Innenminister Schäuble überreicht Jubiläumsdiplom

01.10.2007 – Vergangenen Donnerstag überreichte Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble persönlich im Berliner Olympiastadion das 200.000ste Bauerndiplom des Deutschen Schachbundes. Die Urkunden über Bauern-, Turm- und Königsdiplome sind eine Art Sportabzeichen für den Kopf, mit denen der Schachbund die Leistungen der Schachschüler in drei Trainingsstufen formal beurkundet. Das 200.000ste Bauerndiplom erhielt Daniel Schmidt von der Grundschule Stadtilm. Der Innenminister, selbst ein fortgeschrittener Schachspieler, zeigte sich gut gelaunt, hatte im Nu alle Hemmungen der Grundschüler überbrückt und stellte sich im Anschluss an die Diplomübergabe zu einer Partie, die von seinen Gegnern schon sehr kumpelhaft kommentiert wurde. Schließlich war noch Zeit für ein Gespräch mit der DSB-Führung und Vertretern des OK Schacholympiade.Zum Schachbund...Bericht, Bilder, Video...

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200.000 Schachdiplomanden
Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble überreicht im Berliner Olympiastadion das 200.000ste Bauerndiplom.
Von André Schulz
Fotos: Benjamin Bartels, André Schulz

Wer eine Aussage darüber treffen möchte, dass seine Betätigung Sport ist, der liegt mit der Wahl des Berliner Olympiastadions als Ort für eine Veranstaltung sicher goldrichtig. In diesem Sinne fühlten sich die jungen Schachsportler, die vergangenen Donnerstag ihre Schachdiplome überreicht bekamen, hier sicher gut aufgehoben. Nebenbei konnten alle Gäste auch noch einen historischen Ort besichtigen, der im Laufe seiner Geschichte viel gesehen hat.


Das Berliner Olympiastadion hätte Platz für mehr Zuschauer geboten, als zur Überreichung des Diploms tatsächlich anwesend waren

Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble überreichte vergangenen Donnerstag Mittag in seiner Eigenschaft als oberster "Sportchef" im "Executive Club Block P" im Olympischen Park das 200.000ste Bauerndiplom. Mit seinen Schachdiplomen wirbt der Deutsche Schachbund für das Schach und vergibt im Gegenzug für das Bestehen von Schachtests die Urkunden "Bauerndiplom", "Turmdiplom" und "Königsdiplom". Diese Diplome sind praktisch das Sportabzeichen für den Kopf.

Grundlage für das Training zu allen drei Diplomen in den Schulen und Vereinen ist das von Großmeister Dr. Helmut Pfleger geschriebene "offizielle Lehrbuch des Deutschen Schachbundes zur Erringung der Diplome“, erschienen im Bassermann Verlag aus der Verlagsgruppe Random House GmbH. Die Co-Autoren sind Eugen Kurz und Gerd Treppner.

Für den Schulunterricht bietet die Deutsche Schachjugend als spezielles Lehrmaterial "Das offizielle Lehrbuch für Grundschulen“ und "Das offizielle Lehrbuch für die 5. und 6. Klasse“, geschrieben von dem Pädagogen Andreas Hauschild an. Diese beiden Bücher führen ebenfalls zum Erwerb des Bauerndiploms.

Das Bauerndiplom bestätigt dem Schachschüler, dass er über ordentliche Grundkenntnisse im Schach verfügt. Die Erweiterung dieser Grundkenntnisse werden im Turmdiplom bezeugt. Und wer das Königsdiplom erworben hat, kann bereits auf besondere Kenntnisse in Eröffnung, Taktik, Strategie und Endspiel blicken. Die notwendigen Übungen, die dem Erwerb des Trainings vorangehen, nehmen dabei durchaus einige Zeit in Anspruch: für Bauern- und Turmdiplom je ein halbes Jahr. Für das Königsdiplom veranschlagt der DSB ein Jahr. Im Laufe des Zeit wurden vom DSB bisher 200.000 Bauerndiplome vergeben, 100.000 Turmdiplome und 55.000 Königsdiplome.

Insgesamt zehn Schachdiplomanden aus der Grundschule Stadtilm, der Emil Petri Grundschule Arnstadt (beide Thüringen) und der Grundschule Schulzendorf (Brandenburg) hatte der Schachbund nach Berlin ins Olympiastadion zur feierlichen Übergabe der Diplome eingeladen. Jeder der Schüler erhielt sein Bauerndiplom aus der Hand des Innenminister persönlich. Der Empfänger des Jubiläumsdiploms, des 200.000sten, wurde unter den Schülern ausgelost. Am Ende war Daniel Schmidt (9) aus Stadtilm der Glückliche.






v.li.: Gudrun Scholz (Schachbund), die seit über zehn Jahren die Diplomvergabe beaufsichtigt,
Dr. Wolfgang Schäuble, Louisa Nitsche (Schachbund), Jörg Schulz (Deutsche Schachjugend)
und Michael Lang (GCI Berlin). rechts vorne: Jubiläumsdiplomand Daniel Schmidt


Daniel Schmidt präsentiert sein Diplom. Der Innenminister musste ihn festhalten, damit er nicht gleich wieder weg läuft.

Wolfgang Schäuble zeigte sich ausgesprochen gut gelaunt und es schien so, als ob ihm diese Verleihung besonderen Spaß gemacht hätte.


Wolfgang Schäuble bei einem Termin, der Spaß macht

Tatsächlich ist der Innenminister selbst ein sehr ordentlicher Spieler und führt damit die Tradition seines Vorgängers in diesem Amt fort. Bei seiner bisher leider nur einmaligen Teilnahme am Politikerturnier in Berlin hatte er sich erfolgreich als schneidiger Angriffsspieler präsentiert.

In seiner Ansprache hob Dr. Schäuble noch einmal darauf ab, dass Schach selbstverständlich Sport ist und freute sich aus aktuellem Anlass und kurz vor einem Termin mit Radsportlern in Köln, dass Schach in Bezug auf Doping zudem ein so sauberer Sport ist.

Die Spitze des Deutschen Schachbundes war in Berlin vollständig vertreten. Der Innenminister wird dabei keine Probleme gehabt haben sich an den Namen des neuen DSB-Präsidenten Weizsäcker zu gewöhnen. Neben Prof. Robert von Weizsäcker waren u.a. sein Vize Dr. Matthias Kribben, der Geschäftsführer des Schachbundes Horst Metzing und der Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend Jörg Schulz anwesend. Zur Eröffnung hatte Robert von Weizsäcker über seine persönlichen Erfahrungen mit dem Schach gesprochen und betont, wie sehr ihn als Kind und als Jugendlicher der Umgang mit dem Schach und die Anforderungen, die das Schach stellte, später auch in seiner beruflichen Laufbahn von Nutzem waren.



Video...
 


DSB-Spitze: Vize Dr. Kribben, Präsident Prof. Weizsäcker, Geschäftsführer Metzing


Prof. Robert Freiherr von Weizsäcker, Fernschachgroßmeister und Präsident des Deutschen Schachbundes


Der Gastgeber begrüßt den Innenminister


Presse


Prof. Weizsäcker und Dr. Schäuble im Gespräch


Dr. Jordan, Dr. Kribben, der Präsident des Landessportbundes Berlin Peter Hanisch
und Klaus Lais (Öffentlichkeitsreferent des DSB)



Robert von Weizsäcker überreicht Wolfgang Schäuble nachträglich zu
dessen Geburtstag ein Buch von Viktor Kortschnoj

Nach der Vergabe der Diplome trafen sich die Schachschüler mit dem Innenminister zu einer Partie. Schon beim Überreichen der Diplome hatte der Wolfgang Schäuble für jeden Diplomanden ein gutes Wort und versuchte mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Falls es von Seiten der Grundschüler Hemmungen im Umgang mit dem Minister gegeben haben sollten, waren diese längst abgelegt. Der Kommentar zu Schäubles Eröffnungswahl - Italienisch - "Du spielst aber langweilig!" war schon recht kumpelhaft.


Was nun?


Hmmm...


Der Innenminister kratz sich den nicht vorhandenen Bart


Feierlicher Abschluss: BMI-Autogramm auf der Urkunde


Zwischendurch noch ein kleines Interview

Zum Abschluss des etwas einstündigen Termins gab es noch ein Gespräch mit den Vertretern des OK Schacholympiade Dresden. Zum Abschluss war noch Zeit für die Fotografen.


Gesprächsrunde Schacholympiade


Wolfgang Schäuble informiert sich über den Stand der Organisation


Prof. Weizsäcker im Gespräch mit Wolfgang Schäuble


Zwei Schachspieler am Brett


Wolfgang Schäuble mit dem OK der Schacholympiade: Dr. Dirk Jordan, Jörn-Thorsten Verleger, Volker Bernardi


Der Innenminister mit den Schachschülern aus der Grundschule Stadtilm und der
Emil Petri Grundschule Arnstadt (begleitet von Kirsten Sieberth, Marco Sieberth
aus Stadtilm und und Manuela Schramm aus Arnstadt)...

Die Diplomanden der Grundschule Stadtilm:
Moritz Schramm, Sina Dopmann, Marie Sophie Gregorzewski (erhielt Nr. 199.999), Daniel Schmidt (erhielt Nr. 200.000)

Die Diplomanden der Emil Petri Grundschule Arnstadt
Jonas Mann, Oliver Köditz


... und mit den Bauerndiplomanden aus Schulzendorf mit ihrer Schachlehrerin Juliane Götze

Die Diplomanden aus Schulzendorf
Marco Rudolph, Leonhardt Goldhorn, Max Grudzinski, Marc Lengauer,


Das Berliner Olympiastadion

Eigentlich hätten die Olympischen Spielen schon 1916 in Berlin stattfinden sollen. Während der Spiele 1912 in Stockholm hatte Berlin den Zuschlag bekommen. Schon 1912 wurde mit dem Bau des Deutschen Stadions begonnen, das eine Pferderennbahn mit einschloss. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges mussten die Pläne für die Olympischen Spiele jedoch erst einmal ad acta gelegt werden. Gegen Ende der Zwanziger wurde die Idee wieder belebt. 1931 erhielt Berlin schließlich den Zuschlag für die Olympischen Spielen 1936 mit 43 zu 16 Stimmen gegenüber Barcelona. 1933 wurden die Pläne für den Bau eines neuen Olympiastadions vorgelegt, im folgenden Jahr das Deutsche Stadion abgerissen und an seiner Stelle die neue Arena errichtet. Zeitweise waren 500 Firmen mit 2600 Arbeitern beschäftigt. Die Kosten sollen über 27 Mio. Reichsmark betragen haben. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion schwer zerstört. Der Wiederaufbau mit vielen Veränderungen gegenüber dem Originalbau zog sich über viele Jahrzehnte. Eine Sanierung und Modernisierung des Stadions erfolgte schließlich zum Preis von 242 Mio. Euro in den Jahren 2000-2004.



Architektur der Dreißiger Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 


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