Punktverluste für Solingen und Hockenheim

von Klaus Besenthal
19.02.2017 – Heute wurde in der Schachbundesliga die 8. Runde gespielt, die eine ganze Reihe von Überraschungen bereithielt. Der Deutsche Meister SG Solingen verlor gegen den SK Schwäbisch Hall - ein schwerer Rückschlag für das Unternehmen Titelverteidigung. Seine Ambitionen zurückschrauben muss auch der SV Hockenheim nach dem 4-4 gegen die Schachfreunde Berlin. Ein unerwarteter Punktgewinn glückte dem MSA Zugzwang gegen den Hamburger SK. Mehr...

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Tabelle nach der 8. Runde:

 1. OSG Baden Baden            8 16  49 
 2. SG Solingen                8 14  44 
 3. SV Hockenheim              8 13  40 
 4. SK Schwäbisch Hall         8 13  39 
 5. SV Werder Bremen           8 10  37½ 
 6. SV Mülheim Nord            8 10  31½ 
 7. Hamburger SK               8  9  34 
 8. Schachfreunde Berlin       8  8  34 
 9. USV Dresden                8  8  33½ 
10. SG Trier                   8  6  29½ 
11. DJK Aachen                 8  5  27 
12. Speyer-Schwegenheim        8  5  26 
13. SV Griesheim               8  4  24 
14. FC Bayern München          8  3  22½ 
15. SK König Tegel             8  2  20½ 
16. MSA Zugzwang               8  2  20 

Meißen:

Nach dem 2-6 gegen Schwäbisch Hall gestern gab es für den SV Mülheim Nord heute gleich die nächste schwere Schlappe, dieses Mal war es ein 1,5-6,5 gegen den gastgebenden USV TU Dresden. Folgen hat das vorerst nicht: Die Mülheimer befinden sich nach wie vor ungefährdet im Mittelfeld der Tabelle. Mit nunmehr acht Mannschaftspunkten hält sich auch Dresden dort auf: im Mittelfeld. Das Debakel bahnte sich bereits früh an, als an Brett 1 der Mülheimer GM Konstantin Landa gegen seinen Kollegen Grzegorz Gajewski böse unter die Räder kam: 

 
SV Mülheim Nord           1½-6½ USV Dresden              
 5 Landa,Konstantin       0 : 1 Gajewski,Grzegorz       5
 7 Levin,Felix            0 : 1 Socko,Bartosz           6
 9 Zelbel,Patrick         0 : 1 Maiwald,Jens-Uwe        8
10 Hausrath,Daniel        ½ : ½ Vogel,Roven             9
11 Saltaev,Mihail         0 : 1 Neef,Maximilian        10
14 Warmerdam,Max          0 : 1 Boensch,Uwe            12
15 Zwirs,Nico             1 : 0 Gauglitz,Gernot        14
17 Buckels,Valentin       0 : 1 Hoffmann,Paul          16

Die andere Begegnung in Dresden brachte die ganz große Sensation an diesem Spieltag: Der besonders an den hinteren Brettern deutlich stärker besetzte Deutsche Meister aus Solingen unterlag dem SK Schwäbisch Hall mit 3,5-4,5. 126 Züge lang hatte Markus Ragger noch versucht, den Solingern wenigstens einen Punkt zu retten, doch am Ende reichte dem Österreicher ein sorgsam gehegter Mehrbauer gegen Viktor Laznicka nicht zum Sieg. Nicht ohne Ironie aus Raggers Sicht: Gestern 14 Züge, heute 126, das ergibt zumindest ein gesundes Mittel von 70! Somit blieb letztlich die folgende Partie die eigentliche Ursache der Solinger Niederlage - GM van Kampen hatte noch in der Eröffnungsphase nach einem Blackout eine Qualität verloren:

 
SG Solingen               3½-4½ SK Schwäbisch Hall       
 1 Giri,Anish             ½ : ½ Inarkiev,Ernesto        2
 2 Harikrishna,Pentala    ½ : ½ Matlakov,Maxim Sergeev  5
 4 Ragger,Markus          ½ : ½ Laznicka,Viktor         6
 5 Van Kampen,Robin       0 : 1 Gharamian,Tigran        7
 6 Predojevic,Borki       ½ : ½ Michalik,Peter         11
 8 L'Ami,Erwin            ½ : ½ Wirig,Anthony          12
10 Nikolic,Predrag        ½ : ½ Womacka,Mathias        13
12 Naumann,Alexander      ½ : ½ Zeller,Frank           14

Baden Baden:

Die Solinger Niederlage war natürlich Wasser auf die Mühlen der OSG Baden Baden, die selber gegen den Austeiger DJK Aachen überhaupt nichts anbrennen ließ:

DJK Aachen                1½-6½ OSG Baden Baden          
 3 van Foreest,Jorden     0 : 1 Svidler,Peter           5
 4 Donchenko,Alexander    ½ : ½ Kasimdzhanov,Rustam     9
 8 Swinkels,Robin         0 : 1 Bacrot,Etienne         10
 9 Burg,Twan              ½ : ½ Shirov,Alexei          11
10 Hoffmann,Michael       0 : 1 Naiditsch,Arkadij      12
12 Braga,Fernando         0 : 1 Movsesian,Sergei       13
13 Braun,Christian        0 : 1 Meier,Georg            14
14 van Foreest,Lucas      ½ : ½ Gustafsson,Jan         16

Im zweiten Mannschaftskampf in Baden Baden gab es einen wichtigen Sieg für die SG Trier gegen den anderen Aufsteiger aus Speyer. Alle drei Vereine, die an diesem Wochenende beim entthronten Dauermeister zu Gast waren, stehen - auf den Plätzen 10 bis 12 - derzeit einträchtig üer dem Strich.

SG Trier                 5 - 3 Speyer-Schwegenheim      
 2 Erdos,Viktor           ½ : ½ Neiksans,Arturs         1
 3 Lupulescu,Constantin   ½ : ½ Feller,Sebastien        2
 4 Parligras,Mircea-Emili 1 : 0 Kantans,Toms            3
 5 Gledura,Benjamin       ½ : ½ Meskovs,Nikita          4
 6 Goloshchapov,Aleksande ½ : ½ Kovacs,Gabor            8
12 Gonda,Laszlo           ½ : ½ Shytaj,Luca,Dr.        10
15 Kolbus,Dietmar         ½ : ½ Commercon,Simon        13
16 Cioara,Andrei-Nestor   1 : 0 Mager,Denis            17

München:

Nach dem gestrigen 6,5-1,5 gegen den MSA Zugzwang fertigte der SV Werder Bremen nun auch den FC Bayern mit demselben Ergebnis ab. Beim Schach geht also noch etwas, das im Fußball mittlerweile utopisch erschiene!

SV Werder Bremen          6½-1½ FC Bayern München        
 3 McShane,Luke J         1 : 0 Bezold,Michael          1
 4 Bluebaum,Matthias      1 : 0 Fedorovsky,Michael      3
 7 Hracek,Zbynek          1 : 0 Dragnev,Valentin        5
 9 Babula,Vlastimil       1 : 0 Johansson,Linus         6
10 Werle,Jan              ½ : ½ Lindgren,Philip         7
12 Markgraf,Rolf-Alexande 1 : 0 Schenk,Andreas          8
13 Fish,Gennadij          ½ : ½ Belezky,Alexander       9
14 Koop,Thorben           ½ : ½ Meister,Peter          15

Im zweiten Münchener Kampf kam es hingegen heute zu einer großen Überraschung, denn der an sämtlichen Brettern elomäßig klar unterlegene MSA Zugzwang erreichte gegen den Hamburger SK ein 4-4, und auch das stellte IM Jonas Lampert erst ganz zum Schluss für die Hamburger sicher, als er das Kunststück fertigbrachte, mit T+L gegen den Turm von Erasmus Gerigk zu gewinnen. Für den HSK hatte der Tag schon schlecht angefangen, als am 1. Brett GM Nils Grandelius von seinem Münchener Gegenüber, GM Stefan Bromberger, regelrecht überrollt wurde:

 
Hamburger SK              4 - 4 MSA Zugzwang             
 2 Grandelius,Nils        0 : 1 Bromberger,Stefan       1
 3 Bauer,Christian        ½ : ½ Kindermann,Stefan       2
 6 Svane,Rasmus           1 : 0 Hertneck,Gerald         4
 9 Ernst,Sipke            0 : 1 Zysk,Robert             6
11 Lampert,Jonas          1 : 0 Gerigk,Erasmus          7
13 Kollars,Dmitrij        ½ : ½ Dr. Hoffmeyer,Falk      8
14 Carlstedt,Jonathan     0 : 1 Eichler,Christoph       9
15 Heinemann,Thies        1 : 0 Lammers,Markus         10

Griesheim:

Das war es jetzt immer noch nicht mit den Überraschungen, denn auch der SV Hockenheim, der mit Außenseiterchancen auf die Deutsche Meisterschaft in die Saison gestartet war, verlor gegen die starken Schachfreunde Berlin einen Mannschaftspunkt. So richtig intakt dürften die Meisterschaftschancen mit nunmehr drei Minuspunkten für die Hockenheimer nicht mehr sein - die Schachfreunde Berlin hingegen sind ernsthaft dabei, sich in der oberen Tabellenhälfte fest zu etablieren.

Schachfreunde Berlin      4 - 4 SV Hockenheim            
 3 Piorun,Kacper          ½ : ½ Howell,David W L        5
 4 Vocaturo,Daniele       ½ : ½ Buhmann,Rainer          6
 5 Kraemer,Martin         ½ : ½ Saric,Ivan              7
 6 Mista,Aleksander       0 : 1 Wagner,Dennis           9
 9 Jakubowski,Krzysztof   ½ : ½ Moiseenko,Alexander    10
12 Lauber,Arnd            0 : 1 Baramidze,David        12
13 Baldauf,Marco          1 : 0 Braun,Arik             13
15 Thiede,Lars            1 : 0 Boguslawski,Oleg       15

Dem anderen Hauptstadtverein, dem SK König Tegel, war auch heute kein Erfolg beschieden. Der gastgebende SV Griesheim konnte sich mit dem Sieg gegen den Tabellenvorletzten an die Nichtabstiegsplätze zumindest heranrobben. 

SK König Tegel            3 - 5 SV Griesheim             
 1 Stern,Rene             0 : 1 Georgiadis,Nicolas      2
 2 Rabiega,Robert         1 : 0 Krassowizkij,Jaroslaw   3
 3 Richter,Michael        0 : 1 Tazbir,Marcin           5
 5 Muse,Mladen            0 : 1 Jarmula,Lukasz          6
 6 Bruedigam,Martin       ½ : ½ Walter,Stefan           7
 7 Fruebing,Stefan        1 : 0 Baskin,Robert           8
 8 Sarbok,Torsten         0 : 1 Nothnagel,Holger       12
 9 Muse,Drazen            ½ : ½ Spitzl,Vinzent         17

Partien:

 

Offizielle Webseite: www.schachbundesliga.de



Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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