Le joueur d'echecs (Der Schachspieler) bei ARTE

22.08.2007 – Freitag in acht Tagen (31.August, 0.05 Uhr) zeigt ARTE in seinem Nachtprogramm den Stummfilm "Le joueur d'echecs (Der Schachspieler) aus dem Jahre 1926. In diesem wird die faszinierende Geschichte des Schachtürken in das revolutionäre Polen von 1770 versetzt. Der Revoluzzer Boleslas Vorowski befindet sich auf der Flucht vor den Soldaten der russischen Besatzungsmacht und will im Schachautomaten seines skurrilen Freundes von Kempelen nach Deutschland entkommen. Da tritt die russische Zarin Katarina II gegen den Automaten an... Als hätte Regisseur Raymons Bernard sein künftiges Schicksal in diesem Film teilweise antizipiert: 1940 floh der jüdische Filmemacher vor den Nazis und versteckte sich bis Kriegsende in einem Gebirgsstock in den französischen Alpen. Sein Film, 1990 restauriert, beeindruckt den Zuschauer auch heute noch durch aufwändige Ausstattung und spektakuläre Darstellung des polnischen Aufstands. (Le joueur d'echecs, Fr. 31.8., 0.05 Uhr, bei arte.)Zu Arte...Mehr...

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Der Schachspieler
Ein exzellenter Klassiker des fantastischen Films von Raymond Bernard in restaurierter Fassung.

Wilma, 1776. Polen steht unter russischer Okkupation und die Spannungen zwischen Besetzern und Einheimischen drohen zu eskalieren. Baron von Kempelen, ein exzentrischer Erfinder, lebt allein in einem bizarren mechanischen Haus. Umgeben von seinen skurrilen Kreaturen schert ihn die Welt draußen eigentlich nur deswegen, weil er zwei Unruhestifter unter seinen Fittichen hat: Boleslas Vorowski, einen eigensinnigen Soldaten, und seine Pflegeschwester Sophie Novinska - beide führende Köpfe des polnischen Widerstandes in Wilma. Sophies Porträt ziert sogar die Fahne der Bewegung.



Als Boleslas einen russischen Soldaten umbringt, der versucht, eine polnische Tänzerin zu vergewaltigen, löst die Mordtat blutige Kämpfe zwischen Russen und Polen aus. Boleslas wird von den feindlichen Soldaten gejagt. Um ihm die Flucht zu ermöglichen, versteckt Kempelen den Aufständischen in seiner neuesten Erfindung, dem "Schachspieler". Eingeklemmt in dem Automaten begibt sich Boleslas mit Baron von Kempen und Sophie auf Tournee in Richtung Deutschland.

Sie nähern sich der Grenze, Kempelens Plan scheint aufzugehen. Bis keine Geringere als Katharina die Große, Zarin des russischen Reichs, eine Partie gegen den "Schachspieler" spielt - und verliert...



Expressionistisches Werk

Inspiriert durch das Leben von Wolfgang von Kempelen, dem Erfinder des Schachtürken, der den europäischen Adel während des 18.Jahrhunderts mit seinen mechanischen Erfindungen in seinen Bann zog, inszeniert dieses epische und romantische Werk den Widerstand des adligen Polen gegen das übermächtige Russland in einem Stil, der sehr an „Napoléon“ von Abel Gance erinnert. Hier spielt sich die Schlacht aber auf einem Schachbrett ab, so als wenn die Geschichte nur eine Illusion wäre. Die prächtige Kleidung aus der Barockzeit, die expressionistische Ästhetik und die Musik vom Komponist Henri Rabaud: „Der Schachspieler“ ist der zweite historische Film von Raymond Bernard.

Als Sohn von Tristan Bernard, einem früheren Schauspieler und Schriftsteller, startet er seine Karriere als Regieassistent von Jacques Feyder im Studio Gaumont. Im Jahre 1924 gründet er die „Société des Film historiques“ und erringt einen großen Erfolg mit „Le Miracle des Loups“. Im Jahre 1934 wird er durch „Les Miserables“ einer der gefragtesten Regisseure seiner Zeit und konnte mit den Stars (Raimu, Michel Simon oder Edwige Feuillère) des damaligen Kinos Filme drehen.

Wegen seiner jüdischen Abstammung werden seine Filme 1940 in den Kinos verboten. Daraufhin versteckt er sich im Vercors, einem Gebirgsstock in den französischen Alpen. 1946 nimmt er seinen Weg als Regisseur wieder auf, jedoch konnten seine Nachkriegsfilme nie an den Erfolg und den Schwung seiner Filme aus den 20er und 30er Jahren anknüpfen.

Der Schachspieler
Ein Film von Raymond Bernard (Frankreich, 1926, 2 h 15 m, schwarz/weiß, Stummfilm). Nach dem Roman von Henry Dupuy-Mazuel. Mit Charles Dullin (Wolfgang von Kempelen), Pierre Blanchar (Boleslas Vorowski), Pierre Batcheff (Prinz Serge Oblomoff), Marcelle Dullin (Katharina die II von Russland), Édith Jehanne (Sophie Vorowski), Camille Bert (Major Nicolaïeff). Bild: Joseph-Louis Mundviller, Marc Bujard et Willy Faktorovitch. Kleidung: Jean Perrier, Eugène Carré. Musik: Henri Rabaud (1926), gespielt vom Symphonieorchester Radio-Télé Luxemburg unter der Leitung von Carl Davis.
Produktion: Société des Films Historiques. ARTE France. Version restaurée (1990).

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André Schulz, Pascal Simon


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