Jakovenko gewinnt Karpov-Turnier

25.03.2007 – Zum achten Mal wurde in Poikovsky das Karpov-Turnier ausgetragen. Der Ort ist nicht weit von vom Austragungsort des World Cups und der Schacholympiade 2010 Khanty Mansiysk entfernt und gehört zur wohlhabenden Ölregion Sibiriens. Schon zur Mitte des Turniers zeichnete sich der Sieg von Dmitry Jakovenko ab. Zusammen mit Alekseev, Timofeev, Inarkiev und einigen anderen gehört er zur Gruppe junger russischer Spieler, die derzeit in die Spitze vorstoßen. Sein Sieg freut die Organisatoren besonders, denn Jakovenko wurde im nahe gelegenen Nizhnevartovsk geboren. Misha Savinov berichtet aus dem winterlichen Sibirien. Offizielle Seite...Bericht, Partien...

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8.Poikovsky Turnier
Von Misha Savinov

Das 8. Anatoly Karpov Turnier in Poikovsky ist noch im Gange, während ich diese Zeilen schreibe, aber Dmitry Jakovenko steht jetzt schon als Sieger fast schon fest. Er zeigt weiter großes Können und enorme spielerische Fähigkeiten und liefert ohne nachzulassen ein gutes Ergebnis nach dem anderen ab.

Poikovsky liegt nicht allzu weit von Khanty Mansiysk entfernt, wo der kommende World Cup und die Schacholympiade 2010 ausgetragen werden wird.


Die örtlichen Medien sind jeden Tag beim Turnier und interviewen die Spieler für Radio, Fernsehen und Zeitungen

Die Ölregion hat genug Geld, um das professionelle Schach zu unterstützen, doch Kinder für das Schach zu begeistern wird natürlich Vorrang eingeräumt. Die Chancen stehen gut, dass Schach im autonomen Okrug in Khanty-Mansi in den Lehrplan aufgenommen wird und es gibt viele kleine Schachklubs in den örtlichen Schulen. Jedes Jahr treten die Großmeister, die am Turnier in Poikovsky teilnehmen, am freien Tag an unterschiedlichen Orten rund um Poikovsky, die manchmal recht weit entfernt liegen, gegen Kinder im Simultanspiel an. 


Gruppenbild mit Emil


Emil Sutovskys Besuch der Dorfschule von Chauskino (circa 1000 Einwohner)


Kinderschach


Simultan


Emil Sutovsky mit dem sibirischen Knut


Istratescu, Sutovsky, Alekseev und einer der Sponsoren genießen den freien Tag


Schachunterricht ein paar Schritte vom Spielsaal entfernt

Dies ist eines der wenigen, wenn nicht sogar das einzige Profiturnier, für das das Budget der örtlichen Verwaltung aufkommt. Natürlich hängt das Turnier auch von der Treue des Gouverneurs zum Schach und von der Freundlichkeit und dem Entgegenkommen der Großmeister ab. Das Feld wird sorgfältig ausgewählt, und man achtet gezielt auf den Charakter der Spieler. Viorel Bologan und Alexander Onischuk haben alle acht Tests bestanden und sind die Teilnehmer, die am längsten dabei sind.




Schlüsselfeld b8



Sergey Rublevsky hat sieben ‘Ringe’.

Vor kurzem wurde der Gouverneur der Region abgelöst und deshalb war es wichtig, das diesjährige Turnier glatt über die Bühne zu bekommen, um sicher zu stellen, dass die Tradition auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden kann. Der neue Mann am Ruder wird bei der Abschlussfeier erwartet, wo er Organisatoren und Spieler hoffentlich mit einer positiven Entscheidung erleichtert. Ein paar Schwergewichte wie Karpov und Ilyumzhinov werden wahrscheinlich ebenfalls dabei sein.

Doch das Turnier selbst war eigentlich nur bis zur 7. Runde spannend, denn da schlug Dmitry Jakovenko seinen Rivalen Evgeny Alekseev in einem einseitigen Sizilianer.


Evgeny Alekseev


Dmitry Jakovenko

Es zeigte sich, dass Alekseev, der einen halben Punkt zurück lag, zum Risiko entschlossen war, um trotz der schwarzen Steine auf Gewinn zu spielen, aber seine Eröffnungswahl war unglücklich, da Jakovenko gerade in dieser Variante ausgezeichnete Ergebnisse erzielt hat und all deren Feinheiten besser versteht.


Die kommenden russischen Spitzenspieler?

In den noch verbleibenden Runden wird Dmitry gegen Istratescu spielen, den Rating-Außenseiter, der mit seinem 50% Ergebnis vollkommen zufrieden zu sein scheint, danach gegen Zhang Pengxiang, der die Poikovsky-Tradition schlechter Ergebnisse chinesischer Spieler, die teilweise der berühmten sibirischen Gastfreundschaft geschuldet ist, treu fortführt.

Jakovenkos Vorsprung von einem Punkt vor einem sehr soliden Feld sollte in dieser Lage mehr als genügen.

Der Kampf um den zweiten Platz wird wahrscheinlich zwischen Sergey Rublevsky und Alexander Onischuk ausgetragen werden, obwohl fast jeder andere Spieler mit ein bisschen Glück in den letzten Runden hier ebenfalls noch ein Wörtchen mitreden könnte.

Da dies ein Budget-Turnier ist, ist der offizielle Preisfond relativ klein. Allerdings reisen die Spieler aus Poikovsky nie unzufrieden ab, da es viele kommerzielle Sponsoren gibt, die ihre Preise erst bei der Schlussfeier verkünden (oder einfach überreichen). Ich bin sicher, dass sie sich über Jakovenkos Erfolg freuen, da Dmitry in der nahe gelegenen Stadt Nizhnevartovsk geboren wurde, die ebenfalls zu Khanty-Mansi AO gehört.


Wichtig: Die Internetverbindung zur Außenwelt




 

Und ja, zu Beginn des Frühlings ist es manchmal ziemlich kalt in Sibirien, aber nicht dieses Mal – was das Wetter betrifft, so konnte ich keine Unterschiede zwischen Westrussland und Poikovsky feststellen, wenn man davon absieht, dass der Schnee hier strahlend weiß ist. Leider habe ich zu viel Zeit im Inneren verbracht und konnte so keine Bären sehen, die die Strassen von Poikovsky doch sicher durchstreifen.


Ein Eishockeystadion genau gegenüber vom Spielsaal


Eine Universität in Poikovsky

 

Endstand:

Poikovsky: Alle Partien...

 

 

 

 

 

 


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