Beginn der Jugend-Weltmeisterschaft U14-U18

von André Schulz
22.09.2016 – Die Jugendweltmeisterschaften werden von nun an in zweite Teilen gespielt. Die Altersgruppen U8 bis U12 treten in der zweiten Oktoberhälfte in Batumi an, während die Gruppen U14 bis U18 ab heute in Khanty-Mansiysk den Kampf um Titel und Medaillen aufgenommen haben. Der deutsche Schachbund ist mit einer überschaubaren Delegation angereist. Nur neun Spielerinnen und Spieler nehmen in den drei Altersgruppen teil, darunter aber Mehr...

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Die Schachjugend in Khanty-Mansiysk

Im Laufe der letzten Jahre wurde das Teilnehmerfeld für die Jugendweltmeisterschaften immer größer und so beschloss die FIDE, diese Weltmeisterschaften von nun an zu teilen. Die Jugendweltmeisterschaften U14 bis U18 für Jungen und Mädchen finden ab heute in Khanty-Mansiysk statt. Die jüngeren Altersklassen, U8 bis U12, spielen in den "Kadetten-Weltmeisterschaften" vom 18.-31. Oktober dann in Batumi (Georgien). Beide Orte sind übrigens auch die Ausrichter der nächsten Schacholympiaden. Die 43. Schacholympiade 2018 wird in Batumi stattfinden und Khanty-Mansyisk hat als einziger Bewerber den Zuschlag für die Ausrichtung der Schacholympiade 2020 bekommen.

Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler reiste mit einer recht überschaubaren Delegation nach Sibirien. Roven Vogel spielt als amtierender Jugendweltmeister in der U18, zusammen mit Dmitrij Kollars und Denis Gretz. In der U16 gehen Alexander Rieß und Konstantin Urban an den Start. Jonas Roseneck spielt in der U14. Josefine Heinemann vertritt den DSB in der U18w. Die frisch gebackene Europameisterin Fiona Sieber hofft auf eine weitere Medaille in der U16w und Lara Schulze nimmt an der U14w-Weltmeisterschaft teil. Die neun Spielerinnen und Spieler werden von sechs Begleitern und Trainern unterstützt. Neben Bernd Völkler sind Jonathan Carlstedt und Philipp Humburg als Trainer vor Ort.


Zwischenstopp in Moskau

Bernd Vökler berichtet vom Zwischenstopp in Moskau:


„Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.“(Susan Sontag)

Seit heute können zumindest einige deutsche Schachspieler zwei weiße Flecken als getilgt betrachten.

Nach dem problemlosen Flug nach Moskau Domodeovo unternahmen wir eine geführte Tour durch Moskau. Natascha erwies sich als sehr kompetente und perfekt deutsch sprechende Reiseführerin. Auf dem langen Weg in die Innenstadt fasste sie die über tausendjährige Geschichte Mütterchen Russlands zusammen. Schlagworte waren Kiewer Rus, Mongolen, Zaren, Bojaren, Moskau St. Petersburg, Vaterländische Kriege, Lenin, Stalin, Putin usw.

Moskau ist eine permanent wachsende Megacity mit über 13 Millionen Einwohnern. Von Putins Wahlsieg am Sonntag und der überwiegend positiven Sicht der „einfachen Leute“ auf den Präsidenten sprach sie im Brustton ehrlicher Überzeugung. Er bringt Russland (wieder) nach vorn, glauben 75% aller Russen! Das Herz Moskaus, der Kreml war uns eine Besichtigung wert. Vladimir Putin haben wir leider nicht gesehen! Natascha bedauerte am Ende nur, dass eine Stunde auch nicht gerade viel sei. Immerhin waren wir in allen drei Kirchen und holten uns Beistand von oben. Viel hilft viel!

Kanonen und Glocke haben wir gesehen- reicht. Danach ging es über den roten Platz mit Mausoleum, Basilius Kathedrale in Richtung „GUM“. Das staatliche universelle Magazin bietet den Moskauern und ihren Gästen Kaufrausch pur seit über 120 Jahren. Mittlerweile dominieren natürlich die westeuropäischen Luxusmarken.

Die Dormition Kathedrale (Foto: Bernd Vökler)

Wir fuhren weiter in Richtung Universität und Sperlingsberge zur besten Aussicht auf Moskau. Der einsetzende Regen brachte uns um die Aussicht und schnell wieder in den Bus. Pünktlich kamen wir am Flughafen Vnukovo an, um den eigentlichen Zweck unserer Reise, den Flug nach Khanty Mansisk zur Jugendweltmeisterschaft fortzusetzen.

Nachdem unser Flug erst verschoben und danach ganz verschwunden war, fiel mir folgender alter Witz aus Russland ein: An einem Bahnhof der Transibirischen Eisenbahn warten viele Reisende und der Zug fährt ein. „Der ist aber pünktlich“ sagt ein Fahrgast! Kein Wunder, sagt der Schaffner, „Das ist der von gestern“.

Aber Spaß beiseite mit nicht einmal 3 Stunden Verspätung sind wir in Khanty Mansisk gelandet und haben jetzt mehr als 24 Stunden Zeit, uns die Reise aus den Knochen zu schlafen und den Jetlag zu überlisten.
 

Die deutschen Spieler, nach langer Führung etwas verwackelt (Foto: Bernd Vökler)

Bernd Vökler

Empfang in Khanty-Mansiysk

Bei ihrer Ankunft am Flughafen wurden die internationalen Gäste freundlich begrüßt. Mädchen in landestypischer Tracht überreichten nach alter sibirischer Sitte symbolisch Körner und Beeren.

Beeren und Körner

Gäste aus Australien

Selfie mit Sibirierin

Eröffnungsfeier

Gestern wurde in Khanty-Mansiysk die Jugenweltmeisterschaft feierlich eröffnet. Die jungen Gäste bekamen eine ERöffnungsshow nach Landessitte geboten, als wären sie schon erwachsene Schachstars.

Gesang

Musik

Models ohne Gesichter

Sibirische Tänze

Die jungen Zuschauer beim Einmarsch der Nationen

Ansprache von FIDE-Vertreter Geoffrey Borg

Geoffrey Borg und die Gouverneurin von Ugra, Natalia Vladimirovna Komarova

Vor der Eröffnungsfeier gab es noch in einem Treffen der Delegationsleiter eine technische Einweisung

 

 

Zeitplan

Datum Time Event
20.09.2016 Di   Anreise
21.09.2016  

 

Mi

  Anreise
18:00 Einweisung
19:00 Eröffnungsfeier
22.09.2016 Do 15:00 Runde 1
23.09.2016 Fr 15:00 Runde 2
24.09.2016 Sa 15:00 Runde 3
25.09.2016 So 15:00 Runde 4
26.09.2016 Mo 15:00 Runde 5
27.09.2016 Di   Day off
28.09.2016 Mi 15:00 Runde 6
29.09.2016 Do 15:00 Runde 7
30.09.2016 Fr 15:00 Runde 8
01.10.2016 Sa 15:00 Runde 9
02.10.2016 So 15:00 Runde 10
03.10.2016 Mo 11:00 Runde 11
19:00 Schlussfeier
04.10.2016 Di   Abreise

 

Turnierseite...



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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