Frauen-GP: Vier Siege zum Auftakt

von André Schulz
11.02.2016 – Zum Start des zweiten Grand Prix-Turniers der neuen Serie 2015-16 gab es in Teheran vier entschiedene Partien, darunter drei Schwarzsiege. Als Nachziehende gewannen Humpy Koneru, Ju Wenjun und Natalia Pogonina. Natalia Zhukova siegte mit den weißen Steinen. Yifan Hou und Mariya Muzychuk sind hier nicht am Start. Die beiden Spielerinnen bereiten sich auf ihren WM-Kampf vor. Mehr...

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Heute begann das zweite Turnier der Grand Prix-Serie 2015-16. Das erste Turnier in Monaco im letzten Oktober hatte Yifan Hou deutlich gewonnen. Mariya Muzychuk wurde geteilte Zweite. Diese beiden Spielerinnen bestreiten Anfang März in Lviv (Lemberg) den Wettkampf um die Weltmeisterschaft der Frauen und fehlen.

Gastgeber des zweiten GP-Turniers ist der persische Schachverband und die Stadt Teheran. Schach hat hier eine lange Tradition. Wie man weiß brachte eine indische Delegation im 6. Jahrhundert das indische Spiel Chaturanga nach Persien. Hier erfuhr es eine Reihe von Umformungen und es entwickelte sich eine eigene Schach-Literatur. Das Wort Schach (Schah=König) erinnert an den großen persischen Einfluss.

Gunina und Batsiashvili vor einem kleinen Schachmuseum

Die iranische Nationalhymne wird gespielt

Ansprache an die Spielerinnen

Sarasadat Khademalsharieh vertritt den persischen Verband und wird beim Heim-GP in Teheran vielleicht besser abschneiden als beim ersten GP in Monaco als die junge Spielerin unter Wert nur Letzte wurde.

Sarasadat Khademalsharieh

In Abwesenheit von Yifan Hou und der Muzychuk-Schwestern fällt die Favoritenrolle anderen Spielerinnen zu. Elobeste ist Humpy Koneru, gefolgt von Ju Wenjun. Insgesamt ist das Feld aber recht ausgeglichen.

Humpy Koneru

Ju Wenjun

In der ersten Runde wurden vier der sechs Partie entschieden. Koneru startete mit einem Schwarzsieg über Xao Zhue und demonstrierte dabei die Stärke der Tartakower-Variante im Damengambit.

Zhao Xue - Koneru

 

 

 

Zu Siegen kamen außerdem Natalia Zhukova gegen Valentinan Gunina, sowie mit den schwarzen Steinen Natalija Pogonina gegen Dronavalli Harika und Ju Wenjun gegen Pia Cramling.

 

Ergebnisse der Runde 1

 

SNo.   Name Rtg Res.   Name Rtg SNo.
1 GM Stefanova Antoaneta 2509 ½ - ½ IM Batsiashvili Nino 2485 12
2 GM Zhao Xue 2506 0 - 1 GM Koneru Humpy 2583 11
3 GM Zhukova Natalia 2484 1 - 0 GM Gunina Valentina 2496 10
4 GM Dzagnidze Nana 2529 ½ - ½ IM Khademalsharieh Sarasadat 2403 9
5 GM Harika Dronavalli 2511 0 - 1 WGM Pogonina Natalija 2454 8
6 GM Cramling Pia 2521 0 - 1 GM Ju Wenjun 2558 7

 

 

Runde 1

 

 

 

Nana Dzagnidze

Zhao Xue

Pia Cramling

Nana Dzagnidze

Dronavalli Harika

Antoaneta Stefanova

Natalia Zhukova

Valentina Gunina

Alina l'Ami ist Pressechef

Der iranische Schiedsrichter Ferydoun Eskandari

 

Verpflegung im Tisch

Die Mutter von Humpy Koneru fiebert mit

Und die Großmutter von Dronavalli Harika

Pogonina mit Sekundant

 

Fotos: Reza Mahdipour

Turnierseite...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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flachspieler flachspieler 12.02.2016 07:42

Für Spieler(innen) mit Betrugsabsicht könnten Kopftücher
eine feine Sache sein. Wer da wohl im Falle eines Verdachtes
drunter schauen dürfte?!
flachspieler flachspieler 12.02.2016 07:38
Hoffentlich wird nach dem Turnier der Vertrag publik werden, den die
Spielerinnen vorher unterschrieben haben. Dann würde sich manches
aufklären. Und so wie ich z.B. Pia Cramling kenne, wird sie nach dem
Turnier kein Blatt vor den Mund nehmen.
Silvinho Silvinho 12.02.2016 05:47
Die Frauen hätten die Teilnahme unter diesen Bedingungen verweigern sollen. Ist doch ein Witz!
Ich gebe zu bedenken, dass die Iraner ohnehin durch Fisimatenten auf sich aufmerksam machen, sie dürfen nicht gegen Israelis spielen usw. Dass so ein Land überhaupt einen Grand Prix ausrichten darf, ist nur Iljumshinov und seinen Seilschaften zu verdanken.
Wieso sagt denn von Chess Base hier keiner was?
spontanemeinung spontanemeinung 12.02.2016 04:38
Unglaublich und traurig, dass die Spielirinnen so was ertragen müssen. Auch traurig, dass diese Seite nichts darüber zu sagen hat. Diese Frauen hätten nicht akzeptieren sollen.
duderino duderino 12.02.2016 04:18
Ja, bei uns in Anspruch zu nehmen verschleiert zu sein und vor Ort den Gästen nicht Ihre Kultur zu gewähren.
Finde die Damen hätte da nicht spielen sollen.
schachzockerchen schachzockerchen 12.02.2016 04:15
Dass Chessbase diese Praxis weder kritisiert noch überhaupt explizit benennt, finde ich befremdlich. Und dass sich die FIDE da wohl hat erpressen lassen, auch.
Herr Fuchs Herr Fuchs 12.02.2016 02:55
@Mazel_tov: Das hat wirklich nichts mit Toleranz zu tun.

Tolerant wäre es, wenn sich jede Spielerin ihrem religiösen Status und ihren Wünschen gemäß kleiden dürfte. Ich finde es auch sehr befremdlich, dass die Fide da mitmacht und man hier kein kritisches Wort dazu liest.
Mclanda Mclanda 12.02.2016 11:07
Was denn, alle mit Kopftuch? Wir hoffen, dass sich dann diese Muslime auch in Deutschland nach unseren Regeln zu verhalten haben.
Mazel_tov Mazel_tov 12.02.2016 06:39
Das nennt man "Toleranz", auch wenn es mit Toleranz nicht wirklich etwas zu tun hat und in der Regel auch nur eine Einbahnstarße ist.
Kurt Utzinger Kurt Utzinger 12.02.2016 12:07
Weshalb tragen selbst nicht muslimische Frauen ein Kopftuch???
Mazel_tov Mazel_tov 11.02.2016 11:29
Genau das habe ich mir auch gedacht, Silvinho
Silvinho Silvinho 11.02.2016 11:10
Ein wenig befremdlich, dass alle Spielerinnen das Kopftuch tragen (müssen). Etwas mehr kritische Berichterstattung wäre hier vielleicht angebracht, auch die Volten von Khomeini, der das Spiel erst verboten und dann wieder erlaubt hat.
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