Master Class Garry Kasparov

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"Es macht keinen Sinn, wie ein Idiot zu verlieren"

25.10.2008 – In der achten Partie hatte zum ersten Mal in diesem Wettkampf Kramnik, mit den weißen Steinen spielend, die besseren Aussichten. Anand hatte die Wiener Variante des Damengambits gewählt und war mit einem neuen Zug, 10...Lxb5, auf selten gespieltes Terrain ausgewichen. Anands König verblieb erneut im Zentrum, so wie in allen seinen bisherigen drei Gewinnpartien. Diesmal verursachte der unrochierte König jedoch einige Kopfschmerzen und erforderte vom Inder sehr aufmerksames Spiel. Kramnik drückte, aber sein Druck reichte nicht aus, um zum ersten vollen Punkt zu kommen, zumindest nicht gegen Anand, der in diesem Wettkampf noch nicht einen Moment Schwäche gezeigt hat. Um in den verbleibenden vier Partien noch seine Chance auf den Wettkampfsieg zu nutzen, müsste Kramnik über seinen Schatten springen. Auf der gestrigen Pressekonferenz hat er angedeutet, wie er dazu steht: "Es macht Sinn, bei einem Rückstand etwas zu riskieren, aber es macht keinen Sinn, wie ein Idiot zu verlieren". Die Bilder des Tages...
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Zum ersten Mal Vorteil
Von André Schulz
Fotos: Wolfgang Rzychon


Der Bonner Posttower, davor ein paar Brieftauben (oder Möwen?)




In der Rheinaue geht Kramnik bei seinen Bonner Einsätzen gerne spazieren.


Die Bundeskunsthalle

Der Umstand, dass die Weltmeisterschaft zwischen Anand und Kramnik in Deutschland, in Bonn stattfindet, ist auch ein Verdienst von Peer Steinbrück. Der jetzige Bundesfinanzminister hatte von seiner Großmutter das Schachspiel gelernt und ist seitdem von diesem seltsamen Virus infiziert. Schon zu Zeiten als Ministerpräsident von NRW hatte er davon geträumt, einmal eine richtige Weltmeisterschaft in sein Bundesland zu holen. Mit der Bundeskunsthalle und dem dortigen Forums-Chef Stephan Andrea fand man eine tolle Bühne und einen Partner, der Schach zur Kunst zugehörig betrachtet.

Peer Steinbrück hat selber schon gegen Vladimir Kramnik in der Bundeskunsthalle gespielt, sich gut gehalten und ehrenhaft verloren. Vor zwei Jahren sollte hier eigentlich der Wiedervereinigungswettkampf zwischen Kramnik und Topalov stattfinden. Doch im letzten Moment machte Topalov oder sein Manager Danailov oder die FIDE einen Rückzieher. Ersatzweise wurde dann der Wettkampf zwischen Deep Fritz und Kramnik in der Kunsthalle anberaumt. Und vor diesem stand Topalov dann doch zum Wiedervereinigungswettkampf bereit, der dann allerdings in Elista - mit den bekannten Nebengeräuschen - ausgetragen wurde.


UEP-Präsident Josef Resch erläutert Bundesfinanzminister Peer Steinbrück


Alte Bekannte: Steinbrück und Kramnik


Händeschütteln der Kontrahenten


Steinbrück begrüßt Anand

Natürlich hatte sich "Peer Steinbrück" seine Weltmeisterschaft dick in den Terminkalender eingetragen und wollte zur Eröffnung sicher dabei sein. Auch bei seinen Partiefreunden von der SPD hatte er den Termin angemeldet, damit diese nicht etwa zur Unzeit wichtige Sitzungen abhalten würden. Dann machte dem Bundesfinanzminister die weltweite Bankenkrise einen Strich durch die Rechnung. Wenn die Ersparnisse der Bürger auf dem Spiel stehen, kann der Finanzminister natürlich nicht zum Schachspielen gehen. Inzwischen ist die Krise zwar nicht vorbei, aber wichtige Maßnahmen zu ihrer Behebung wurden beschlossen.


Der erste Zug


1.d4. Steinbrück selbst hätte 1.e4 gezogen








Heute keine Meraner Variante






Die Zuschauer


Josef Resch und Peer Steinbrück

Peer Steinbrück hatte sich den ganzen Tag "frei" genommen und blieb bis zum Schluss der Partie. Obzwar er bisher nicht selbst beim Wattkampf dabei sein konnte, hat er alle Partien des Wettkampfes in Berlin nachgespielt und sich ein Urteil gebildet: "Kramnik sollte in seinen Eröffnungen variabler sein und wie Anand mehr variieren."

Zum großen Bedauern von Organisator Alfred Seppelt hat der Finanzminister bisher nie Zeit gefunden, am Berliner Politikerschachturnier teilzunehmen. Als Familienmensch nutzt Steinbrück stattdessen jede Möglichkeit, an den Wochenenden seine Familie zu sehen.

Wer sich die Partie erklären lassen will, geht in die Ostgalerie. Dort stehen zwei Kommentatoren bereit. Dr. Helmut Pfleger und im Wechsel Artur Jussupow oder Klaus Bischoff.



Der Bamberger Arzt und Großmeister Dr. Helmut Pfleger ist für seine unterhaltsame Art des Kommentierens bekannt. "Mich hat der feuilletonistische Zugang von Martin Beheim-Schwarzbach (Knaurs Schachbuch) zum Schach beeindruckt und geprägt", erläuterte Pfleger. Erst im NDR, dann im WDR hat er über 20 Jahre Schach kommentiert und die Denkpausen zwischen den Zügen mit Anekdoten gefüllt. In der Zeit und in der Welt am Sonntag publiziert er allwöchentlich pointierte Schachkolumnen. Einmal im Jahr ruft er zusammen mit dem Ärzteblatt die Ärzte zum Schach. Weil er nie sprachlos ist, ist Pfleger ein gefragter Interviewgast und hat während des Wettkampfes schon zahlreiche Studiobesuche beim Hörfunk oder TV absolviert.


Das WDR-Team, links Fußballkommentator Thorsten Winkler, dreht für die Tagesthemen und die Sportschau (Beitrag ist die heutige Ausgabe geplant)


Pfleger wird befragt

Ergänzend zu den Kommentatoren ist ein begleitendes Schachkulturprogramm installiert. Nach Stefan Meyer-Kahlen, Prof. Christian Hesse, Matthias Deutschmann und der Musikerin Vaile bestritten gestern der Kunstprofessor Ernst Strouhal und der Galerist und Zauberei-Theoretiker Volker Huber das Programm. Thema des Gesprächs war "Das Denken in Grenzbereichen und wo Vernunft überhaupt endet". Schach sei kein Sport hat Robert Hübner ja in seiner Glosse für die Frankfurter Allgemeine erläutet. Ist es etwa Zauberei?


Prof. Ernst Strouhal und Volker Huber


hinten: Jussupow und Pfleger betrachten den Rechner etwas fassungslos


Was ist denn das?


Wenn es Probleme gibt, kommt der Techniker Guido Kohlen (Mitte) und löst sie.

Das Pressezentrum war zur Eröffnung prall gefüllt. Nach dem ersten Tag ist es ruhiger geworden und man findet im Pressezentrum die Journalisten, die immer auf Schachturnieren zu finden sind. Wenn Anand spielt, reist eine Gruppe indischer Journalisten an und berichtet in die Heimat, was ihr populärster Sportler (natürlich erst nach allen Kricketspielern des Subkontinents) leistet. Insgesamt haben sich bei dieser WM über 400 Journalisten akkreditieren lassen.


Pressesprecher Rolf Behovits


Kema Goryaeva und Assistentin von der UEP


Rob Huntington schreibt für AP


Martin Breutigam versorgt verschieden Zeitungen


Ian und Cathy Rogers


Die Inder haben gute Nachrichten für ihre Landleute

Schließlich muss Vladimir Kramnik seine Bemühungen, zum ersten ganzen Punkt zu kommen, einstellen. Gegen Anands aufmerksame Verteidigung gab es kein Durchkommen.

Nach der Partie versammeln sich Zuschauer und Presseleute in der Ostagalerie, wo die Spieler zur Pressekonferenz erwartet werden.


Die VIPs sitzen in der ersten Reihe


Links im blauen Hemd: Dirk Poldauf

Zum Turnier dazu gehören auch vier Hostessen, die auf der Pressekonferenz die Hauptsponsoren Gazprom und Evonik repräsentieren.



Wer die jeweils vier jungen Damen, die im Wechsel bei der Pressekonferenz hinter Moderator Klaus Bischoff und den beiden Spielern stehen, ein paar Tage lang gesehen hat, kann sich schon gar nicht mehr vorstellen, wie Schach-Pressekonferenzen ohne sie stattfinden können.



Ihre Hauptaufgabe ist es, zusammen mit ihren Schärpen fotografiert zu werden. Diese Aufgabe erledigen sie routniert und erfolgreich, wie man sieht. Dann kommen die Spieler



Auch Anand und Kramnik machen Werbung. Anand trägt abwechselnd Hemden und Pullover seiner Sponsoren AMD und Niit. Viele indische Spieler werden von Wirtschaftsunternehmen unterstützt, die z.B. alle Aufwendungen bei Turnierteilnahmen bezahlen. Vladimir Kramnik trägt einen Sticker seines Sponsors Eurocement am Revers.

Nachdem die beiden Spieler ihre Statements abgegeben haben, dürfen die anwesenden Journalisten Fragen stellen. Meist werden diese von Großmeistern wie Ian Rogers, Igor Nataf oder Miguel Illescas formuliert, die bestimmte Varianten anfragen oder etwas über die Matchstrategie wissen wollen.



Klaus Bischoff, der schon seit viel Jahren in Dortmund kommentiert und im letzten Jahr die Bundesliga als Kommentaor begleitet hat, leitet die Pressekonferenz souverän und mit schwäbischem Humor.



"Natürlich muss man bei diesem Wettkampfstand etwas riskieren, aber es macht keinen Sinn, wie ein Idiot zu verlieren."

 

 

 

 

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