Chinesisches Talent gewinnt in Leon

von Alejandro Ramirez
10.06.2014 – Der Chinese Wei Yi ist 15 Jahre jung und bereits Großmeister. Experten sagen ihm einen schnellen und weiten Aufstieg in die Weltspitze voraus. Wie talentiert Wei Yi ist bewies er beim traditionellen Schachfestival in Leon. In einem Schnellschach-K.O.-Turnier triumphierte er über Yifan Hou, Vallejo Pons und Ivan Salgado. Mehr...

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Beim 27. Magistral de Ciudad Leon im spanischen Leon traten vier Spieler im Schnellschach und im K.O.-Format gegeneinander an.

Die Teilnehmer (von links nach rechts): GM Ivan Salgado (Spanien), GM Francisco Vallejo Pons (Spanien),
Frauenweltmeisterin Yifan Hou (China) und GM Wei Yi (ebenfalls China)

Spielsaal

Im Halbfinale spielte Yifan Hou gegen Francisco Vallejo Pons und Ivan Salgado gegen Wei Yi. Vallejo Pons setzte sich mit 2,5:1,5 knapp gegen die Frauenweltmeisterin durch, doch im zweiten chinesisch-spanischen Duell ging der Sieg an China. Wei Yi gewann 2,5:1,5 gegen Salgado.

Frauenweltmeisterin Yifan Hou, mit einer Elo-Zahl von 2629 Nummer neun der chinesischen Rangliste (Männer und Frauen)

Francisco Vallejo Pons, Spaniens Nummer eins und mit 2698 Elo Turnierfavorit

Ivan Salgado, Elo 2622, beim Halbfinalkampf gegen Wei Yi

Damit hatten sich Vallejo Pons und Wei Yi für das Finale qualifiziert.

Der Bürgermeister von Leon, Emilio Gutierrez, führte den ersten Zug des Finales aus

Im Finale triumphierte Wei Yi. Allerdings denkbar knapp. Nach vier Partien stand es 2:2 und der Wettkampf musste im Tie-Break entschieden werden. Dort gewann Wei Yi nach dramatischen Verlauf. Entsprechend bescheiden gab sich der junge Großmeister anschließend: "Ich hatte in den entscheidenden Moment Glück. Vallejo stand mehr als einmal sehr gut, aber konnte diese Stellungen zu meinem Glück nicht gewinnen. Vor allem in der dritten Partie und in der ersten Tie-Break-Partie stand ich Rande einer Niederlage," räumte Wei Yi anschließend ein.

Vallejo, der bei der Siegerehrung kaum sprechen konnte, weil er seit ein paar Tagen an einer Lungeninfektion litt, zeigte sich als fairer Verlierer: "Im großen und ganzen bin ich mit meinem Spiel zufrieden. Natürlich weiß ich auch, dass ich den Wettkampf ein paar Mal zu meinen Gunsten hätte entscheiden können. Aber das schmälert die Leistung meines Gegners nicht, der vor allem in der sechsten Partie sehr gut gespielt hat, und seinen Vorteil dort sehr präzise zur Geltung bringen konnte. Und das mit nur noch einer Minute auf der Uhr."

Vallejo scheinte an der Verwertung seiner Vorteile

Ivan Salgado, der im Halbfinale ausgeschieden war und das Finale kommentierte, meinte: "Wei Yi hat hier gezeigt, dass er trotz seines jungen Alters bereits ein vielseitiger Spieler ist. Wir hatten alle geglaubt, dass er taktisch stark ist, aber strategisch Schwächen zeigen würde. Aber hier in Leon hat er bewiesen, dass er seine Nerven gut im Griff hat und auch ruhige, aber komplexe Stellungen gut behandeln kann. Er ist mit Sicherheit unterbewertet und bereits ein sehr starker Großmeister, der auf der Weltrangliste rasch nach oben klettern wird. Auch als Person wirkt er ruhig und ausgeglichen."

Turniersieger Wei Yi

Leontxo Garcia, der legendäre spanische Schachkommentator

Wie schon so oft in der 27-jährigen Geschichte dieses Turniers könnte es sein, dass Wei Yis Erfolg in Leon der Vorbote weiterer Erfolge ist. Damit würde der junge chinesische Großmeister in die Fußstapfen von Spielern wie Carlsen, Leko und Karjakin, um nur einige zu nennen, treten, die schon als Teenager in Leon gespielt haben. Und sollte einmal, vielleicht zum 50-jährigen Jubiläum, ein Buch über Leon geschrieben werden, dann wird Wei Yi dort sicher einen Ehrenplatz einnehmen.

Alle Partien

 

Fotos: Turnierseite


Themen Leon, Wei Yi

Alejandro Ramirez wurde mit 15 Jahren Großmeister, qualifizierte sich 2004 und 2013 für die WM-Turniere und spielte 2002, 2004 und 2008 für Costa Rica bei der Schacholympiade. Er ist Autor einer Reihe populärer und erfolgreicher ChessBase-DVDs.
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