Das Grüne Band für den Hamburger SK

von Georgios Souleidis
09.11.2017 – Der Hamburger SK ist deutschlandweit für seine herausragende Jugendarbeit bekannt. In diesem Jahr erhielt der mit über 700 Mitgliedern größte Schachklubs Deutschlands das "Das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein". | Foto: Eva Maria Zickelbein

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"Seit 1986 fördern die Commerzbank AG und der Deutsche Olympische Sportbund über die Initiative `Das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein` Kinder und Jugendliche. Das `Grüne Band` belohnt konsequente Nachwuchsarbeit im Leistungssport, unabhängig von der Vereinsgröße oder der Popularität der Sportart. [...]

Die Jury prämiert jedes Jahr 50 Vereine oder Vereinsabteilungen aus den förderungswürdigen olympischen und nicht olympischen Spitzenverbänden des Deutschen Olympischen Sportbundes. [...] Das `Grüne Band` von Commerzbank und dem Deutschen Olympischen Sportbund ist mit einer Förderprämie von je 5.000 Euro für die leistungssportliche Nachwuchsarbeit der ausgezeichneten Vereine verbunden." (Selbstbeschreibung auf der Webseite des DOSB)

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Schachvereine bei den Ehrungen berücksichtigt werden, doch zwischen 2002 und 2016 durften sich immerhin neun Klubs über die Prämie freuen.

Die Sieger in der Sportart Schach

  • 2016: Kein Preis in der Sportart Schach vergeben
  • 2015: Karlsruher Schachfreunde 1853 e.V. (Baden)
  • 2013: Lübecker Schachverein von 1873 e.V. (Schleswig-Holstein)
  • 2012: Kein Preis in der Sportart Schach vergeben
  • 2011: Kein Preis in der Sportart Schach vergeben
  • 2010: SV Stuttgart Wolfbusch (Württemberg)
  • 2009: Kein Preis in der Sportart Schach vergeben
  • 2008: Kein Preis in der Sportart Schach vergeben
  • 2007: Schachfreunde Brackel 1930 (NRW)
  • 2006: USV TU Dresden (Sachsen)
  • 2005: SC Leipzig-Gohlis (Sachsen)
  • 2004: SV Wolfbusch (Württemberg)
  • 2003: SG Blau-Weiß Stadtilm (Thüringen)
  • 2002: SC Tamm (Württemberg)

2017 gehört der Hamburger SK zu den glücklichen Vereinen, die von der Commerzbank und dem DOSB prämiert wurden. Nach einigen vergeblichen Anläufen die Jahre zuvor freute sich der Ehrenvorsitzende des Klubs, Christian Zickelbein, besonders über die Auszeichnung: "Das hat sich unsere Jugendabteilung verdient. Mit drei Medaillen bei der Deutschen Jugendvereinsmeisterschaft, Gold bei der U14 und jeweils Silber in der U10 und U12, waren wir erfolgreicher als jeder Landesverband. Außerdem gewann Luis Engel die Deutsche Meisterschaft in der U14."

Deutscher Meister U14 (vlnr.: Luis Engel, Johnson Foo, Robert Engel, Henning Holinka, eingerahmt von den Betreuern Julian Grötzbach und Kevin Weidmann)

Darüber hinaus ist der HSK dafür bekannt, dass er durch die jahrzehntelange Jugendarbeit viele starke Spieler hervorbrachte bzw. förderte und in die Bundesligamannschaft integrierte. Zur älteren Generation dieser Titelträger gehören illustre Namen wie Matthias Wahls (GM), Karsten Müller (GM), Jan Gustafsson (GM), Thies Heinemann (IM) oder Dirk Sebastian (IM).

Später kamen Niclas Huschenbeth (GM) und Jonathan Carlstedt (IM) hinzu. Vier dieser Spieler finden sich im aktuellen Kader des HSK, genau wie Rasmus Svane (GM), der bei der gerade abgelaufenen Team-EM zum ersten Mal die Elo-Hürde von 2600 Punkte übersprang und als bester Spieler am Ersatzbrett ausgezeichnet wurde, Jonas Lampert (IM) und Dmitrij Kollars, der aktuell jüngste Großmeister Deutschlands.

Rasmus Svane (rechts) mit Gold an Brett 5 bei der Team-EM| Foto: Niki Riga

Durch die lange Historie des Vereins ist es nicht verwunderlich, dass es schon das zweite Mal war, dass der HSK das Grüne Band erhielt. Das erste Mal war 1990 einige Jahre nach der Trennung vom Hamburger SV. "Damals war es fast noch wichtiger als heute, dass wir den Preis erhielten, weil die Bundesliga und der Leistungssport in Gefahr waren", erinnert sich Zickelbein.

Von 1981 bis 1987 war der HSK als selbständige Abteilung in den Hamburger SV eingegliedert und verfügte vertragsgemäß über einen beträchtlichen Etat für den Leistungssport. Nach dem Rücktritt des erfolgreichsten Präsidenten, den der HSV je hatte, war es u.a. Dr. Wolfgang Klein zu verdanken, dass der HSK weiter in der Bundesliga spielen konnte. Auch nach der Trennung vom HSV 1987 unterstützte er persönllich den Schachverein mit finanziellen Mitteln. Auch zu seinen Ehren, Wolfgang Klein verstarb im September dieses Jahres, traf sich der Freundeskreis des HSK Anfang November.

Manfred Gierspiepen (Leiter des Freundeskreises) des HSK beim Treffen; vor ihm sitzen mit Hans Krieger und Kersten Spruth, die 1. Vorsitzenden des HSK in den 70er und Anfang der 80er Jahre. Spruth hat gemeinsam mit Wolfgang Klein die erfolgreiche Fusion mit dem Hamburger SV gestaltet. | Foto: Eva Maria Zickelbein

Im Rahmen des Treffens fand auch die Übergabe des Preises von der Commerzbank AG und des DOSB statt.

Sabine Dudek und Daniel Gundlach überreichen das Grüne Band an Christian Zickelbein, rechts freut sich der Jugendwart Bernhard Jürgens | Foto: Eva Maria Zickelbein

Beim Freundeskreistreffen war auch Dmitrij Kollars anwesend. Der 18-jährige Großmeister durfte das tun, was er am besten kann. Er sprach über eine seiner aktuellen Partien und es ist überliefert, dass sogar die "Banker" den Ausführungen bis zum Schluss lauschten.

 

Teaserfoto:

Stehend vlnr.: Dmitrij Kollars, Thomas Ritzenhoff (Bezirksamtleiter Wandsbek), Christian Zickelbein, Sabine Dudek, Bernhard Jürgens, Thomas Woisin (1. Vorsitzender HSK), Daniel Gundlach

Vordere Reihe: Robert Engel, Luis Engel, Jakob Weihrauch

Links:

Das Grüne Band

Commerzbank: Das grüne Band

Hamburger SK

Kurzportrait Hamburger SK



Georgios Souleidis ist Internationaler Schachmeister und hat in Bochum Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert. Er arbeitet als Journalist, Autor und Schachtrainer. Er schreibt u.a. als Chefredakteur für die Schachbundesliga, für Chessbase, die Zeitschrift SCHACH oder für den Sportinformationsdienst. Früher bloggte er auch auf seiner Seite entwicklungsvorsprung.de.
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