Europapokal in Kemer: Baden-Baden mit Anand?

04.10.2007 – Durch die Nachmeldung von Vishy Anand ist Baden-Baden nun die Nummer Eins der Setzliste beim Europapokal der Vereine in Kemer. Zum Auftakt fehlte der Weltmeister jedoch noch ebenso wie Peter Svidler. Mit Magnus Carlsen an Brett Eins reichte es dennoch zu einem klaren Sieg gegen Homburg Appeldorn. Auch die anderen Topclubs setzten sich gegen ihre Gegner zumeist deutlich durch. Vizemeister Hamburg kam ebenfalls zu einem 6:0 und hoffte auf einen Spitzenclub als Gegner der Runde zwei, was sich aber nicht erfüllte. Andreas Albers berichtet von der Europäischen Klubmeisterschaft, die mit türkischer Folklore und Bauchtanz eröffnet wurde. Ergebnisse auf der Turnierseite... Aktuelle Berichte beim HSK...Mehr...

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Baden spielt Grand ohne Einen, erstmal…
Von Andreas Albers
Fotos: Andreas Albers, Turnierseite

Merhaba aus Kemer,

gerade erst ist die Weltmeisterschaft in Mexiko zu Ende gegangen, da beginnt schon das nächste Highlight im Schachjahr 2007. Der 23. Europapokal für Vereinsmeisterschaften wird dieses Jahr in der aufstrebenden Schachnation Europas, der Türkei, ausgetragen. Insgesamt sind 56 Mannschaften aus 35 Nationen am Start, bei den Damen noch einmal 18 Teams.

Eine knappe Autostunde von Antalya entfernt bietet der Hotelkomplex „Limra“ den Teilnehmern nicht nur Unterkunft, Verpflegung und zahlreiche Erholungsmöglichkeiten, der große Konferenz- und Veranstaltungssaal ist gleichzeitig Austragungsort.


Herzlichen Willkommen!


Hier wohnen die Mannschaften


Bei 30-35 Grad im Schatten ist man für die Abkühlungen sehr dankbar!


Blick in den Turniersaal, noch leer


Und nun mit den Spielern

Einige Jahre fuhr der Deutsche Meister nicht zu diesem Wettbewerb, die Stars waren meist für anderen Mannschaften „gebucht“ und mit der zweiten Garnitur wollte man dann auch nicht spielen. So nutzten meist Werder Bremen und vor allem die Schachfreunde Neukölln ein ums andere Mal die Gunst der freien Plätze, um sich für die kommende Bundesligasaison einzuspielen.

In diesem Jahr ist es der Meistermannschaft von Baden Baden um Mannschaftsführer Sven Noppes gelungen, beinahe alle Weltklasseleute aus dem Kader für Baden Baden zu verpflichten. Lediglich der Torschützenkönig der vergangenen Saison Alexei Shirov spielt für Ural.

Die spannendste Frage vor dem Start war sicher, ob der frischgebackene Weltmeister spielen würde. Um es kurz zu machen: Vishwanathan Anand ist für Baden-Baden gemeldet! Allerdings wurde er bisher noch nicht in Kemer gesichtet und befindet sich vermutlich noch in der wohlverdienten Ruhephase. Doch die Spatzen pfeifen von den Dächern, das der neue Schachkönig in der entscheidenden Phase anfliegen wird, alle Schachfans vor Ort freuen sich bereits darauf.

Durch die Meldung Anands sprang Baden Baden auf Platz 1 der Setzliste. Svidler, der zwar schon gesehen wurde, aber in der 1.Runde noch aussetzte, Carlsen, Bacrot, Nisipeanu, Harikrishna, Nielsen und Schlosser bilden ein Team, vor dem sich jeder Gegner fürchten sollte. Mit Anand beträgt der Eloschnitt der ersten 6 Bretter stolze 2713 Punkte!



Magnus Carlsen übernahm erstmal das Spitzenbrett. Gegen das holländische Talent Roeland Pruissers gab es einen klaren Sieg



Etienne Bacrot hätte sich zu Beginn sicher weniger Arbeit gewünscht, aber das holländische Original IM Manuel Bosboom drückte gleich mal nach 6Zügen einen weißen Bauern nach h6!

Allerdings halten auch die Verfolgermannschaften nicht hinter dem Berg.

Ural kann immerhin auch noch mehr als 2700 Punkte im Schnitt vorweisen: Radjabov, Shirov, Grischuk, Akopian, Malakhov, Dreev und Motylev, da bleiben nicht mehr viele Fragen offen.


Die Bretter 2+3 von Ural: Alexei Shirov (r) und Alexander Grischuk


Spitzenbrett Timur Radjabov zeigte sich wenig gentlemenlike und bezwang Marie Sebag nach hartem Kampf

2697 Elopunkte im Schnitt reichen leider nur für Platz 3, aber mit WM Teilnehmer Morozevich, die Jungstars Jakovenko, Karjakin und Inarkiev, dazwischen noch Exweltmeister Kazimdshanov und der aktuelle Europameister Tkachiev an Brett 6 reichen mit Sicherheit auch zum Angriff auf den Titel! Die Liste der Stars ließe sich beliebig fortführen und wir werden in den nächsten Tagen dies auch tun. Zum Abschluss erstmal ein kleines Bilderrätsel, auf welchen Namen hört dieses Spitzenbrett?


Wer bin ich?


Aha!

Als zweite deutsche Mannschaft hat sich der Sensationsvizemeister der letzten Spielzeit, der Hamburger SK, entschlossen, mitzuspielen. Nicht mit der allerstärksten Aufstellung, aber so, wie es auch in der Bundesliga immer Vereinsphilosophie ist: Immer mindestens 50 % Hamburger und der Jugend eine Chance. Neben den Großmeistern Gustafsson, Kempinski und Hansen spielt Dirk Sebastian, der mit seiner GM Norm maßgeblich zum Erfolg der letzten Saison beigetragen hat.

Hamburgs größte Schachhoffnung Niclas Huschenbeth bekommt die Chance seine gute Form von der Jugendeuropameisterschaft auszubauen und mit Stefan Sievers und Sven Bakker sind zwei weitere verdiente Kräfte aus der zweiten Liga am Start. Das Mannschaftsziel ist allerdings mit dieser Aufstellung vermutlich nicht der Titel (und vermutlich auch nicht der 2. Platz hinter Baden-Baden), aber an 15 gesetzt, soll dieser Platz natürlich schon verbessert werden. Jan Gustafsson hat ausgegeben: „Unter die Top Ten, wäre ein Traum!“


Robert Kempinski und Sune Berg Hansen scheinen den Hamburger Nachwuchs genau im Blick zu haben…

Seit einigen Jahren finden in der Türkei zahlreiche überregionale Meisterschaften (Jugend, Einzel, Damen und Teams) statt. Bei der Eröffnungsfeier im Amphitheater des Hotels wies der Präsident der türkischen Schachföderation Ali Nihat Yazici darauf hin, dass man nach Fussball mittlerweile den zweitgrößten Sportverband des Landes aufgebaut habe „und wir arbeiten daran der größte zu werden!“.

Mit der „Türkiye is bank“ hat man die größte Bank des Landes als Sponsor gefunden, die sich nicht nur bei der Durchführung von Spitzenevents, sondern auch im Schulschach (über 200 000 Schüler lernen Schach im Unterricht) engagiert. Es bewegt sich einiges im Land. Die Eröffnungsfeier zeichnete sich vor allem durch informative und nicht künstlich in die Länge gezogene Reden aus...


Geoffrey Borg für die FIDE


Ali Nihat Yazici, der erfolgreiche Präsident des türkischen Verbandes

...und der kulturelle Teil wurde zu einem Streifzug durch die türkischen Gebiete:


Rhythmische Tanzchoreographien wechselten sich ab


...mit Bauchtanzeinlagen...


...Trommlern, und den berühmten Suffitänzern, die sich minutenlang im Kreis drehen und so in einen fast ekstatischen Zustand gelangen.

Etwas den stilvollen Eindruck getrübt hat allerdings die Abschlußperformance:


Das hoteleigene Lied „La Limra“ wurde von allen Zuschauern oder zumindest allen, die Lust hatten, performt.

Weitere Bilder:


Alexander Onischuk und Ruslan Ponomariov


Viktor Bologan


Vassily Ivanchuk


Sergei Movsesian


Krishnan Sasikiran


Kateryna Lahno, Yifan Hou und Ekaterina Kovalevskaya


Natalia Zhukova (Grischukova?) wirbt für T-Com


Micky Adams


Rustam Kasimdzhanov

 

 

 

 

 

 


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