Carlsen schlägt Ivanchuk

06.03.2007 – Mit einer starken Vorstellung gegen die Grünfeldverteidigung holte sich Magnus Carlsen heute von Vassily Ivanchuk einen ganzen Punkt und rückt wieder näher an Spitzenreiter Anand heran. Der Inder trennte sich von Morozevich remis. Zum gleichen Ergebnis kamen Aronian und Leko und auch Topalov und Svidler. Morgen spielt Anand mit Weiß gegen Aronian, während Carlsen seinen zweiten Platz mit Schwarz gegen Topalov verteidigen muss.Offizielle Seite (Linares)...Magnus Carlsens Blog...Mehr...

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Morelia-Linares Runde 11

Runde 11: Dienstag, 6.März
Levon Aronian 
½-½
 Peter Leko
Alex. Morozevich 
½-½
 Vishy Anand
Magnus Carlsen 
1-0
 Vassily Ivanchuk
Peter Svidler 
½-½
 Veselin Topalov

 

Die Partien bis Runde 11...


Magnus Carlsen hatte heute viel Zeit.

Das lag daran, dass er mit Vassiliy Ivanchuks Grünfeldverteidigung in der heutigen 11.Runde recht kurzen Prozess machte. Der Ukrainier hatte in der klassischen Abtauschvariante auf 10...Lg4 und 10...Dc7 verzichtet und stattdessen 10...Sa5, gefolgt vom Läuferfianchetto nach b7 gewählt.

Es wird ChessBase Magazin Chefredakteur Rainer Knaak freuen, dass der junge Norweger mit 15.h4 einen Weg einschlug, den Knaak 1976 gegen Kirov die Praxis einführte und den er später mehrfach erfolgreich anwenden konnte. Kasparov schlug Christopher Lutz bei einem Uhrensimultan in Frankfurt 1986 mit der gleichen Idee. Carlsen ließ im weiteren Verlauf e4-e5 folgen und belästigte Ivanchuks schwarzfeldrige Schwächen am Königsflügel. Nach 21.Lf6 dürfte sein Vorteil bereits Gewinn bringend sein, da unangenehm Dg5, Lxg7, Df6 usw droht. Carlsen entscheidet dann die Partie mit Hilfe einer Fesselung auf der c-Linie (24.Lb5). Noch stärker wäre das Eindringen auf den weißen Feldern mit 24.Lb1 gefolgt von 25.Dc2 gewesen.

Die drei übrigen Partien endeten remis. Morozevich und Anand übten eine selten gespielte Variante im Dameninder. Mit 5.Db3 (statt 5.b3) war Morozvich auf einen Nebenweg ausgewichen.

Anand fand mit 5...d5 (statt 5...Sc6) einen kleinen Trampelpfad und nach Morozvichs 7.Dd1 war man endgültig auf nahezu unbekannten Wegen unterwegs, auch wenn die Struktur selbst nichts Ungewöhnliches hatte.

Um den 28.Zug kreierte man eine Zugwiederholung.

In der Partie zwischen Aronian und Leko bot der Armenier die Katalanische Eröffnung an. Katalanisch, früher als Langweiler ohne Erfolgschancen verpönt, ist seit dem Wm-Kampf von Elista wieder schwer in Mode.

Leko lehnte mit 3...c5 ab und man fand sich bald in der Englischen Eröffnung mit Igelcharakter wieder. Leko entwickelte einigen Druck am Damenflügel und war vorübergehend im Besitz eines Mehrbauern, konnte den Vorteil aber gegen den sich clever verteidigenden Aronian nicht festhalten.

In Svidler gegen Topalov setzte der Bulgare mit Schwarz Svidler im Englischen Angriff mit einem Bauernsturm vor dessen lang rochierten König unter Druck.

Topalov hatte zur Variante 8...h5 gegriffen, mit der Schwarz den typischen Raumgewinn g2-g4 verhindert und die der Bulgare im letzten Jahr beim Amberturnier schon zweimal getestet hatte. Nach 10.0-0-0 schlug Topalov mit 10...Le7 (statt Tc8) einen seltener gespielten Weg ein.

Im weiteren Verlauf hatte Topalov mit seinem Läuferpaar noch Druck, doch Svidler fand einen Weg mit Hilfe eines Springeropfers ein ewiges Schach zu generieren.


Team Topalov -Danailov und Cheparinov - schaut zu.

Carlsen ist nach seinem Sieg wieder auf einen halben Punkt an Spitzenreiter Anand (7 P.) heran gerückt. Zum restlichen Feld klafft eine Lücke von einem Punkt.
 

André Schulz
Fotos: David Llada

 

 

 

 


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