12-Stundenblitz in Kuppenheim

11.05.2007 – Die Kuppenheimer Wörtelhalle und das Internet sind der Schauplatz des diesjährigen 12-Stunden-Blitzturniers, das heute Abend um 19.30 Uhr (Anmeldeschluss) beginnt. Neben zahlreichen lokalen Blitzexperten haben sich auch einige internationale Schnellspieler angekündigt, z.B. der griechische Topspieler Stelios Halkias. Als auswärtiger Topgast wird (hoffentlich) wieder Loek van Wely über den Fritzserver hinzugeschaltet. Seine vierte Teilnahme in Folge bestreitet der hohe Niederländer aus dem vierten Land. Nach Tilburg, New York und Turin befindet er sich nun in zur Zeit in Baku. Seine schwerste Aufgabe hat er erfüllt, wenn er es rechtzeitig schafft, zum Start am Rechner zu sitzen - was bisher immer gelang. Die Kuppenheimer Gegner können dann immerhin in den 55 Partien gegen den Top-Großmeister hoffen, dass dessen Leitung zusammenbricht oder dass man ihn gerade wegen Feierabend aus dem Internet-Café werfen möchte. "Kingloek" hofft indes auf moralische Unterstützung der Zuschauer auf dem Fritzserver. Sollte van Wely diesmal keinen Internetanschluss finden, steht Henrik Teske als Ersatzmann bereit.Turnierseite und Infos...schach.de...Vorbericht....

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Loek van Wely spielt diesmal von Baku aus mit
Vierte Teilnahme im vierten Land – und vierter Erfolg beim Kuppenheimer 12-Stunden-Blitz? / Fußball-Raubein hat zwei Probleme
Von Hartmut Metz


Raubein beim Fußball, Gentleman am Brett: Loek van Wely

Schach-Großmeister Loek van Wely hat zwei Probleme. Das eine wird er wohl wie immer lösen, wenn er am Freitag in der Wörtelhalle beim 12-Stunden-Blitz der Caissa-Rochade Kuppenheim mitspielt. Der Niederländer benötigt die Nacht über einen Internet-Zugang, um als einziger online am 19. Sparkassen-Cup teilzunehmen. Diesmal eine besonders knifflige Aufgabe, denn der Weltranglisten-36. spielt derzeit ein Turnier in Aserbaidschan. Der „Präsidenten-Cup“ in der Hauptstadt Baku endet just erst wenigen Stunden vor dem Auftakt um 20 Uhr. Danach braucht van Wely eine zuverlässige Verbindung nach Kuppenheim, um die rund 55 Partien auf dem Chessbase-Server www.schach.de ununterbrochen bestreiten zu können.


Raubein beim Fußball, Gentleman am Brett: Loek van Wely.

Wie schwierig das manchmal sein kann, musste der Profi schon in den Vorjahren erkennen. Saß der Titelverteidiger bei seinem ersten Erfolg 2004 noch bequem zu Hause in Tilburg, wurde es für van Wely in New York schon unkomfortabler. Der Hattrick war 2006 in Turin bei der dortigen Schach-Olympiade in Gefahr: Im Olympischen Dorf wollten ihn Carabinieri nachts aus dem Internet-Raum vertreiben - doch mit einer kleinen Bestechung, einer Einladung im Falle eines erneuten Sieges beim Sparkassen-Cup – verhinderte der wortgewandte Holländer einen Rauswurf. Der 35-Jährige überstand anschließend auch noch technische Probleme, die ihn drei Punkte kosteten. Am Schluss lag der Weltklasse-Großmeister aber erneut vor den 73 Gegnern. Im Finale schlug van Wely den Kuppenheimer Spitzenspieler Jean-Noel Riff.

Weil der Franzose passen muss, dürften diesmal der bulgarische Internationale Meister (IM) Krasimir Rusew und IM Andreas Schenk zu den Hauptkonkurrenten zählen.

Letzterer ist der stärkste gebürtige Mittelbadener aller Zeiten. Der Bühlertaler mit einer Weltranglistenzahl von 2517 Elo spielt seit Jahren beim deutschen Meister OSC Baden-Baden. In zwei Partien, die am Samstagmorgen die vier Punktbesten in den Play-offs austragen, ist Blitzdenker „Schenk auch durchaus eine Überraschung gegen den Topfavoriten van Wely zuzutrauen“, meint Markus Merklinger, Präsident der Caissa-Rochade Kuppenheim. Zudem meldeten sich kurz vor Toreschluss der Israeli Leonid Gofshtein (2547) und der Grieche Stelios Halkios (2569) an. Beide Großmeister zählen natürlich auch zu den Anwärtern fürs Playoff-Halbfinale.

Der Preisfonds inklusive der Sachpreise von Chessbase und Edition Olms lag in den Vorjahren bei rund 3.000 Euro. Die exakte Höhe hängt von der Teilnehmerzahl ab. Das Startgeld beträgt 20 Euro (Anmeldeschluss: 19.30 Uhr) und fließt komplett den Erfolgreichsten in der A-Gruppe zu. Der Gewinner des 19. Sparkassen-Cups erhält Preise im Wert von 1.000 Euro. Das darin enthaltene Chessbase-Megapaket geht jedoch bei einem Sieg von van Wely an seinen Final-Gegner vor Ort. Die Vorrunde dauert etwa 25 Runden. Danach teilt Turnierleiter Alexander Hatz die Spieler nach den errungenen Zählern in Leistungsgruppen ein. In diesen spielt jeder gegen jeden. Die Besten in den Trostrunden erhalten Sachpreise. Die Sieger der Gruppen ein aktuelles Fritz-Programm. Zudem gibt es eine Sonderwertung für Vereine: Die vier erfolgreichsten Mitglieder eines Klubs kommen dabei in die Wertung. Bei mehr Gemeldeten hat man den Vorteil, die schlechtesten Ergebnisse streichen zu können.

Der reisefreudige Loek van Wely startet bei seiner vierten Teilnahme in Kuppenheim vom vierten Land aus. Ob ihm das nach dem Hattrick den vierten Erfolg beim Sparkassen-Cup beschert, steht noch in den Sternen. Der Holländer hat nämlich ein besonderes Handicap: Fern der Wörtelhalle kann der Weltranglisten-36. seine Rivalen von Baku aus nicht zu einem Fußballspiel verführen! Sein zweites, ein gewaltiges Problem! In seinem Artikel über das Turnier in Monaco berichtet van Wely nach 1:5 Punkten, dass „am Horizont ein Silberstreifen auftauchte, denn am zweiten Ruhetag sollte ein Fußballspiel stattfinden! Vor einigen Jahren mussten in Wijk aan Zee in Konsequenz einer derart gefährlichen sportlichen Betätigung zwei Spieler ins Krankenhaus eingeliefert werden. Gerüchte besagen, dass ich bei den Fouls, die dazu führten, verdächtig nahe am Tatort war. Aber das sind eben nur Gerüchte …“, schreibt van Wely im Magazin „Schach“ über Monaco und setzt fort: „Meine Gegner der letzten drei Runden hießen Swidler, Vallejo und Carlsen – sie würden bestimmt mitspielen! Leider gelang es Swidlers Frau, Peter davon zu überzeugen, dass das Fußballspielen zu riskant sei. Aber jetzt kommt das eigentlich Sensationelle: Ich besiegte ihn trotzdem!“

Der 16-jährige Magnus Carlsen war auch einer der Anwärter auf die Online-Teilnahme, schließlich wäre die Live-Übertragung auf www.schach.de damit auch äußerst attraktiv gewesen. Der norwegische Jungstar gab letztlich vor, ihm sei das Blitzturnier so kurz vor dem WM-Kandidatenmatch gegen Lewon Aronjan doch zu anstrengend. Fürchtete Carlsen aber in Wahrheit Tritte von van Wely? Wie viele Schach-Heroen trauen sich nun noch, beim Sparkassen-Cup gegen das Fußball-Raubein anzutreten?

 

 

 

 

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren