Computer-WM: Trio in Front

23.11.2003 – Nach zwei Runden haben Brutus, Shredder und Fritz noch eine weiße Weste bei der Computer-WM in Graz. Fritz zeigte heute erneut eine starke Angriffsleistung und hatte als Erster seine Partie beendet. Mit den schwarzen Steinen gewann er gegen Sjeng. Shredder schlug Diep und Brutus siegte gegen Ruy Lopez, den gestrigen Überraschungssieger über Titelverteidiger Deep Junior. Deep Junior kam heute nach anfänglichen Schwierigkeiten zu seinem ersten Sieg. Erneut wurde die Partieübertragung auf dem Fritz-Server von Radio ChessBase mit Multimediaeinblendungen begleitet. Terminplan bei chess003.... Offizielle Turnierseite der Computerschach-WM... Graz 2003...Partien, Fotos, Bericht von Peter Schreiner...

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Graz, 22. bis 30.November 2003


Die Partien der ersten Runde zum Nachspielen...

Die Partien der zweiten Runde zum Nachspielen...
 

 

Tabelle nach zwei Runden:

Graz: 2. Runde
Peter Schreiner aus Graz


Peter Schreiner

Die zweite Runde der Computerschach-WM startete am frühen Sonntagmorgen um Punkt 10:00 Uhr. Alle Teilnehmer waren trotz langer Nachtsession fit und pünktlich anwesend. Nachdem die Programmväter von Fritz sich dank der hervorragenden landestypischen Kost in Bestform befinden, scheint sich dies auf das Programmkind zu übertragen. Fritz konnte als erster seine Partie gegen das belgische Programm Deep Sjeng im Königsangriff entscheiden.


Alex Kure und Mathias Feist

Lokalfavorit Brutus macht seinem Status alle Ehre und räumt bisher überzeugend die vermeintlich schwächeren Programme beiseite. Nachdem das spanische Programm Ruy Lopez gestern den Titelverteidiger Junior besiegen konnte, ließ ihm Brutus keine Chance und nützte die Schwächen der Stellung gnadenlos zu seinem Vorteil aus.

Die schönsten Partien des Turniers spielt bisher Shredder von Stefan Meyer-Kahlen. Nachdem Shredder gestern das Publikum gegen List mit einem Läuferopfer auf Position begeisterte, brachte es gegen das holländische Programm Diep unvermittelt ein überraschendes Qualitätsopfer mit dem Ergebnis, dass im Endspiel ein solider Mehrbauer übrig blieb. Der wurde von Shredder in bewährter Manier konsequent verwertet.

Weltmeister Junior hatte in seiner Partie gegen das deutsche Programm ParSos einige Startschwierigkeiten. Letztendlich konnte das israelische Programm sich aber doch durchsetzen und manövrierte seinen Gegner erfolgreich aus.


Frans Morsch schaut bei Shay Bushinsky (Junior) vorbei


Rudolf Huber


Steffen Jacob = Hossa


Das Ruy Lopez-Team

Die nächste Runde beginnt um 16:00 Uhr. Hier werden mit Sicherheit die ersten Favoriten aufeinander treffen und damit dürfte diese Runde besonders spannend werden. Highlight wird die Begegnung Fritz - Shredder sein.

Immer wenn Falcon spielt, fällt im Chat auf schach.de ein "Neli" auf. Egal wie die Stellung ist, Neli feuert Falcon laut an. Eben sah ich Omid David Tabibi (Nachname = "David Tabibi"), den Programmierer von Falcon auf dem Server gegen Neli blitzen. Omid hat 2000, Neli 1400 Blitzelo. Ich erkläre Omid, dass Neli sein größter Fan ist. Er antwortet: "Klar, dass ist meine kleine Schwester, sie ist elf".


David Tabibi

 
Vincent Diepeveen spielt auf einem Forschungsrechner mit 500 Prozessoren, der den holländischen Steuerzahler 240 Tsd. Euro am Tag kostet. Vincent hat gute Arbeit im Hinblick auf massive Parallelisierung geleistet, auch wenn er die Maschine erst am Abend vor der ersten Runde testen konnte. Diep macht auf dem System etwa 5-7 Millionen Knoten pro Sekunde.


Vincent Diepeveen

Erste Impressionen aus Graz


Blick auf den Schlossberg


Eingang im Berg

Graz ist nicht nur für Computerschachfans eine Reise wert. Eine wunderschöne, idyllische Stadt mit hervorragendem Freizeitangebot und exzellenten Restaurants. Der Veranstaltungsort DOM im BERG mitten im Stadtzentrum bietet Teilnehmern und Zuschauern erstklassige Rahmenbedingungen. Der Dom im Berg wurde in einem ehemaligem Luftschutzbunker direkt in den Berg integriert und setzt mit seiner einzigartigen Architektur ganz individuelle Akzente. Die Zuschauerresonanz ist unglaublich. Schon am frühen Sonntagmorgen sind zahlreiche Interessenten präsent und nehmen dankbar die Kommentare von GM Peter Wells an, der die laufenden Partien live kommentiert. Die Besucher haben die Möglichkeit, ihre Spielkünste direkt auf extra dafür bereit gestellten Rechnern gegen den amtierenden Computer-WM auszuprobieren. Parallel zur Computerschach-WM finden noch weitere Schachveranstaltungen statt.


Künstliche Insel in der Mur

Besonders gut gefallen hat mir die freundschaftliche Atmosphäre unter den Teilnehmern. Ein ganz wichtiger Aspekt bei diesen Veranstaltungen ist die Möglichkeit, im direkten persönlichen Gespräch Erfahrungen auszutauschen oder direkte Kontakte zu den Autoren zu knüpfen. Man kann jedem Computerschachfan vorbehaltlos empfehlen, einmal persönlich eine solche Veranstaltung zu besuchen. Eine bessere Gelegenheit, mit den Programmierern und den "Machern" in der Szene persönlich in Kontakt zu treten, gibt es einfach nicht. Wenn man in der Regel das ganze Jahr über im stillen Kämmerlein hockt und die meisten Kontakte ausschließlich via Internet pflegt, ist es oft ein hochinteressantes Erlebnis, die Macher einmal persönlich kennen zu lernen.

Wer keine Zeit hat nach Graz zu kommen, wird auf schach.de bestens informiert. Erstmals findet eine Computerschach-WM nicht im verborgenen Kämmerlein statt und wird komplett live, nämlich auf dem Fritz-Schachserver präsentiert. Dabei werden nicht nur die Partien live übertragen. Auch die Kommentare von GM Peter Wells werden auf schach.de mit gesendet.


Großmeister Peter Wells

Videos aus dem Turniersaal vermitteln einen Eindruck von der Turnieratmosphäre. Radio ChessBase bleibt auf auf Sendung und wird weiter direkt vor Ort Interviews und aktuelle Informationen liefern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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