Eric Lobron: Comeback im Café Batavia

von André Schulz
10.03.2017 – Heute wird Schach zumeist von und in den Schachclubs organisiert. Doch davor waren die Cafés der Treffpunkt der Schachfreunde. Dieser Tradition folgend findet im Café Batavia in Amsterdam alljährlich ein Schachturnier in besonderer Atmosphäre statt. In diesem Jahr feierte ein bekannter deutsche Großmeister sein Turnier-Comeback.

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Fotos: Lennart Ootes

Das Batavia-Turnier in Amsterdam folgt der schönen und alten Tradition des Schachs in Cafés und/oder Gaststätten. Hier haben sich einst die Schachzirkel gefunden, regelmäßig getroffen, bevor sie sich später als Klubs organisierten und ihre Geburtsstätten verließen - oder auch nicht.

Das Batavia-Turnier findet seit 2009 alljährlich im Cafe Batavia im Zentrum von Amsterdam, in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof, statt und wird von Merijn van Delft organisiert dem niederländischen Schachmäzen Bas de Melker unterstützt. In diesem Jahr fand also die 9. Auflage des Turniers statt. Das Turnierfeld besteht aus zehn Spielern, zum Teil Talente, zum Teil erfahrene Spieler. Die Idee des Turniers besteht darin, den Talenten Gelegenheit zu bieten, Turniererfahrung und im besten Fall auch Normen für den IM und GM-Titel zu sammeln.

Wichtige Aufgabe des Turnierdirektors: Kaffee holen

Der Elofavorit in diesem Jahr war der brasilianische Großmeister Alexandr Fier. Mit dem Israeli Baron Tal und dem Deutschen Eric Lobron waren zwei weitere Großmeister am Start. Der einstige deutsche Nationalspieler feierte dabei sein Turnier-Comeback. In den 1980er und 1990er Jahren spielte Lobron als Profi und hatte in seiner besten Zeit eine Elozahl von knapp unter 2600. Um das mit den heutigen Wertungszahlen zu vergleichen, kann man getrost 100 Punkte hinzu addieren. Sein letztes Turnier spielte Lobron 2004, 2005 noch ein Schnellschachturnier. Dann zog er sich vom Schach zurück. In der Saison 2014-15 trat er jedoch nach einer langen Pause zweimal in der 2. Bundesliga für Schott Mainz an und spielte letzte Saison schon regelmäßig. Nun ist er also wieder da, muss sich aber offenbar noch an das Turnierleben akklimatisieren.

Alexandr Fier

Eric Lobron

Die jungen Talente im Feld waren der australische IM Bobby Cheng, sowie die Niederländer Lucas van Foreest, jüngerer Bruder von Jorden van Foreest, Thomas Beerdsen und Hing Ting Lai.

Am Ende wurde der Bobby Cheng als Turniersieger ausgerufen. Er wies gegenüber dem punkgleichen Lucas van Foreest die bessere Zweitwertung auf, einen Sieg im direkten Vergleich. Van Foreest erhielt einen Sonderpreis als bester niederländischer Spieler und einen zweiten Sonderpreis für das beste Endspiel.  Beide Erstplatzierten erreichten die notwendige Punktzahl für eine GM-Norm. Barry Brink erzielte eine IM-Norm. Thomas Beerdsen wurde Dritter. Alexandr Fier erhielt einen Preis für die spektakulärste Partie.

Lucas van Foreest: Schach ist spannend

Maximale Anspannung

Hinten: Alina l'Ami schaut herunter

 

Endstand

 

Partien

 

 

Der Turniersieger Bobby Cheng mit dem Max Euwe-Preis

Bas de Melker gratuliert Alexandr Fier für die beste Partie

Merijn van Delft gratuliert Thomas Beerdsen zum dritten Platz

Im Rahmenprogramm wurde auch ein Blitzturnier gespielt, das Alexander Fier gewann. Für den Rückkehrer Lobron lief es mit dem geteilten zweiten Platz besser als im Hauptturnier.

Endstand Blitzturnier

Partien Blitzturnier

 

 

Es hat Spaß gemacht

 

Turnierseite...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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joscho joscho 12.03.2017 11:14
Schnabelwolke hat Recht - wie man ganz einfach durch Anklicken seines Namens in einer der Partienotationen herausfindet, hatte Eric Lobron im Juli 1992 eine Elo-Zahl von 2625. Chessbase hat die Zahlen und jeder von uns kann sie anschauen...
Schnabelwolke Schnabelwolke 10.03.2017 10:21
Eric Lobron hatte in seiner besten Zeit definitiv eine Elozahl _über_ 2600 (nicht _unter, wie aktuell im Artikel steht). Ich sach' ma' so aus dem Bauch heraus etwa 2625 um 1992. Ich hoffe mal, mein Gedächtnis lässt mich da nicht im Stich. ChessBase sollte das eigentlich am besten wissen (und braucht nur im Computer nach zu sehen).
flachspieler flachspieler 10.03.2017 02:42
Wer erinnert sich noch an 1977/78, als Eric Lobron
als unbekannter Youngster eine 100-Prozentserie
in der Sachbundesliga hinlegte?
Oder wie er sich zwei Jahre später mit "Mischko
(Vujovic) Blitz" beim Geldblitz in Strassburg
prügelte. Tja, jetzt ist er ein richtig seriöser Herr
geworden.
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