Gambit Guide Vol 1 und 2

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Interview mit Prof. Robert von Weizsäcker

02.02.2007 – Ende letzten Jahres erregte der Wettkampf zwischen Weltmeister Kramnik und Deep Fritz in der Bonner Kunsthalle größte Aufmerksamkeit. Die Massenmedien stürzten sich mit einer für das Schach bisher ungekannten Intensität auf das Thema. Der Wettkampf war Gegenstand der Hauptnachrichten von ARD und ZDF und wurde sogar in mehreren Unterhaltungssendungen thematisiert. In über 3000 Zeitungsartikeln beschäftigten sich Journalisten mit diesem außergewöhnlichen Schachwettkampf. Am Ende verlor den Mensch den Vergleich mit der Maschine unglücklich mit 2:4. André Schulz führte ein Interview mit dem früheren Bundesligaspieler und jetzigen Fernschachgroßmeister und Fernschach-WM-Kandidaten Robert von Weizsäcker, der als Ökonomie-Professor an der TU München den Wettkampf nicht nur aus schachlicher Sicht bewertet. Mehr...
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Interview mit Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker
Von André Schulz



Weltmeister Kramnik hat in Bonn den Wettkampf gegen das Schachprogramm Deep Fritz mit 2:4 verloren. Ist jetzt die menschliche Ehre verspielt?

Wenn sich der Mensch als das allein und überlegen denkende Wesen dieser Welt versteht, dann könnte sich in der Tat ein Gefühl der verletzten Ehre einstellen. Aus meiner Sicht ist eine solche Einschätzung freilich primär der Eitelkeit des Menschen zuzuschreiben und geht am eigentlichen Kern des Ereignisses vorbei. Im Übrigen sei die Frage erlaubt: Wer hat denn die in Bonn siegreiche Schachmaschine konstruiert? Letztlich natürlich der Mensch – immerhin eine kleine Ehrenrettung.

Mit 4:2 fiel die Niederlage deutlicher aus als es die einzelnen Partieverläufe gerechtfertigt hätten. Zufall oder Methode?

Die hohe Niederlage ist eher dem Zufall zuzuschreiben. Der krasse Aussetzer Kramniks in der zweiten Partie ist nichts als ein unglücklicher Patzer, der für die Bewertung des Stärkevergleichs zwischen Mensch und Maschine keine Relevanz besitzt. Jeder Schachspieler weiß aus eigener Erfahrung, dass es groteske Momente der Schachblindheit gibt. Dabei sind es häufig die „langen“ Züge, die übersehen werden, und der Schlusszug 35. Dh7 fällt durchaus in diese Kategorie.

Die Schlussstellung dieser Partie war für Kramnik überdies keineswegs nachteilig, wenn auch etwas zweischneidig. Dem prinzipiellen positionellen Vorteil einer Bauernmehrheit auf dem Damenflügel stand der freie Bauer seines maschinellen Gegners auf der e-Linie gegenüber; doch bei der gegebenen asymmetrischen Bauernstruktur sollte sich Kramniks Läufer im Endspiel dem gegnerischen Springer als überlegen erweisen. Strategisches Ziel war daher zunächst der Damentausch und damit der Übergang in ein Endspiel. Genau das war natürlich das Motiv des letzten Zuges von Kramnik 34. … De3.

Kramnik hat in allen Partien – mit Ausnahme der letzten – einfache Strukturen mit klaren strategischen Vorgaben herbeigeführt. Wie bewerten Sie seine Wettkampfstrategie?

Das Schachprogramm Deep Fritz 10 errechnet bereits auf einem handelsüblichen 2 GHz-Notebook 1,5 Millionen Stellungen pro Sekunde, erkennt in größter Geschwindigkeit komplizierteste Manöver und Strukturen und greift dabei auf einen Bestand von rund 3,2 Millionen gespeicherter Partien zurück. Das ist eine für den menschlichen Gegner schockierende und irgendwie auch desillusionierende kapazitive Dimension. Vor diesem Hintergrund leuchtet es sofort ein, wilde taktische Positionen eher zu vermeiden und stattdessen ruhige strategische Stellungen anzustreben. Ein erster Schritt in diese Richtung besteht daher etwa in einem schnellen Damentausch, was Kramnik ja auch in fast allen Partien gelungen ist. Mir hat daher seine Wettkampfstrategie sehr eingeleuchtet. Dass er dann in der Schlusspartie von dieser Linie abwich, hatte wohl allein mit dem Spielstand zu tun. Kramnik wählte mit Schwarz die Sizilianische Eröffnung und spielte mehr oder weniger Alles oder Nichts.

Wie bewerten Sie den schachlichen Gehalt der Partien? Wie ist die Leistung der beiden „Spieler“ zu sehen?

Offen gestanden halte ich die Frage nach dem schachlichen Gehalt der Partien eines Matches Mensch gegen Maschine für nicht relevant. Ein solcher Wettkampf ist äußerst spektakulär, sehr reizvoll für die Medien und sicher spannend für das generelle Publikum, aber er besitzt in meinen Augen keine allzu große schachliche Signifikanz. Ich glaube nicht, dass eine derartige Auseinandersetzung neue Wahrheiten zur eigentlichen Substanz des Spiels zutage fördern kann.

Aus rein schachsportlicher Sicht muss man die Leistung Kramniks anerkennen, auch wenn er das Match hoch verloren hat. In meinen Augen hätte er unter normalen Umständen keine Schwierigkeiten gehabt, ein 3:3 zu erreichen. Freilich muss man auch bemerken, dass er in keiner Partie auf Sieg stand. Die ebenso komplexen wie effizienten Algorithmen von Deep Fritz haben zu einem gut durchgerechneten und in diesem Sinne fast fehlerfreien Spiel geführt – an dieser Formulierung erkennen Sie übrigens, dass ich Schachcomputern nach wie vor kein eigenständiges „Denken“ zugestehe. Die immer wieder neu ansetzenden Brute-Force-Algorithmen lassen die Schach-Engines selbst in Kombination mit anspruchsvolleren Alpha-Beta-Algorithmen der Minimax-Baumsuche immer noch eher rechnen als denken. Ich muss allerdings gestehen, dass mich ein bestimmtes Turmmanöver in der Schlusspartie stutzig gemacht hat: Deep Fritz zog Te1-e3-g3, eine – vorsichtig ausgedrückt – verwegene Turmaktivierung. Sollte die Monstermaschine hier tatsächlich gedacht haben?

Ist das Thema Mensch gegen Maschine nun erledigt, oder ist eine Neuauflage – vielleicht mit veränderten Matchbedingungen – noch sinnvoll?

Aus rein schachlicher Sicht finde ich einen Wettkampf Mensch gegen Maschine relativ unerheblich. Auch lässt das jeweilige Ergebnis keine wirklichen Rückschlüsse auf diesen vermeintlichen Stärkevergleich zu. Aus schachsportlicher Sicht – aber natürlich auch aus kommerzieller – ist eine Neuauflage sicherlich „sinnvoll“, da ich (noch) keine wirkliche Überlegenheit der Schachcomputer erkenne.

Der Wettkampf zwischen Mensch und Maschine hatte ein beispielloses öffentliches Interesse hervorgerufen. Keine Mensch-Mensch-Weltmeisterschaft stand jemals so im Fokus der Medien. Haben Sie eine Erklärung für dieses Phänomen? Ist das gut für das Schach oder lenkt es nur vom eigentlichen Schach ab?

Wie oben bereits ausgeführt, besitzt ein solcher Wettkampf meines Erachtens für das eigentliche Schach keine Relevanz. Dennoch ist die Auseinandersetzung zwischen Mensch und Maschine natürlich äußerst Aufsehen erregend und könnte daher indirekt dazu beitragen, neue Anhänger dem königlichen Spiel zuzuführen. In diesem Sinne war der Wettkampf Kramnik versus Fritz ein gutes Marketinginstrument für das Schach. Ganz ungefährlich ist diese Strategie freilich nicht. Denn wenn in den Augen der interessierten Laienöffentlichkeit der Mensch gegen die Maschine keine Chance mehr hat, dann kann das auch abschreckend wirken. Schach erscheint dann „durchgerechnet“, erledigt und damit schöpferisch unattraktiv. Ich glaube definitiv nicht, dass das so ist. Doch stößt man auf diese Schlussfolgerung recht häufig in Kreisen der interessierten Nicht-Schachspieler.

Dass ein regulärer Weltmeisterschaftskampf Mensch gegen Mensch ein geringeres öffentliches Interesse auslöst als der jetzt über die Bühne gegangene Wettkampf Mensch gegen Maschine überrascht mich nicht. Für das breite Publikum ist es schwierig, die schachliche Dramatik eines WM-Kampfes im engeren Sinne nachzuvollziehen. Die Konfrontation Mensch gegen Maschine ist dagegen eine prinzipielle und in diesem Sinne fast Schach-unabhängige Auseinandersetzung. Auf dem Spiel steht eine mögliche Untergrabung der vermeintlichen Unanfechtbarkeit der Überlegenheit menschlichen Denkens. Dieser Abgrund löst ein Kribbeln beim Betrachter aus, dem man sich aus sicherer geistiger Distanz fast genüsslich hingibt – Schach ist ja nur ein Spiel. Das ist vergleichbar mit den Abgründen eines guten Krimis, den man aus gesicherter Wohnzimmerperspektive verfolgt. Die Medien haben das Match zweifellos instrumentalisiert, indem sie jene urmenschlichen Instinkte des Schauderns vor einer Niederlage des Menschen geweckt haben.

Fernschachspieler nehmen in ihren Partien gerne Schachprogramme zur Hilfe. Wie beurteilen Sie als Fernschach-Großmeister die Leistungen der Rechner im Fernschach?

Fernschach hat etwas zu tun mit der Suche nach dem Absoluten – mag dieses Unterfangen auch noch so aussichtslos sein. Da ist die Versuchung natürlich groß, die zur Entscheidung anstehende Position in einen Schachcomputer einzugeben und diesen stundenlang oder sogar tagelang rechnen zu lassen. Wahrscheinlich geschieht das auch regelmäßig. Doch wohin führt diese „Dopingstrategie“? Ich sehe die Engine-Euphorie mit einer gewissen Skepsis. Die Schachcomputer können zwar relativ zweifelsfrei nachweisen, ob man einen taktischen Fehler gemacht hat, doch auf hohem Spielniveau sind die Rechner nicht notwendigerweise eine Hilfe, da ihnen ein langfristiges strategisches Austarieren von Material, Raum und Zeit in der Regel verschlossen bleibt. In vielen Partien, die ich relativ systematisch gewonnen habe – so bilde ich mir jedenfalls ein –, haben mich die Engines im Minus gesehen. Hätte ich mich von den Vorschlägen der elektronischen Hirne leiten lassen, dann hätte ich eine ganz andere Partie gespielt und möglicherweise diese auch nicht gewonnen. Manche Spieler allerdings unterwerfen sich voll und ganz dem Computer und folgen nur seinen immer wieder neu ansetzenden Pfaden. Das rächt sich.

Welche Auswirkungen haben die Computer auf das Turnierschach? Manche sagen, sie haben das Schach erweitert, weil sie helfen, die Wahrheit für bestimmte Positionen zu finden. Andere sagen, sie werden langfristig das Schach töten. Wie sehen Sie das?

Mit dem Begriff der Wahrheit im Schach gehe ich generell sehr vorsichtig um, und zwar sowohl bezogen auf den Menschen als auch bezogen auf die Maschine. Einen großen – und wie ich finde positiven – Einfluss auf das Turnierschach üben zweifellos die heute verfügbaren, außerordentlich mächtigen Datenbanken aus. Diese bilden nicht nur in der Eröffnungstheorie, sondern auch im Mittel- und Endspielbereich einen modernen und unverzichtbaren Teil der Vorbereitung im Nahschach wie im Fernschach. Darauf muss man sich einstellen, und das muss man auch möglichst effizient beherrschen.

Die oben bereits beleuchteten Schach-Engines betrachte ich noch nicht als eine existenzielle Gefahr für das Schach, da sie insbesondere in positionell angelegten Partien nicht in der Lage sind, den roten Faden einer solchen Partie wirklich zu identifizieren. Darüber hinaus gibt es nach wie vor einige typische Themen, die Schach-Engines erhebliche Probleme bereiten. Dazu zählen etwa langsame, stille Angriffszüge, die Abschätzung eines Qualitätsopfers, Abwicklungen in Bauernendspiele, der taktische Einsatz des Dauerschachs sowie das schachliche Konzept einer Festung. Grundsätzlich haben viele der noch bestehenden Schwierigkeiten der Schachcomputer mit der technologisch möglichen Suchtiefe ihrer Algorithmen zu tun. Ich glaube allerdings nicht, dass das der alleinige Schlüssel zur Steigerung ihrer Spielstärke sein wird, denn es gibt so etwas wie einen abnehmenden Grenzertrag der Suchtiefe. Immer wichtiger werden das Thema der Selektion sowie das Rechnen in Mustern oder Netzen.

Für die Entwicklung des eigenen Schachverständnisses ist es übrigens sehr wichtig – und das gilt insbesondere für das Fernschach – Engines immer erst dann zu konsultieren, wenn man sich seine eigenen gründlichen Gedanken zu einer gegebenen Stellung gemacht hat; und selbst dann sollte man nicht einen, sondern möglichst mehrere dieser Rechenknechte konsultieren – genannt seien hier neben dem berühmten Fritz auch die Schachprogramme Rybka sowie Hiarcs.

Kann man aus den Leistungen des Rechners im Schachspiel generelle Erkenntnisse für Wirtschaftssimulationen gewinnen?

Hier muss man sehr vorsichtig sein und sich vor zu euphorischen Schlussfolgerungen aus dem Kramnik-Fritz-Match hüten. Natürlich liefert das Schachspiel ein hoch geeignetes Beispiel einer wohl definierten, deterministischen strategischen Zielfunktion. Und in der Tat gibt es Bemühungen in der Forschung zur künstlichen Intelligenz, Schach als Paradigma zu interpretieren – verbunden mit dem Versuch, die dort erfolgreichen Algorithmen nutzbringend zu verallgemeinern. Hingewiesen sei hier insbesondere auf das Institute for Artificial Intelligence der Princeton University.

Ob die Schach-Algorithmen eine hilfreiche Grundlage für gesamtwirtschaftliche Simulationen sein könnten, hängt von der konkreten Anwendungskonstellation ab. Ich bin nicht sicher, ob die hier zu Tage geförderten Ergebnisse einen ernsthaften Realitätsbezug haben können. Das hat folgenden Grund. Das in der Wirtschaftswissenschaft eingesetzte theoretische Instrumentarium zur Abbildung strategischen Verhaltens entstammt der Spieltheorie. In ihrer Terminologie fällt Schach unter die Rubrik eines nicht-kooperativen Spiels bei vollständiger Information. Schach ist ein strikt kompetitives Spiel, ein so genanntes Zweipersonen-Nullsummenspiel. Ökonomische Probleme sind nun im Allgemeinen nicht beschreibbar durch ein Nullsummenspiel. Es gibt keine perfekte Welt der vollständigen Information, und es gibt insbesondere kaum einen Markt, der die Lehrbuchkonstellation der vollkommenen Konkurrenz aufweist. Die meisten Märkte sind nicht charakterisiert durch eine Vielzahl kleiner Anbieter, deren jeweiliger Output hinreichend gering ist, um keinen Einfluss auf den Marktpreis ausüben zu können. Ein Großteil der heutigen Märkte ist vielmehr durch eine relativ kleine Anzahl großer Anbieter geprägt – Stichwort Oligopole. Die volkswirtschaftliche Realität ist gekennzeichnet durch unvollständige Information und unvollkommene Konkurrenz. Dynamische Spiele bei unvollständiger Information sowie Themen wie Verhandlungen, Anreize und glaubwürdige Selbstbindung liegen freilich weit außerhalb des Horizonts eines Schachprogramms.

Halten Sie es für denkbar, dass einmal Schachprogramme zur optimalen Lösungen bestimmter ökonomischer Fragen beitragen können?

Das ist schon eher möglich. Viele Fragestellungen sowohl in der Volkswirtschaftslehre als auch in der Betriebswirtschaftslehre lassen sich ja formal in die Form einer geeigneten Zielfunktion bringen, die es dann unter einer bestimmten Nebenbedingung zu maximieren gilt. Ob es sich hier nun – unabhängig vom jeweiligen ökonomischen Inhalt – um ein eindimensionales oder mehrdimensionales, statisches oder dynamisches, oder deterministisches oder stochastisches Optimierungsproblem handelt – dem Ökonomen und Praktiker steht hier eine ganze Armada von Lösungsmethoden zur Verfügung. Genannt seien etwa die Dynamische Programmierung und die Optimale Kontrolltheorie. Dennoch: Warum sollten effiziente Suchalgorithmen der Schachprogrammierung hier keine ebenso originellen wie effektiven Verbesserungen einbringen können?

Ich danke für das Interview.


Technische Universität München
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre
Univ.-Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker


 

 

 

Schach

       
 

Nahschach

       
  1. Bundesliga   (Bonner SK 05, 1978/79)    
       
 

Fernschach 

       
  Teilnahme an insgesamt 10 Turnieren:    
       
  I/1770    (1973): Platz 1 (11,5 aus 12)
  EU/I/680 (1974):    Platz 1 (4,5 aus 5)
  H/770 (1974): Platz 1 (11 aus 12)
  M/464 (1975): Platz 1-2 (5,5 aus 6)
  EU/M/384 (1976): Platz 1-2 (4,5 aus 6)
  WT/M/761  (1997): Platz 1 (6 aus 6)
  WT/M/790 (1999): Platz 1 (5,5 aus 6)
  WT/M/798 (1999): Platz 1 (6 aus 6)
  WC XXIV, SF 5 (2000): Platz 1 (8 aus 10)
  Christoffel Memorial, Section Gold  (2002): Platz 1-3 (9 aus 14)
       
  "I" = 1. Klasse, "H" = Hauptturnierklasse, "M" = Meisterklasse
EU = Europaturnier, WT = Weltturnier
WC = Weltmeisterschaft (SF = Semifinale)
 
       
   Mannschaftswettbewerbe:
       
  1. Bundesliga   (Zitadelle Spandau Berlin, 2001/03)
  Schacholympiade, Finale   (seit 2004) 
       
  2002: Internationaler Meister 
  2004: Internationaler Großmeister
  2004: WM-Kandidat
       
 

Veröffentlichungen

  wöchentliche Schachkolumne für verschiedene Verlage   (1976 - 1995) 
       
  Artikel und sonstige Beiträge: 
   
  - Fernschach,  Vol. 37, 1976, S. 250-251.
- Fernschach,  Vol. 38, 1977, S. 175-176.
- Welt am Sonntag
,  22.2.2004
- DIE ZEIT
,  6.5.2004
- ChessBase
,  Schachnachrichten, Interview, 18.5.2005
- Fernschachpost,  Vol. 4, 2005, S. 11-14.Fernschach: Die Kunst der Analyse, R. Knobel, 2005; S. 34, 92-94, 100, 106.
- „Schönheit im Schach“;  in: U. Dossi: Schach, 2005; S. 40-47.
 - KARL,  Vol. 23, 2006, Porträt S. 54-59.
- „Mensch versus Maschine“; ChessBase, 2007.

 

            

 

 

 

 

 

 

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