5. Weiß bekommt das Läuferpaar und wird nach Se2 und Lg3 beginnen, seine Bauern am Damenflügel in Bewegung zu setzen.

Sollte Schwarz 10…Lxf3 spielen, so ist der d-Bauer nach 11.Dxf3 tabu. Auf 11…Dxd4 folgt

12.Sb5 und nach 12…cxb5 folgt 13.Dxb7

Schwarz steht mit 5…a6 eine aggressivere Möglichkeit zur Verfügung, das Feld b5 zu decken. Anschließend übt der Nachziehende mit den Entwicklungszügen Lg4 und Sc6 Druck auf d4 aus. Bojkov empfiehlt 6.Ld3. Dieser Läuferzug bereitet Se4 vor (was z. B. nach 6…b5 sofort gespielt werden könnte). Nach einem Abtausch der Springer auf e4 wäre der Läufer auf der Diagonalen h1-a8 perfekt positioniert. Wenn Schwarz auf Ld3 mit 6…Lg4 reagiert, kann es so weitergehen: 7.0-0 e6 8. Se4 Sxe4 9.Lxe4 c6 10.h3 Lxf3 11.Dxf3

Sollte Schwarz nun den Bauern mit 11…Dxd4 schlagen, erhält Weiß ausreichend Kompensation: 12.Td1 Df6 13.Db3 b5 14.a4 oder 12…De5 13.Lf4 Df6 14.Dg3 Sd7 15.Txd7 Kxd7 16.Td1+ Kc8 17.Lxc6 und Weiß gewinnt. In der Hauptvariante setzt Schwarz mit 6…Sc6 fort. Weiter geht es mit 7.0-0 Lg4 8.Se4 Sxe4 9.Lxe4 g6 10.c3 Lg7 11.Db3 Tb8 12.h3 (12.Lf4 Dxf4 13.Lxc6+ bringt nichts wegen 13…Kf8) Lxf3 13.Lxf3 0-0 14.Le3

Weiß hat das Läuferpaar und Raumvorteil.

Fazit

Ich hätte mir gewünscht, dass in diesem Video etwas mehr Gewicht auf typische Motive gelegt worden wäre, und dafür hätte auf die eine oder andere lange Variante verzichtet werden können. Wer nicht genau weiß, wie er dem Dd6-Skandinavier begegnen soll, erhält mit Bojkovs Video eine gute Einführung, die für die meisten Vereinsspieler ausreichend sein sollte.

Dejan Bojkiv: No need to fear the Qd6 Scandinavian

 

• "60 minutes" Trainingsvideo (English)

 

€ 9,90

Lieferbar nur per Download!

Jetzt im ChessBase Shop bestellen.

 

Tipp: "60 minutes" kostenlos!

Mit der Premium-Mitgliedschaft für playchess/ChessBase Accounts
können Sie diesen und viele weitere Trainingskurse aus der Reihe
"60 minutes" kostenlos im ChessBase Video-Portal aufrufen:
http://videos.chessbase.com/
Auch über iPAd, Tablet oder OS X!

Jetzt Premium-Mitgliedschaft bestellen.

 

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors