Jugendeuropameisterschaften an "historischer" Stätte

01.10.2003 – Mit 21 Jugendlichen war die Deutsche Schachjugend zu den Jugend-Europameisterschaften (12.-23.9) nach Budva gereist, das nur wenige Kilometer vom berühmten Inselort Sveti Stefan entfernt liegt, wo 1992 Fischer und Spasski ihren Revanche-Wettkampf spielten. Insgesamt 551 Nachwuchsspieler aus ganz Europa wollten sich von der Aura des Ortes beflügeln lassen und kämpften um die Titel für Mädchen und Jungen in je fünf Altersklassen. Mit Falko Bindrich und Oliver Mihok spielten zwei der deutschen Teilnehmer ganz vorne mit und mussten sich erst am Ende beide mit einem achtbaren achten Platz begnügen. Helene Romakin war bei den Mädchen U16 am Start und hat einen lebendigen Bericht und viele Fotos aus Montenegro mitgebracht. Bericht aus Budva...

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Frankfurt –12. September 2003, 21 Spieler, 6 Trainer und, nicht zu vergessen, die Eltern trafen sich an diesem großen Flughafen, um eine große Reise zu beginnen. Alle freuten sich, waren aufgeregt und gespannt auf die nächsten 12 Tage in Budva, der Hauptstadt von Montenegro. Es wurde in Reisekatalogen nachgeforscht: „Was, wie und wo?!“ Es schien alles vorbereitet zu sein und doch warteten viele Abenteuer auf uns!

Was packt man ein im September, wenn man ans Mittelmeer will? Nun, auf jeden Fall keine Pullover! Jedoch wurden wir böse überrascht, als wir nach 3 Stunden Flug in Podgornica ankamen: Es stürmte! Aber nie die gute Hoffnung verlieren!

Und jeder Schachspieler weiß, was einen erwartet, wenn man erst angekommen ist: Die Anmeldung. „Jetzt schnell anmelden, dann essen, dann warme Dusche, dann Fernsehen und dann ins Bett!“, sagte Sonja. Ja, ich muss Sonja recht geben, der ganze deutsche Schachbund wollte es nach beinah 8 Stunden Fahrt!

Doch zuerst ein kurzes Fotoshooting, denn die Passfotos sollten digital sein. „Oh je..., schade, dass ich meine Haarbürste so weit unten in der Tasche habe!“, oder „Das ist nicht wahr, oder?“, war mehrmals zu hören. Aber dabei hatten die Reisenden gar keinen Grund zur Sorge, denn unser Delegationsleiter Herr Nill hatte wie immer alles unter Kontrolle und hat es schnell geregelt!

Und nun zu den Zimmern: Das erste, was ich sah war eine Schabe! Die Möbel waren kaputt und zerkratzt und die Bettwäsche zerrissen. Aber schnell aus dem Zimmer raus und zum Essen. Manche aßen gar nicht und die Anderen hatten noch die gute Hoffnung, dass es am nächsten Tag besser wird.


Helene Romakin


Amadaus Eisenbeiser (U16m)

Die Spielhalle war sehr schön und nur 10 Minuten zu Fuß von unserem Hotel entfernt. Alle Altersgruppen konnten da Platz nehmen und die Runde begann nur mit 2 Stunden Verspätung. Man kann nicht beschreiben, was es für ein großartiges Gefühl ist mit so vielen guten Spielern aus 38. Ländern in einem Raum zu sitzen und eine Partie zu spielen! Es ist Jahr für Jahr ein wunderschönes neues Erlebnis.

An die Bedenkzeit musste man sich aber erstmal gewöhnen. Entweder man war die ganze Partie lang in Zeitnot oder gar nicht. Obwohl die Trainer uns darauf vorbereitet haben, war es wirklich schwer mit dieser Zeit klar zu kommen. Nach 4 Stunden waren meist alle Spieler fertig und als sie aus der Halle raus kamen, warteten schon die Begleiter. Entweder waren es die Trainer oder die Eltern, die in richtigen Momenten getröstet oder beglückwünscht haben. Aber zum Trösten war nicht viel da. Denn jeder war froh und glücklich, dass er dabei ist!

Nach kurzer Zeit schien wieder die Sonne und es war so warm, dass man nach einer kurzen Vorbereitung noch vor der Runde ins Meer gehen konnte. Es gab keinen, der das nicht genutzt hat. Trainer, der Delegationsleiter, die Eltern und die Spieler waren mindestens einmal dort!

Und zum Fußballspielen und Tretboot fahren und anderen schönen Freizeitgestaltungen gab es ausreichend Zeit.

An einem Tag machte die deutsche Jugend sogar plus 14! Das war eine Sensation und uns wurde ganz viel Eis am letzten Tag versprochen. Das Angebot ließen besonders unsere Kleinen sich nicht entgehen!


Alexander Gasthofer (links) und Volker Seifert mit dem Hintergrund von Sveti Stefan

Der freie Tag wurde dafür genutzt, um eine Schifffahrt nach „Sveti Stefan“ zu machen. Denn dort haben schon Fischer und Spassky gespielt. Und es war klar, dass ab diesem Tag alle besser spielen würden!

Die anderen Tage verliefen wie üblich: Vorbereitung, Erholung, Schach und Erholung... .

Die Meisterschaft wurde glücklich von allen Spielern beendet, wobei Deutschland zweimal unter den ersten 10 landete und ein paar Spieler unter den ersten 20 hatte! Und da wir nach der Meisterschaft als Belohnung noch einen freien Tag bekommen haben, konnten wir uns die Altstadt von Budva angucken, Eis essen und dann noch ins Meer springen.


Der letzte freie Tag : Trainer und Eltern bei der Stadtführung

Die Rückfahrt hatte auch wieder ein paar Abenteuer mit sich! Manche Koffer verschwanden, wurden wieder aufgefunden und und und ... .Und die Spieler wollten sich bei der Heimfahrt gar nicht loslassen, da der Abschied von so einem schönen Turnier immer sehr schwer ist. Doch jeder musste nach Hause, aber die nächsten Jahre warten auch noch auf uns!

Helene Romakin
 

Links:

Offizielle Seite mit Fotos, Infos, allen Ergebnissen und Schlusstabellen...

Berichte bei der Deutschen Schachjugend...

Berichte beim Infineon-Junior-Team...



Budva und Sveti Stefan


Budva

Budva liegt in einer kleinen Buch am Adriatischen Meer zwischen den Landzungen Mogren und Zavala und den Ausläufern der Berge
Spas, Dubovica und Kosljun. Der Ort (12.000 Einwohner) ist einer der größten Anziehungspunkte für den Tourismus in Montenegro.

Budva ist 2500 Jahre alt und eine der ältesten Siedlungen an der Adria und wurde im vierten vorchristlichen Jahrhundert von den Griechen gegründet. Nur etwa 5 km entfernt liegt das Insel-Örtchen Sveti Stefan.

Hier fand 1992 der Aufsehen erregende Revanche-Wettkampf zwischen Robert Fischer und Boris Spasski statt.


Budva im Internet...

 

 

 


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