Aronian gewinnt FINet-Chess960-Turnier

13.08.2005 – Levon Aronian gewann bei den ChessClassic Mainz das FiNet-Chess960-Turnier vor Ivan Sokolov und Klaus Bischoff. Der Titel bei der Chess960 Computer-WM ging an das deutsche Programm "Spike". Für überraschte Reaktionen sorgte Alexander Grischuk. Der Wettkampfgegner von Vishy Anand tauchte  auch noch als Teilnehmer beim Ordix-Open auf. Nachdem er nach sechs von acht Partien im Wettkampf mit 2:4 zurück liegt, will er offenabar im Open noch ein paar Erfolge sammeln. Zoltan Almasi konnte bei der FINet-WM im Chess960 gegen Peter Svidler den zweiten Tag ausgeglichen gestalten, machte aber auch keinen Boden gut. Turnierseite...Bericht, etc. und viele Bilder...

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Der Rhein bei Mainz


Dieser Bestuhlungsvorschlag fand beim Turnier keine Verwendung

Grischuk geht hart mit sich ins Gericht
Russe tritt nach 0,5:3,5-Rückstand gegen Anand im Ordix Open an!

Von Hartmut Metz
Fotos: Carsten Straub

Viswanathan Anand (Indien) hat seinen Vorsprung bei der Schnellschach-WM in der Mainzer Rheingoldhalle weiter ausgebaut. Zur Halbzeit des Wettkampfs liegt der Russe Alexander Grischuk nach einem Remis und der dritten Niederlage im vierten Duell mit 0,5:3,5 zurück. Der 21-Jährige stand bei der Pressekonferenz noch immer unter Schock: „Die Presse wird schreiben, dass Vishy Glück hatte – aber das ist Bullshit! So wie ich spiele, verdiene ich es nicht besser“, ging der verzweifelte zweifache Ordix-Open-Sieger der Jahre 2003 und 2004 hart mit sich ins Gericht. Kein Zweifel: Der „Tiger von Madras“ wird sich seinen achten Chess-Classic-Sieg nun nicht mehr nehmen lassen. Die vier ausstehenden Partien (Samstag und Sonntag jeweils um 18.30 und 20 Uhr) bei der GrenkeLeasing Championship kann Grischuk höchstens noch zur Resultatskosmetik nutzen. Vorsichtig wie stets kommentierte Anand jedoch: „Natürlich ist die Drei-Punkte-Führung ein Ruhekissen – aber es ist besser, sich nicht auf dem Polster auszuruhen und den Gedanken daran zu vertreiben.“


Anand

Die dritte Partie des Zweikampfs wirkt nur auf den ersten Blick wie ein lustloses Remis nach 24 Zügen. „Vishy hat wohl 15…Sxg4 übersehen. Danach steht Schwarz ganz passabel. Mit 16.Lg3 wählte er die komplizierteste Fortsetzung.“ Das kann man wohl sagen: In der Folge opferte erst Anand im 20. Zug die Dame, die Grischuk drei Züge später wieder gleich zurückgab. Im vierten Duell geriet der Weltranglistenelfte in erneute Zeitnot, die ihn letztlich den vollen Punkt kostete. Der Weltranglistenerste Anand war einmal mehr viel schneller als der Herausforderer und hatte am Schluss noch rund sieben Minuten auf der Uhr. Grischuk unternahm mit nur noch ein paar Sekunden ein Verzweiflungsopfer, um nach einem letzten Schach im 42. Zug aufzugeben. „Wir brauchen gar nicht darüber zu diskutieren, wo ich was verpasst habe. Ich hätte alles Mögliche spielen können – aber Hauptsache schnell!“, verwies der Herausforderer auf sein Hauptmanko. Beispielsweise ist 34.Sxe6 viel stärker, weil Kxh7 wegen 35.Sxc5 ungeachtet des Qualitätsgewinns positionell hoffnungslos ist. Anand beabsichtigte stattdessen 34…Dxe6, was vielleicht noch gerade zum Remis reicht. „Alexander trug den Angriff sehr gut vor. Ich stand ungeachtet des Mehrbauern äußerst unangenehm. Er spielte heute besser“, räumte der Inder nach der Gratwanderung ein. Grischuk hat derweil das WM-Match abgehakt! Am Samstagmorgen meldete er für das Ordix Open! Die zwei zusätzlichen Partien am Abend gegen den stärksten Gegner will er auch noch verkraften.


Die Partien...
 

Almasi etwas zufriedener
Swidler führt dennoch im Chess960 mit 2,5:1,5


Zoltan Almasi im Gespräch mit Hans-Walter Schmitt

Bei der FiNet Chess960-WM  gab es zwei Unentschieden. Damit führt Titelverteidiger Peter Swidler gegen Zoltan Almasi mit 2,5:1,5. Der 29-jährige Herausforderer war diesmal „weitaus glücklicher als nach dem ersten Tag, aber ganz zufrieden bin ich auch nicht“. Die Aussage bezog Almasi vor allem auf die dritte Runde. „Meine Figuren standen alle zu weit weg vom König. Ich war echt in Sorge“, gestand der Chess960-Weltmeister. Mit dem „trickreichen 26…f5, das ich spielen musste, um nicht erdrückt zu werden“, zog der St. Petersburger noch nicht ganz den Kopf aus der Schlinge. Auch das Damenendspiel blieb kritisch. „Aber mit einer Minute auf der Uhr ist es schwierig wegen all der Schachs, den korrekten Gewinn zu finden“, analysierte der Russe. Aus dem Damen- wurde ein Bauernendspiel, das er sicher in den Remishafen schipperte. In der vierten Runde wiederholten die Kontrahenten die Züge: Almasi, weil er nur noch fünf Minuten auf der Uhr hatte und „bei vollem Brett“ kein Risiko eingehen wollte, und Swidler, weil er „leicht schlechter, aber solide“ stand. „Das sei meine erste korrekte Chess960-Partie gewesen, ulkten meine Kumpels“, erzählte der Führende und hob zu einer ellenlangen Ausführung an. Die Quintessenz: „Ich denke, ich bin ein halbwegs ordentlicher Spieler – aber ich kann einfach die Eröffnungen im Chess960 nicht spielen. Schon in den WM-Endspielen gegen Leko 2003 und Aronjan 2004 geriet ich in Schwierigkeiten. Und diesmal habe ich genau die gleichen Probleme.“ Der Sieger wird im nächsten Jahr von Aronjan herausgefordert. Der Armenier gewann zum zweiten Mal nach 2003 das FiNet Chess960 Open.

 

Aronjan dominiert erneut
Armenier im FiNet Chess960 Open nicht zu schlagen


Aronian und Shirov


Morozevich und Bischoff

Levon Aronjan hat zum zweiten Mal nach 2003 das Chess960 Open in der Mainzer Rheingoldhalle gewonnen. Der Armenier blieb in allen elf Runden ungeschlagen. Lediglich zwei Großmeistern gönnte Aronjan ein Remis in der Schachvariante, bei der vor jeder Partie die Grundstellung der Figuren ausgelost wird.


Levon Aronian

Der Kreuzberger Bundesligaspieler qualifizierte sich mit einem Zähler Vorsprung vor Ivan Sokolov (Niederlande) und dem Tegernseer Klaus Bischoff (beide 9:2) wieder für die Chess960-WM.


Klaus Bischoff

Im nächsten Jahr wird der 22-jährige Weltranglistenneunte auf Weltmeister Peter Swidler (Russland) oder Zoltan Almasi treffen. Auf 8,5 Punkte kamen die Top-Großmeister Alexej Schirow (Spanien) und Etienne Bacrot (Frankreich), Sigurds Lanka von Schott Mainz und der Russe Alexej Drejew. Die Riege der Spieler mit acht Zählern führt der Solinger Artur Jussupow an, der ehemalige Weltranglistenvierte Alexander Morosewitsch (Russland) belegte Rang zwölf. 14. wurde Rustem Dautov (OSC Baden-Baden). Der deutsche Shooting-Star Arkadij Naiditsch, der vor kurzem überraschend beim Weltklasse-Wettbewerb in Dortmund Platz eins belegt hatte, musste sich mit 7,5 Punkten und Platz 16 bescheiden. Damit beherrschte er jedoch immerhin die U20-Kategorie. Mehr verpasste vor allen Dingen Weltmeisterin Antoaneta Stefanowa.


Stefanova gegen Jussupov


Weltmeisterin gegen Europameister

Die Bulgarin eroberte zwar den ersten Damen-Preis vor Alexandra Kostenjuk und Elisabeth Pähtz (beide 7), hatte allerdings Drejew in der Schlussrunde auf der Schippe. „Ich hätte 8,5 Punkte holen müssen“, klagte Stefanowa über den verpassten Sprung auf Rang acht. Bei den Senioren setzten sich drei Deutsche durch: Vlastimil Hort (7,5) landete vor Klaus Klundt und Wolfgang Uhlmann (je 6,5). Der mehrfache ungarische WM-Kandidat Lajos Portisch (6) belegte den vierten Platz.


Siegerehrung


Die ersten Drei: Aronian, Sokolov, Bischoff


Die Siegerinnen des Frauenpeis


Die Seniorenpreisträger: Hort, Uhlmann und Portisch


Familie Jussupov räumt bei der Jugend ab

Alexander Grischuk startet überraschen im Ordix Open
Zweifacher Sieger des Ordix-Opens wirkt verunsichert

Partienauswahl...

Mancher Zuschauer und Spieler hat am Samstagmittag seinen Augen nicht getraut: Saß da am vierten Brett des Ordix Open nicht Alexander Grischuk? Sicher, der Russe hatte in den Vorjahren zweimal das weltbeste Schnellschach-Turnier gewonnen. Doch dadurch hatte sich der 21-Jährige für die WM gegen Viswanathan Anand qualifiziert und traf an den Abenden auf den indischen Weltranglistenersten. Eigentlich konnte die Rochade vom Haupt- zum Vorkampf nicht sein. Es gab aber keinen Zweifel mehr, als Grischuk seinen ersten Zug aufs Brett setzte: Der Weltranglistenelfte war wieder im Ordix Open dabei. Den Grund konnte jeder gleich ausmachen: Grischuk wirkte verunsichert, nachdem er mehrfach aussichtsreiche Stellungen gegen Anand in Zeitnot verpatzt hatte.


Grischuk spielt Wettkampf und Open
 

Selbst gegen Reinhold Müller, einen jungen 14-jährigen Burschen mit einer Ratingzahl von 2134, geriet er in Schwierigkeiten. Unter den wachsamen Augen des „Tigers von Madras“, der in der ersten Runde den 546 Teilnehmern seine Aufwartung machte, bot Müller eine grandiose Leistung. 127 Züge lang hielt der Saarbrücker durch. Erst im ausgeglichenen Turmendspiel verlor der Außenseiter die Übersicht und verdarb bei knapper Bedenkzeit die Remis-Stellung. Beide Seiten hatten noch je einen Turm, der russische Herausforderer von Anand in der GrenkeLeasing Championship zusätzlich noch den h-Bauern. Da der weiße König aber nicht weit genug abgeschnitten stand, hätte es zum Unentschieden reichen müssen - doch dem Saarländer ging es wie Grischuk bei der Schnellschach-WM: Mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr versagten die Nerven.

Anschließend spielte sich Grischuk aber wieder in bekannte Ordix-Form: Der Freund von Großmeisterin Natalia Zhukova räumte die nächsten Kontrahenten leichter aus dem Weg. Allerdings musste Grischuk auch gegen Schnellschach-Europameister Artur Jussupow in der fünften Runde am längsten kämpfen, ehe die Idealpunktzahl nach dem ersten Tag auf seinem Konto war.

Eine hübsche Mattkonstruktion bei beidseitig verbliebenen 22 Sekunden gab den Ausschlag. Sechs weitere Akteure stehen außerdem mit makelloser Bilanz zu Buche: Die beiden Jungstars aus Aserbaidschan und Deutschland, Teimour Radjabow und Dortmund-Gewinner Arkadij Naiditsch, Alexander Morosewitsch, Chess960-Ass Levon Aronjan, der Katernberger Igor Glek und der stärkste titellose Teilnehmer, Rainer Buhmann. Der Bundesligaspieler vom OSC Baden-Baden ist jedoch kein unbeschriebenes Blatt, verzichtete aber bisher auf FM- wie IM-Titel. Mit 2549 Elo sollte auf die bisher einzige GM-Norm auch bald der Großmeister-Titel folgen. Im fünften Durchgang hielt Buhmann die indische Nummer drei Pentela Harikrishna nieder. Dem glänzenden Start maßen Naiditsch und Glek keine sonderliche Bedeutung bei. „Bisher habe ich alles locker gewonnen. Morgen kann aber alles passieren. Die Konkurrenz ist groß“, befand der 19-jährige Naiditsch vom TSV Bindlach Aktionär. Die Teilnahme von Grischuk „überraschte“ den Dortmund-Bezwinger natürlich wie alle anderen. „Vielleicht will er sich ja wieder für das Match gegen Anand qualifizieren“, sagte Naiditsch augenzwinkernd. Glek verwies darauf, dass sich „erst in den letzten drei Runden alles im Ordix Open entscheiden wird. Verlierst du die letzte Runde, bist du weg“, weiß der ehemalige Top-Ten-Spieler, der in seiner letzten Samstag-Partie Alexej Schirow unerwartet gut und leicht im Griff hatte.

Zehn Spieler befinden sich mit 4,5 Punkten in Reichweite des Führungsseptetts: Wadim Swagintsew, Michal Krasenkow, Rustem Dautov, Alexej Drejew, Alexandra Kostenjuk, Merab Gagunaschwili, der ukrainische IM Sascha Beleski, der topgesetzte Etienne Bacrot und Jörg Hickl, die gegeneinander remisierten, Robert Ruck und der Baden-Badener Fabian Döttling. Kostenjuk freute sich nicht nur über eine Punkteteilung gegen Swagintsew in ihrer letzten Partie des Abends, sondern vor allem über den Sieg in Runde vier: In dieser schlug die russische Meisterin Ivan Sokolov. Eine besondere Genugtuung, berichtete Kostenjuk und strahlte dabei glücklich. Im Chess960 stand die ehemalige Europameisterin schon gegen den Wahl-Niederländer auf Gewinn, nahm jedoch nicht einen einstehenden Turm und ließ sich beschwindeln. Heute gelang Kostenjuk dafür die Revanche. In der Damenwertung liegen ihre Großmeister-Kolleginnen Zhukova, Maia Tschiburdanidse und Joanna Dworakowska einen halben Zähler zurück. Weltmeisterin Antoaneta Stefanowa steht bei lediglich 3,5 Punkten.

Überraschungen gab es bei der neuen Rekordzahl von 546 Teilnehmern – ein minimales Plus von vier Spielern gegenüber dem Vorjahr – natürlich zuhauf. So musste beispielsweise der frisch gebackene Europameister Livi-Dieter Nisipeanu in Runde zwei gegen den Karlsruher Zweitligaspieler Christoph Pfrommer mit einem Remis zufrieden sein. Danach schieden sich jedoch ihre Wege. Nisipeanu steht inzwischen bei vier Zählern.


Nisipeanu (li.)

Insgesamt sind 139 Titelträger am Start, darunter 55 Großmeister (inklusive drei Frauen mit Herren-GM-Titel), 33 Internationale Meister (ebenso mit drei Damen) und vier Frauen-Großmeister. Der Rating-Durchschnitt aller Teilnehmer liegt bei exakt 2100.

 

Ordix-Open: Stand nach 5 Runden

Rang Teilnehmer Titel TWZ At Verein/Ort Land Pkt PktSu MiBuch
1. Morozevich,Alexan GM 2728 M SG 1868 Aljechi   5,0 15,0 11,0
1. Radjabov,Teimour GM 2682 M   AZE 5,0 15,0 11,0
1. Naiditsch,Arkadij GM 2644 M SF Brackel 1930   5,0 15,0 11,0
4. Aronian,Levon GM 2724 M SC Kreuzberg e.   5,0 15,0 10,0
5. Grischuk,Alexande GM 2720 M Lübecker SV von   5,0 15,0 9,5
5. Glek,Igor GM 2575 M Sportfreunde Ka   5,0 15,0 9,5
7. Buhmann,Rainer   2549 M Ooser SC von 19   5,0 15,0 8,5
8. Zvaginsev,Vadim GM 2659 M SC Anderssen St   4,5 14,5 11,0
9. Krasenkov,Michal GM 2663 M Ooser SC von 19   4,5 14,5 10,5
9. Dautov,Rustem GM 2595 M Ooser SC von 19   4,5 14,5 10,5
11. Dreev,Alexey GM 2698 M   RUS 4,5 14,5 10,0
11. Kosteniuk,Alexand GM 2516 W Ooser SC von 19   4,5 14,5 10,0
13. Gagunashvili,Mera GM 2540 M SK Turm Emsdett   4,5 14,5 9,0
14. Belezky,Sasha IM 2361 M   UKR 4,5 14,0 10,5
15. Bacrot,Etienne GM 2729 M Ooser SC von 19   4,5 14,0 9,5
16. Hickl,Jörg GM 2537 M SV 1920 Hofheim   4,5 14,0 9,0
17. Ruck,Robert GM 2546 M SV Mülheim Nord   4,5 13,0 8,5
17. Döttling,Fabian GM 2542 M Ooser SC von 19   4,5 13,0 8,5

...

546 (!) Teilnehmer!


Komplette Tabelle bei Chesstigers...
 

Bissiger Vampir „Spike“
Böhm/Schäfer schlagen bei erster Livingston Chess960-WM überraschend Topfavorit Shredder

 Der erste Computer-Weltmeister im Chess960 heißt „Spike“. Die Amateur-Programmierer Volker Böhm und Ralf Schäfer aus Mainz und Wiesbaden gewannen sensationell den Wettbewerb in der Rheingoldhalle mit 5,5:1,5 Punkten. Für die beiden 38-Jährigen war es erst die zweite Turnierteilnahme nach Platz vier vor sechs Monaten beim Turnier in Paderborn. Seit Beginn ihrer Arbeit vor eineinhalb Jahren erzielten die beiden Diplom-Informatiker enorme Fortschritte mit der Engine, obwohl sie nur für den Hausgebrauch Schach spielen. Das Programm benannten sie nach einem Vampir aus der TV-Serie „Buffy, die Vampir-Jägerin“. Dort wurde der „Dracula“ dank eines eingepflanzten Chips vom bösen zum guten Vampir. Mehr schachliche Grundlagen bringt Zweitligaspieler Johannes Zwanzger ein: Sein „Jonny“ musste sich lediglich wegen schlechterer Buchholzwertung mit Rang zwei zufrieden geben. Auch im Kampf um Bronze entschied die Feinwertung: Der Norweger Tord Romstad schnappte mit „Glaurung“ dem Topfavoriten „Shredder“ (beide 5:2) den dritten Platz weg. Der neunfache Weltmeister Stefan Meyer-Kahlen (Düsseldorf), dessen Programm auch von Böhm und Schäfer als herausragend anerkannt wird, unterlag „Spike“ und „The Baron“ von Richard Pijl (Niederlande). „Bei sieben Runden ist ein halber Punkt Unterschied immer mal drin. Über eine längere Strecke, etwa 14 Runden, hätte sich aber wohl Shredder durchgesetzt“, glaubt der Star-Programmierer. Meyer-Kahlen wollte damit sein Resultat aber nicht als Betriebsunfall abtun, sondern findet lobende Worte für „Spike“ und seine zwei Kollegen aus Mainz und Wiesbaden: „Die sind echt gut.“ Zeit zum Trauern blieb eh nicht: Der Shredder-Schöpfer, Zwanzger&Co. brachen am Samstag auf zur Weltmeisterschaft in Reykjavik. Dort treten die Amateure Böhm/Schäfer allerdings nicht an.


Weltmeister Stefan Meyer-Kahlen, hier Platz vier. Rechts: Hans-Walter Schmitt


Die Sieger des Computerturniers: Tord Romstad , Johannes Zwanzger, Volker Böhm und Ralf Schäfer

Rangliste:  Endstand nach der 7. Runde
Rg. Teilnehmer                            S R V  Pkt  Buch  PktS
 1. Spike      Volker Böhm & Ralf Schäfer 5 1 1  5.5  31.5  25.5
 2. Jonny      Johannes Zwanzger          5 1 1  5.5  28.0  20.5
 3. Glaurung   Tord Romstad               4 2 1  5.0  29.5  18.5
 4. Shredder   Stefan Meyer-Kahlen        5 0 2  5.0  29.0  21.0
 5. Ikarus     Muntsinn & Munjong Kolss   4 1 2  4.5  26.0  18.0
 6. List       Fritz Reul                 4 1 2  4.5  26.0  16.0
 7. Pharaon    Franck Zibi                4 0 3  4.0  29.5  19.0
 8. Deep Sjeng Gian-Carlo Pascutto        3 2 2  4.0  27.5  16.0
 9. TheBaron   Richard Pijl               4 0 3  4.0  27.0  17.0
10. Quark      Thomas Mayer               3 1 3  3.5  25.0  13.5
11. XiniX      Tony van Roon-Werten       3 1 3  3.5  18.5   9.0
12. parSOS     Rudolf Huber               3 0 4  3.0  28.5  16.0
13. Ant960     Hans Secelle               2 2 3  3.0  24.5  12.5
14. Nexus      Ralf Dörr                  2 2 3  3.0  22.5  10.5
15. AICE       Anastasios Milikas         3 0 4  3.0  21.0  13.0
16. Hermann    Volker Annuss              3 0 4  3.0  21.0  11.0
17. Patzer     Roland Pfister             3 0 4  3.0  19.0  10.0
18. Homer      Daniel Mehrmann            2 0 5  2.0  19.0   7.0
19. Ayito      Jaime Benito               1 0 6  1.0  18.5   6.0

Köpfe:


Igel einmal anders


WIM Sofya Zigangirova


Elisabeth Pähtz


Oberbürgermeister Jens Beutel schlug sich ausgezeichnet


Weltmeisterin Antoaneta Stefanova


Artur Jussupov


Vlasumil Hort


Rafael Vaganjan


Vadim Zvjaginsev


Alexey Shirov


Pentela Harikrishna


Zigurds Lanka


Zoltan Gyimesi

 

 

 

 


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