Baden gewinnt Jugend-Ländermeisterschaft

von André Schulz
08.10.2014 – Die Ländermeisterschaft der Deutschen Schachjugend fand letzte Woche im Rahmen der Feiern zur Deutschen Einheit in Hannover statt. Mit 19 Mannschaften wurde eine Rekordteilnehmerzahl erreicht und mit dem Länderteam "Nord" ist die Schachjugend der politischen Entwicklung vielleicht sogar schon voraus. Nach spannendem Verlauf gewann die Badener Jugend den Titel. Mehr...

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Baden ist Deutscher Ländermeister!

Die Deutschen Ländermeister 2014 aus Baden (von links nach rechts): Christoph Grunau, Martin Hartmann, Paula Wiesner, Christopher Noe (hinten), Andrei Ioan Trifan (vorne), Jasmin Mangei, Annmarie Mütsch, Leon Mons, Adrian Gschnitzer



Nach sieben Runden Schach an fünf Tagen und hartem Kampf steht Baden als Deutscher Ländermeister fest! In der letzten Runde gab es ein Endspiel um die Spitze gegen Bayern. Nach zwei Stunden stand es bereits 3:0 für die Badener, die nichts anbrennen ließen und schließlich mit 5,5:2,5 gewannen. Vizemeister wurden die Vorjahressieger aus Rheinland-Pfalz, die sich mit 6,5 Punkten deutlich gegen Nordrhein-Westfalen durchsetzen konnten. Bayern erreichte den dritten Platz.

 

Endstand:

 

Pl. Team Ø DWZ G U V MP BP Bhz SW DV BW
1 Baden 1 2057 6 0 1 12 33½ 56      
2 Rheinland-Pfalz 1969 5 0 2 10 35½ 58      
3 Bayern 2060 5 0 2 10 32 59      
4 Niedersachsen 1 2007 4 1 2 9 31 59      
5 Schleswig-Holstein 1949 4 1 2 9 31 56      
6 Thüringen 1791 3 3 1 9 31 45      
7 Hessen 2 1800 4 0 3 8 30½ 42      
8 Nordrhein-Westfalen 2032 4 0 3 8 30 56      
9 Hessen 1 1992 3 1 3 7 32 62      
10 Sachsen 1857 3 1 3 7 32 50      
11 Württemberg 1888 3 1 3 7 29½ 51 3 n. a. 138
12 Baden 2 1784 3 1 3 7 29½ 51 3 n. a. 90½
13 Berlin 1905 3 1 3 7 27½ 47      
14 Sachsen-Anhalt 1801 3 1 3 7 25 43      
15 Hamburg 1834 3 0 4 6 33 39      
16 Mecklenburg-Vorpommern 1651 3 0 4 6 33 33      
17 Niedersachsen 2 1803 2 1 4 5 23½ 46      
18 Team Nord 1583 2 0 5 4 20½ 42      
19 Brandenburg 1728 1 0 6 2 20 36      

 

Alle Partien:

 

 

Die 7. Runde läuft

Rundenberichte der Deutschen Schachjugend


Vorfreude riesig: 2014 mit Teilnehmerrekord!

So eine große Ländermeisterschaft gab es noch nie: Nachdem in den letzten Jahren die DLM großartig wiederbelebt wurde - nicht zuletzt dank der tollen Ausrichtung durch die Niedersächsische Schachjugend in ihrer Landeshauptstadt Hannover -, wartet dieses Jahr mit einem neuen Teilnehmerrekord auf. Erstmals werden 19 Mannschaften an den Start gehen. Außer Bremen entsenden alle Landesverbände eine Mannschaft. Baden, Hessen und Niedersachsen gehen gar mit einer zweiten Vertretung an den Start. Wir bemühen uns nun, noch eine 20. Mannschaft zu finden, sodass wir mit einem geraden Teilnehmerfeld spielen können. Vielleicht klappt's ja doch noch bei Bremen?

 

Setzliste nach Durchschnitts-DWZ
 

1 Bayern 2107
2 Rheinland-Pfalz 2056
3 Sachsen 2026
4 Niedersachsen 1 2001
5 Nordrhein-Westfalen 1976
6 Baden 1938
7 Schleswig-Holstein 1934
8 Bremen 1885
9 Hessen 1883
10 Württemberg 1879
11 Niedersachsen 2 1856
12 Hamburg 1824
13 Thüringen 1807
14 Sachsen-Anhalt 1794
15 Berlin 1778
16 Team Nord 1733
17 Mecklenburg-Vorpommern 1659
18 Saarland 1618

 

Grußwort von Herrn Minister Boris Pistorius anlässlich der Deutschen Ländermeisterschaft der Jugend im Schach

Boris Pistorius

Die Deutsche Ländermeisterschaft der Jugend im Schach wird vom 2. bis 7. Oktober 2014 anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit ausgetragen. Als Niedersächsischer Sportminister bin ich gerne Schirmherr der Veranstaltung geworden. Ich begrüße alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich bei uns in Hannover.

Niedersachsen richtet die zentrale Veranstaltung zum Nationalfeiertag bereits zum zweiten Mal aus. Ich begrüße es sehr, dass sich auch der Landessportbund Niedersachsen zusammen mit den Schachverbänden an der Programmgestaltung beteiligt. Dabei wird deutlich, wie vielfältig der Sport in unserem Bundesland ist.

Das passt hervorragend zum Motto des Nationalfeiertags, „Vereint in Vielfalt“.

Schach hat Zukunft und ist auch bei jungen Menschen beliebt. Mehr als ein Viertel der Mitglieder des Niedersächsischen Schachverbandes sind jünger als 18 Jahre. In ganz Niedersachsen gibt es 184 Schachvereine.

In der Oktoberwoche werden in der Jugendherberge der Landeshauptstadt Hannover die besten Nachwuchsspielerinnen und -spieler der Jahrgänge U 12 bis U 20 aus den Landesschachverbänden, insgesamt 19 Mannschaften, beim „königlichen Spiel“ am Start sein. Es ist sehr erfreulich, dass hier in Niedersachsen damit die bisher größte Ländermeisterschaft stattfindet.

Ich wünsche allen Schachspielerinnen und Schachspielern viel Geduld und gelungene Kombinationen bei ihren Schachpartien. Im Namen der Niedersächsischen Landesregierung und auch persönlich danke ich den Verantwortlichen des Deutschen Schachverbandes, des Niedersächsischen Schachverbandes sowie der Niedersächsischen Schachjugend für die Ausrichtung dieser Meisterschaft.

Hannover, im September 2014

Boris Pistorius
Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport

 




Nachdem gestern bereits alle 19 Mannschaften anreisten, begann die erste Runde heute Morgen pünktlich um 8:30 Uhr. Es gab gleich drei landesinterne Paarungen. Dabei setzten sich die ersten Vertretungen jeweils durch. Die niedersächsische und die badische Auswahl gewannen gegen ihre zweiten Teams jeweils 5,5-2,5, während Hessen 1 nur anderthalb Punkte ließ. Bis auf Schleswig-Holstein konnten auch die anderen Favoriten punkten. Die Nordlichter retteten nach über sechs Stunden noch das 4-4 gegen Thüringen. Bayern konnte an Tisch 3 gegen Sachsen mit 6-2 überzeugen und NRW gewann gegen Hamburg mit 5-3. Auch Titelverteidiger Rheinland-Pfalz punktete souverän mit 7-1 gegen Sachsen-Anhalt. Anders lief es dagegen bei Württemberg: Sie zitterten sich durch die erste Runde. Die dreieinhalb Brettpunkte reichten Widersacher Mecklenburg-Vorpommern jedoch nicht für die Überraschung zum Auftakt.

Den allererste Mannschaftssieg sicherten sich nach nur zwei Stunden Spielzeit die Berliner. Am Ende hieß es 5,5-2,5 gegen den Nachbarn Brandenburg.

Im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten der Stadt Hannover zum Tag der deutschen Einheit veranstaltete die DSJ am Nachmittag zusammen mit der Niedersächsischen Schachjugend ein „Kondi-Blitz-Turnier“. Dort setzte sich das Team aus Schleswig-Holstein nach einer spannenden K.o.-Phase auch im Finale gegen den Jugendschachbund Sachsen durch und konnte somit den ersten Titel einfahren.

Am Samstag steht dann die erste Doppelrunde auf dem Programm. Gestartet wird wieder um 8:30 Uhr.

 

Runde 1



Trend geht zur Zweitvertretung

Unter den 19 Mannschaften finden sich in diesem Jahr auch drei Zweitvertretungen: Die Landesschachjugenden Baden, Hessen und natürlich Ausrichter Niedersachsen sind mit zwei Mannschaften am Start und lehren so gleich doppelt den anderen Ländern das Fürchten. Bereits nach der zweiten Runde dürfte klar sein, dass keine von ihnen zu unterschätzen ist: Niedersachsen 2 überzeugte gegen Brandenburg mit einem deutlichen 6,5:1,5. Und auch wenn es bei den Begegnungen Baden 2 gegen Hamburg und Sachsen-Anhalt gegen Hessen 2 nur knapp war, am Ende behielten auch hier die Zweitvertretungen die Oberhand.

Team Nord, das man fast auch noch als Schleswig-Holstein 2 bezeichnen darf, konnte dagegen keine Überraschung landen. Mit nur zwei erreichten Brettpunkten war Nordrhein-Westfalen deutlich eine Nummer zu groß für die Auswahlmannschaft der Norddeutschen Schachjugend.

Setzlistenerster Niedersachsen kam gegen Rheinland-Pfalz zwar schnell mit 0:2 ins Hintertreffen, siegte letztlich aber doch souverän mit 5:3 Brettpunkten. Überraschend deutlich behauptete sich auch Hessen 1 in der Spitzengruppe: Während an den ersten vier Brettern mit halben Punkten gemauert wurde, konnte die komplette zweite Mannschaftshälfte Siege gegen die Badener Spieler einfahren. Ebenfalls noch mit weißer Weste ist Bayern, das den Nachbar Württemberg mit 5:3 bezwang.
 

Baden 2 sorgt für Furore

An den vorderen Tischen der 3. Runde gingen die Kämpfe der Nachmittagsrunde alle sehr knapp aus. Dabei konnten sich Niedersachsen und Bayern mit jeweils 4,5:3,5 gegen Nordrhein-Westfalen und Hessen 1 durchsetzen. Dadurch duellieren diese sich morgen um das letzte Land mit weißer Weste. Ihnen liegt eine größere Verfolgergruppe von sieben Teams mit 4 von 6 möglichen Punkten dicht auf den Fersen, die nur darauf warten, in die Spitzengruppe vorstoßen zu können. Die größte Überraschung ist dabei die Zweitvertretung der Schachjugend Baden, die sich als Startranglisten-Sechzehnter heute durch ein 5:3 über Berlin zum oberen Mittelfeld zählen dürfen und morgen gegen Titelverteidiger Rheinland-Pfalz antreten. Diese konnten heute Nachmittag zusammen mit Württemberg und Sachsen hohe Siege einfahren.

Darüber hinaus gibt es nach drei Runden noch fünf Spieler, die alle Partien für sich entscheiden konnten: Robin Bentel (NRW), Emil Schmidek (BER), Alexander Krastev (HES 2), Johannes Carow und Thore Perske (RLP).

 

Johannes Carow
 

Bayern legt vor

Nach 4 Runden hat nur noch Bayern eine weiße Weste. In der Vormittagsrunde konnten sie sich gegen Niedersachsen 1 mit 5 ½ : 2 ½ durchsetzen. Die Gastgeber bilden mit Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden die vierköpfige Verfolgergruppe. Sie konnten ihre Vormittagsrunde jeweils für sich entscheiden.

Über die komplette Tabelle verteilen sich die Topscorer Robin Bentel (NRW), Johannes Carow (RLP), Thore Perske (RLP), Emil Schmidek (BER) und Alexander Krastev (HES 2). Noch wurde kein Gegenmittel gegen ihre Spielweise gefunden.

Die Nachmittagsrunde bringt die Entscheidung. Können sich die Bayern gegen NRW durchsetzten oder büßen sie ihren Vorsprung ein? Die Verfolgergruppe begibt sich um 14:30 mit Runde 5 in Lauerstellung.

Verwirrung an der Tabellenspitze

In Runde 5 wurde die Tabelle im vorderen Teil ordentlich durcheinander gewürfelt. Nordrhein-Westfalen gewann 5:3 gegen Bayern und kommt somit nun auch auf 8 Mannschaftspunkte. Die gleiche Punktzahl haben Rheinland-Pfalz durch einen 4,5:3,5 gegen Schleswig-Holstein und Baden 1 durch das gleiche Ergebnis gegen Niedersachsen 1. Hessen 1 konnte sich souverän gegen Sachsen-Anhalt mit einem 7:1 durchsetzen. Während Hessen 2 gegen Württemberg verliert, kommt die zweite Garde von Niedersachsen nicht über ein Unentschieden gegen Baden 2 hinaus, genauso wie Berlin und Thüringen. Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern bleiben brettpunktgleich und gewinnen jeweils 6,5:1,5 gegen Brandenburg und die Nordauswahl. Sachsen überrennt „spielfrei“ mit einem 8:0 Kantersieg.

Die Zahl der Spieler mit voller Punktzahl verringert sich auf immerhin noch drei: Johannes Carow (RLP), Robin Bentel (NRW) und Emil Schmidek (BER).
 

Finale, oho...!

Heute Vormittag konnten Baden 1 und Bayern, das heute sogar mit vier Mädchen antrat, die Spitzenduelle der vorletzten Runde für sich entscheiden, indem sie mit 5:3 gegen Nordrhein-Westfalen und mit 5,5:2,5 gegen Rheinland-Pfalz gewannen. Somit kämpfen sie morgen in einem echten Finale um den Titel des Deutschen Ländermeisters 2014. Allerdings muss Baden 1 gewinnen, während Bayern aufgrund der besseren Brettpunkte bereits ein Unentschieden zum Turniersieg reicht. Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz duellieren sich dahinter und haben jeweils gute Chancen auf einen zweiten, mindestens aber auf einen dritten Platz. Sollten sie gegeneinander nicht über ein Unentschieden hinauskommen, könnten Hessen 1, Schleswig-Holstein, Thüringen, Berlin und Niedersachsen 1 durch zum Teil sehr hohe Siege ihre Außenseiterchancen auf einen Platz auf dem Treppchen wahren. Die Zweitvertretungen hatten heute allesamt keinen guten Tag: Während Baden 2 mit 3:5 gegen Sachsen-Anhalt verlor, unterlag Niedersachsen 2 Thüringen 2:6. Außerdem schaffte das Team Nord mit einem 5:3 gegen Brandenburg den ersten erspielten Sieg und darf morgen gegen Sachsen antreten, das sich heute in einem langen Kampf knapp gegen Schleswig-Holstein geschlagen geben musste.

Robin Bentel

Emil Schmidek

Da Johannes Carow nicht über ein Remis hinauskam, bleiben Robin Bentel und Emil Schmidek durch ihre heutigen Siege als einzige Spieler übrig, die alle Partien gewonnen haben.

 

Berichte und Fotos: Deutsche Schachjugend

Partieneditierung: Reinhold Goldau

 

Turnierseite der Deutschen Schachjugend...

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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