Geschichte der Schacholympiaden - vierter Teil

22.04.2008 – Im vierten Teil seines Überblicks über die Geschichte der Schacholympiaden skizziert Frank Große den Verlauf der Schacholympiaden von Dubrovnik 1950, Helsinki 1952, Amsterdam 1954 und München 1958. Die Schacholympiade von Dubrovnik 1950 war der Neubeginn dieser Tradition nach dem Zweiten Weltkrieg - nach elf Jahren Unterbrechung. Von nun an wurde diese Veranstaltung regelmäßig im Zweijahresabstand durchgeführt. Nur sechzehn Mannschaften trafen sich zum Neustart. Manche Spieler konnten wegen Visaproblemen erst verspätet oder gar nicht einreisen. Sieger wurde Gastgeber Jugoslawien. Die Begeisterung im Lande war groß (Bild: Zuschauerandrang in Belgrad bei der Übertragung der Partie Gligoric-Stahlberg) Das deutsche Tem gewann hinter Argentinien die Bronzemedaille. In Helsinki traten erstmals die Teams aus dem Ostblock an. Die Sowjetunion erwies sich sogleich als übermächtig und gewann Gold. In Moskau 1956 und München 1958 wiederholten die "Zugmaschinen" aus der UdSSR den Erfolg. In Helsinki, Moskau und München verloren die Sowjetgroßmeister gar nur eine einzige Partie. Das Kunststück gelang dem Österreicher Andreas Dückstein gegen Mikhail Botvinnik. Mehr...

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Die Geschichte der Schacholympiade –
Teil 4: Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg (1950 – 1958)
Von Frank Große

Dubrovnik 1950

Nach elfjähriger Pause wurde erst 1950 wieder eine Schacholympiade veranstaltet, sie fand in Dubrovnik, im damaligen vom Krieg gebeutelten Jugoslawien statt. Hatten vor dem Krieg die Amerikaner eine Vormachtstellung bei den Schacholympiaden, begann nun ein neues Zeitalter, was auch durch Regelgleichheit gekennzeichnet war, da die Olympiaden von nun an regelmäßig alle zwei Jahre stattfanden.


(1)      Das offizielle Logo der Olympiade 1950 in Dubrovnik

Mit 16 teilnehmenden Nationen war ein Rückgang der Teilnehmerzahlen zu verzeichnen, die aber in den darauffolgenden Jahren kontinuierlich wuchsen und die Schacholympiade heute zu einer der größten Sportveranstaltungen der Welt machen. Schach wurde durch den Einfluss der Sowjetunion in Jugoslawien nach dem Krieg von Staates Wegen großzügig unterstützt und fand in der Bevölkerung viele Anhänger – eine Tatsache, die bis in die Neuzeit angehalten hat.

Natürlich war es förderlich, dass sich die gastgebende Nation einen packenden Zweikampf mit Argentinien lieferte. Doch nicht in den Köpfen „qualmte“ es, denn der an der Adria gelegene Austragungsort hatte mit einem der heißesten Sommer zu kämpfen, sodass Temperaturen jenseits der 40° C im Schatten an manchen Tagen keine Seltenheit waren. Für die deutschen Farben war nur der westdeutsche Teil angetreten, der aber aufgrund von Visaproblemen nicht mit seiner besten Besetzung antreten konnte. Lothar Schmid traf wegen Visaproblemen erst zwei Tage nach Beginn am Veranstaltungsort, Paul Tröger und Georg Kieniger mussten aus diesem Grunde gar ganz passen.

Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung erreichte man mit nur einem Ersatzspieler (Hilmar Staudte) einen übererfüllten dritten Platz! Damit platzierte man sich sogar noch einen Platz vor den USA, die zwar kein einziges Match verloren, aber dennoch mit dem Trostplatz vorlieb nehmen mussten. Hierzu ist anzumerken, dass der Sieger nicht - wie in anderen Mannschaftssportarten üblich - ermittelt wurde, indem man für einen Sieg zwei Punkte und für ein Unentschieden einen Punkt erhält. In dem Falle wären die USA Olympiasieger geworden. Seit 1931 musste die Reihenfolge bei der Aufstellung der Spieler während des gesamten Wettkampfes eingehalten werden. Diese Olympiade führte die Regel ein, dass jede Mannschaft neben vier Stammspielern auch noch zwei Ersatzleute stellen durfte.


(11) Schachenthuiasmus in Jugoslawien – Die Menschenmenge beobachte den Spielverlauf der letzten Matchpartie Gligoric – Stahlberg in Belgrad.

Abschlusstabelle Dubrovnik 1950 (1)


(12) Die jugoslawische Siegermannschaft von der Olympiade in Dubrovnik mit den erkämpften
Trophäen (von l.n.r.: Rabar, Gligoric, Dr Trifunovic, Pirc, Mannschaftsführer Prof. Gabrovsek, Ing. Vidmar jun. und Puc.


(2)      Unzicker gegen Max Euwe während der Schacholympiade 1950

Wolfgang Unzicker – zu den Zeiten als 25-jähriger noch als Internationaler Meister geführt – erreichte mit 11 aus 14 (+9, =4, -1) gemeinsam mit Miguel Najdorf (Argentinien) das beste Resultat am ersten Brett und verwies damit u.a. Samuel Reshevsky (USA). Bemerkenswert der achte Platz Chiles bei der zweiten Teilnahme, die Mannschaft spielte mit:


(3)      Chile in Europa: Letelier, Castillo, Flores, Maccioni

Helsinki 1952

Direkt im Anschluss an die Olympischen Sommerspiele fand die Schacholympiade statt, dessen Veranstalter schon damals die Bestrebungen hatten zu den Spielen zugehörig zu werden. Wurden in Dubrovnik noch die spielstarken osteuropäischen Nationen, wie z.B. Polen, Ungarn, Tschechoslowakei oder die Sowjetunion vermisst traten zumindest letztere von nun an auf die Bühne und starteten einen unaufhaltsamen Erfolgszug. Dennoch gab es mit 25 teilnehmenden Nationen eine deutliche Steigerung gegenüber der ersten Olympiade der Nachkriegszeit. Dadurch wurde – analog zur Olympiade von 1939 – auf den Modus der Vorrundengruppen zurückgegriffen. Dazu wurden die neun stärksten Teams gesetzt und auf 3 Gruppen aufgeteilt, bevor die weiteren Teams zugelost wurden. Das Gastgeberland Finnland konnte zwar nicht wie zuvor Jugoslawien den ganz großen Triumph einfahren, konnte sich in seiner Vorrundengruppe nach der Sowjetunion und der USA überraschenderweise auf den dritten Platz und damit in die Finalrunde kämpfen. In selbiger fehlten Nationen, wie z.B. Polen, Niederlande oder aber auch die DDR, die erstmals teilnahm und die Schacholympiade Zeuge beider deutscher Staaten war, was bei den zuvor beendeten Sommerspielen nicht der Fall war, da die DDR hier nicht als ‚anwesend‘ verzeichnet wurde.


(4)      Briefmarke zur Schacholympiade 1952

Abschlusstabelle Helsinki 1952 (1)

 

Der erste Titelgewinn der Favoriten musste aber härter erkämpft werden, als die Papierform vermuten lies. Die BRD war ohne Unzicker angetreten, der sich wegen des Jurastudiums zwischen der Olympiade und dem zwei Wochen später beginnenden Interzonenturnier entscheiden musste und letzteres vorzog. Dafür wusste Lothar Schmid, wie schon zuvor in Dubrovnik zu überzeugen und erreichte hinter Wassili Smyslow (Sowjetunion) das zweitbeste Resultat am zweiten Brett. Einen seltenen Dameneinsteller erlaubte sich Miguel Najdorf (Argentinien) in der folgenden Partie:



Darf Schwarz den Bauern auf b2 schlagen?

Reshevsky,Samuel Herman - Najdorf,Miguel [E96]

Helsinki ol (Men) fin-A Helsinki (1), 1952

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0–0 6.Le2 e5 7.0–0 Sbd7 8.Te1 c6 9.Lf1 Te8 10.Tb1 exd4 11.Sxd4 Sc5 12.f3 a5 13.Le3 Sfd7 14.Dd2 a4 15.Sc2 Le5 16.Ld4 Se6 17.Lf2 Df6 18.Se2 Lxb2 19.Txb2 Dxb2 20.Sc3 a3 21.Tb1 Sdc5 22.Txb2 axb2 23.Sb4 Sa4 24.Sb1 Ld7 25.Sd3 b5 26.cxb5 cxb5 27.Sxb2 1–0

Beim ersten inoffiziellen Olympiade-Turnier in Paris 1924 wurde eine Bedenkzeit von 2 Stunden für die ersten 40 Züge, sowie 1 Stunde für die jeweils nächsten 20 Züge gewährt. In London 1927 wurde bereits ein kleiner Schachmarathon abgehalten, da hier einerseits 15 Runden in 11 Tagen bewältigt wurden und andererseits mit einer Bedenkzeit von 30 Zügen in 90 Minuten, sowie weiteren 30 Minuten bis zum 40. Zug und weiteren 60 Minuten für die nächsten 20 Züge gespielt wurde, sodass zahlreiche Hängepartien zwischen den Runden eingeschoben wurden. Aus diesem Grund waren junge Spieler oder Spieler mit besonderem Hang zu Mut und Risiko für diese Turnierform die ideale Besetzung. Bis zur Olympiade 1952 in Helsinki war dieser Tatsache besondere Aufmerksamkeit zu schenken, danach wurde nur noch eine Partie pro Tag gespielt – was bis zum heutigen Tage beibehalten wurde. Die Bedenkzeit von 2 ½ Stunden für 40 Züge, sowie einer weiteren Stunde für jeweils weitere 16 Züge bei Abbruch nach 5 Stunden wurde bis 1984 beibehalten.

Amsterdam 1954

Eigentlich war 6 Wochen vor dem Beginn der Ausrichtung der elften Schacholympiade selbige geplatzt: Buenos Aires hatte sich nach 1939 erneut um die Durchführung beworben und musste die finanzielle Undurchführbarkeit eingestehen und das Turnier an die FIDE zurückgeben. Der Event drohte zu platzen, aber keine zwei Tage nach Bekanntgabe der Absage meldete sich der Niederländische Schachbund als Ausrichter unter der Bedingung, dass man nicht die Reisekosten der Teilnehmer (wie zuvor von den Argentiniern zugesichert) übernehmen kann. Das führte dazu, dass bis auf die USA alle Spitzenteams teilnehmen konnten und man 26 Nationen zählen konnte.

In der Abschlusstabelle wurden die ersten vier Plätze von denselben Nationen wie zwei Jahre zuvor belegt. Argentinien, welches immerhin eine Mannschaft entsenden konnte, belegte somit zum dritten Mal in Folge den undankbaren zweiten Platz. Gegen das „Dream Team“ aus der Sowjetunion, dass mit Botwinnik, Keres, Bronstein, Smyslow, Geller und Kotow angetreten war, konnte aber keine Nation ernsthaft Paroli bieten. Einzig Israel mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren erreichte ein achtbares Unentschieden!


(5)      Das Siegerteam der Olympiade 1954: Sowjetunion

Abschlusstabelle Amsterdam 1954 (1)

 

Dass Weltmeister Michael Botwinnik am Spitzenbrett glänzen würde (8,5 aus 11) war zu erwarten, aber Teamkollege Paul Keres (in Helsinki noch enttäuscht) erreichte mit 13,5 aus 14 (an Brett 4) eines der besten Ergebnisse aller Schacholympiaden. Demgegenüber stehen das magere halbe Pünktchen (1/2 aus 17) von Jerolim aus Luxemberg, dessen Mitstreiter Philippe mit 0 aus 11 gar leer ausging. Wolfgang Unzicker wurde auf dem gleichzeitig stattfindenden FIDE-Kongress zum Großmeister ernannt. Eine kleine Kuriosität am Rande ergab sich in dem Match der letzten Runde: Argentinien versus Deutschland, dass die Südamerikaner knapp für sich entscheiden konnten und damit die Silbermedaille errangen. Die einzige entschiedene Partie in diesem Duell fand zwischen Julio Bolbochán und Lothar Schmid statt, doch die Notation ist bis heute auf unerklärliche Weise verschwunden und wird selbst vom Sieger gesucht, siehe hier...

Moskau 1956. Der Favorit Sowjetunion lädt sich seine Gäste ein und gibt sich in der Finanzierung dieser Veranstaltung zumindest in der Öffentlichkeit großzügig. Dass sollte aber von den teilnehmenden Nationen nicht als Versuch interpretiert werden diese mild zu stimmen – nein der Gastgeber war auch bei diesem Event haushoher Favorit, der beim Verfehlen der Goldmedaille wohl eine nationale Katastrophe ausgelöst hätte. Der Sieg war deutlich, aber im eigenen Lande brach keine Euphorie aus, da Smyslow außer Form und Botwinnik kräfteschonend agierte. Einzig Bronstein überzeugte, obwohl er in der kurz zuvor beendete Moskauer Stadtmeisterschaft sechs Partien verloren hatte! Hinzu kam, dass man gegen Ungarn die erste Länderspiel-Niederlag überhaupt einstecken musste.


(6)      Der Spielplatz der Schacholympiade 1956: das Zentraltheater Moskau

(13) Das gefüllte Theater während der Eröffnungsfeierlichkeiten.

Enttäuscht war das jung formierte Team der DDR (1954 hatte man nicht teilgenommen), dass mit dem Ziel A-Finale angetreten war und dieses nicht erreichte und im B-Finale unter den Möglichkeiten agierte. Die Mannschaft des Nachbarstaates konnte sich einen fünften Platz sichern ohne ernsthaft in den Titelkampf einzugreifen, war aber mit dem Abschneiden sehr zufrieden, wie Rudolf Teschner resümierte(2): „Die deutsche Mannschaft kann sehr zufrieden sein. Sie gehörte zu den wenigen, die praktisch ohne Vorbereitung in die Olympiade gegangen sind. Trotzdem wäre sogar der vierte Platz in Reichweite gewesen, wenn Fortuna unseren Mannen nicht unaufhörlich die kalte Schulter gezeigt hätte. Der schöne fünfte Platz beruhte vor allem auf der gleichmäßigen Spielstärke des Teams, das keinen Versager in seinen Reihen hatte, wenn auch keiner der Spieler, von Pfeiffer vielleicht abgesehen, seine beste Form erreichte.“ Das Saarland nahm während der drei Olympiaden 1952 – 1956 als eigenständige Nation teil und war somit die dritte deutsche ‚Nation‘, die mit einer Punktausbeute von 44,5% diesbezüglich das beste Ergebnis aufweisen konnte. Einzig der Einzug ins B-Finale 1954 gewichtet höher. Sie wurden in ihrer Klassifizierungsgruppe von Olympianeuling Philippinen besiegt, die am vierten Brett Rodolfo Don Cardoso aufweisen konnten, der ein ausgezeichnetes Ergebnis erreichte.


(7)      1956: 21 Jahre jung mit einer großen Zukunft: Bent Larsen

Die meiste Aufmerksamkeit zog der erst 21-jährige Bent Larsen (Dänemark) auf sich, der mit 14 aus 18 das beste Ergebnis am ersten Brett erzielte und dabei sogar Michail Botwinnik überflügelte, den er an den Rand einer Niederlage brachte (siehe nachfolgende Partie). Für diese großartige Vorstellung erhielt er den Großmeistertitel verliehen.

Larsen,Bent - Botvinnik,Mikhail [B63]

Moscow ol (Men) fin-A Moscow (9), 1956

1.Sf3 c5 2.e4 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 d6 6.Lg5 e6 7.Dd2 h6 8.Lxf6 gxf6 9.Td1 a6 10.Le2 h5 11.0–0 Ld7 12.Kh1 Db6 13.Sb3 Le7 14.f4 h4 15.Sa4 Da7 16.Sac5 dxc5 17.Dxd7+ Kf8 18.e5 Kg7 19.Sa5 Thd8 20.Sxc6 Txd7 21.Sxa7 Tc7 22.g3 Txa7 23.gxh4 f5 24.Tg1+ Kh7 25.a4 Ta8 26.a5 Td8 27.Txd8 Lxd8 28.Td1 Lxh4 29.Td6 Le7 30.Tb6 Ld8 31.Lf3 Te7 32.Txb7 Txb7 33.Lxb7 Lxa5 34.c3 f6 35.Lc8 fxe5 36.fxe5 Lc7 37.Lxe6 Lxe5 38.Lxf5+ Kg7 39.Kg2 Lf4 ½–½

 Abschlusstabelle Moskau 1956 (1)

1957 fand die erste Schacholympiade der Frauen statt, die ebenfalls von der Sowjetunion gewonnen wurde und die in folgendem ChessBase-Artikel ausführlich gewürdigt wird: http://de.chessbase.com/Home/TabId/176/PostId/306632 !


München 1958

Nach Hamburg 1930 und der inoffiziellen Olympiade 1936 in Berlin fand anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt die Großveranstaltung zum dritten Mal auf deutschem Boden statt. Mit 36 teilnehmenden Nationen wurde ein neuer Rekord aufgestellt und Tunesien, sowie Südafrika als erste Länder des afrikanischen Kontinents begrüßt. Wirft man einen Blick auf den nachfolgenden Flyer, so wird man gewahr, dass der Deutsche Schachbund als Ausrichter fungierte und dieses Ereignis als „Mannschafts-Weltmeisterschaft“ präsentierte.


(8)      Flyer der Schacholympiade 1958

Die Sowjetunion hatte ihr Team mit Michail Tal und Tigran Petrosjan zwar verjüngt, aber keineswegs geschwächt, denn Tal erreichte mit 13,5/15 das beste Resultat des Turnieres und damit einen glänzenden Einstand.

 
 (9) Michail Tal, 1958        

Am erneuten Erreichen des Titels gab es keine Zweifel! Mit 9 aus 12 (75%) war Botwinnik an Brett 1 der ‚schwächste Mann‘, der auch die einzigste (!) russische Niederlage einstecken musste (gegen den Österreicher Andreas Dückstein). Andere Mannschaften sorgten für Schlagzeilen, allen voran Spanien und DDR. Letztere konnte in ihrer Vorrundengruppe den Bronzemedaillengewinner von 1956 Ungarn eliminieren (das direkte Duell endete sensationell 2:2) und sich in der Finalrunde mit einem nicht zu erwartenden 6. Platz gar noch vor der BRD platzieren. Das deutsch-deutsche Duell wurde dabei 3,5 : 0,5 von der DDR gewonnen, was als sportpolitischer Erfolg von Seiten der DDR präsentiert wurde: „keine Bummler, Müßiggänger und verkrachte Existenzen, keine Kaffeehausspieler und keine ewigen Studenten.“ (Arno Otto) Die Spanier, die seit 1931 (dort letzter Platz!) erstmals wieder teilnahmen gewannen ihre Vorrundengruppe vor den USA (ohne Bobby Fischer und Pal Benkö) und der BRD.


(14) Spielort München 1958.

Abschlusstabelle München 1958 (1)

Die einzigste Niederlage der Sowjetunion während der Schacholympiade 1958:

Dueckstein,Andreas - Botvinnik,Mikhail [B66]

Munich ol (Men) qual-A Munich (2), 1958

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 d6 6.Lg5 e6 7.Dd2 a6 8.0–0–0 h6 9.Lf4 Ld7 10.Lg3 Le7 11.f3 Se5 12.f4 Sh5 13.Le2 Sxg3 14.hxg3 Sc6 15.Kb1 Db6 16.Sb3 0–0–0 17.Lh5 g6 18.Lf3 Kb8 19.The1 The8 20.Te3 Lf8 21.a3 Dc7 22.Td3 Lc8 23.Se2 h5 24.Sbd4 e5 25.Sxc6+ bxc6 26.Tb3+ Ka8 27.Dd3 Ka7 28.De3+ Ka8 29.Dd3 Ka7 30.Sc3 Le6 31.De3+ c5 32.Sd5 Lxd5 33.Txd5 Tb8 34.fxe5 Txe5 35.Txe5 dxe5 36.Txb8 Kxb8 37.Le2 a5 38.Lc4 f5 39.Db3+ Kc8 40.Le6+ Kd8 41.exf5 gxf5 42.Dd5+ Dd6 43.Da8+ Ke7 44.Lxf5 e4 45.Dxe4+ Kf7 46.Df3 Ke7 47.Dxh5 Dxg3 48.De2+ Kf6 49.De6+ Kg7 50.Le4 Ld6 51.Ld5 1–0


(10) Andreas Dückstein, 1977

Bilderquellen

(1)      olimpbase.org
(2)      chessbase.de
(3)      fenach.cl
(4)      trussel.com
(5)      karlonline.org
(6)     
ajedrezargentina.org
(7)     
ajedrezargentina.org
(8)     
olimpbase.org
(9)     
ajedrezargentina.org
(10)  
ajedrezargentina.org
(11)   Engelhardts Schachtaschenjahrbuch 1952
(12)   Engelhardts Schachtaschenjahrbuch 1952

(13)   Mezzonal'nyj turnir i XIII Olimpiada, 1958
(14)   Mezzonal'nyj turnir i XIII Olimpiada, 1958

Quellenverzeichnis

(1)      olimpbase.org

Die kompletten Tabellen und Statistiken sind auf dieser Webseite einzusehen und würden aufgrund der großen Teilnehmerzahl den Umfang dieses Artikels sprengen.

(2)      Deutsche Schachzeitung 10/1956

 

 


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