02.08.2012 – Das Bieler Großmeisterturnier blieb bis zum Ende spannend. Die erste Entscheidung
fiel allerdings schnell, denn Anish Giri, der mit Schwarz gegen Wang Hao spielte,
verrechnete sich in einer taktisch komplizierten Stellung und manövrierte
sich kurz nach Abschluss der Eröffnung in eine verlorene Stellung. Keinen
Einfluss auf den Turniersieg hatte die Partie zwischen Hikaru Nakamura und Viktor
Bologan, in der Bologan es erneut mit dem Wolga-Gambit versuchte, dem Gambitbauern
lange hinterher lief und im Endspiel schließlich verlor. Damit entschied
die letzte Partie des Turniers über den Turniersieg und in der brauchte Magnus
Carlsen unbedingt einen Sieg gegen Etienne Bacrot, um das Turnier noch zu gewinnen.
Ein Gewinn von Carlsen schien jedoch lange Zeit in weiter Ferne zu liegen, denn
Bacrot hatte keine Mühe gehabt, in der Eröffnung auszugleichen und war
im Mittelspiel sogar in Vorteil gekommen. Diesen Vorteil gab er beim Übergang
ins Endspiel jedoch aus der Hand und musste so noch eine Reihe präziser Züge
finden, bevor Carlsen seine Gewinnversuche einstellte und ins Remis einwilligte.
Damit war Wang Hao Turniersieger und Carlsen Zweiter.Turnierseite...Ergebnisse, Bilder, Partien, Videos...
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Ergebnisse der 10. Runde:
Wang Hao
1-0
A. Giri
H. Nakamura
1-0
V. Bologan
M. Carlsen
½-½
E. Bacrot
Schlussstand
Traditionelle Tabelle
3-Punkte-Tabelle
Bilder: Fotos: Pascal Simon
Wang Hao behielt die Nerven und gewann in der letzten Runde eine mutige Partie
gegen Anish Giri. Insgesamt gewann Wang Hao sechs Partien, verlor drei und machte
nur ein Remis. Dieser Kampfgeist wurde durch die 3-Punkte-Regel belohnt. Nach
traditioneller Wertung hätte Carlsen mit 7 aus 10 gewonnen und Wang Hao wäre
mit 6,5 aus 10 Zweiter geworden, nach der 3-Punkt-Regel liegt Wang Hao mit 19
Punkten einen Punkt vor Carlsen.
Anish Giri übersah eine taktische Möglichkeit am Ende einer langen Variante
und landete schnell in einer Verluststellung.
Wang Hao, Anish Giri und Klaus Bischoff besprechen die Partie
Magnus Carlsen stand nach eigener Aussage im Mittelspiel schlechter, bekam dann
aber noch einmal Gewinnchancen im Endspiel, die aber nicht groß genug waren.
Carlsen blieb als einziger Spieler in Biel ohne Niederlage und wurde mit einem
Ergebnis von +4 zwar "nur" Zweiter, aber gewann dennoch Elopunkte.
Etienne Bacrot zerstörte Carlsens Hoffnungen auf einen Turniersieg.
Magnus Carlsen und Etienne Bacrot bei Klaus Bischoff
Hikaru Nakamura gewann seine letzten beiden Partien und kommt auf +2. Er selbst
bezeichnete sein Turnier als "seltsam": "Ich habe die Partien,
die ich gut gespielt habe, verloren, und die gewonnen, in denen ich okay gespielt
habe." Dabei hatte Nakamura vor allem seine beiden Verlustpartien gegen Wang
Hao im Sinn, in denen er nach eigener Aussage in beiden gut gestanden und doch
verloren hatte.
Viktor Bologan sprang nach Runde zwei als Ersatzmann für Alexander Morozevich
ein und kämpfte in jeder Partie. Allerdings ohne viel Glück. Er gewann
eine Partie, machte ein Remis und verlor sechs Mal.
Nakamura spricht über seine Partie gegen Bologan, sein Turnier und die
Chancen der USA-Mannschaft bei der Olympiade in Istanbul
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