23. März 1963

27.03.2013 – Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren begann in Moskau die Weltmeisterschaft zwischen Michail Botwinnik und Tigran Petrosian. Zweimal hatte Botwinnik den Titel schon verloren, ihn sich aber im Revanchematch zurückgeholt - gegen Smyslow und Tal. Inzwischen hatte die FIDE das Recht auf einen Revanchekampf abgeschafft. Botwinniks neuer Gegner hieß Tigran Petrosian. Wie so oft startete Botwinnik gut und gewann die 1. Partie am 23. März 1963. Vor 50 Jahren...

Vor 50 Jahren: Schach-WM-Kampf Michail Botwinnik – Tigran Petrosjan

Vor 50 Jahren schrieben wir das Jahr 1963. Es gab keine Schachcomputer, kein Smartphone, kein E-Mail Account, kein Internet, kein e-Book, kein Telefax, keine Hybridautos und keine Solardächer auf Eigenheimen.

1963 gab es jedoch einen bemerkenswerten Schach-WM Kampf zwischen dem Titelverteidiger Michail Moissejewitsch Botwinnik und dem Herausforderer Tigran Wartanowitsch Petrosjan in Moskau. Ein bereits traditionell eingeführter Austragungsort der Schach-WM. Beide Schachgroßmeister erlernten einst mit jeweils 12 Jahren das Königliche Spiel. Michail Botwinnik gewann mit 14 Jahren gegen den amtierenden Weltmeister José Raoul Capablanca im Rahmen einer Simultanveranstaltung in Leningrad. Auch das Talent von Tigran Petrosjan zeigte sich früh und mit 17 Jahren war er Jugendmeister der UdSSR. Die Vom 23. März bis 22. Mai 1963 trugen Michail Botwinnik und Tigran Petrosjan ihren Kampf um den Schachweltmeistertitel aus.

Tigran Wartanowitsch Petrosjan hatte das legendäre Kandidatenturnier von Curacao 1962 vor Paul Keres, Efim Geller und dem jungen Bobby Fischer gewonnen. Der US-amerikanische Schachbesessene monierte Austragungsmodus und die Remisfreundlichkeit der Duelle zwischen den ,,sowjetischen Schachspielern“. Die FIDE stellte danach auf K.o. System um. Doch zurück zum Jahr 1963. Botwinnik betrieb eine akribische Vorbereitung. Der aus einer gut situierten jüdischen Zahnarztfamilie stammende Weltmeister legte Dossiers seiner Schachkontrahenten an. Die gründliche Vorbereitung auf seine Gegenspieler war ein Markenzeichen von Michail Botwinnik. Der Brillenträger sollte eigentlich Doktor der Naturwissenschaften werden. Die Faszination des königlichen Spiels war stärker. Der Weltmeister trug die Schachkrone bereits 1948 bis 1957 sowie von 1958 bis 1960. Der 51-Jährige Michail Botwinnik hatte zwei Jahre zuvor im Jahr 1961 gegen Michail Tal seinen Schachweltmeistertitel in einem Revanchematch in Moskau wieder erobert.

Sein Kontrahent Tigran Petrosjan galt als sehr geschickter Defensivkünstler. Der feinsinnige Armenier perfektionierte über Jahre seine Qualitäten in der prophylaktischen Verteidigung einer Stellung auf dem Schachbrett.  An seinem Abwehrbollwerk sollten sich zahlreiche renommierte Schachgroßmeister der Welt die Zähne ausbeißen. Es war äußerst schwer ihn zu bezwingen. Heutige Schachhistoriker verweisen auf die beeindruckende Bilanz bei 10 Schacholympiaden. In 130 Partien gab es 79 Siege, 50 Remis und nur eine Niederlage. Diese Verlustpartie bereitete ihm der deutsche Schachgroßmeister Robert Hübner 1972 in Skopje.

Mit einer Niederlage startete Tigran Petrosjan auch in den Schach WM-Kampf gegen Michail Botwinnik am 23. März 1963.

1. Partie

 

Von Michael Wiemer

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