Doping im Schach

28.01.2017 – Wissenschaftler der Universität Mainz legen eine Studie vor, die belegt, dass Doping im Schach zu einer größeren Leistungssteigerung führt als bisher angenommen. Die gedopten Probanden spielten im Vergleich zur Kontrollgruppe um 40-50 Elopunkte stärker, verloren aber häufiger durch Zeitüberschreitung. Zum Artikel in der FAZ...

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Lt Marseille Lt Marseille 30.01.2017 01:41
Ich kann WolgangR nur beipflichten. Außerdem ist der vorgestellte wissenschaftliche Ansatz mehr als zweifelhaft. Dopingdosen, die der Wirkung von 3-4 Tassen Kaffee während einer Schnellpartie mit 15 min entsprechen, würden am Ende einer Turnierpartie (oder in der 9. Runde eines Schnellturniers) der Zuführung von 2-3 Litern Kaffee entsprechen. Trinkt dies ein Turnierspieler, wird er die Zeit wohl schon allein deswegen überschreiten, weil er von der Toilette nicht mehr wegkommt; nimmt er einfach nur Tabletten mit dem Wirkstoff, wäre sein geistiger und körperlicher Zustand so beklagenswert, dass er beim Versuch zu ziehen vor Zittrigkeit alle Figuren umwerfen würde. Auch ein Test gegen Computerprogramme ist abwegig, da die psychologische Komponente im Turnierschach im Spiel gegen einen Menschen außer Acht bleibt. Schnellpartien eignen sich nicht für die Untersuchung - Turnierschach ist etwas ganz Anderes! Der zitierte Professor sollte schnell etwas zur eigenen Leistungssteigerung tun, bevor er weiter solchen Unsinn verfasst. Ich empfehle ein ruhiges Zimmer in seinem eigenen Institut - zur eigenen Sicherheit eines mit Gummiwänden!
Herzliche Grüße nach Mainz, Lothar Karwatt
WolfgangR WolfgangR 29.01.2017 08:41
Eine Leistungssteigerung von geballten 50 ELO-Punkten durch die Einnahme eines Psychopharmakons ist bei weitem kein wissenschaftlicher Nachweis für mögliches Schachdoping.
Wenn man mal die 50 ELO-Punkte „Leistungssteigerung“ fixiert und mit dieser Zahl rechnet, bedeuten 50 Punkte für einen Spieler mit 1050 Elopunkten statt seiner „üblichen“ 1000 Elopunkte geballte 5 %-Leistungssteigerung.
Für 2000er Spieler kommt man auf 2,5 % Leisungssteigerung und weitere Beispiele durchzurechnen überlassen wir dem geneigten Leser.
Es ist leistungssteigernder, wenn man regelmässig in Schachlehr- und Theoriebüchern lernt und ausgeschlafen zu seinen Turnierpartien oder Turnieren antritt. Das hilft deutlich besser – in der Jugend zum Leistungsaufbau und in späteren Jahren gegen vorzeitigen Leistungsabbau!
Solche „Leistungssteigerungen“ sind abgesehen von der Tagesform durchaus auch „normale“ Schwankungen im Leben von Schachspielern, der regelmässig an Vereinsturnieren und Mannschaftskämpfen teilnehmen.
In diesem Zusammenhang sollte man auch darüber nachdenken, mit welchen Intentionen Arpad Elo „seine“ Elozahlen erfand. Definitiv nicht, damit sie der Dopingforschung zu Scheinerfolgen verhelfen. Selbst die Siegeswahrscheinlichkeiten, welche die Elozahlen abbilden, stimmen nur selten, weil den Spielern am Brett während der Partie immer wieder abgewandelte strategische und taktische Konzepte einfallen.
Ebensowenig wie man Schmerz objektiv messen kann, kommt man über diese Zahlen zu verlässlichen Messergebnissen. Usain Bolt läuft seinen Mitläufern deswegen davon, weil er ausreichend trainiert ist und seine Beine schneller sind … :-)
Gemäß den Dopingspezialisten möchte man meinen, jedes Medikament sei ein Dopingmittel. Dabei helfen die meisten Medikamente gegen spezifische Defizite, die den Patienten widerfahren: Diabetes, Schmerz, Bluthochdruck uvam …
Auch ein Dr. Aljechin scheiterte gegen Dr. Euwe 1935 weil sein Konsum „geistiger“ Getränke zu geistiger Umnachtung führte. Nach dem Verzicht auf geistige Flüssignahrung holte er sich 1937 „seinen“ WM-Titel zurück!
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