Going to Ibiza!

04.11.2011 – Wenn die Sommersaison sich dem Ende zuneigt, dann sinken in den Touristenhochburgen am Mittelmeer neben den Temperaturen allmählich auch die Adrenalinspiegel der Partygänger. Selbst auf der "Balearen-Jukebox" Ibiza wird es allmählich stiller und man kann sich nachdenklicheren Dingen zuwenden und zum Beispiel Schach spielen. Ende Oktober organisierten die örtlichen Schachfreunde ein Open, zu dem sich auch einige Titelträger einfanden, darunter das Großmeisterpaar Cramling/Bellon Lopez. Favorit des Turniers war jedoch Erwin L'Ami, der zur Eröffnung des kleinen Festivals eine Simultan gab und später seiner Favoritenrolle im Turnier gerecht wurde. Seine Gattin und inoffizielle "Pressereferentin" Alina L'Ami belegte am Ende ebenfalls einen der vorderen Plätze und begab sich zwischen den Runden auf Entdeckungsreise durch die von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützte "Dalt Villa" - die Altstadt. Bericht und Bilder...

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Going to Ibiza!
Von Almira l'Ami

Whoah! We're Going To Ibiza

Whoah! Back To The Island

Whoah! We're Gonna Have A Party

Whoah! In The Mediterranean Sea

Merkwürdig, aber ich musste diesen berühmten Vengaboys-Hit einfach immer wieder singen, während wir von Amsterdam nach Ibiza flogen. Auch Erwins Kommentare hielten mich nicht davon ab, ich war guter Stimmung, die ich mir durch nichts verderben lassen wollte! Und dabei waren wir noch nicht einmal angekommen – so sieht sie aus, die bekannte Wirkung auf die Endorphine, ausgelöst durch die Aussicht auf das weltweit bekannte Partyparadies: IbizaJ

Allerdings endet die Touristensaison Ende September/Anfang Oktober und so konnten wir uns aufs Schach konzentrieren (der Hauptgrund für unsere Reise zu dieser wunderschönen Insel), anstatt rund um die Uhr Party zu machen – was hier gar nicht so ungewöhnlich ist.


Die Boote warten geduldig auf ihre reichen und berühmten Eigentümer.

Schließlich ist die Insel für ihre Freizügigkeit bekannt und gilt als unangefochtene Partyhauptstadt der Welt! Man müsste schon blind sein, um die zahllosen Bars und Discotheken zu übersehen, die Abertausenden von Adrenalinsuchenden Platz bieten und wo die besten DJs der Welt die Partyszene Ibiza in ein gewaltiges Geschäft verwandeln. All das ging an uns vorbei, aber ich kann nicht sagen, dass ich das bedauere. Im Gegenteil, wir hatten Gelegenheit, das wahre Ibiza kennenzulernen, die Insel, die so sehr von der alles beherrschenden Partyszene verdrängt wird.


Die Kanonen sind strategisch gut ausgerichtet, um die Festung Ibiza zu bewachen (und wurden errichtet, als es die Nachtclubs noch nicht gab)


Typischer Küstenverlauf in Ibiza



Die Altstadt, die von mittelalterlichen Festungsbauten umgeben ist und von der Kathedrale Santa Maria d'Eivissa überragt wird. Die Kathedrale wurde im 14. und 15. Jahrhundert im gotischen Stil dort gebaut, wo zu Zeiten der Araber die Moschee stand. Die Altstadt wirkt, als seien die Häuser in einem schwer durchschaubaren Durcheinander übereinander gebaut :) 



Der Hafen: in Anbetracht der strategisch wichtigen Lage im Mittelmeer fiel die Insel mehreren arabischen Invasionen zum Opfer. In den Jahren 902-903 nach Christus wurde sie schließlich vom Kalifat Cordoba unter Emir Abd Alla annektiert, wonach die Stadt unter dem Namen Iabissa (Madina Yabisah) bekannt wurde.

So konnten wir in aller Ruhe das Schachfestival genießen, das vom 28. Oktober bis zum 1. November stattfand – und dabei konnten wir dem Winter einmal mehr ein Schnippchen schlagen J. Das Wetter war großartig, es herrschten stets Temperaturen von 20 Grad oder mehr, wobei sich die Organisatoren sogar dafür entschuldigten. Ich sehe da zwar keinen Grund, sich zu entschuldigen, aber wenn, dann war dies das Einzige, was einen hätte stören können. Alle anderen Aspekte der Organisation, die man beeinflussen und kontrollieren konnte, waren vorbildlich gelöst. Natürlich kann man immer etwas besser machen, aber das zweite Eivissa (der katalanische Name für Ibiza) Schachfestival hatte alles, was es braucht, um auch den verwöhnten und anspruchsvollen Schachspieler zufrieden zu stellen.

Eröffnet wurde das Festival durch eine Simultanveranstaltung meines Mannes, dem holländischen GM Erwin l’Ami, danach folgten Vorträge und ein Schnellturnier.


Erwin spielte simultan gegen 34 begeisterte Schachfans – keine Niederlage und fünf Remis gegen ein paar sehr raffinierte Spieler.

 


Pia Cramling und ihre Tochter Ana warten auf den Beginn des Simultans (das von Erwin gegeben wird).

Die erste Runde begann fast pünktlich, womit ich aufgrund einiger meiner Vorurteile über südländische Kultur und Lebensweise ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte. Gespielt wurden acht Runden nach Schweizer System, was bei spanischen Turnieren üblich ist und allen 85 Teilnehmern die gleiche Farbverteilung garantierte: vier Mal hatte man Weiß, vier Mal Schwarz. Die Bedenkzeit betrug 25 Minuten für die ganze Partie, ohne Zeitaufschlag, was uns Gelegenheit gab, einige sehr interessante Zeitnotduelle zu verfolgen und zu genießen.

 


Trophäen


Nahaufnahme der Trophäe für den besten Senior


Wie immer wirft Erwin einen Blick in die Schachbücher.


Pia mit ihrer Tochter Ana


Turniersaal


Rechts: Ana Cramling Bellon, die in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt.


Zeitnot...

Mit 7 aus 7 und einem schnellen Remis in der letzten Runde war Erwin l’Ami der souveräne Sieger des Turniers, wahrscheinlich ein Grund mehr, warum ich mich auf dieser Insel so wohl fühlte.

 


Ana erhält die Trophäe für das beste Ergebnis U-10! Ist das der Beginn der Karriere eines neuen Champions?!


Pia mit ihrer Familie


Erwin erhält den ersten Preis: ein wunderbares Kunstwerk, das von einem berühmten einheimischen Künstler gefertigt wurde. Die Schönheit des Kunstwerks verblüfft mich immer noch und jedes Mal, wenn ich es anschaue, entdecke ich neue verborgene Bedeutungen.


Gruppenfoto mit allen Siegern


Was soll man sonst tun, wenn ein Turnier zu Ende gegangen ist, als ein bisschen weiter spielen?!:) 


Mit den Medien






Das Kunstwerk, das ich erwähnt habe. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man die Schachfiguren!

Außerdem wurden wir mit offenen Armen empfangen, mit der typischen herzlichen Gastfreundschaft der Spanier! Und dank der wunderbaren Menschen, die wir kennengelernt haben, hatten wir die Gelegenheit, die andere Seite dieser balearischen Juke-Box zu sehen, das Land jenseits der Partymeile, in der ein geistiger Wettkampf wie Schach perfekt hineinpasst.
 



Einer der Zugänge zur Altstadt. Wenn man nicht aufpasst, kann man sich hier leicht verirren – alles sieht gleich und doch verschieden aus.



Mein Lieblingsfoto, das mich glauben lässt, dass ich irgendwo anders, aber nicht in Spanien bin; vielleicht irgendwo in Marokko oder Ägypten, auf jeden Fall im arabischen Raum.


Spaziergänge in der Altstadt...


wegen der engen und steilen Gassen...


... habe ich mir ein paar Mal fast den Hals gebrochen; ...


... Spaß gemacht hat es trotzdem.

Es ist leicht, Ibiza zu lieben, aber es zu beschreiben fällt mir schwer – zu viele Entdeckungen, um sie angemessen darzustellen. Deshalb sollten Sie im nächsten Jahr selbst zum dritten Festival de Ajedrez Eivissa kommen!

 


Was kann es Besseres geben, als sich auf der Terrasse zu entspannen?!


Paella! Ein absolutes Muss in einem spanischen Restaurant;


Albondingas (Fleischbällchen) – ein weiteres typisch spanisches Gericht


Ein Hutladen! 


Alltagsszene mit Katzen und Hunden, Wäsche, die zum Trocknen auf der Leine hängt, Palmen und weißen Häusern.


Eine Oase! Ein typisches ländliches spanisches Haus, 'finca' genannt; hier schöpfe ich neue Kraft für die Mannschaftseuropameisterschaften.


 

1. Ergebnisse: http://www.chess-results.com/Tnr57217.aspx?lan=2
2. Turnierseite: 
http://www.amicsdelsescacs.org/



Letzte Bilder:

 

 

 


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